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Erziehung in der NS-Zeit - Referat



Einleitung
Auch du gehörst dem Führer. Kommt zu uns. Jugend dient dem Führer. Alle 10 jährigen in die HJ.

Mit solchen oder ähnlich Kampangen versuchen die Nationalsozialisten, kaum an der Macht, ihr Weltbild in den Köpfen der Menschen zu verankern. Die ideologische Erziehung beginnt bereits bei den Kindern. Treten Kindern erst den Jugendorganisationen der Nationalsozialisten bei, so kennen sie schon bald keine andere oder besser regierte Gesellschaft. In ihrer Unerfahrenheit und schnellgläubigen Bereitschaft lag von Anfang an die beste Chance des Führers. Denn der leicht manipulierbaren Jugend habhaft zu werden war nicht nur Hitlers Ehrgeiz sondern ist generell eines der wichtigsten Ziele eines jeden Diktators. Die Erziehungsfrage stand im Mittelpunkt des innenpolitischen Geschehens und wurde politisiert. Man wollte kritiklose Gefolgsleute züchten und gleichzeitig die NS-Elite fördern. Um dies durchzusetzen nutzte man die Perspektivlosigkeit des deutschen Volkes, hervorgerufen durch die Wirtschaftsrezession und die darauf folgende Massenarbeitslosigkeit. Nach der Machtergreifung 1933 besaß die NSDAP die Erziehungshoheit in Deutschland. Hitler formulierte seine Pädagogik kurz nach der Machtergreifung folgendermaßen: ,,Meine Pädagogik ist hart. Das Schwache muss weggehämmert werden. In meinen Ordensburgen wird eine Jugend heranwachsen, vor der sich die Welt erschrecken wird. Eine gewalttätige, herrische, unerschrockene Jugend will ich. Schmerzen muss sie ertragen. Es darf nichts Schwaches und nichts zärtliches an ihr sein. Das freie, herrliche Raubtier muss erst wieder aus ihren Augen blitzen. Stark und schön will ich meine Jugend. Ich werde sie in allen Leibesübungen ausbilden lassen. Ich will eine athletische Jugend. Das ist das erste und wichtigste. So merze ich die tausende von Jahren der menschlichen Domestikation aus. So habe ich das reine, edle Material der Natur vor mir. So kann ich das Neue schaffen. Ich will keine intellektuelle Erziehung. Mit Wissen verderbe ich mir die Jugend.“

In meinem Vortrag werde ich euch die Erziehung in der HJ, BDM und in der Schule näher bringen. Die Rolle der Familie in der Erziehung habe ich ausgeklammert, da sie meiner Meinung nach keine tragende Rolle im Erziehungsgeschehen gespielt hat, damit möchte ich herausstellen inwiefern die Erziehung verstaatlicht und verzweckt wurde.

Phasen der Erziehungs- und Bildungspolitik
Das Erziehungssystem der Weimarer Republik wurde schrittweise verdrängt. Die erste Phase war die Phase der Machtsicherung von 1933-1935. Dort wurden noch keine tieferen Eingriffe in das Schulsystem unternommen aber es kam schon zur Entlassung politisch unerwünschter Pädagogen, zur Zentralisierung und Gleichschaltung von Staat und Gesellschaft und neue Jugendorganisationen wurden gegründet.

In der zweiten Phase, die Phase der Kriegsvorbereitung von 1936-1940, wurden neue Lehrpläne entwickelt und es kam zu einer Neuordnung der Lehrerbildung. Zudem wurde die HJ immer populärer und es kam zur Lagererziehung. Im Dezember 1936 wurden für die Jungen der 12. Klasse die 13. Klasse abgeschafft um 1939 zwei Offiziersjahrgänge zu erhalten.

In der dritten und letzten Phase, die Phase der Machterweiterung und Zerfall, die von 1941-1945 ging, lag eine Kriegsmangelsituation vor und es kam immer öfter zur Rekrutierung von Schülern. Die Bildung in den besetzten Gebieten wurde minimalisiert.

