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Erich Fromm - Referat



Die Theorie der Liebe nach Erich Fromm
Das Buch „Die Kunst des Liebens“ von Erich Fromm, setzt zur Grundlage, dass Lieben eine Kunst sei. Das bedeutet, dass man Lieben lernen müsse und einem die Liebe nicht einfach zufalle. Zu lieben sei folglich eine Fähigkeit, die erlernt werden müsse, wie beispielsweise das Laufen, Kochen, Schreinern, oder Malern.
Viele Menschen würden das nicht erkennen, für sie sei die Liebe etwas, was man nebenher bekomme und wofür kaum Zeit aufgewandt werden müsse, um erst etwas zu erlernen. Und diese Annahme hätten sie, obwohl doch alle so sehr nach der Liebe dürsten würden und sie unbedingt erfahren wollten.
Das Problem beim Lieben sei nicht selbst geliebt zu werden, was fälschlicherweise angenommen wird, sondern dass man selbst in der Lage sei zu lieben. Außerdem sei Liebe kein Objekt, sondern wie schon gesagt, eine Fähigkeit. Angeblich sei es einfach zu lieben, aber schwer den richtigen Partner dafür zu finden. Das jedoch sei ein Irrtum. Liebe bestehe darin die Fähigkeit „lieben“ zu erlangen und nicht darin das richtige Objekt, also den richtigen Partner zu finden. Dieser Annahme liege einer Entwicklung, was das „Liebesobjekt“ angehe, zu Grunde. Früher wären Heiraten zwischen Familien vermittelt worden und lagen keinem persönlichen spontanen Erlebnis zu Grunde, wie es heute zunehmend der Fall sei. Man nahm früher an, dass sich die Liebe nach der Heirat schon einstellen würde. Heute aber herrsche der Gedanke der romantischen Liebe vor, heißt, eine persönliche Liebeserfahrung führe nach einiger Zeit zu einer Ehe.
Außerdem würden wir von der heutigen Kultur beeinflusst sein, da sich die Lust am Kaufen und die Idee eines von beiden Seiten begünstigten Tauschgeschäftes vorherrschen würde. Daher auch der Wunsch einen attraktiven Partner zu finden. Dabei würde man unter „attraktiv“ ein nettes Bündel an Eigenschaften verstehen, die gerade zeitmäßig beliebt sind. Das Gefühl von verliebt sein würde sich nur in Hinblick auf den Tausch von diesen Eigenschaften zwischen zwei Personen äußern.
Ein dritter Irrtum, der zur Annahme führe, lieben müsse nicht erlernt werden, sei, dass das anfängliche Gefühl des „sich Verliebens“ mit dem permanenten Zustand „zu lieben“ verwechselt wird. Zunächst, nachdem die trennende Wand verschwunden sei, finden sie alles ganz wunderbar und sind glücklich. Doch nach und nach lernen sich die Menschen besser kennen, die anfängliche Vertrautheit gehe verloren und mit ihr der geheimnisvolle Charakter zuvor.
All diese Dinge, die nach Erich Fromm ein Problem der Liebe sind, keine echte Liebe ist, von all diesen Dingen habe auch ich angenommen, ist die Liebe zu erkennen. Daran, dass sich zwei Menschen kennenlernen, weil sie einander gefallen, weil sie ähnliche Interessen haben, weil sie sich gegenseitig attraktiv finden, weil sie sich gegenseitig durch Charaktereigenschaften oder Eigenheiten anziehen.
Im Folgenden erläutere ich zunächst Erich Fromms Meinung und gehe dabei zunächst auf den Begriff der Liebe ein, welche Merkmale die Liebe birgt und enthalten muss, um als „Liebe“ bezeichnet werden zu können.
Jeder Mensch sei sich seiner selbst bewusst. Er sei sich bewusst, dass er gegen seinen Willen geboren wurde und auch wieder sterben werde. Er sei sich bewusst, dass er allein und abgesondert lebe und den Kräften der Natur und der Gesellschaft hilflos ausgeliefert sei. Diese einsame Existenz mache sein Leben ähnlich einem Gefängnis, aus dem er sich nur dadurch befreien könne, indem er in irgendeiner Form Kontakt zur Außenwelt, zu anderen Menschen suche. „Abgetrennt-Sein“ sei die Quelle aller Angst, die vom Mensch überwunden werden möchte. Gleichzeitig biete diese Abgetrenntheit eine Quelle des Schams, wenn Mann und Frau ihre Getrenntheit und Fremdheit in Bezug auf ihre unterschiedlichen Geschlechter erkennen würden. Das Zitat: „Das Bewusstsein der menschlichen Getrenntheit ohne die Wiedervereinigung durch die Liebe ist die Quelle der Scham. Und es ist gleichzeitig die Quelle von Schuldgefühlen und Angst.“ (S.19), deutet schon darauf hin, dass die Liebe eine Lösung für die Angst sei und dass das tiefste Bedürfnis eines Menschen demnach sei, dass er diese Abgetrenntheit überwinde, durch die Liebe.
