Suchbegriff:

Friedrich der 2. - Aufklärer oder Absolutist - Referat



Erörterung

Durch unzuverlässige, lückenhafte Quellen und Prägungen des heutigen Zeitalters, kommt es in der Geschichte oft zu Unstimmigkeiten und unterschiedlichen Ansichten von Kritikern. Auch bei dem preußischem König (Monarch und Feldherr) Friedrich dem 2. (dem Großen) und dessen widersprüchliche Reformen aus dem 18.Jhd., ist man sich nicht einig, ob er nun Aufklärer oder Absolutist ist.
Ein absolutistischer Herrscher hat die alleinige und uneingeschränkte Macht über sein Volk.
Der Gegensatz dazu ist es, bedachter zu Handeln, so wie es in der Epoche der Aufklärung üblich gewesen ist. Der König soll keine uneingeschränkte Macht haben, sondern das Volk verstehen und zu Toleranz, Freiheit, Gleichheit, Glück, Wissen und Frieden erziehen.
Philosophische Vertreter wie Rousseau und Hobbes fordern dabei vom Volk selbst, dass jeder seinen eigenen Verstand nutzt und sich deshalb nicht unterdrücken lässt.
Ich behaupte, dass er weder Absolutist noch Aufklärer vollständig ist.

Friedrich 2. ist in der Zeit der Aufklärung in Frankreich aufgewachsen und wurde sichtlich von ihr geprägt, was sich nach seinem Amtsantritt in seinen Reformen bemerkbar macht.
So schränkte er Folter, Schulpflicht und Pressefreiheit ein. Zudem milderte die Gesetze zur Todesstrafe.
Sein Vater, Friedrich 1. kümmerte sich bereits um Toleranz gegenüber religiösen Minderheiten wie z.B. Hugenotten oder Katholiken, die er dann weiter förderte.
Er schaffte bessere wirtschaftliche Rahmenbedingungen ist seinem Land, so ließ er Manufakturen und Schulen errichten und hat er die Wollmanufakturen vermehrt, und die Einkünfte der Landbevölkerung zu erhöhen.
Um sich besser mit dem Volk identifizieren zu können, nahm er dessen Belange persönlich oder in Briefform an, was in jedem Fall für einen aufgeklärten Herrscher spricht.
Auch seine Auffassung, dass ein Herrscher sein Eigeninteresse und die Meinungen der Minister zurückstellen soll, zugunsten des Volkes, und dass der Herrscher den Staat repräsentiert, spricht dafür. Also brachte er die Kartoffel in sein Land, um die Bauern in ihrem Tun zu unterstützen.
So weit klingt alles sehr aufgeklärt, allerdings führte seine eigene Herrschaftsvorstellung selbst nicht aus. Er ließ sich auch von seinen Beratern wenig sagen und setzte seine Auffassungen fast wie ein Alleinherrscher durch.
Die Folter wurde nur sehr eingeschränkt abgeschafft. Für Delikte wie z.B. Majestätsbeleidigung oder Landesverrat wurde sie durchaus noch praktiziert.
Seine
Toleranz hielt sich in Grenzen und so wurden unter seiner Herrschaft Juden weiterhin diskriminiert.
Sein Ziel war nicht mehr das Volk zu verstehen sondern er strebte nun Wachstum der Städte und Unabhängigkeit des Landes von anderen Ländern an, um seine Macht zu repräsentieren.

Schluss:
Im Bezug auf seine Herrschaftsvorstellung bezeichnete er als ,,Erster Diener des Staates". Ein Diener erfüllt unaufforderlich und ohne Wiederrede die Wünsche des Gebieters, also des Staates, was er aber nur teilweise durchsetzte.
Obwohl seine Amtszeit viele gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Veränderungen mit sich brachte, blieb Friedrich der Große ein alleinherrschendes Staatsoberhaupt, so wie es im Absolutismus vorgesehen war.

So widersprüchlich wie seine Reformen waren, so schwierig ist es auch, seine Herrschaftsform einzuordnen.
Er verkörperte anfangs noch einen aufgeklärten Denker, der sich im Laufe seiner Regierungszeit immer mehr zu einen
absolutistischen autokratischen Herrscher veränderte. Schlussfolgernd kann man ihm als Absolutist mit aufklärenden Ansätzen betrachten. Kurz gesagt war Friedrich 2. Ein aufgeklärter Absolutist seiner Zeit.




Kommentare zum Referat Friedrich der 2. - Aufklärer oder Absolutist: