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Fracking - Welche Gefahren gibt es? - Referat



GLIEDERUNG:

Fragen zum Verständnis:
• Was ist Fracking?
• Aus welchen Gründen wird Fracking betrieben?
• Wie funktioniert Fracking?

Zentrale Fragen:
• Welche Chemikalien werden eingesetzt?
• Können die Chemikalien ins Grundwasser gelangen?
• Welche gesundheitliche, ökologische Schäden/Folgen haben die Chemikalien?

KURZ: Was ist Fracking

Hydraulic Fracturing, genannt auch Fracking ist eine unkonventionelle Möglichkeit Erdgas oder auch Erdöl aus Lagerstätten zu gewinnen, die bisher nicht erschlossen werden konnten. Doch es ist weltweit ein umstrittenes, teils verbotenes Verfahren zur Gewinnung bzw. Förderung von Gas und Öl.

Diese Arbeit orientiert sich an eine Bohrung in Niedersachsen wo Erdgas gefördert wird und bezieht sich daher auf die Förderung von Erdgas. Fracking ist ein Verfahren wo viele oft geheime Chemikalien eingesetzt werden.

Wie funktioniert Fracking?

Fracking ist eine ausgeklügelte Technik, um an verborgenes Gas zu kommen. Denn während konventionelle Gasreserven wie Blasen über Ölquellen liegen und so durch einfaches Anbohren gewonnen werden können, ist das bei Schiefergas etwas komplizierter. Es gehört zu den unkonventionellen Reserven und lagert eingekapselt in unzähligen Hohlräumen im Gestein. Diese Hohlräume müssen aber erst mithilfe der neuartigen Technik erschlossen werden.

Die neue Technik ermöglicht es den Ingenieuren, ihre Bohrer in Tiefen von 1000 bis 4500 Metern umzulenken. So gelangen sie nicht nur horizontal sondern auch vertikal ins Gestein.

In das etwa tellergroße Bohrloch wird dann mit hohem Druck von bis zu 1000 bar ein Gemisch aus Wasser, Sand und mehreren teils giftigen Chemikalien gepumpt. Etwa 20 Millionen Liter Flüssigkeit gelangen so unter die Erde. Der Mix sorgt unter hohen Druck dafür, dass das Gas über das Bohrloch an die Oberfläche strömt.
Um ein Gasfeld komplett nutzen zu können, muss pro Standort etwa fünfmal gebohrt werden. Dies geschieht meist in einem Kreis, um sicherzugehen, dass das gesamte Vorkommen geborgen wird.

Wieso wird Fracking betrieben?

Seit der Industrialisierung steigt unser Energiebedarf unaufhörlich an. Hunderte Millionen Fahrzeuge weltweit brauchen Benzin aus Öl, Tausende Kraftwerke verfeuern Erdgas. Die meiste Energie wird hierfür durch fossile Energie, also aus der Erde gewonnen. Doch die Reserven Untertagen sind knapp, die Internationale Energieagentur (IEA) schätzt, dass der Gasvorrat noch 220 Jahre reichen würde, bei gleichbleibenden Verbrauch.

Da kommt Fracking ins Spiel, um die steigende Nachfrage mit Erdgas zu versorgen braucht es neue Methoden um bislang nicht erreichbaren Gasvorräte zu erschließen.
Die USA investiert sehr viel in Fracking um auch unabhängig von Russland zu sein die viele Länder mit Gas versorgen.

Geschichte von Fracking

Fracking wurde erstmals in einer konventionellen Lagerstätte im Hugoton-Erdgasfeld im Grant County (Kansas)1947 von der Firma Stanolind Oil eingesetzt um die Förderraten zu erhöhen. Doch es erbrachte keine deutliche Steigerung der Förderrate. Dennoch wurde dieses Verfahren 1949 patentiert.
Anfangs wurde mit geringem Druck und teils komplett ohne Chemikalien gearbeitet. Diese Art von Fracking wird auch heute noch verwendet, um Trinkwasserbrunnen anzuregen. Auch in der Geothermie kommt das Verfahren zum Einsatz.

Auch in Europa oder der damaligen Sowjetunion wurden ab den 50er Jahren solche Bohrungen durchgeführt. Bereits Mitte der 1950er Jahre wurden monatlich mehr als 3000 Frackingmaßnahmen durchgeführt.

Seit 1961 wird auch in Deutschland das hydraulische Fracking-Verfahren angewendet. Die erste Bohrung war „Rehden 15“ in Niedersachsen. Den Höhepunkt erreichte das Fracking 2008 in Deutschland mit 30 Bohrungen. Seit 2011 wurden bislang aufgrund der anhaltenden Debatte keine Bohrungen mehr zugelassen.

Geschichte vom High Volume Fracking

Das heutzutage bei der unkonventionellen Gasförderung eingesetzte „Hydraulic Fracturing“ hat mit dem alten Verfahren bis auf den Namen und dem Einsatz von Wasser und Druck nicht mehr viel gemeinsam.
Fracking wurde durch die unten genannten Punkte wirtschaftlicher, es werden:

• mehr als 300 mal mehr Chemikalien (in Tonnen) eingesetzt
• 150 mal mehr Wasser verwendet
• mehr als 1000 mal mehr unterirdische Fläche verseucht
• mehr als 3 bis 5 mal so viele Lastwagen für den Transport benötigt
• 75% mehr Bohrschlamm
• eine mehrfach so große Fläche
…als bei der alten Variante.