Der Mensch habe im Laufe der Geschichte versucht, Antworten auf die Frage nach der Überwindung des Abgetrennt-Seins zu finden. Dabei sei zu erkennen, dass nur begrenzte Antworten vorliegen, die bei genauerer Betrachtung auch selten eine vollkommene Lösung bieten. Das Abgetrennt-Sein an sich komme überhaupt erst zum Vorschein, nachdem sich das Kind von der Mutter löse und das Gefühl von Getrenntheit erlange. Es entwickle, so wie jeder Mensch, nach und nach seine eigene Individualität, was automatisch auch die Entwicklung des Gefühls des Alleinseins und der Getrenntheit zur Folge habe.
Nun gebe es, wie schon erwähnt, verschiedene Möglichkeiten seine Abgetrenntheit zu überwinden. Eine Möglichkeit seien orgiastische Zustände, welche von beispielsweise Drogen, Stammesritualen, Orgasmen oder ähnlichen tranceähnlichen Zuständen, die alleine oder in einer Gruppe erlebt würden, erreicht werden könnten. Das Problem bei dieser Möglichkeit sei aber, dass der Mensch zwar nach dem Erlebnis eine Weile mit der Abgetrenntheit weiter leben kann, jedoch schon bald das Bedürfnis nach einer Wiederholung des Erlebnisses aufkommen würde. Wenn zudem Scham und Schuldgefühle eine Begleiterscheinung bilden, verschlimmere sich das Gefühl der Abgetrenntheit und der Isolation sogar noch.
Eine weitere Lösung sei die Konformität, bei der die Abgetrenntheit zu überwinden gesucht werde, indem man sich zum Ziel setze einer Gruppe oder Herde anzugehören. Dabei sei der Gedanke „Wenn ich so bin wie alle anderen, wenn ich keine Gefühle oder Gedanken habe, die mich von ihnen unterscheiden, wenn ich mich in der Gruppe in meinen Gewohnheiten, meiner Kleidung und meinen Ideen anpasse, dann bin ich gerettet – gerettet vor der Angst erregenden Erfahrung des Alleinseins“ (S.23) ausschlaggebend. Trotz allem biete diese Form ebenfalls keine zufriedenstellende Lösung. Sie ist zwar im Vergleich zu den orgiastischen Zuständen von Dauer, jedoch schaffe sie es nicht ebenfalls eine Lösung für den Körper, sondern lediglich für den Geist darzustellen, und sei somit den orgiastischen Zuständen sogar im Nachteil. Diese Lösung stelle ein gefährliches Routinenetz für den Menschen dar, indem er vergesse, dass er einzigartig sei und dass dieses Leben seine einzige Chance sei, es mit Hoffnung, Kummer, Liebe, Angst, Sehnsucht und Leben zu füllen.
Eine dritte Lösung sei, Einheit zu erlangen, indem man schöpferisch Tätig sei. Der Schaffende werde dabei Eins mit seinem Werk. Das gelte aber nur bei der produktiven Arbeit, bei der ich selbst es bin, der plant und der wirkt.
Wie nur unschwer zu erkennen sei, würden keine der drei beschriebenen Möglichkeiten eine Lösung für das Problem des Alleinseins bieten. Die produktive Arbeit erreiche keine zwischenmenschliche Einheit, die bei orgiastischen Zuständen erreichte Einheit sei nur vorübergehend und die durch Konformität erreichte Einheit sei nur eine Schein-Einheit. Nur die Liebe, die Vereinigung mit einem anderen Menschen, biete eine voll befriedigende Antwort.
Die Liebe sei die stärkste Kraft in einem Menschen, es sei das stärkste Streben in einem Menschen Liebe zu erfahren, es sei die größte Sehnsucht in einem Menschen, es sei die Kraft, die Menschen zusammenbringe und zusammenhalte.
Wenn von Liebe gesprochen werde, handle es sich dabei nicht um eine symbiotische Vereinigung, wie es leider oft der Fall sei, sondern um die reife Liebe: „eine Vereinigung bei der die eigene Integrität und Individualität bewahrt bleiben. Liebe ist eine aktive Kraft im Menschen.“ (S.32) Eine symbiotische Vereinigung hingegen meine entweder die passive Form, den Masochismus, bei dem der Mensch in einer Beziehung dem Partner unterwerfe um so das Abgetrennt sein zu überwinden, oder aber die aktive Form, den Sadismus, bei dem sich ein Mensch in einer Beziehung den Partner einverleibe, ihn kommandiere, ausnutze, verletze und demütige. Der Masochist lasse das mit sich machen. Beide Sadist wie Masochist seien in dieser symbiotischen Vereinigung voneinander abhängig, können nicht mehr ohne einander leben. Beide würden also eine Vereinigung ohne Integrität wollen.
