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Ecstasy eine "Designerdroge" - Referat



Ecstasy eine "Designerdroge"





0. Einleitung Seite 3
1. Grundbegriffe Seite 3
2. Die Geschichte von Ecstasy Seite 5
2.1 MDMA patentiert als Appetitzügler
2.2 Der Biochemiker Alexander Shulgin
2.3 Entwicklung zur Partydroge
3. Zusammensetzung und Wirkungsweise von Ecstasy Seite 7
3.1 Häufige Grundsubstanzen und ihre spezifische Wirkung
3.2 Ecstasy-Pillen: was noch alles drin ist
3.3 Die allgemeine Wirkung von Ecstasy-Pillen
3.4 Der Wirkungsmechanismus
3.4.1 Serotonin - das Glückshormon
3.4.2 Eingriff in den Serotoninhaushalt durch Ecstasy
3.4.3 Abbau von MDMA und Nachweisbarkeit
4. Gefahren, die von Ecstasy ausgehen Seite 17
4.1 Akute Risiken
4.2 Nebenwirkungen
4.3 Langzeitschäden
5. Abschließende Statistik Seite 19
6. Kommentar Seite 20

0. Einleitung

Ich muss gestehen, dass ich meinem Thema anfangs eher skeptisch gegenüber stand, da ich mir nicht vorstellen konnte auch nur fünf Seiten darüber berichten zu können, denn ich glaubte die wichtigsten Informationen bereits zu kennen. Dass mich Ecstasy, je mehr ich mich damit auseinander setzte, ,,in seinen Bann ziehen" würde, hätte ich nie erwartet.
Die Schwierigkeit lag weder am Verfassen der Facharbeit selbst, noch an Quellenmangel. Mein Problem war das stundenlange Abschweifen im Internet - eigentlich nur auf der Suche nach einer Kleinigkeit, wie zum Beispiel einer einzigen Strukturformel, hatte ich nach ein bis zwei Stunden wieder einen Stapel von interessanten Studien, neuen Pillenwarnungen und noch mehr Informationen frisch ausgedruckt vor mir liegen.
Herr Haber von der Polizeiinspektion Fürstenfeldbruck, hat mir mit Einzelstatistiken und weiteren landkreisbezogenen Informationen über die Drogenszene allgemein sehr weitergeholfen.
Leider wurden meine Erwartungen an das Therapiezentrum in Grafrath eher enttäuscht:
Zu meinem vereinbarten Termin wurden ,,auf die schnelle" zwei Ersatzpersonen aufgetrieben, da die Leitung, Herr Martin Däumling selbst nicht anwesend war. Die Informationen waren spärlich, da es sich bei den Therapieteilnehmern hauptsächlich um Heroin- oder Kokainabhängige handelt. Ecstasy ist deshalb hier nahezu nicht erwähnenswert.
Ich finde es jedoch sehr wichtig, über die in ihrer gefährlichen Wirkung oft unterschätzte Droge Ecstasy zu informieren. Darum hoffe ich, dass sich meine Begeisterung in der Facharbeit wiederspiegelt und sie ebenso interessant zu lesen ist, wie sie für mich zu verfassen war.


1. Grundbegriffe

Vorneweg möchte ich einige wichtige Begriffe, welche zum Verständnis der Facharbeit von Bedeutung sind erklären.
MDMA:



Dies ist der wohl wichtigste Begriff, beziehungsweise die wichtigste Abkürzung einer chemischen Bezeichnung .Hinter dieser Substanz verbirgt sich nichts anderes als das ,,ursprüngliche Ecstasy"1.


Jedoch versteht man heute unter dem Oberbegriff Ecstasy eine ganze Reihe von vollsynthetisch (nur aus einfachsten Stoffen chemisch hergestellt) erzeugten Drogen, die Amphetaminderivate. Selten kommt reines MDMA in Ecstasy-Pillen vor. Auf diese Problematik möchte ich jedoch zu einem späteren Zeitpunkt eingehen.


Amphetaminderivate:



,,Abkömmlinge chemischer Grundsubstanzen"2, hier der Amphetamine.
Die Substanzen haben nicht nur die Wirkung reiner Amphetamine (Aktivierung des
Sympathikus), sondern rufen auch Bewusstseinserweiterung und gesteigerte
Kommunikationsfähigkeit, wie bei Halluzinogenen, hervor.


Amphetaminderivate fallen unter die sogenannten harten Drogen,



wie zum Beispiel auch Heroin oder Kokain.