So konnte Beispielsweise in North Dakota und Montana (Staaten der USA) die Tagesproduktion zwischen 2006 und 2012 von 0 auf rund 500.000 Barrel Öl gesteigert werden.

Barrel ist eine Maßeinheit für Flüssigkeit, 1 Barrel sind knapp 159 Liter
Vorangetrieben wurden die neuen Fracking–Technologien von drei wichtigen Erfindungen:

• der Methode des vertikalem Bohren
• einer neuen Gesteinskörnung, die verhindert, dass sich die Risse wieder verschließen
• einer neuen Technik zur Explosion und zerschmelzen des Gesteines

Zusammenfassend gesagt, Fracking wurde in den letzten Jahren
wirtschaftlicher durch neue Erfindungen aber auch durch perfektionierte Chemikalien und Stützmittel.

TEIL II

Welche Risiken hat Fracking?

Wie bei allen Bohrtechniken gibt es auch beim Fracking große Risiken. Die Umweltschützer nennt vor allen diese Probleme:

Problem 1) Die hochgiftigen Chemikalien

Als Beispiel für genau Angaben der Chemikalien etc. haben wir die Bohrung Z15 in Söhlingen/Niedersachsen ausgewählt. In einem offiziellem Schreiben des niedersächsischem Ministerium
für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr von 19.4.2011 das den Titel trägt:

„Spielt Exxon-Mobil mit der Volksgesundheit? - Was weiß die Landesregierung über den Chemieunfall in Visselhövede?“ und „Spielt ExxonMobil mit der Volksgesundheit (2)? - Ist das Bergrecht veraltet?“

stehen zu mehreren Bohrungen der Firma „Exxon-Mobil“ die veröffentlichten Werte der eingesetzten Mittel:

Beispiel Bohrung Söhlingen Z15: (insgesamt 5 Bohrungen)
Wasser in Liter: 1 801 808 l
Stützmittel (insbesondere Stützsande) in kg: 740000 kg
Chemikalien insgesamt kg: 89 836 kg

Die Fracking-Flüssigkeit ist hauptsächlich Wasser, nur ein kleiner Teil sind Chemikalien.

Die Stützmittel, oft Sand, werden benötigt, um die Pumpwege freizuhalten. Ein gewisser Teil der Flüssigkeit bleibt jedoch immer im Boden zurück.
Trotz des Chemikalien-Anteils von 3% wurden insgesamt über 89 Tonnen Chemikalien eingesetzt
Unsere Recherchen ergeben -nach den genannten Daten-, dass die Frac-Flüssigkeit demnach krebserregend, hormonverändernd und stark wassergefährdend ist.

Problem 2) Grundwasser Kontaminierung

Früher glaubte man ausschließlich, dass die gefährlichen Chemikalien ins Grundwasser gelangen, da durch den eingesetzten Druck zur Erschließung des Erdgases Risse im Gesteine entstehen können, wodurch das Grundwasser sich mit der Fracflüssigkeit verbindet. Doch manche Experten sehen dieses nicht so, sie sagen dass vor allen Dingen Chemikalien durch durchlässigen Beton der Bohrlöcher mit dem Grundwasser in Verbindung kommen.
Dies sind jedoch alles nur Vermutungen, da es noch keine Langzeitstudien gibt.

Problem 3) Entsorgung des „Flow Back“

Es werden bis zu 100 Lastwagenfahrten pro Tag über mehrere Monate hinweg gebraucht um das Abwasser des Frackings (Flow-Back) zu entsorgen. Denn jede Fracking-Bohrung verbraucht zwischen 10 und 30 Millionen Liter Wasser, das hinterher zum großen Teil unwiederbringlich vergiftet ist. Dieses Wasser steht für die Landwirtschaft oder andere Anwendungen nicht mehr zur Verfügung. Außerdem kann es schnell zu großen Chemikalien Unfällen kommen.
Ein weiteres Problem ist, dass Fracking-Abwässer mit den bislang bekannten Filtermethoden nicht ausreichend gereinigt werden können.
Das zurückgepumpten Flow Back enthält außerdem unten gelöste radioaktive Substanzen, sowie auch große Mengen an Schwermetallen, Salzen und weitere giftigen und umweltschädlichen Chemikalien.

Pflanzen eignen sich prinzipiell gut zur Abwasserreinigung, allerdings sind die schädlichen Mengen so hoch das sie nicht überleben.
Das bedeutet, dass es sehr schwierig ist das Flow Back zu entsorgen, da der Abbau von gefährlichen Stoffen noch nicht möglich ist.
Daher wird das „Flow Back“

• Aufbereitet zur Einleitung in Gewässer
• Aufbereitet zur Einleitung in die Kanalisation
• Oder häufig angewendet: Versenkbohrungen, das Flow Back wird in alten Lagerstätten endgelagert, was je nach geologischen Verhältnissen ein akutes Problem verursacht.
• Aufbereitet für die Wiederverwendung

Problem 4) Verstärkte Erdbebengefahr

Dadurch, dass die Gesteinsschichten unterirdisch aufgebrochen und die Abwässer wieder in den Boden gepresst werden, können nach Erfahrungen in den USA an der Oberfläche Erdbeben bis zur Stärke 3,5 auf der Richterskala entstehen. Dadurch können aber auch neue, größere Erdbeben entstehen.




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