Die reife Liebe hingegen sei eine Kraft, die Menschen miteinander vereinigt, das Gefühl von Isolation und Abgetrennt-Sein überwinde und trotzdem erlaube, dass ein jeder seine Integrität beibehalte. Liebe sei fähig, zwei Wesen eins werden zu lassen und sie trotzdem zwei bleiben. Sie sei eine Aktivität, jedoch nicht im Sinne von Energieaufwand, sondern im Sinne von eigenständigem Handeln durch Kräfte, die dem Menschen innewohnen würden. Sie sei eine Aktivität und kein passiver Effekt, bei dem man als ein Getriebener ohne Kenntnisse über seine Motivation zum Handeln, handle.

Liebe hingegen entwickle man in sich selbst und sie sei in erster Linie ein Geben und nicht ein Empfangen. Das Geben jedoch solle nicht erzwungen sein, weil man das Gefühl habe, es sei nötig und gut zu geben, weil es so schwer falle. „Geben“ falle schwer, weil es mit dem Gedanken der Verarmung verbunden sei und wenn keine Gegenleistung erbracht werde, verbinde man es mit „betrogen werden“. Das „wahrhaftige Geben“ sei kein materielles Geben, sondern eines im zwischenmenschlichen Bereich. Das Kostbarste dieser sei jedoch, wenn ich dem anderen etwas von mir, von meiner Persönlichkeit, von meinem Leben gebe. Ich gebe etwas von meiner Freude, von meiner Traurigkeit, von meinem Verständnis, von meinem Humor, von meinem Wissen, von meinem Interesse, von allem, was in mir lebendig sei. Und dieses Geben steigere im anderen die Lebendigkeit und dadurch auch meine eigene Lebendigkeit. Diese Form von Geben sei an sich eine große Freude, die im anderen ebenfalls ein Geben hervorrufe. Wer also wahrhaft gebe, erhalte automatisch auch etwas zurück. Liebe sei folglich eine Macht, da sie fähig sei etwas in Menschen zu erzeugen, zu erschaffen.
Liebe aber sei nicht nur ein Geben, sondern enthalte auch noch andere Elemente: Fürsorge, Achtung vor dem anderen, Erkenntnis und Verantwortungsgefühl.
Die Liebe sei die tätige Sorge für das Leben und das Wachstum dessen, was wir lieben. Wo diese tätige Sorge fehle, könne auch keine Liebe vorhanden sein. Das Wesen der Liebe bestehe also darin, dass Liebe und Arbeit nicht voneinander trennbar sind. „Man liebt das, wofür man sich müht, und man müht sich für das, was man liebt.“(S.40)
Das Verantwortungsgefühl sei nicht im Sinne einer Pflicht gemeint, sondern im Sinne von einer freiwilligen Tat auf ausgesprochene oder unausgesprochene Bedürfnisse des anderen. Man solle also fähig sein, einem Menschen den man liebe, auf Bedürfnisse antworten zu können, sich für diesen Menschen verantwortlich zu fühlen, dass es ihm gut gehe.
Das Verantwortungsgefühl alleine hingegen verleite leicht zum Sadismus, dem Gedanken, der andere solle mir gehören. Deshalb sei Achtung vor dem anderen eine weitere wichtige Komponente in der Liebe. Man solle seinen Partner so wahrnehmen und akzeptieren wie er sei. Ich hätte ein echtes Interesse daran, dass der Mensch den ich liebe frei wachsen und sich frei entfalten kann. Ich wolle also, dass der andere nur um seiner selbst willen und nicht mir zu liebe wächst und sich entfaltet. Ich würde den anderen nur dann lieben, wenn ich mich eins mit ihm fühle, so wie er ist und nicht so wie ich ihn gerne hätte. Das sei nur dann möglich, wenn man selbst zur Unabhängigkeit gelangt sei und es für mich somit nicht mehr nötig sei, jemanden um meiner selbst willen auszubeuten.
All diese Komponenten wären aussagelos, wenn sie nicht von der Erkenntnis geleitet würden, wenn ich den anderen nicht kennen würde. Ich kann jemanden jedoch nur dann kennen, wenn meine Motivation von der Fürsorge geleitet werde. Die Erkenntnis sei etwas, was bis in den Kern des anderen vordringe und mein Interesse an mir selbst bei Seite schieben kann, um den Menschen so wahrzunehmen und zu erkennen wie er wirklich ist.
Der Mensch besitze nicht nur das Grundbedürfnis seinem Kerker zu entkommen und sein Abgetrennt sein zu überwinden, sondern er besitze zudem ein weiteres Verlangen, nämlich das Geheimnis des Menschen zu ergründen. Dabei gebe es zum einen die Möglichkeit, das Geheimnis durch gewaltsames Eindringen, durch grausame Vergehen an einem anderen Menschen zu erfahren. Durch das Eindringen in das Geheimnis eines anderen Wesens würde man auch in sein eigenes Geheimnis eindringen. Zum anderen sei die Liebe eine Möglichkeit, das Geheimnis des Menschen zu ergründen. Das Erkennen des Geheimnisses würde im Akt der Liebe stattfinden, aber nur dann, wenn ich mich und meinen gegenüber völlig objektiv betrachte, sodass es mir möglich sei, das irrationale Bild, welches ich mir gemacht habe, überwinden zu können. Dabei sei das Erlebnis der Vereinigung jedoch rational, da ich mir bewusst sei, dass ich das Geheimnis des Menschen nur erkennen, aber niemals begreifen könne.
