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Gesundheit als gesellschaftliches Problem – Bewegungsmangel als Risikofaktor - Referat



Gesundheit als gesellschaftliches Problem – Bewegungsmangel als Risikofaktor




1. Einleitung

Mit dem Thema meiner Klausurersatzleistung „ Gesundheit als gesellschaftliches Problem – Bewegungsmangel als Risikofaktor“ möchte ich in meiner wissenschaftlichen Hausarbeit erarbeiten, wie es dazu kommen konnte, dass die mangelnde Bewegung der Menschheit heutzutage ein gesellschaftsübergreifendes, mir wahrsten Worten schwerwiegendes Massenphänomen geworden ist und welche erschreckenden gesundheitlichen Folgen mit diesem zusammenhängen.
Heute beim Einkaufen, mit dem Wissen meines Sportthemas, sind mir die vielen übergewichtigen Personen besonders aufgefallen, die sich in der Einkaufspassage von Flensburg so rumtreiben. Beginnend bei dem kleinen Jungen, der bei seiner Mutter um ein Softeis bettelt, welches er sich durch lautstarkes Artikulieren ergattern konnte. Den um die 30 Jahre alten, zopftragenden Herren in Jogginghose und Basecap bei Mc Donalds, welcher lufteiziehend versuchte seinen Bauch an der Tischplatte vorbei zu quetschen, um sich auf der Sitzbank niederlassen zu können. Auf meinem Rückweg ging ich an einer Frau vorbei, welche sich mit gefühlten 0,1 km/h vorwärts bewegte. Sie trug aufgrund ihrer Fülle ein sehr weit geschnittenes Kleid, welches auch ein, ein wenig zurechtgeschnittenes Bettlaken sein könnte. Entsetzt drehte ich mich um und sah, wie sie ihre Gehhilfe Zentimeter um Zentimeter nach vorn versetzte.
Jetzt frage ich mich: „Muss das sein?“ Wieso gibt es so viele Übergewichtige, so viele Leute, die sich so wenig Bewegen, dass dies schon ein gesundheitliches Problem darstellt. Im Folgenden möchte ich auf die Ursachen und Hintergründe des Bewegungsmangels eingehen. Konkret auf die mit dem Bewegungsmangel verbundenen komplexen physischen, psychischen und gesellschaftlichen Folgen, wie Übergewicht und seine Folgen, Stoffwechselerkrankungen, Herz-Kreislauf-Schwächen, Konzentrationsstörungen und weitere. Zudem werde ich versuchen Veränderungs- bzw. Verbesserungsmöglichkeiten anzustreben, welche die Lust an der Bewegung wieder herstellen und die allgemeine gesundheitliche Lage unsere Gesellschaft verbessern sollen.




2. Ursachen des Bewegungsmangels

2.1 Die Rolle der Eltern:

Im Folgenden möchte ich auf den Hintergrund der Mangelnden Bewegung eingehen. Die Ursachen beginnen schon mit im frühen Kindesalter und einen der wichtigsten Rollen spielen die Eltern. Kinder haben einen instinktiven Bewegungsdran. Sie rennen, hüpfen, klettern voller Energie in der Gegend herum und probieren ihre Geschicklichkeit aus. Neue Dinge entdecken, neue Erkenntnisse gewinnen, dies wär ohne den ausgeprägten Bewegungsdrang nicht möglich. Jetzt kommen die Eltern ins Spiel, diese sind die engsten Bezugspersonen des Kindes und beeinflussen die körperliche Entwicklung des Kindes sehr. Zunächst müssen die Eltern über die Einsicht verfügen, dass ihr Kind viel Bewegung benötigt und, dass die Anregung ihrerseits entscheidend ist. Mit dem Kind zu spielen, Wanderung/Ausflüge zu tätigen, das Kind bei einem Sportverein anzumelden, all das kostet viel Zeit und Geld. So kommt es häufig vor, dass Kinder, die vernachlässigt werden, oder sozial schwächer aufwachsen unter Bewegungsmangel und Folgeerkrankungen leiden.



