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Ein neues Modell der Homo-Evolution - Referat



Ein neues Modell der Homo-Evolution


In Afrika gab es mehrere Gattungen der Homo-Hominiden. Andere Arten entstanden in Eurasien, starben aber aus.


Einleitung

Man glaubte die erste Homo-Art, wie die Hominiden, sei in Afrika aufgetreten. Später wären sie erst von Afrika nach Eurasien gewandert. Alle späteren Menschen seien die Nachfahren der Pioniere. Aber: Die Evolution war um einiges vielfältiger als bisher angenommen. Afrika zählt als eigentliche Wiege des Menschen. Es gibt keinen einzigen Beleg für Vorkommen außerhalb Afrikas. Die ersten Menschen, die Afrika verließen, gehörten nicht zum Homo erectus. Die Ausbreitung hat vielleicht früher begonnen.
Verwirrung in der Vorgeschichte:
In Kenia wurde ein Fossil von einem Australopithecus anamensis gefunden. Deswegen war der Beginn des aufrechten Ganges vor etwa 3,9-4,2 Millionen Jahren. Aber es gab einen Fund in Äthiopien. Der Ardipithecus ramidus ging schon vor 4,4 Millionen Jahren aufrecht. Die ersten Steinwerkzeuge gab es vor ca. 2,5 Millionen Jahren. Aber es wurden erst vor rund 2 Millionen Jahren Fossilien und Werkzeuge zusammen gefunden. Die meisten Fundzusammenhänge gab es in Tansania und Kenia. Man weiß aber nicht wie viele verschiedene Arten von Hominiden es dort gab, wer die Werkzeugmacher waren und wie ihr Gang beschaffen war.
Wie könnten die ersten Werkzeugmacher ausgesehen haben?
Nach einem Rekonstruktionsversuch zufolge könnten sie schon hochwüchsiger gewesen sein und hatten möglicher Weise schon ein größeres Gehirn und eine modernen Körperbau.


Die körperliche Entwicklung

1984 hat man ein 1,6 Millionen altes Skelett eines sogenannten Turkana-Jungen in Nord Kenia gefunden. Er hatte einen modernen Körperbau und einen gut entwickelten aufrechten Gang. Sein Schädel war mäßig großgesichtig. Sein Gehirn von 400 cm³ war doppelt so groß wie das eines Menschenaffen. Trotzdem war es 3 ½ mal kleiner als das eines heutigen Menschen. Er hätte ausgewachsen eine Körpergröße von mehr als 1,80 m erreichen können. Seine Gliedmaßen waren lang und schlank wie die heutige afrikanische Bevölkerung in trockenheißen Regionen. Hierbei ist jedoch keine Rede von Verwandtschaft, sondern nur von ökologischer Anpassung. Daraus kann man die Folgerung ziehen, dass sie in der Savanne zu Hause waren. In Tansania gab es den 1,4 Millionen Jahre alten OH9 Fund in der Olduvai-Schlucht. Sein Gehirn war zwischen 900-1200 cm³ groß. Er hatte eine lange niedrige Schädelkapsel, mächtige Überaugenwülste, einen scharfen Knick am Hinterhaupt und sehr kräftige Gliedmaßenknochen.
Ist der Homo
erectus nach Europa vorgedrungen?
Der OH9 und der Turkana-Junge gehörten zur Gattung des Homo erectus, die sich in Afrika entwickelt haben. Der Homo erectus hätte sich erst vor rund 1 Millionen Jahre auf andere Kontinente ausgebreitet. Der Homo erectus wäre die Grundlage gewesen auf die die nachfolgenden weiteren Entwicklungen basierten, auch in Europa.
Westliche Sonderformen:
Europa wurde erst recht spät besiedelt. Die ersten Funde von Werkzeugen waren recht plumper Machart und sind nur 800000 Jahre alt. 1994 gab es einen Fund von groben Steinwerkzeugen und zahlreichen Skelettfragmenten, sie sind mindestens 780000 Jahre alt. Sie wurden dem Homo heidelbergensis zugeordnet.
Afrikanischer Ursprung neuer Linien:
Es wird darüber gestritten, ob der Homo sapiens in mehreren Regionen auf der Welt zugleich entstanden ist oder nur in Afrika.
I. Modell: Der Homo erectus und der Homo ergaster seien lediglich eine alte Variante des modernen Menschen. Die Evolution zum Homo sapiens verlief während der vergangenen 2 Millionen Jahre in der gesamten Alten Welt. Trotz regionaler Anpassungen fand immer wieder genetischer Austausch statt. Dadurch wäre die heutige großräumige Vielfalt des Menschen begründet.
II. Modell: Alle jetzigen Bevölkerungsgruppen stammen von einer einzigen Population ab, die etwa 150000-100000 Jahre alt ist. Sie lebten in Afrika. Begründet wird diese These durch Vergleichen bestimmter Abschnitte des Erbmaterials.

Quelle(n) für dieses Referat: Ian Dahl, Spektrum der Wissenschaft 1997, S.64



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