Über das universale existentielle Bedürfnis nach Einheit hinaus, also die Überwindung des menschlichen Getrennt-Seins, gebe es noch ein spezifisch biologisches Bedürfnis im Menschen, nämlich die Vereinigung vom männlichen und weiblichen Pol, welche im Sexualakt gefunden werde. Dabei sei es nicht nur im physiologischen Sinne so, dass Mann und Frau jeweils Hormone des anderen in sich tragen, sondern auch im psychologischen Sinne, dass jede Frau und jeder Mann auch in sich diese Polarität besitzen: „Der Mann wie auch die Frau finden die Einheit in sich selbst nur in Gestalt der Vereinigung ihrer weiblichen und männlichen Polarität. Diese Polarität ist die Grundlage jeder Kreativität.“ (S.46) Bei der Sexualität handle es sich in der Hauptsache folglich um das Bedürfnis nach Einheit mit dem anderen sexuellen Pol. Dabei sei jedoch zu beachten, dass sich Männlich- und Weiblichkeit ebenfalls im Charakter zeigen. Außerdem sei dabei zu beachten, dass im Mann wie in der Frau jeweils beide Charaktereigenschaften vorhanden sind und jeweils die überwiegen, welche dann zu ihrem oder seinem Geschlecht gehören. Wenn Charaktereigenschaften durch unvollendete Entwicklungen eingeschränkt seien, führe das zu Sadismus oder Masochismus.
Es ist nach Fromm also im Bereich der sexuellen Vereinigung der Pole, wie auch in der Sehnsucht nach Einheit und Überwindung der Abgetrenntheit unbedingt notwendig, dass man mit sich selbst zufrieden ist und zudem selbst frei und reif entwickelt ist.

Wie schon in der Einleitung erwähnt, gibt es unterschiedliche Formen der Liebe. Sie alle werden nach Erich Fromm dazu benötigt die Fähigkeit des Liebens zu erlernen, entfalten zu können.
Zunächst sei es grundsätzlich so, dass die Liebe in erster Linie nicht eine Bindung an eine bestimmte Person definiert, sondern eine Charaktereigenschaft meint.
Wahrhaftige Liebe setze voraus, dass ich dich Fähigkeit besitze, nicht nur eine einzige Person zu lieben, also all meine Liebe nur für ein bestimmtes Objekt aufbringe, sondern, dass ich in der Lage bin, durch meine Liebe zu einem anderen Menschen - allen anderen Menschen auf der Welt - ebenfalls, Liebe entgegenbringen könne und auch mir selbst. Diese Liebe zu allen drücke sich in der Nächstenliebe aus und sei die Fundamentalste. Alle anderen Formen liegen ihr zu Grunde. Die Nächstenliebe gründe sich auf die Erfahrung, dass wir alle eins sind, dass wir in unserem tiefsten Kern alle dasselbe sind. Sie nähre sich von der Erfahrung der menschlichen Solidarität. Die Nächstenliebe entwickle sich dadurch, dass man die Hilflosigkeit des Menschen erkenne, Mitleid mit ihm hat und sich in ihn hineinversetzten könne. Durch diese Erkenntnis entwickle sich die Liebe zum Nächsten. Die Liebe selbst beginnt sich in der Nächstenliebe zu entfalten, weil es eine Liebe ist, die für uns keinen Zweck erfülle.
Bei der erotischen Liebe handle es sich hingegen um die Liebe zwischen ausschließlich zwei Menschen. Das anfängliche Gefühl sich zu verlieben, werde oft verwechselt mit der erotischen Liebe. Die erotische Liebe schaffe es nur dann die Abgetrenntheit zu überwinden, wenn nicht nur die Schranken zwischen Menschen fallen und Nähe da sei, sondern wenn ich aus meinem innersten Wesen heraus liebe und den anderen im innersten seines Wesens erfahre. Es würde nicht reichen, dass man miteinander über sehr persönliche Dinge spreche oder die Schranken gefallen seien. Wenn das der Fall sei, dass ich annehme, das würde reichen, werde mir die Beziehung schnell langweilig, da die Nähe nach und nach verschwinde und ich mir deshalb eine neue Beziehung suchen würde.
