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Glücksvorstellungen bei Aristoteles und Epikur - Referat



>>GLÜCKSVORSTELLUNGEN BEI ARISTOTELES<<

• Mensch ist durch zwei Wesensmerkmale gekennzeichnet

1. Mensch hat Anteil am Logos – (bedeutet, dass der Mensch vernunftbegabt ist)
• Vernunft ist ganz oben in der Seele angesiedelt
• leitet die anderen nicht-rationalen Kräfte der Seele
• bei Entscheidung des Menschen, auf die Vernunft zu hören = Mensch lebt in sittlicher Art und Weise und kann zu einem glückerfüllten Leben gelangen

2. Gemeinschaftsorientierung des Menschen (Mensch als zoon politikon)
• Mensch muss eigenen Weg zum Glück finden
• braucht dafür jedoch geeignete gesellschaftlich-politische Rahmenbedingungen
• findet diese in der Polis (griechischer Stadtstaat)
• nur in dieser Gemeinschaft kann der Mensch sich verwirklichen und seiner Tugend (arete) entsprechend leben
• die höchste erreichbare Form von Glück = Zustand der Selbstgenügsamkeit (alle Bedürfnisse hinter sich lassen) – meist nur von Philosophen erreichbar
• Mensch strebt stets nach oberstem Gut = Glück (eudaimonia)
• "Gut Leben" und "Gut Verhalten" führt zur Glückseligkeit
• Tiere und Pflanzen sind nicht zur eudaimonia fähig, aufgrund von fehlender Wahrnehmung und Vernunft
• weitere Glücksfaktoren nach Aristoteles: angenehmes Äußeres, ökonomische Basis, soziale Stellung, wohlgeratene Kinder
• Glückseligkeit als gottgegebene Gabe
• wird durch Tugenden und Üben erworben

>>GLÜCKSVORSTELLUNGEN BEI EPIKUR<<

• "Sorge des Menschen um sich selbst"
• Befriedigung der individuellen Bedürfnisse
• Zufriedenheit, Freude und Glück als wichtigstes Gut
• greift antiken Hedonismus auf (Genuss und Vergnügen als Ziel, Vermeidung von Schmerz)
• sinnliche Wahrnehmung als einzige verlässliche Quelle der Erkenntnis
• subjektive Bedürfnisbefriedigung als Maßstab, von dem das individuelle Glück eines Menschen abhängt

Voraussetzungen:
1. Derjenige, der Glück sucht, muss Angst und Furcht überwinden
• nichts Falsches in Götter interpretieren (Götter als unvergängliche und glückselige Menschen)
• der Tod geht uns nichts an (Gedanke an den Tod schmerzt nur, wenn der Tod da ist existieren wir nicht mehr, solange wir existieren geht uns der Tod nichts an)

2. Wahre Bedürfnisse erkennen
• natürliche Begierden von nichtigen Begierden unterscheiden
• natürliche Begierden von natürlichen und notwendigen Begierden unterscheiden
• notwendig: zur Glückseligkeit, zur Ungestörtheit des Lebens oder zum Leben überhaupt
• Ziel: Erfüllung der Glückseligkeit ohne Schmerz, Verwirrtheit und mit Lust
• Begierden relativieren: Erwartungen absenken, mit Wenigem zufrieden sein, nicht nach Übermaß streben

(LUST-SCHMERZ-KALKÜL)
• momentaner Verzicht auf Bedürfnisbefriedigung zum größeren Lustgewinn später
• momentane Inkaufnahme von Schmerz zur Vermeidung von größerem Schmerz später

Fazit:
• realistisch bleiben, Ängste nehmen, sich von Begierden distanzieren
• innerer Friede und Gelassenheit führen zu Glück



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