2.2 Bewegungsmangel durch Industrialisierung:

Mit der Industrialisierung in den letzten 10 Jahren haben sich die Entwicklungsmöglichkeiten, am meisten für Kinder, zum Nachteil der Bewegungsmöglichkeiten verändert. Verstopfter Nahverkehr, zahlreiche Straßen und nah an nah liegende Gebäude prägen das Stadtbild. Familien, die in der Stadt leben müssen oft weiter Strecken auf sich nehmen um dem Straßenverkehr und der eng bebauten Stadt zu entkommen um geeignete Orte zum Spielen für Kinder aufzufinden. Dies lässt sich Zeitlich oft nicht mit dem Beruf vereinbaren. Die Folgen des kinderunfreundlichen Umfeldes bestehen darin, dass Medien, wie Fernseher oder Computer die realen Aktivitäten und Freunde ersetzten und es zu einer Art „Verhäuslichung“ kommt, welche als Folge die mangelnde Bewegung beinhaltet.




2.3 Falsche Freizeitgestaltung und zu viele Hilfsmittel:

Bewegungsmangel ist ein typisches Problem der heutigen Wohlstandsgesellschaft. Für alles gibt es heute ein Hilfsmittel, was den Menschen, der ja bekanntlich ein Gewohnheitstier ist, zur Selbstverständlichkeit wurde. Statt zu Fuß zu gehen oder ein Fahrrad zu benutzten wird häufig auch auf kurzen Strecken das Auto benutzt. Statt sich Gedanken zu machen, was man Kochen könnte wird schnell in einem Imbiss was mitgenommen. Wobei der stätig ansteigende Fastfoodkonsum besonders schlimme Auswirkung auf die Gesundheit der Menschen hat. „Zeit ist Geld“ unter dem Motto leidet heutzutage leider auch die Gesundheit. Die vielen Hilfsmittel wirken sich auch auf die Freizeitgestaltung aus. Ging man früher mit seinen Freunden Fußballspielen, so trifft man sich heutzutage um zusammen auf der Playstation Fußball zu zocken. War man früher Mitglied bei den Pfadfindern, so ist man heute eher Mitglied einer Online Community. All diese technischen Hilfsmitten ermöglichen ein Leben ohne viel Bewegung und Anstrengung, was schlimme Folgen für die Gesundheit bedeutet.




3. Folgen des Bewegungsmangels

3.1 Der passive Bewegungsapparat:

Bewegungsmangel ist in unserer Gesellschaft einer der Hauptgründe für Übergewicht und Folgekrankheiten. Eine Folgeerkrankung aufgrund des Übergewichts ist die Schädigung des passiven Bewegungsapparates. Aufgrund der schwächeren Muskulatur und des erhöhten Körpergewichts steigt bei Bewegungsmangel die Gefahr von Gelenkschäden. Im Normalfall schütz die Muskulatur die Gelenke vor Überlastung. Wird die Muskulatur, wie
beim Bewegungsmangel unterfordert, so dämpfen die Muskeln keine Impulse, Bewegungen, Stöße, oder sonstiges und die komplette Kraft muss von den Gelenken getragen werden. Durch das Übergewicht erhöht sich die Last auf den Gelenken noch mehr und es kann bis zur Arthrose (Gelenkverschleiß) führen. Eine weiter Folge des Bewegungsmangels sind Schädigungen in Haltung und Beweglichkeit. Unausgeprägte Muskulatur führt einer schlechten Haltung und zu Rückenbeschwerden. Die Wahrscheinlichkeit für Lendenwirbelsäulenprobleme ist bei Trainierten ca. 50 Prozent geringer als bei Untrainierten. Die Folgen der geringen Beweglichkeit haben eine Verkümmerung der Muskulatur, Motorik und Koordination zur Folge, was die Gefahr erhöht sich zu verletzen.