Die sexuelle Begierde unterstütze diese trügerische Eigenschaft der erotischen Liebe. Sexuelle Begierde bedeute nicht gleich Liebe, sondern erst dann Liebe, wenn die Liebe zu dem Wunsch führe, sich körperlich zu vereinigen und dabei eine körperliche Beziehung ohne Gier und voller Zärtlichkeit stattfinde. Ohne Liebe kann diese Vereinigung sogar zu Hass führen, weil man bemerken würde, wie getrennt man sei und dennoch kenne mich der andere in einem intimen Moment. Das führe zu Scham. Die erotische Liebe darf jedoch nicht dazu führen, dass ich außer meinem Partner niemanden sonst mehr liebe. Die erotische Liebe ist dahingehend exklusiv, aber sie müsse fähig sein trotz der Liebe zu meinem Partner, auch den Nächsten lieben zu
können: „Erotische Liebe schließt die Liebe zu anderen nur im Sinne einer erotischen Vereinigung, einer vollkommenen Bindung an den anderen in allen Lebensbereichen aus – aber nicht im Sinne der tiefen Liebe zum Nächsten“ (S.71).
Wie schon erwähnt, handle es sich nur um echte Liebe, wenn ich den anderen aus meinem innersten Wesen heraus liebe und den anderen im innersten seines Wesens erfahre. Da alle Menschen in ihrem Wesen nach gleich seien, mache es keinen Unterschied, wen ich liebe. Im Wesentlichen solle die Liebe also ein Akt des Willens sein, der Entschluss sein, mein Leben völlig an das eines anderen Menschen zu binden. „Tatsächlich steht diese Vorstellung hinter der Idee von der Unauflöslichkeit der Ehe, wie auch hinter den vielen Formen der traditionellen Ehe, wo beide Partner sich nicht selbst wählen, sondern füreinander ausgesucht werden – und wo man trotzdem von ihnen erwartet, dass sie einander lieben.“ (S.71).
Die Liebe sei also alles andere als das Resultat einer spontanen emotionalen Reaktion. Man würde dabei nicht beachten, dass alle Männer im Grunde ein Teil Adams und alle Frauen ein Teil Evas sind, also alle dasselbe. Man würde den wesentlichen Faktor des Wollens übersehen: „Jemanden zu lieben, ist nicht nur ein starkes Gefühl, es ist auch eine Entscheidung, ein Urteil, ein Versprechen. Wäre die Liebe nur ein Gefühl, so könnte sie nicht die Grundlage für das Versprechen sein, sich für immer zu lieben. Ein Gefühl kommt und kann verschwinden.“ (S.72)
Diese Meinung hingegen würde die paradoxe Eigenart des menschlichen Wesens völlig außer Acht lassen, nämlich dass wir zwar alle eins sind, jedoch jeder auf seine Weise einzigartig sei. Im Sinne der Nächstenliebe können wir Erich Fromm nach alle gleich lieben. Aber da wir auch verschieden seien, setze die erotische Liebe zusätzlich höchst individuelle Elemente voraus, wie sie nur zwischen zwei bestimmten Menschen zu finden sind. Beide Auffassungen seien richtig, die Wahrheit könne weder in der einen noch in der anderen Auffassung zu finden sein.
Zuletzt gebe es noch die Selbstliebe. Die Selbstliebe werde oft als Selbstsucht abgestempelt und als etwas Schlechtes dargestellt. Jedoch würden sich Selbstliebe und Selbstsucht voneinander unterscheiden. Selbstliebe sei im Gegenteil etwas wichtiges, wenn es um die Fähigkeit des Liebens gehe. Wenn ich alle menschlichen Wesen liebe, dann schließe das einen selbst automatisch ein. „Liebe ist grundsätzlich unteilbar; man kann die Liebe zu anderen Liebes-„Objekten“ nicht von der Liebe zum eigenen Selbst trennen.“ (S.75). Ein Mensch könne nur dann lieben, wenn er es schaffe, sich selbst ebenfalls zu lieben. In der Liebesfähigkeit seien die Bejahung des eigenen Lebens, des eigenen Glücks und Wachstums und der eigenen Freiheit verankert. Die Selbstsucht hingegen sei eine Auswirkung des Selbsthasses. Man beschäftige sich so intensiv mit sich selbst, um zu vertuschen, dass man überhaupt erst gar nicht fähig sei, zu lieben. Ähnlich sei die Selbstlosigkeit, die oft als ein lobenswerter Charakterzug angesehen werde. Dabei würde sich hinter der Selbstlosigkeit nur eine sehr intensive Ichbezogenheit verbergen, die wiederum gleichgesetzt mit der Selbstsucht verhindern würde, zu lieben. Das heißt: nur wer sich selbst lieb habe, könne auch andere Menschen lieb haben. Sobald jemand anderen weniger lieb hat als sich selbst, habe man sich selbst nie lieb gewonnen.
Nachdem nun die Liebe an sich auseinandergenommen wurde, stellt sich für mich die Frage nach der Entwicklung der Liebesfähigkeit. Auch diese Frage ist mit Hilfe von Freuds Buch zu beantworten.
Die Liebe baue auf Erfahrungen und Erlebnissen auf. Die Entwicklung beginne mit der Geburt und sei zunächst auf die Mutter bezogen und narzisstisch. Das Neugeborene verstehe sich noch nicht darin, Empfindungen, Dinge oder Ähnliches zu differenzieren und verbinde dadurch nur seine Mutter mit all den wohligen Empfindungen.
