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Gentechnik - 2.Version - Referat



Gentechnik
Erklärung:

Gentechnik (= Gentechnologie) ist eine molekularbiologische Methode, um Gene gezielt zu verändern.
Ein Erbmolekül (DNS) besitzt drei Milliarden Einzelbausteine mit insgesamt ca. 30.000 Genen (seit Mitte Februar 2001, vorher wurden 80.000-100.000 angenommen), die auf 23 Chromosomenpaaren (= bei der Zellteilung entstehender Träger der Erbanlagen) verteilt sind.
Bisher sind aber nur etwas mehr als 500 krankheitserregende Gene bekannt, dies sind insgesamt nur 0,2 % des gesamten Erbgutes. Jedoch sind bei 150 Erbkrankheiten die verantwortlichen Gene bereits bekannt und können somit oft behandelt werden. Nicht alle Gene entsprechen einem Standardtypen, so trägt jeder Mensch ca. 20 Abweichungen von jedem Gen in seinem Erbgut.
Herzkrankheiten, Krebs sowie die meisten chronischen Krankheiten sind genetisch beeinflusst und betreffen in den Industriestaaten 60% der Bevölkerung

Hilfe:

Mit Hilfe der modernen Gentechnik kann eine Veranlagung für eine Krankheit mittels direkter (Untersuchung des Gens) oder indirekter (Nachfrage nach bekannten Fällen in der Familie) DNA-Analysen festgestellt werden. Derzeit können insgesamt über 700 genetische Merkmale, die auf ein eigenes Erkrankungsrisiko oder Risiken für Nachkommen hinweisen, diagnostiziert werden. Solche Risiken können schon vor der Geburt festgestellt werden und darum sind solche Analysen schon beinahe eine Standarduntersuchung bei der Schwangerschaftsvorsorge bei Frauen über 35 Jahren.
Außerdem verbessern die neuen Gendiagnosen die Qualität der bisherigen Krankheitsdiagnosen durch eine schnellere und frühere Erkennung. So können z.B. Entwicklungsstörungen, Behinderungen und Erkrankungen, die erst im Erwachsenenalter auftreten schon vor der Geburt festgestellt werden.
Die Gentechnik ist derzeit auch ein wichtiger Bestandteil bei der Beweisführung vor Gerichten. Denn so konnten schon zahlreiche Täter mit Hilfe von Speichelproben oder sonstigen Genanalysen überführt werden, die ohne diese Möglichkeiten wohl nicht verurteilt worden wären.
Die Gentechnik hält aber auch schon in der Landwirtschaft Einzug. Heutzutage werden schon viele genveränderte Pflanzen wie Mais, Kartoffeln, Raps oder Baumwolle in der Landwirtschaft eingesetzt. Viele Bauern greifen immer häufiger auf genveränderte Pflanzen zurück, da durch den Einsatz von solchen Produkten die Kosten für die Schädlingsbekämpfung oder sonstige Schutzmaßnahmen, die durch die Genveränderung hinfällig sind, deutlich minimiert werden.
Auch werden mithilfe der Gentechnik Kühe so verändert, dass die sogenannten transgenen Kühe in ihrer Milch für den Menschen lebensnotwendige Proteine erzeugen. Aus dieser Milch werden dann die Proteine entnommen und verschiedenen Medikamenten zugegeben, bevor sie dann einem kranken Menschen verabreicht werden.
Auch bei der Steigerung der Produktivität von landwirtschaftlichen Nutztieren wird die Gentechnik eingesetzt. So erzeugt eine Kuh heutzutage über das dreifache an Milch pro Tag, als vor etwa 10-15 Jahren und auch Rinder sind heute wesentlich schneller schlachtreif als früher. Dies liegt aber auch an der Zugabe von leistungsstarken Kraftfuttermitteln, die aber meistens wiederum zum Teil aus genveränderten Pflanzen hergestellt werden.
Mit Hilfe der Gentechnik werden in der Pharmaindustrie neue Antibiotika entwickelt, die durch ihre immer effizientere Wirkung alte Antibiotika ablösen. Aber die Pharmaindustrie forscht nicht nur nach Antibiotika, sondern er gelang es auch neue Impfstoffe zu finden wie zum Beispiel gegen Hepatitis B.

