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Entwicklungsaufgaben im Jugendalter - Referat



Entwicklungsaufgaben im Jugendalter
Gliederung
1. Definition Jugend und Entwicklungsaufgaben
2. Ansichten des Jugendalters
3. Welche Entwicklungsaufgaben gibt es?
4. Identitätssuche – zentrale Aufgabe des Jugendalters
5. Bewältigung der Entwicklungsaufgaben
6. Begrenzte Gültigkeit von Entwicklungsaufgaben

1. Definition Jugend und Entwicklungsaufgaben
Definition Jugendalter:
Das Jugendalter ist die Zeit des Übergangs, in welcher der Jugendliche nicht mehr die Rolle des Kindes und noch nicht die Rolle des Erwachsenen inne hat.

Definition Entwicklungsaufgaben:
Unter Entwicklungsaufgaben versteht man die Anforderung, die zu einem bestimmten Lebensabschnitt eines Individuums entsteht und deren erfolgreiche Bewältigung zum Glücklichsein und zu Erfolg mit späteren Anforderungen führt, während Versagen ein Unglücklichsein, Missbilligung durch die Gesellschaft und Schwierigkeiten mit späteren Aufgaben nach sich ziehen kann.


2. Ansichten des Jugendalters
- Entwicklungsaufgaben werden durch 2 Aspekte bedingt: 1. biologisch und 2. kulturell/gesellschaftlich

biologisch: Aktivierung bestimmter Hormone bewirken körperl. Veränderungen (Bsp: relativ schnelles Größenwachstum, Streckung Gesamtfigur, Ausbildung v. Muskeln, Entwicklung primärer und sekundärer Geschlechtsmerkmale, endgültige Gestaltbildung des weiblichen bzw. männlichen Körpers, Geschlechtsreife (Fähigkeit zur Fortpflanzung))

kulturell/gesellschaftlich: in sog.„Primitivkulturen“ (Bsp: Nomaden) (kein Jugendalter, nach bestimmten Ritualen (z.B. Beschneidung) bzw. mit biologischer Reife
- Dauer des Jugendalters ist vorrangig von Kultur und Gesellschaftsform abhängig


3. Welche Entwicklungsaufgaben gibt es?
Entwicklungsaufgaben nach Robert J. Havighurst

- Akzeptieren der neuen körperlichen Gestalt
(Beschäftigung mit eigenem Aussehen, Veränderungen des Körpers)

- Erwerb der Geschlechterrollen
(Beginn frühe Kindheit, Ende Pubertät; Beschäftigung mit Frage typisch „männlichen“ und „weiblichen“ Verhalten)

- Aufbau neuer und Verantwortungsbewusster Beziehungen zu den Altersgenossen
(Gruppe Gleichaltriger (= peer group) gewinnt an Bedeutung; Beziehung zum anderen Geschlecht werden wichtig; Jugendlicher geschickter im Umgang mit anderen und ist verantwortungsvoller)

- Emotionale Ablösung von den Eltern und anderen Erwachsenen
(mit Aufbau neuer Beziehungen zu Gleichaltrigen zunehmende emotionale Unabhängigkeit zu Eltern, von vielen Eltern als Ablehnung verstanden, meist beunruhigendes und unangenehmes Ereignis für Eltern)

- Vorbereitung des beruflichen Werdegangs
(Gedanken über Lebensziele, zukünftiges Lebens, Berufsfindung)

- Vorbereitung auf die Gründung von Familie und Ehe
(Heiratsalter „hoch“ aufgrund langer Ausbildungszeiten, heute große Rolle der persönlichen Freiheit und Unabhängigkeit, Individuelle Gestaltung seines Lebens)

- Erreichen eines sozial verantwortungsvollen Verhaltens
(Auseinandersetzung mit aktuellen Problemen der Gesellschaft, Entwicklung eigener
Überzeugungen (kann zu sozialen Engagement oder nach Enttäuschungen zu Zeitweisen Rückzug aus Gesellschaft führen))

- Schaffung eines eigenen Wertesystems als Grundlage des Handelns
(Suche nach für ihn bedeutenden Wertvorstellungen, führt zu häufigen Konflikten mit Familie, kritische Auseinandersetzung mit Gesellschaft, Kultur, Religion, Erziehungssystem, Arbeitswelt usw.)