Psychostimulanzien:



Vor allem psychisch anregend und antriebssteigernd wirkende Arzneimittel.


Psychedelika:



Psychedelika sind bewusstseinserweiternde Substanzen, das heißt, sie steigern die
sensorische Wahrnehmung und beeinträchtigen Raum- und Zeitgefühl.


Halluzinogene:



,,Substanzen, die Sinnestäuschungen verursachen oder Sinneseindrücke verändern"3. Es ist zu beachten, dass man unter Halluzinationen keine realen Abläufe versteht, sondern dass sich diese aus zwei Komponenten zusammensetzen, nämlich der durch die Halluzinogene aus dem Unterbewusstsein aufkommenden Bilder und Gefühle der Person selbst, ebenso wie der realen Welt und somit der realen Ereignisse.


Designerdrogen:



Grundsätzlich sind Designerdrogen vollsynthetisch hergestellte Substanzen, das heißt dass die Ausgangssubstanz rein chemischer Natur ist. Die Molekularstruktur eines bereits durch das Betäubungsmittelgesetz (BtMG) verbotenen chemischen Ausgangsproduktes wird geringfügig verändert, damit die neue Droge nicht mehr von dem BtMG erfasst wird. Bei diesem Prozess bleibt die Wirkung der Droge erhalten, deren Wirkstoffkonzentration ist jedoch um ein Vielfaches höher als bei halbsynthetisch hergestellten Drogen.
Designerdrogen sind somit nicht nur hochwirksam, sondern in der Regel auch Substanzen mit hohem Suchtpotential.
Auch wenn Ecstasy oft als Designerdroge bezeichnet wird, ist dies strenggenommen nicht der Fall, da MDMA nicht aus einer bereits existierenden Droge ,,entwickelt" wurde.


Partydrogen:



Unter diesen Sammelbegriff fallen alle Drogen, die bei Techno-Parties eingenommen werden, wie zum Beispiel Speed, LSD, Kokain und das am häufigsten konsumierte Ecstasy.


Empathische Drogen:



Die spezifische Wirkung dieser Stoffe ist eine enorme Steigerung des Einfühlungsvermögens und der Wahrnehmungsfähigkeit, wodurch Kommunikationsschranken herabgesetzt werden und das Gemeinschaftsgefühl gesteigert wird.4


Entaktogene:



,,Entaktogene Stoffe öffnen und verstärken die Empfindungen und die Wahrnehmung für das eigene tiefe Innere. Sie berühren das eigene Selbst und fördern das Erleben von Ganzheitserfahrungen."5
Die Sinneswahrnehmung bleibt im wesentlichen unbeeinträchtigt. Auch Halluzinationen treten bei reinen Entaktogenen nicht auf.


2. Die Geschichte von Ecstasy

2.1 MDMA patentiert als Appetitzügler

Bereits 1914 wurde MDMA zum ersten mal von der deutschen Pharmafirma Merck synthetisiert und als Patent angemeldet. Jedoch wurde der Appetitzügler wegen den ,,seltsamen Nebenwirkungen"6 nie auf den offiziellen Pharmamarkt gebracht und verschwand bald darauf von der Bildfläche.
Auch die US-Armee testete MDMA und eine Reihe anderer psychoaktiver Stoffe 1953 an Tieren für militärische Zwecke. Auch hier war MDMA bald uninteressant.7

2.2 Der Biochemiker Alexander Shulgin



Alexander Shulgin und seine Frau Ann8


Alexander Shulgin beschäftigte sich in den USA eingehend mit psychoaktiven Substanzen. Er versuchte Wirkstoffe zu finden die psychische Krankheiten, besonders Schizophrenie, heilen konnten und synthetisierte zu diesem Zweck 179 Substanzen, eine unter ihnen: MDMA (1965).
Alle Substanzen testete er in Selbstversuchen.
Im Jahr 1977, nach vielen Selbstversuchen und Tests des MDMA an seiner Frau und Freunden, zog Alexander Shulgin den Psychotherapeuten Leo Zeff mit hinzu. Zeff und weitere seiner Kollegen sahen MDMA als ein kostbares Therapeutikum an, waren geradezu begeistert von der Wirkung und verabreichten es mehreren tausend Patienten. Ein Psychiater unter ihnen rühmte MDMA sogar als ,,(...) Penicillin für die Seele, und wenn du einmal gesehen hast, was Penicillin kann, dann verschreibst du es immer wieder."9
Um MDMA vor einem Verbot zu bewahren, wurde möglichst wenig in der Öffentlichkeit über Ergebnisse berichtet und der Kreis derer, die MDMA einnahmen wurde relativ gering gehalten.