Gefahren:

Durch die komplette Entschlüsselung der Gene, konnten bestimmte genetische Merkmale als krank bezeichnet werden, die für den Menschen völlig risikofrei sind. Dies könnte dann wiederum zu einer Diskriminierung bestimmter Menschengruppen führen und ein Problem für die
Gesellschaft darstellen.
Aber auch die Evolution wird durch die Gentechnik massiv beschleunigt, denn durch die Eingriffe in die Genstruktur des Menschen, werden in kürzester Zeit Änderungen vorgenommen, für die die Evolution Jahrhunderte benötigt hätte. So können schon bei den geringsten unachtsamen Eingriffen große Gefahren wie z.B. unheilbare Krankheiten entstehen.
Doch auch die Umwelt in der wir leben, könnte durch den unachtsamen Einsatz von genveränderten Pflanzen zerstört werden. Würde man zum Beispiel nur die Produktion von Sauerstoff in dem Chlorophyll aller Pflanzen unbeabsichtigt beeinträchtigen, so könnte die ausreichende Versorgung der Umwelt mit Sauerstoff nicht mehr hergestellt werden. Außerdem sind solche Eingriffe in die Natur meist unwiderruflich und können eine große Gefahr für Pflanzen und Tiere bieten, oder sogar das Leben vieler Tiere beträchtlich gefährden.

Einsatz der Gentechnik in der Kriegsführung: Biologische Waffen

Auch ist der Einsatz von Biologischen Waffen in der modernen Kriegsführung durchaus denkbar. So könnten zum Beispiel durch das verbreiten eines Krankheitserregers tausende Menschen an den meist verheerenden Folgen des Krankheitsverlaufs sterben. Doch der Gentechnik wird es voraussichtlich schon in einigen Jahren gelingen, Erreger die heutzutage noch unheilbar sind heilbar zu machen. Die folgenden Mikroorganismen bzw. Lebewesen könnten im Falle eines Krieges angewandt werden:

1. Bakterien
- Bacillus anthracis
(Milzbrand: Milzbrand ist eine Krankheit, die primär pflanzenfressende Tiere (Rinder, Schafe, Ziegen) befällt. Eine Infektion von Menschen erfolgt zumeist über den Kontakt mit infizierten Tieren. Es gibt drei Arten der Infektion:
1. Hautmilzbrand: Infektion durch Hautabschürfungen
2. Lungenmilzbrand: durch Einatmung der in Staub enthaltenen Sporen
3. Darmmilzbrand: durch Verzehr von verseuchtem Fleisch
Die Todesrate liegt bei 20-80%, da oft nicht rechtzeitig gehandelt werden kann.)
- Coxiella burnetii (Q Fieber)
- Francisella tularensis ( Tularämie)
- Yersinia pestis ( Pest)
- Vibrio cholerae (Cholera)

2. Viren:

- Hepatitis A [Gelbsucht (Leberkrankheit)]
- Gelbfieber
- Zeckenenzephalitis (Hirnhautentzündung)

3. Toxine:

- Tetanustoxin (Wundstarrkrampf)
- Diphtherietoxin (Diphtherie)

4. Pilze
5. Einzeller
6. Tierische Überträger

Zukunftsausblick:

Die Gentechnik ist erst im Anfangsstadium der Forschung, es sind noch viele Errungenschaften möglich. Eingriffe in das Erbgut des Menschen im Embryonenalter sind momentan nicht möglich, da diese durch das Embryonenschutzgesetz verboten sind. Die Gentechnik wird allerdings in der zukünftigen Forschung eine sehr wichtige Rolle spielen.




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Dieses Referat wurde eingesandt vom User: nadin1308




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