Hitlers Erziehungsvorstellung
Hitler legte eine klare Rangfolge seiner Erziehungsziele fest. An erster Stelle stand im Gegensatz zur Bildung das Heranzüchten kerngesunder Körper. Für die zukünftige Elite gab es ein breites ein Angebot an Internatsschulen, wie die Adolf Hitler Schulen oder Napola und nationalpolitische Erziehungsanstalten, wo Jungen zu wehrhaften Kerlen und bewussten Trägern des Deutschtums geformt werden sollen. Doch auch diese Schulen sind, wie Nationalpedagogen betonen, nichts als eine besondere Hochform der Lagererziehung. Mit dem herkömmlichen Begriff der Erziehung hat das wenig zu tun. Es ist vielmehr ein Zustand vor der Erziehung, den Hitler für die Volksgenossen vorsieht. Ein unverdorbenes Geschlecht will er schaffen, dass bewusst wieder zurückfindet zum primitiven Instinkt. Da die Jugend auf den kommenden Krieg vorbereitet werden sollte, wurde eine neue Werteskala eingeführt nach der Lehrer und Schüler im dritten Reich gemessen werden. In dieser steht Wissen an dritter und letzter Stelle nach Charakter und Körper. Natürlich äußert sich auch der Führer persönlich zu dem Problem der Jugenderziehung. ,,Wir können eine Generation von Muttersöhnchen, von verzogenen Kindern nicht brauchen. Was wir benötigen, dass sind Knaben und tapfere Mädchen, die später einmal starke Männer und Frauen sein können.“ Der Staat muss die Erziehung so einteilen, dass die jungen Körper schon in frühster Kindheit zweckentsprechend behandelt werden und die notwendige Stählung für das spätere Leben erhalten. Besonders begeistert war Hitler vom Boxsport, denn er förderte den Angriffsgeist, die Entschlusskraft und stähle den Körper. Er sah in diesem Sport ein probates Mittel für die Jungen Schläge ertragen zu lernen. Die körperliche Ertüchtigung war nicht Sache des Einzelnen, sondern eine Forderung der Selbsterhaltung des gesamten Volkes. In zweiter Linie sollten die gesitig-seelischen Fähigkeiten ausgebildet werden, die Betonung hier lag auf der Charaktererziehung, die Hitler im wesentlichen als Förderung der Willens- und Entschlusskraft auffasste, verbunden mit der Erziehung zur Verantwortungsfreudigkeit. Tugenden, die seiner Meinung nach zu fördern waren, sind Treue, Gehorsamkeit, völkisches Selbstbewusstsein, Verzicht auf Wehleidigkeit, Opferbereitschaft und Verschwiegenheit. Diese Eigenschaften sollen unter anderem in der Schule anerzogen werden, denn sie seinen wichtiger als alle anderen Dinge, die im Lehrplan vorgesehen waren. Hitler war der Annahme, dass die wesentlichen Charaktermerkmale genetisch bedingt seien. Die gesamte Erziehung soll darauf ausgerichtet sein, dass man den Glauben hat anderen, insbesondere anderen ,,Rassen“, gegenüber überlegen zu sein. Die moralische Charaktererziehung wird völlig ausgeklammert.

An dritter Stelle sah Hitler die wissenschaftliche Schulung. Seiner Meinung nach war die Schule zu sehr auf das bloße Eintrichtern von Wissen zugeschnitten, dieses Wissen sei zu 95% überflüssig und werde daher auch wieder vergessen. Man solle lieber ein allgemeines in großen Zügen gehaltenes Wissen vermitteln, welches als Grundlage für das spätere Leben dienen soll. Der Staat hat die Verpflichtung aus dem gesamten Volk, das von Natur aus befähigste Material auszusieben und dieses für den Dienst an der Allgemeinheit zu nutzen. In dieser Aussage zeigt sich der von Hitler vertretene sozialdarwinistische Ansatz. Der Stärkere ist grundsätzlich der Höherwertige. Er überträgt
hierbei die Theorie von Darwin, die sich ausschließlich auf Pflanzen und Tiere bezieht, auf den Menschen und ging davon aus, dass es eine natürliche Auslese im Kampf ums Dasein gebe, bei der sich die rassisch wertvollste durchsetzt.

Hitler schreibt auch über die Erziehung der Mädchen. Es muss vor allem auf die körperliche Ausbildung, dann auf die Ausbildung der seelischen und geistigen Werte geachtet werden. Das Ziel der weiblichen Erziehung ist das Mutter sein, das erziehen einer Gebärmaschine. Der Bund deutscher Mädel hat Mitglieder zwischen 14 und 21 Jahren. Während die zwischen 10 und 14 jährigen den jungen Mädchen angehören. Rassen und Muttertums Lehre, Haushaltsarbeit, Einsatzbereitschaft und erste Hilfe sind Teil der Ausbildung.
Schule

In der Schule war ein Hauptziel der Nationalsozialisten, ihre rassische Ideologie zu verbreiten und die Schüler auf einen neuen Krieg vorzubereiten.

,,Der Geist des Angriffs ist der Geist der nordischen Rasse. Er wirkt in ihrem Blut wie eine unnennbare Sehnsucht. Schießen müssen unsere Jungen lernen. Die Büchse muss ihnen so selbstverständlich in der Hand liegen wie der Federhalter. Bilden will man die Menschen, als ob Wehrerziehung nicht eigentliche Bildung wäre. `Wissen ist Macht` schreibt man über die Schultüren, also ob Macht sich in etwas mehr verkörpern könnte als in eine Waffe.“

Neben dem Fachunterricht, der besonders an den höheren Schulen erhalten blieb, traten auch alternative Erziehungsformen auf, um die Begeisterung und das Zusammengehörigkeitsgefühl der jungen Menschen ´arischer Rasse´ zu fördern. Grundlage war die Vorstellung der politischen Soldaten für Jungen und der robusten nationalsozialistischen Mutter für Mädchen.

