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Entwicklungstheorie von M.Mahler - Referat



Theorie Mahler
Ich erkläre das Verhalten von.. anhand der sozi-emotionalen Entwicklungstheorie von M.Mahler.
Der Grundgedanke der Theorie ist, dass sich die ICH-Entwicklung eines Kindes immer im Zusammenspiel mit der Beziehungsentwicklung vollzieht. Ziele der Theorie sind die Selbstkonstanz, also das gleichbleibende Bewusstsein und Empfinden der eigenen Person, obwohl es äußere Veränderungen gibt. Das zweite Ziel ist die Objekt- und Beziehungskonstanz. Damit ist gemeint, dass die Bezugsperson als eigenständige Person wahrgenommen wird und auch ein Wandel in dieser Beziehung zugelassen werden kann.
Mahler gliedert die Entwicklung dieser Selbst- und Objektkonstanz in sechs Phasen.

Die erste Phase beschreibt Mahler als normal autistische Phase, diese dauert von der Geburt bis etwa zur vierten bis sechsten Lebenswoche. Kennzeichen dieser Phase sind, dass das Kind kaum Beziehungsbedürfnisse
hat, jedoch trotzdem menschliche Wärme und Zuwendung benötigt. Außerdem ist diese Phase vom gegenseitigen kennenlernen von Mutter und Kind geprägt. Die Mutter sollte hier die Grundbedürfnisse des Kindes immer bedingungslos befriedigen, wodurch das Kind ein gewisses Urvertrauen entwickelt.

Die zweite Phase ist die symbiotische Phase. In dieser befindet sich das Kind vom zweiten bis etwa zum sechsten Lebensmonat. Hier fühlt sich das Kind psychisch und physisch eins mit der Mutter. In dieser Phase spiegeln sich Mutter und Kind gegenseitig, beide leben in einer wechselseitigen Beziehung und profitieren von einander. Dies schafft eine psychische Einheit mit der Mutter. Das Kind hat in dieser Phase nur eine geringe Frustrationstoleranz. Gegen Ende der symbiotischen Phase löst sich das Gefühl der körperlichen Einheit langsam auf. Die emotionale Einheit besteht allerdings immer noch.

Die dritte Phase geht von fünften bis zum zwölften Lebensmonat und heißt Differenzierungsphase. Die bisher abgeschlossene Entwicklung ermöglicht dem Kind eine Unterscheidung zwischen dem ICH und dem Nicht-Ich. Auch gewinnt in dieser Phase der Vater an Bedeutung, was den Trennungsprozess des Kindes von der Mutter erleichtert. Die Mutter ist allerdings immer noch wichtig für ein emotionales auftanken. In dieser Phase werden dem Kind erste Grenzen gesetzt. Bei Wut und Aggression des Kindes müssen die Eltern dabei das noch schwache ICH des Kindes stützen. Wichtig in dieser Phase sind dabei Trennungsspiele zwischen der Mutter und dem Kind, da diese eine Beziehungsfestigende Grunderfahrung für die Entwicklung sind.

Die vierte Phase ist die Übungsphase. Diese geht etwa vom elften bis zum 18. Lebensmonat. Gekennzeichnet ist diese Phase von der fortschreitenden Entwicklung des Kindes mit der Erweiterung des Selbstständigkeit und dem daraus resultierenden Omnipotenzgefühl. Die Eltern haben in dieser Phase die Rolle als Bewunderer des Kindes, so stärken sie weiterhin das Selbstwertgefühl des Kindes. Auch gelten die Eltern als sogenannter „sicherer Hafen“. Sie geben Schutz, Sicherheit und
Trost. Auch ist die Mutter hier noch die Verlängerung des kindlichen Selbst. Dies schafft somit eine neue Form des Eins eins. Die Trennungsphasen sollten auf das Kind individuell ausgestaltet werden und die Hinwendung zu anderen Bezugspersonen sollte in dieser Phase ermöglicht werden.

Die fünfte Phase ist die Wiederannäherungsphase. Diese geht etwa vom 18 bis zum 24 Lebensmonat und wird auch als die wichtigste oder kritische Phase der Sozio- emotionalen Entwicklung bezeichnet. Hier hat das Kind eine realistischere Einschätzung der eigenen Fähigkeiten. Der zentrale Konflikt, welcher dieser Phase kennzeichnet ist der Symbiose- und Autonomiekonflikt. Das Allmachtsgefühl des Kindes wird schwächer. Das Kind zeigt ein verstärktes Anlehnungsbedürfnis, allerdings hat es auch gleichzeitig deutliche Autonomie- und Selbsterfahrungsbestrebungen. Dadurch erlebt das Kind ein geringes Kindliches Selbstwertgefühl, was sich in Gefühlen wie Wut oder Trotz äußert. Die Eltern müssen dabei diese Gefühlshaltung tolerieren, da das Kind so erfährt, dass auch negative Gefühle zum Leben gehören, ohne dass diese dabei die Beziehung zwischen ihnen gefährdet.

Die letzte Phase ist die Befestigungsphase (24-36 Monat). Hier sollte die Selbst- und Objektkonstanz, also die konstante Unterscheidung zwischen ICH und Nicht-Ich, erworben werden. Auch kann von da an die Abwesenheit der Mutter ertragen werden, da das „Bild der guten Mutter“ verinnerlicht ist. Das Kind hat nun auch mehr Ich-Stärke erlangt. Es kann seine Gefühle immer mehr selbst regulieren. Zuletzt kann das Kind am Ende dieser Phase auch die Realität immer weiter prüfen. Es kann sich also den Tatsachen der Wirklichkeit stellen und diese auch aushalten.




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