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Essay "Der Tod" - Referat



Der Tod



Ja, was ist eigentlich der Tod?
Das ist eine schwierige Frage. Während meines bisherigen Lebens habe ich ein paar Techniken gelernt, mit schwierigen Fragen umzugehen. Ich kann mir zum Beispiel anschauen, was andere Leute zu dieser schwierigen Frage antworten würden und ob sie eventuell eine Antwort darauf haben. Wenn das für mich kein befriedigendes Ergebnis bringt, dann kann ich selber darüber nachdenken.
Aber das ist jetzt nur eine Aussicht, so weit sind wir noch nicht. Zuerst wollen wir betrachten, was denn die verschiedensten Menschen auf die Frage „Was ist eigentlich der Tod?“ antworten würden. Ich werde bei den Biologen und den Naturwissenschaftlern anfangen, bei den Menschen, von denen viele sagen würden, dass sie über Fakten sprechen. Weil bei den Naturwissenschaftlern sind die Dinge meistens leichter zu verstehen oder zumindest deutlicher und eindeutiger, würde man meinen. Was ist also für einen klassischen Biologen der Tod? In einem Wikipedia-Artikel zum Tod, den ich vor kurzem gelesen habe, lautet die erste Überschrift ebenfalls „Die Schwierigkeit einer Definition. Der Artikel nennt dann allerdings sehr wohl ein paar mehr oder weniger klare Merkmale. Für einen Menschen bedeutet das, er ist tot wenn seine Organe nicht mehr arbeiten und sein Herz nicht mehr schlägt. Als Beispiele für lebensnotwendige Organe werden das Gehirn und das Herz-Kreislauf-System genannt. Ab welchem Zustand aber ein Mensch für tot erklärt wird, habe ich nicht ganz verstanden, aber eigentlich habe ich auch keine Lust diese Frage weiter zu untersuchen, weil die Art der Antwort, die ich gerade dabei bin zu bekommen, hört sich ganz und gar nicht nach der Art an, die ich erwartet hatte.
Der Tod ist doch etwas Bedeutendes im Leben, eine Antwort auf die Frage, was der Tod ist, sollte mir also auch etwas Ausschlaggebendes und Bedeutendes über das Leben sagen, oder nicht? Beschließen wir deshalb, dass uns in dieser Sache die Biologen nicht wirklich weiterhelfen können und sehen wir uns in einem anderen Themengebiet um. Vielleicht in einem etwas religiösen?
Nehmen wir den Buddhismus als Beispiel. Ich bin zwar kein Spezialist in dem Gebiet, aber was wir bestimmt alle schon einmal in diesem Zusammenhang gehört haben, ist, dass Buddhisten das Leben grundsätzlich als ein Leiden ansehen und dass das oberste Ziel für einen Buddhisten die Erleuchtung, das Nirwana, das Ausbrechen aus dem Kreislauf der Wiedergeburt ist. Was heißt jetzt Ausbrechen und wie kommt man auf die Idee, dass das etwas Erstrebenswertes sein könnte? Buddha fühlte sich von diesen ganzen Fragen damals ein bisschen verunsichert und hat, so weit ich das verstanden habe, beschlossen, dass er sich damit nicht abgeben will. Wenn das alles so unklar ist und es keine eindeutigen Grenzen gibt, dann kann das doch nicht das Wahre sein. Deshalb hat er sich sein Leben lang mit dem Tod befasst und über den Tod nachgedacht, bis er die nötige Reife erlangen hatte und schließlich in das Nirwana gekommen ist. Wir haben jetzt eine weitere mögliche Antwort auf die Frage „Was ist der Tod?