3.2 Das Herz-Kreislauf-System/ Der Stoffwechsel:

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind nach wie vor die Haupttodesursache in den fortgeschrittenen Industriegesellschaften. Eine bedeutende Rolle in diesem Zusammenhang spielt die mangelnde Bewegung. Das Herz-Kreislauf-System reguliert den Transport von Sauerstoff und Nährstoffen über das Blut zu den Organen und Körpergeweben. Wird dieses Aufgrund von Rauchen, Mangelnder Bewegung, schlechter Ernährung oder Stress geschädigt, so wird der Körper nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt und es kommt zu Bluthochdruck, erhöhten Blutfettwerten und zu der Verstopfung der Arterien und Gefäße, was im schlimmsten Fall zu einem Schlaganfall oder einem Herzstillstand führen kann. Der menschliche Körper ist stets so alt, wie der Zustand seiner Gefäße. Schenkt man diesem Spruch ein wenig Glauben, was ich tu, dann sieht es für viele Leute wortwörtlich alt aus. Doch der Bewegungsmangel hinterlässt seine Spuren nicht nur beim Herz-Kreislauf-System auch beeinträchtigt wird der Stoffwechsel. Eine weit verbreitete Folgeerkrankung von zu wenig Bewegung ist der Diabetes Typ 2. Bei diesem reagieren bestimmte Zielorgane nicht mehr auf das Hormon Insulin, welches für den Abbau des Blutzuckerspiegels verantwortlich ist. Zur Kompensation des Insulins muss regelmäßig Insulin gespritzt werden.




3.3 Psychische Auswirkungen:

Neben den erwähnten Einflüssen von Bewegung auf die körperliche Gesundheit, ist ausreichend Bewegung auch für die Entwicklung der geistigen Leistungsfähigkeit sehr bedeutend. Durch die verstopften Gefäße aufgrund der mangelnden Bewegung folgt eine schlechte Durchblutung des Gehirns, dieses kann nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden und es kommt zu Konzentrationsschwächen und Lernstörungen. Eine weiter psychische Auswirkung des Bewegungsmangels und darauf Folgendem Übergewicht ist die Herabsetzung der Anerkennung. Vor allem im Kinder- und Jugendalter haben es Übergewichtige und Unsportliche nicht leicht. Ausgrenzungen von Freizeitaktivitäten und Mobbing führen zu einem gestörten Selbstbild und oftmals zur sozialen Isolation. Ein Teufelskreis, die betroffenen Personen verbringen möglichst wenig Zeit in der Öffentlichkeit, lenken sich mit Medien ab und versuchen ihren Frust häufig mit krankhaftem Essverhalten zu kompensieren. Das Essen ist für diese aufgrund ihres Überwichts sozial ausgegrenzten Personen häufig das einzige, was ihnen Glücksgefühle verschafft.




4. Veränderungsmöglichkeiten

Die Gesellschaft sieht den Bewegungsmangel und deren Folgen noch nicht als Problem an, das alle etwas angeht. Dies muss sich ändern. Auch ich Zeiten, wo Arbeitslosigkeit und Weltwirtschaftskriese das Augenmerk der Politiker auf sich ziehen. Spiel- und Sportplätze müssen auch zum Nachteil von Industrie und Wirtschaft erbaut werden und der Sport z.B. durch Subventionierung von Sportvereinen oder Schulen gefördert werden. Ein wichtiges Appell geht auch an die Eltern. Diese müssen viel Zeit und Energie in ihre Kinder investieren, damit diese auf den richtigen Weg geleitet werden. Ihnen muss die wichtige Bedeutung ihrer Rolle bewusst sein und sie sollten als gutes Vorbild vorangehen. Sowie aus sportlicher Hinsicht, als auch Ernährungstechnisch! Bewegung und sportliche Interessen müssen gefördert werden und den Kindern muss die Möglichkeit geboten werden, diese zu verwirklichen. Jemand, der in seiner Kindheit ein gesundes Leben von seinen Eltern vorgelebt bekommen hat, wird dieses im Normalfall auch weiterleben. Jeder muss sich selbst im Klaren sein, was er mit der mangelnden Bewegung bei sich selbst anrichtet. Man sollte selber kochen, das ist billiger und meist auch gesünder. Kurze Strecken sollten nicht mit dem Auto, sondern mit dem Fahrrad oder zu Fuß zurückgelegt werden. Sport macht Spaß und wer diesen für sich entdeckt hat, hat schon viel gewonnen!


5. Literaturverzeichnis
http://www.kinderschutzbund-nrw.de/denkanst/Bewegungsmangel.htm#_ednref18
http://www.novafeel.de/gesund/bewegungsmangel.htm
http://info-gesundheit.de/blog/?p=11
http://www.zentrum-der-gesundheit.de/bewegung.html
http://www.gesundheit.de/fitness/sport-bewegung/sportwissen/bewegung-und-herz-kreislauferkrankungen





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