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Erörterung Wertherzitat - Referat



Erörterung Wertherzitat

Ein Zitat lautet: „Die Bedingung der Wertherliebe ist ihre Unerfüllbarkeit“. Doch das Buch „Die Leiden des jungen Werthers“ sagt eher aus, dass dieses Zitat falsch ist. Das werde ich in dem folgenden Text erörtern.

Ich bin der Meinung, dass die Aussage aus dem Zitat richtig ist, also die Bedingung der Wertherliebe ihre Unerfüllbarkeit ist. Allerdings spricht auch einiges gegen das Zitat.

So lautet ein Argument, dass Werther die Absicht hatte, mit Lotte glücklich zu werden, er strebte also eine Beziehung mit ihr an. Wenn man nun das Zitat so betrachtet, dass mit „Wertherliebe“ eine „gewöhnliche Liebe“ gemeint ist, würde es nicht zutreffen, da es ja dann heißt, dass die Bedingung dafür, dass er Lotte liebt, ist, dass diese Liebe unerfüllbar ist, was bedeutet, dass er Lotte nie bekommen kann, was ja im Buch anders dargestellt wurde, nämlich hatte Werther ganz klar die Absicht, eine Beziehung mit Lotte anzustreben, das Zitat wäre also falsch. Ein Beispiel zeigt dies genauer. Wenn man sich nun ein Mann in eine Frau verliebt, dann will er mit ihr glücklich werden und strebt eine Beziehung mit ihr an, er verliebt sich also nicht in sie, weil er mit ihr sowieso keine Beziehung führen kann, das würde auch keinen Sinn ergeben.

Ein anderes Argument ist, dass Werther Lotte von Hertzen liebte und nicht weil sie unerreichbar ist, was ja die Aussage dieses Zitates ist. Dies ist aber nicht nur in diesem Fall so sondern allgemein: man verliebt sich nicht in jemanden, weil diejenige schon vergeben ist, man will sozusagen einfach das verbotene ausprobieren, sondern man verliebt sich, weil man sie symnpathisch, nett und auch schön findet und auch, weil man sich eben vom anderen Geschlecht angezogen fühlt, zumindest normalerweise. So hat sich Werther hier nicht in Lotte verliebt, weil ihm erzählt wurde, dass sie schon vergeben sei, sondern weil er ihre Eigenschaften und ihr Aussehen mochte und sich eben von ihr angezogen fühlte.

Das wichtigste Argument ist aber, dass Werther leidenschaftlich war, egal ob seine Liebe nun erfüllt wurde oder nicht. Das lässt sich auch mit Hilfe des Buchinhalts belegen, so verließ Werther für einige Zeit Wahlheim, um Abstand von Lotte zu nehmen und verliebte sich am neuen Ort in ein anderes Mädchen, genannt Fräulein von B., nur war eine Beziehung wegen des Ständeunterschiedes nicht möglich. Wäre sie mögliuch gewesen, wäre es wohl nicht anders als mit Lotte passiert, bzw. er hätte sie vielleicht wirklich bekommen. Dann wäre Werther aber genau so leidenschaftlich gewesen wie mit Lotte, trotz dass seine Liebe erfüllt wurden wäre.
Andererseits gibt es auch einige Argumente, die meine Meinung untermauern, dass dieses Zitat zutrifft. So ist klar, dass wenn Werther Lotte hätte bekommen, es vielleicht am Anfang eine wirklich leidenschaftliche Beziehung beiderseits gewurden wäre, bald wäre diese Beziehung aber der Eintönigkeit des Alltags verfallen, was dafür sorgt, dass die Beziehung immer mehr an Leidenschaft verliert. Dass ist zum Beispiel der Fall wenn man sich in eine Frau verliebt hatt, damals wie heute. Am Anfang schwärmen beide in ihrer Liebe, aber später sorgen die Eintönigkeit des Alltags und die Tatsache, dass man immer zusammen ist, dafür, dass das Zusammensein nicht mehr besonders sondern normal ist. Und dass sorgt eben nach einer Weile dann dafür, dass die Leidenschaft, die in der Beziehung am Anfang vorhanden ist, langsam verloren geht. So wäre es vermutlich auch Werther passiert und die Beziehung wäre nach einer Weile etwa so wie die Beziehung zwischen Lotte und Albert geworden. Da aber die Liebe von Werther nie erfüllt wurde, und er auch nicht von Lotte lassen konnte, blieb seine Liebe so leidenschaftlich und groß wie am Anfang, was aber eben zu seiner Depression
führte.

Ein weiteres Argument für das Zitat ist, dass das unerreichbare oder auch das verbotene, in diesem Fall Lotte, das interessanteste ist. Das war damals so und ist es auch heute noch. So wurde Werther auf der Kutschfahrt von Lotte erzählt und es wurde eben auch erzählt, dass sie „schon vergeben“ sei und dass er sich in Acht nehmen sollte, dass er sich nicht verliebt. Und genau dass ist dann ja auch passiert, er verliebte sich in Lotte, obwohl er wusste, dass sie „schon vergeben“ ist. In diesem Fall war eben Lotte das unerreichbare bzw. verbotene (es wurde ihm ja eigentlich verboten, sich in sie zu verlieben) und eben auch das interessanteste, da sie eben unerreichbar war. Diese Tatsache kommt häufig bei Kindern vor, man verbietet ihnen etwas und genau weil es vorboten ist, ist es eben interessant und sie probieren es aus. So wird kleinen Kindern oft gesagt, sie sollen nicht auf die heiße Herdplatte fassen. Sie wollen aber dann wissen, was passiert und machen es trotzdem. Dabei verbrennen sie sich. In diesem Fall hat sich Werther sozusagen an Lotte „verbrannt“.

Das wichtigste Argument, welches dieses Zitat untermauert, lautet, dass Werther nie Liebeskrank geworden wäre, wenn er Lotte bekommen hätte. Denn die im Buch dargestellte Liebe ist eben seine leidenschaftliche und eben auch krankhafte Liebe. Wenn er Lotte nun bekommen hätte, wäre es eine ganz andere Art von Liebe gewesen und nicht die, die Werther hatte. So war Werther am Anfang vielleicht glücklich, als er dann aber merkte, dass er Lotte nie bekommen würde, wurde er immer unglücklicher. Wenn er Lotte nun bekommen hätte, wäre er glücklich geblieben und hätte sich auch nicht umgebracht. So heißt es also wirklich: „Die Bedingung der Wertherliebe ist ihre Unerfüllbarkeit“.

Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass dieses Zitat zutrifft trotz einiger Argumente die durchaus dagegen stimmen. Betrachtet man aber nun diese Argumente genauer, so fällt auf, dass sie oft einfach nur „Gegenstimmen“ zu den Argumenten sind, welche das Zitat untermauern. Diese „Gegenstimmen“ entstehen meistens nur deshalb, da man das Zitat unterschiedlich betrachten und bewerten kann das merkt man z.B. daran, ob man Wertherliebe nun als „gewöhnliche Liebe“ bezeichnet, was gegen das Zitat stimmt oder aber genau als die Liebe, die er für Lotte wirklich emfand, was für das Zitat spricht. Da aber nun die Argumente, die für das Zitat sprechen, stärker sind als die, die gegen das Zitat sprechen, ist meine Meinung, dass dieses Zitat zutrifft aber eben mit der Voraussetzung, dass mit „Wertherliebe“ wirklich die Liebe gemeint ist, die Werther emfand und keine andere.




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