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Erörterung Thema: Leitkultur - Referat



Leitkultur: Eine unmöglich durchzuführende Mission oder doch ein erreichbares Ziel?

Der deutsche Staat hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Einwanderern, sowohl die Rechte als auch die Pflichten eines deutschen Staatsbürgers klar zu machen. Eher eine unmöglich durchzuführende Mission oder doch ein erreichbares Ziel? Diese Frage stellt sich, wenn ich mir die momentane Lage unseres multikulturellen Staates ansehe. Bis vor kurzem gab es weder Anforderungen, die an unsere neuen Mitbürger gestellt wurden, noch Hilfestellungen um ihnen die Integration zu vereinfachen. Würde eine Leitkultur des Problems Lösung sein?
Betrachten wir einmal sowohl einige Aspekte, die für eine Leitkultur als auch gegen diese sprechen!

Ich behaupte, dass eine Leitkultur nicht des Problems Lösung darstellt. Zwar wäre es möglicherweise ein Schritt Einwanderern unsere Kultur und die dazugehörigen Regeln und Pflichtennäher zu bringen, jedoch ändert dies nicht die Denkweise und Einstellung unserer neuen Mitbürger. Die persönliche Denkweise eines jeden Menschen sitzt tiefer. Sie wird ständig geprägt von Erziehung und sozialem Umfeld. Die Aufgabe des Staates ist es nicht, sich in persönliche Dinge unserer Neustaatsbürger einzumischen oder ihnen unsere Verfassung aufzudrängen. Dies würde nur zu einer Akzeptanz, aber nicht zu dem Respekt gegenüber unserer “Welt” führen, wie es sich viele Politiker wünschen mögen. Natürlich sollte unsere Kultur den Einwanderern näher gebracht werden, jedoch die Entscheidung diese anzunehmen sollte den Einwanderern selbst überlassen bleiben. Außerdem sollte eine Verpflichtung herrschen, als in Deutschland lebende Person die deutsche Sprache zu beherrschen und sich den Gesetzen entsprechend zu verhalten, doch dabei sollten wir es belassen. Eine multikulturelle Gesellschaft wäre erst recht zum Scheitern verurteilt, würden wir Menschen ihr die “multikulturelle Note” entziehen. Vergleicht man nun die Aspekte, die für bzw. gegen eine Leitkultur sprechen, so wird schnell klar, dass das Einführen einer Mehrheitskultur, in einem Land mit mehr als hundert verschiedenen Kulturen zu keiner Lösung führen würde. Durch die momentane Situation in der ganzen Welt würde dies nur zu Aufständen führen, da sich unsere moslemischen Mitbürger diskriminiert und benachteiligt fühlen würden.
In Deutschland sollte an Rechten, Pflichten und Freiheiten festgehalten werden, aber niemandem etwas aufgezwungen werden. Hilfestellungen gegenüber unseren Einwanderern würden zu wesentlich besseren Ergebnissen führen, als das Aufdrängen einer Leitkultur, die viele nicht für sich annehmen können oder wollen. Vielen
Neustaatsbürgern fällt allein die Tatsache schwer, in einer Demokratie mit einer Menge Freiheiten zu leben, da sie eine solche Regierung nicht gewöhnt sind, oder noch nie kennen lernen konnten und durften. Bevor unsere Mitbürger die Verfassung akzeptieren und respektieren sollen, sollten ihnen erst einmal, in kleinen Schritten, ihre neuen Freiheiten und Möglichkeiten bewusst gemacht werden.

Die deutsche Sprache zu erlernen wäre für viele in Deutschland lebende Einwanderer ein solcher Schritt, denn dadurch können sie sich in Deutschland verständigen und besser zu Recht finden, ohne auf andere angewiesen zu sein. Eine andere Möglichkeit wäre dem Staat die Aufgabe der Integration abzunehmen. Volksfeste organisiert durch das Volk selbst. Dort kommen sich die verschiedensten Menschen näher. Eine Gründung verschiedener Organisationen wäre ebenfalls eine Hilfestellung. Einwanderern könnten so die Regeln, Pflichten und Freiheiten näher gebracht werden und Barrieren zwischen den verschiedenen Kulturen gebrochen werden. Vielleicht würde der Einstieg in ihr “neues Leben” für unsere Einwanderer dadurch einfacher.
Nicht Leitkultur hilft die Probleme in unserem Land zu lösen, sondern die Kooperation zwischen den Kulturen.

(Bettina D. Raunheim)



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