Mit dem Maße in dem das Kind wachse, wachse auch seine Fähigkeit Dinge voneinander zu unterscheiden und alle Erfahrungen, die es mache, würden sich in die entscheidende Erfahrung kristallisieren, nämlich dass ich geliebt werde. Ich werde geliebt, weil ich bin. Diese Mutterliebe sei keinen Bedingungen unterworfen, ich bräuchte nichts dafür zu tun, sie sei einfach da, etwas Passives. Darin bestünde auch das Problem, sie, falls sie nicht vorhanden sei, auch nicht erwerben zu können.
Die Liebe entwickle sich dann weiter, nachdem zunächst mein größtes Bedürfnis darin bestünde, dass ich geliebt werde, entwickle sich nach einigen Lebensjahren das Bedürfnis, selbst zu lieben, selbst zu geben und nicht nur zu empfangen. Die Bedürfnisse des anderen würden wichtiger werden, sogar wichtiger als meine eigenen.
Der Jugendliche erlebe dadurch alle für die Liebe charakteristischen Dinge, er erlebe die durch die Liebe hervorgerufene Überwindung des Alleinseins, er entdeckt, dass das Geben von Liebe selbst Liebe hervorrufe.
Der Satz: „ Geliebt werden wird zum Lieben, zum Erwecken von Liebe. Von diesem ersten Anfang bis zum Reifen der Liebe sind viele Jahre nötig.“ (S.54) zeigt sehr deutlich auf, dass Liebe sich über die Zeit hin entwickle und abhängig sei von meinen Erlebnissen der Kindheit, von der Entwicklung meiner Kindheit. Das hänge eng mit der Entwicklung der Bindung an Mutter oder Vater zusammen.
Zunächst sei das Kind hilflos und benötige die bedingungslose Mutterliebe um immer unabhängiger werden zu können. „Sie vermittelt dem Kind die Liebe zum Leben und nicht nur den Willen, am Leben zu bleiben.“ (S.64).
Der Vater hingegen verkörpere den andern Pol des Menschseins, das Denken, die Welt der vom Menschen geschaffenen Dinge, Ordnung und Disziplin. Der Vater sei nicht die natürliche Heimat, wie es die Mutter für das Kind sei, sondern lehre das Kind, weise dem Kind den Weg in die Welt.
Die väterliche Liebe sei entgegen der mütterlichen Liebe an Bedingungen geknüpft, ich könne und müsse sie mir verdienen und erwerben. Das sei gleichzeitig positiv und negativ. Ich habe zwar, anders wie bei der mütterlichen Liebe, die Macht darüber, ob ich Vaterliebe empfange oder nicht. Gleichzeitig jedoch, könne ich sie verlieren, wenn ich nicht das tue, was von mir erwartet werde.
Mutter wie Vater hätten also die Aufgabe, dem Kind genau die Liebe entgegen zu bringen, die es benötige. Die Mutterliebe in den ersten hilflosen Lebensjahren des Kindes und die wegweisende und lehrende Vaterliebe später, sodass das Kind schließlich zu einem reifen Menschen werden könne, der Vater wie Mutter in sich trage, der ein mütterliches und ein väterliches Gewissen besitze.
Es sei von größter Wichtigkeit, dass beide Gewissen in einem reifen Menschen vorhanden seien, da eine Fehlbildung sich auf den späteren Charakter und auch auf die Fähigkeit zu Lieben auswirke.
Liebe im Leben von Erich Fromm
Erich Fromm wurde 1900 in Frankfurt am Main geboren und war das einzige Kind von seinen Eltern. Sein Vater, Naphtali Fromm war von Beruf Beerenweinhändler und nicht, wie seine Vorfahren, jüdischer Theologe. Er litt daher unter Minderwertigkeitsgefühlen und hing sehr an der Kleinfamilie. Er setzte seine Hoffnung in Erich, dass dieser in seinen Augen die Reihe der Talmudgelehrten fortsetzen werde. Seine Liebe zu Erich war eine Mischung aus zärtlicher Zuwendung und ängstlicher Fürsorglichkeit gewesen. Seine Mutter galt in der Familie als eine lustige, gesellige Frau, die in der Familie den Ton angab. Sie lebte ganz für ihr eigenes Kind und übte eine sehr festhaltende Mutterliebe aus. Zudem bewunderte sie ihren Sohn und war voller Erwartungen in ihn, dass er es zu etwas großem bringen würde. Ihre Liebe zu ihm war narzisstisch und Fromm hatte lange damit zu kämpfen von der festhaltenden und idealisierenden Mutterliebe los zu kommen.
Die Vaterliebe, die Fromm in seiner Liebesfähigkeit einschränkte überwand er sehr leicht, indem er sich schon zu Jugendzeiten in dem Rabbiner Nehemia Nobel eine andere Vaterfigur suchte, die im Kontrast zu seinem eigenen Vater stand.