“ gefunden, allerdings, wenn wir ein bisschen westlich orientiert sind, dann gefällt uns auch diese nicht besonders gut, weil wir gerade gesehen haben, dass diese Antwort mit dem Schluss verknüpft ist, dass der Tod etwas Wünschenswertes ist, auch wenn die meisten von uns wissen, dass der Tod unweigerlich am Ende des Lebens kommen wird, so würden die meisten von uns nicht behaupten, dass sie sich nach dem Tod sehnen. Sehen wir uns also noch eine weitere Möglichkeit an, unsere Frage zu betrachten. Es gab jetzt in den letzten 50 Jahren einige Menschen, die sich etwas formaler mit dieser Idee auseinandergesetzt haben, weil das bei uns die angesehenste und „beste“ Art ist sich mit irgendetwas auseinanderzusetzen. Viele von ihnen waren Biologen, andere Psychologen oder auch Philosophen. Über die Jahre sind so Lebensweisheiten wie „Der Sinn des Lebens ist das Leben.“ entstanden. Wegen der Korrektheit möchte ich noch sagen, dass ein Buddhist den Tod wahrscheinlich nicht einfach so vollständig mit der Erleuchtung gleichsetzen würde. Ich glaube der Unterschied liegt darin, dass erleuchtet zu
sein verlangt, dass ich keine Ungleichgewichte zurücklasse, aber das ist eine Vorstellung, das ich nicht wirklich gut in unsere Sprache fassen kann, und das ich natürlich selbst nicht verstehe, weil sonst wäre ich ja erleuchtet, nehme ich an. Wenn wir mal davon absehen, dass auch andere Menschen über den Tod nachdenken und dass wir uns mit dem Problem Tod nicht mehr so alleine fühlen, sind wir nicht viel weiter gekommen. Wieso fasziniert es Organismen, die sterben können (nämlich viele Menschen), die Frage was der Tod ist und auch, was nach dem Tod ist, so sehr?
Vielleicht hängt es damit zusammen, dass sich diese Menschen selbst als vollkommene Systeme sehen, diese Vorstellung aber spätestens zum Zeitpunkt des Todes ihr Ende findet und widerlegt wird. Der eigene Tod ist nur aus der Sicht eines anderen vorstellbar, denn den eigenen Gesichtspunkt gibt es nach dem Tod nicht mehr. Wenn wir uns das vor Augen halten, dann können wir sogar sagen, dass der Tod für den Sterbenden keinen Unterschied macht, er kann ihn ja nicht von einem Fortleben unterscheiden. Ein Mensch das noch lebt kann also nur eine mit Sicherheit richtige Antwort über den Tod geben, nämlich dass er noch lebt und nicht weiß wie sich der Tod anfühlt. Dass er gestorben ist, kann er zu keinem Zeitpunkt feststellen. So landen wir hier in einem Teufelskreis: wenn ich sterbe, dann bin ich (für mich) nicht gestorben. Dass Menschen sterben wissen wir, weil wir dies an anderen Menschen beobachtet haben. Der Tod eines anderen ist leicht vorstellbar, diesen können wir auch verhältnismäßig gut erklären und umschreiben. Mit dem eigenen Tod ist das eher ein Problem. Um diesen zu betrachten müssten wir in eine andere Perspektive schlüpfen. Eine Möglichkeit besteht darin, den eigenen Tod aus der Sicht seiner Freunde zu betrachten. Wer dies tut, macht sich zum Beispiel Sorgen darüber, für wen der eigene Tod einen Verlust darstellen könnte. Buddhisten sehen den endgültigen Tod, das Ausbrechen aus dem Kreislauf des Lebens aus der Sicht eines himmlischen Bewusstseins, das alles umfasst, Christen glauben an eine Seele, die nach dem Tod weiterlebt und dann in den Himmel kommt und von dort aus weiter beobachtet. Wie jemand damit umgeht, hängt vor allem davon ab, wie religiös er ist und wie sehr er sich mit dem Tod befasst hat. Der christliche Standpunkt zeichnet sich zum Beispiel dadurch aus, dass sie dieses Reinschlüpfen in eine andere Perspektive unsichtbar macht und so tut, als würde es nicht passieren.

Wenn ich schon nicht weiß, was nach dem Tod kommt, und im Grunde auch nichts darüber äußern kann, wie wir bemerkt haben, dann stelle ich mir doch, wenn ich mir schon nichts vorstellen kann, das Bestmögliche vor. Ich bin der Meinung: Der Tod wird schon angenehm sein, wenn er dann kommt. Doch erst möchte ich mein Leben auskosten, aber ewig leben, das wäre anstrengend.




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