4. Identitätssuche – zentrale Aufgabe des Jugendalters
Definition Identität:
Identität meint die Beschaffenheit des Selbst als einmalige und unverwechselbare Person durch die soziale Umgebung und durch das Individuum selbst.

- im Jugendalter beginnt Mensch mit Zuwendung zur eigenen Person

- Phase zum Ergründen der eigenen Identität


5. Bewältigung der Entwicklungsaufgaben
- 2 verschiedene Arten Entwicklungsaufgaben zu bewältigen
--> Coping und Defending
Definitionen

Coping: ist jeder Versuch Entwicklungsaufgaben anzugehen und zu bewältigen. (Ableitung von aus Stressforschung)
- aktive Auseinandersetzung des Individuums mit Umwelt, mit Ziel Problem zu lösen

Defending: bezeichnet jeden Versuch, auf Entwicklungsaufgaben mit Abwehr zu reagieren
- Abwehrreaktion, mit Ziel Problem auszuweichen, d.h. Problem wird nicht erfolgreich bewältigt
- immer dann, wenn Mensch Situation als unüberschaubar oder so verwirrend erlebt, sodass keine Lösungs- und Handlungsmöglichkeiten erkennbar sind
- extremste Form ist Selbstmord (Jugendliche denken häufiger darüber nach als Erwachsene, nach Studie)

- Coping günstiger als Defending
-> da bei Defending, also Nichtbewältigung der Entwicklungsaufgaben, psychische, soziale und somatische (den Körper, das körperliche betreffend) Folgen auftreten können
-> abhängig vom Selbstbewusstsein bzw. Selbstwertgefühl und subjektive Einstellung zum Problem

6. Beschränkte Gültigkeit von Entwicklungsaufgaben
- Entwicklungsaufgaben verändern sich im Lauf der Zeit
-> bestimmt durch historische Veränderungen und kulturellen Bedingungen, werden auch individuell erlebt
Beispiele:
- kulturelle Differenzierung: türk. Kinder, in DL erleben vollkommene andere Geschlechtsrollenerziehung als wir Deutschen, entsprechend anders sind zu bewältigende Entwicklungsaufgaben im Hinblick auf den Erwerb der Geschlechterrolle, Mann hat in türkischen Gesellschaft anderen Stellenwert als in der deutschen

- Kinder aus sog. Naturvölkern erlangen schneller Selbstständigkeit und Unabhängigkeit vom Elternhaus als Kinder oder Jugendliche in Industriegesellschaften
historische Veränderungen: im Lauf der Entwicklung einer Gesellschaft ändern sich Aufgaben, die Jugendliche bewältigen müssen Bsp. Schaffung Wertesystem

- 50er Werte wie Arbeitsamkeit, Pünktlichkeit, Pflichterfüllung und Sauberkeit

- heute mehr Wert auf Eigenverantwortung und Mündigkeit (Reife)

- sexualverhalten hat sich verändert: früher hat man darüber nicht gesprochen war verpönt, heute redet man viel offener über solche Themen
Individuelle Unterschiede: innerhalb der Gesellschaft und innerhalb Gruppe gleichaltriger unterschiedlich erlebt

- während einige schon mit Lehre begonnen haben und damit ein Schritt zur Unabhängigkeit gegenüber den Eltern getan haben und somit ein positives Erlebnis, gehen andere noch auf ein Gymnasium und haben dort vielleicht nicht so viel Erfolg und damit eine negative Lebenssituation

- nach Robert H. Havighurst hängt das Glücklichsein bzw. Unglücklichsein eines Menschen von der Bewältigung der einzelnen Entwicklungsaufgaben ab

- dies muss man aber relativ sehen, denn nicht jede Nichterfüllung führt zum Unglücklichsein, es kommt auf das Selbstwertgefühl, den Mut und die subjektive Einstellung jedes einzelnen dazu an

Dieses Referat wurde eingesandt vom User: ami17




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