Eigentlich wollte er ein Talmudstudium absolvieren, da das jedoch bedeuten würde, dass er sehr weit weg von seinen Eltern müsste, entschied er sich zu einem Rechtswissenschaftsstudium in Frankfurt. Nach zwei Semestern wagte er dann doch den Schritt weg von zu Hause und schrieb sich in Heidelberg zum Soziologiestudium ein. Auch in Heidelberg suchte er sich wieder einen religiösen Lehrer und fand ihn in Salman Baruch Rabinkow. Später spricht er von keinem so anerkennend und wertschätzend, wie von Rabinkow und er war es, der es Fromm schließlich ermöglichte sich von seinem Vater los zu lösen. Natürlich benötigte die Loslösung auch noch andere Dinge, die Fromm in der Entdeckung der Psychoanalyse von Freud fand, die in ihm eine starke Freiheitsdynamik mobilisierte. Er verband die Zurückweisung der Vaterliebe mit der Aufgabe der Vaterreligion und so wandte er sich dem Buddhismus und der Religionskritik zu und gab seinen Glauben an einen persönlichen Gott auf.
In den folgenden Jahren war er frei und konnte seine eigenen sozialpsychologischen Ansätze entwickeln.
Die Trennung von der Mutterliebe war um einiges langwieriger und leidvoller. Zunächst verlor er seine Verlobte 1922 an seinen Jugendfreund und lernte darauf hin die 11 Jahre ältere Psychiaterin Frieda Reichmann kennen. Zusammen mit ihr betrieb er in Heidelberg von 1924 bis 1928 ein Therapeutikum. Dabei verliebte er sich in sie und heiratete sie schließlich 1926. Nach zwei Jahren jedoch war die Ehe am Ende, doch Fromm wollte sich das nicht eingestehen und nahm zunächst nur Abstand ohne sich zu trennen. Er machte in Berlin eine Ausbildung zum Psychoanalytiker und eröffnete 1930 dort eine psychotherapeutische Praxis. Er erkrankte ein Jahr später an Tuberkulose und zog sich in ein Sanatorium in Davos zurück. Freunde gaben ihm daraufhin den Rat sich endgültig zu trennen, da in der Erkrankung der unbewusste Wunsch einer Trennung läge.
Als er 1934 wieder so gesund war, dass er wieder reisen konnte, konnte er wegen des Nationalsozialismus nicht mehr zurück nach Deutschland. Daher ging er in die Vereinigten Staaten, wo sich aus einer Freundschaft mit der 15 Jahre älteren Psychoanalytikerin Karen Hornes allmählich eine Beziehung entwickelte. Eine Heirat fand nie statt und 1941 endete die Beziehung in einem heftigen Streit.
Durch sein Buch „Die Furcht vor der Freiheit“ war Fromm in den USA zu einem anerkannten Wissenschaftler geworden und zudem ein gefragter Autor und Redner. Er hatte dort eine therapeutische Praxis und lehrte außerdem an verschiedensten Schulen.
Schließlich lernte er die gleichaltrige Henny Gurland kennen und heiratete sie 1944 und es schien als hätte er endlich seine Lebenspartnerin gefunden. Doch dann erkrankte Henny an einer äußerst schmerzhaften arthritischen Erkrankung. Fromm sagte alle Termine ab, um Henny pflegen zu können und schließlich siedelten sie 1950 nach Mexico über, da das Klima dort die Schmerzen lindern sollte. Er baute sich auch dort eine neue Existenz auf. Er begann 1951 eine Gruppe von Medizinern zu Psychoanalytikern auszubilden und erhielt eine Professur an der Universität. Er war durch die Erkrankung Hennys eingeschränkt, blieb aus Liebe und aus Sorge um sie aber bei ihr. Die Situation wurde nicht besser und im Juni 1952 fand er Henny tot im Badezimmer auf.
Er war am Ende seiner Liebesversuche und spürte nur noch Scheitern, Ohnmacht und Verlassenheit. Seine Auszubildenden sagten damals, Fromm hätte sich verändert.
Es war ein furchtbar leidvoller und mühsamer Weg, sich von seinem Selbstbild zu lösen, welcher sich an der bewundernden Mutterliebe orientierte. Der Tod zwang ihn seine Begrenztheit und sein Scheitern zu akzeptieren.
Monate später fand er wieder den Mut eine neue Beziehung einzugehen und fand seine endgültige Liebe in Annis Freeman, die anders war als alle Frauen in seinem bisherigen Leben. Sie war attraktiv, sinnlich, ohne beruflichen Ehrgeiz und doch eine ebenbürtige Gesprächspartnerin. Er verliebte sich und sie heirateten 1953. Sie zog zu ihm nach Mexiko, wo sie in einem Haus nach ihren Plänen gebaut, von 1956 bis 1973 lebten. Sie begleitete ihn bei seinen Aufenthalten in den USA und unterstütze ihn. Das Buch „Die Kunst des Liebens“ kam 1956 auf den Markt. Fromm hatte erst mit dem ohnmächtigen Abschied von Henny und der Liebe zu Annis jene Liebesfähigkeit gefunden, die von der kindlichen Bindung befreit war. Erst jetzt konnte seine Praxis der Liebesfähigkeit mit seiner Theorie der Liebe auch tatsächlich übereinstimmen.