Unterrichtsfächer und –inhalte
Bis 1937 waren die Richtlinien für den Unterricht kaum verändert und stammten noch aus der Weimarer Zeit. Danach wurden aber unter anderem verstärkt Gymnasien in Oberschulen umgewandelt, unabhängige Schulbuchverlage aufgelöst und Fächer neu geordnet. Der Religionsunterricht wurde zunehmend eingeschränkt und die Lehrerausbildung für Religionspädagogik ab 1939 eingestellt. Die Lehrbücher für alle Unterrichtsfächer wurden entsprechend der nationalsozialistischen Weltanschauung bearbeitet. So wurden in den Mathe Lehrbüchern bei der Formulierung der Aufgabenstellungen unterschwellige Gefühle der Unmenschlichkeit und des Hasses erzeugt, etwa … „Wie lange braucht ein Bomber von der französischen Grenze zu deiner Heimatstadt, und wie groß ist der Bereich, den er voll bestückt in deinem Stadtzentrum zerstören kann?“ so wurde nicht nur Angst und damit Wut erzeugt, sondern auch kriegsfähiges Wissen vermittelt. Auch die naturwissenschaftlichen Fächer wurden so Teil der Wehrerziehung. Im Fach Deutsch wurde aus der altnordischen und mittelalterlichen Literatur entnommen, was der nationalsozialistischen Ideologie entsprach, ohne dabei ein repräsentatives Bild nordischer Literatur vermitteln zu wollen. Neuere Literatur wurde verwendet, aber so aus dem Zusammenhang herausgerissen, dass Dichter wie Hölderlin als kriegsmotivierend präsentiert wurden. „Das Bildungsgut ist so zu wählen und auszuwerten, dass der Schüler ohne er bewusst zu merken, immer wieder auf die Idee des Soldatentums gestoßen wird.“ Im Fach Erdkunde wurde die Volk ohne Raum Ideologie, in Geschichte Revanchismus und Rassenhochmut gelehrt. Das Fach Leibesübungen wurde stundenmäßig aufgewertet und erhielt zusätzliche Wehrsportlager als außerschulische Lehrgänge.

Außerschulische Erziehung
Für die Heranbildung von begeisterten einsatzbereiten Nationalsozialisten war die vollständige Erfassung der arischen Jugend in außerschulischen Organisationen der HJ und ihrem weiblichen Zweig, dem BDM, besonders wichtig. Die Schulerziehung sollte abgewertet und die ideologische Erziehung in Lagern und Jugendorganisationen gestärkt werden. Bis Ende 1934 besaß die HJ über 3,5 Millionen Mitglieder. Ab 1944 setzten die Nationalsozialisten Minderjährige als Soldaten im Volkssturm ein.

„Wie die NSDAP nunmehr die einzige Partei ist, so muss die HJ die einzige Jugendorganisation sein.“ In diesem Sinne wurden konkurrierende Jugendverbände verboten, von der bündischen Jugend bis hin zu den Nachwuchsorganisationen der Parteien und Gewerkschaften. Nur einige christliche Gruppen waren zeitweilig ausgenommen.

In diesen Organisationen verbrachten die Menschen jede freie Zeit, die ihnen blieb. Dort lernten sie maschieren, schießen und gehorchen aber diesmal nicht von Erwachsenen. Jugend soll von Jugend geführt werden. 12 jährige konnten nun 10 jährige rumkommandieren und zusammenbrüllen.

Die Jugendlichen hatten kaum bis gar keine Freizeit, sie hatten strenge Termine. Die Absicht dieser geregelten "Freizeit", war dass die Jugendlichen keine Zeit hatten sich auszuleben, Langeweile kam nie auf, da diese Termine es nicht zulassen. Somit konnte keiner lange nachdenken was richtig und was falsch ist, ihnen wurden diese Entscheidungen einfach abgenommen. Sie konnten es sich nicht leisten nachzudenken, sich zeit bei etwas zu lassen. Somit gab es selten jemanden, der Wiederstand leistete, oder aus der Reihe tanzte.

„Natürlich war ich stolz darauf. Schließlich wollten wir alle zum Jungvolk in eine Gemeinschaft, die anders erschien – anders als es die Schule war“, schrieb Wolfgang Pickert. „Es gab Heimabende, wo wir Lieder sangen, und wir machten an manchen Wochenenden Fahrten in das Umland, mit Spielen auf Pfadfinderebene sozusagen ... Dass wir in eine gewünschte ideologische Richtung gedreht wurden, merkten wir natürlich nicht.“

Wer auf die Fahne Deutschlands schwur, hatte nichts mehr was ihm selber gehörte und antwortete mit Gesang:“Deutschland sie uns wir weihen dir den Tod als kleinste Tat.“




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