Doch seine Theorie der Liebe wurde nach dem Erscheinen von „Die Kunst des Liebens“ durch zwei Ereignisse in Frage gestellt.
Seine Frau Annis erkrankte noch in den fünfziger Jahren an Brustkrebs. Sie wurde operiert und unterzog sich einer Diät. Die Erkrankung kehrte für gut zwanzig Jahre nicht zurück und doch erlebte Fromm sie als eine Krankheit, die hinterrücks einer lebensfeindlichen Dynamik folgte. Er kämpfte mit Annis gegen den Krebs und machte bei der drakonischen Diät mit.
Die zweite Herausforderung stellte der kalte Krieg dar. Erich Fromm war seit seiner Jugend ein politisch hochsensibler und aktiver Mensch. So sehr er Therapeut war, so sehr drängte es ihn auch sich als Psychoanalytiker in die Politik einzumischen. Er schrieb Analysen zu Fragen der Außenpolitik des Kalten Krieges mit der Sowjetunion, der atomaren Hochrüstung, nahm mit Senatoren persönlichen Kontakt auf, mischte bei der Präsidentschaftskandidatenwahl mit, demonstrierte gegen den Vietnamkrieg und machte sich zum Sprachrohr einer Politik der Entspannung. Vor allem die atomare Hochrüstung ließ seinen Glauben an die Liebesfähigkeit des Menschen ins Wanken bringen. Als dann ein atomarer Krieg 1962 zu einer realen Bedrohung wurde, spürte Fromm Verzweiflung, weil die Mehrheit sich nicht mehr gegen die atomare Kriegsgefahr wehrte. In seinen Augen liebten die Menschen ihr Leben nicht genug. Er versuchte, sich Gehör zu verschaffen und so auf die Gefahr des Verlusts der Liebe zum Leben und auf das Erstarken eines allgemeinen Zerstörungswunsches hinzuweisen. So wichtig es für Fromm war, die Liebesfähigkeit des Menschen zu erforschen, so überlebenswichtig schien es für ihn, die psychische Dynamik der Destruktivität zu erkennen. Er begann Anfang der sechziger Jahre das meist unbewusste Angezogen-Sein vom Zerstörerischen zu untersuchen. Er skizzierte zunächst im Buch „Die Seele des Menschen“ von 1964 die Nekrophilie und veröffentlichte schließlich 1973 seine Ergebnisse der Untersuchung im Buch „Anatomie der menschlichen Destruktivität“.
Er kam letztendlich zu der Annahme, dass die menschliche Liebesfähigkeit in der Biophilie gründet, nämlich im Angezogensein vom Lebendigen.
Diese Erkenntnis blieb nicht ohne Wirkung auf Fromms eigene Praxis der Liebe. Er begann sich mehrere Stunden am Tag mit der Analyse seiner Träume, mit Meditation, Konzentrations- und Bewegungsübungen zu beschäftigen. Dabei praktizierte er die mystischen Traditionen des Chassidismus und des Sufismus, welche ihm ein buddhistischer Mönch gelehrt hatte. Sie gaben ihm wichtige Impulse auf dem Weg nach Innen. Dabei zielte er nicht auf Weltabgeschiedenheit ab, sondern darauf, dass ein vernünftigerer und liebenderer Umgang mit der Wirklichkeit erreicht wird, also Hindernisse im Inneren beseitigt werden sollen, um liebend auf andere bezogen sein zu können.
Je mehr es Fromm gelang, die inneren Hindernisse für seine Liebesfähigkeit zu erkennen und zu überwinden, desto mehr vermochte er die Fähigkeit zu lieben, wie ein Bedürfnis zu praktizieren. Wer Fromm in den letzten Jahrzehnten seines Lebens kannte bemerkte, dass die Fähigkeit zu lieben, für ihn zu einem Bedürfnis geworden war. Seiner Liebe gegenüber anderen Ausdruck zu verleihen, wurde ihm tatsächlich zu einem unverzichtbaren Bedürfnis, das er befriedigte, wann immer es ihm möglich war. Das bemerkte man in der Art wie er mit seiner Frau Annis umging und in der Art wie er ein Gespräch mit seinem Gegenüber führte. Er war an seinem Gegenüber sehr interessiert und stellte banale aber wichtige Fragen, die man sich selbst zwar stellen sollte, aber es nicht macht, da man Angst vor der Antwort hat. Das sei aber keineswegs unangenehm gewesen, sondern hilfreich und angenehm.
In den Siebzigern kehrte er nach Europa zurück und starb 1980 in Locarno.

Quellen
Meine einzigen Quellen waren Teile des Buches „Die Kunst des Liebens“, geschrieben von Erich Fromm im Jahr 1956.





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