2.3 Entwicklung zur Partydroge

Doch langsam fanden auch andere Gruppen, besonders in spirituellen Kreisen Interesse an der seelenöffnenden Substanz MDMA.
Die Bhagwan-Sekte, auch unter dem Namen Rajneeshismus bekannt, spielte eine wichtige Rolle in der Verbreitung von Ecstasy, besonders für Europa.
Gegründet wurde die Sekte von dem Inder Rajneesh Chandra Mohan, von seinen Anhängern Bhagwan (,,der Erhabene") genannt, in Indien, jedoch wanderte er im Jahre1981 nach Oregon in den USA aus, und gründete dort einen Ashram (Organisations-, Wohn- und Meditationszentrum bei von der indischen Kultur und Religion beeinflussten westlichen Sekten10). Die Sanyasin (Anhänger der Bhagwan-Sekte) konsumierten MDMA um in Kombination mit Meditation ihr tiefstes Inneres zu entdecken.
Als Bhagwan wegen Problemen mit den amerikanischen Behörden 1986 wieder zurück nach Indien ging und sich der Ashram auflöste, endete die Reise einiger Sanyasin in Europa. Mit im Gepäck befand sich unter anderem MDMA.
In den USA stieß MDMA zwischen 1981 und 1984 auch im privaten Bereich, besonders bei Studenten und Yuppies, auf immer mehr Interesse und erhielt seinen heute geläufigen Namen: Ecstasy. Es dauerte jedoch nicht lange, bis die Regierung die Gefahr, welche von MDMA ausging erkannte und so wurde 1985 MDMA in den Vereinigten Staaten verboten. Seit 1986 zählt MDMA nicht nur in Deutschland, sondern weltweit zu den gefährlichsten Substanzen und ist verboten; Einzige Ausnahme war die Schweiz, in der noch legale Versuche in Psychiatrien durchgeführt werden konnten.
Auch 1987 war ein wichtiges Jahr in der Geschichte von Ecstasy, diesmal aber in Europa:
Auf der Ferieninsel Ibiza wurde nun erstmals neben Haschisch und LSD auch Ecstasy im größeren Umfang konsumiert: damit war man fit für die Tanzpartys die oft die ganze Nacht dauerten.
Kurze Zeit später bildete sich in Manchester, England die Techno- und House-Szene. Auf den sogenannten Raves wird die ganze Nacht durchgetanzt, Droge Nummer eins ist Ecstasy.
Nun griff die Szene mitsamt Ecstasy auch schnell auf das restliche Europa über.
Während in Europa Ecstasy fast uneingeschränkt als Partydroge gilt, konsumiert es in den Vereinigten Staaten die Mehrheit zu Hause, jedoch werden auch dort immer mehr Techno- und Housepartys veranstaltet. Am meisten verbreitet ist Ecstasy jedoch nicht, wie vielleicht zu erwarten wäre, in Kalifornien, sondern in England.11

3. Zusammensetzung und Wirkungsweise von Ecstasy

3.1 Häufige Grundsubstanzen und ihre spezifischen Wirkungen

In der folgenden Auflistung möchte ich auf die am häufigsten in Ecstasy-Pillen vorhandenen Substanzen eingehen. Viele von ihnen zählen zur Gruppe der sogenannten Phenethylamine, auch in der Umgangssprache unter PEA′s bekannt.
Ich werde jedoch nicht genauer auf die sogenannten Trägermaterialien und Tablettierhilfsstoffe wie zum Beispiel Stärke, Fructose, Lactose oder Calciumcarbonat eingehen. Diese Trägermaterialien sind harmlos und werden grundsätzlich zum pressen von Pillen benötigt.

MDMA, ,,Adam": C11H15NO2



Strukturformel 12


Wie bereits im ersten Kapitel erwähnt, handelt es sich bei dieser Substanz um das ursprüngliche Ecstasy. MDMA, 3,4-Methylen-Dioxi-Meth-Amphetamin ist ebenfalls unter den Namen XTC, oder auch einfach nur E bekannt.
MDMA hat eine mittlere entaktogene, das heißt das eigene Innere wahrnehmende, Wirkung. Des weitern gilt die kontakt- und harmoniefördernde (emphatische) Wirkung von reinem MDMA ,,in der Szene als die beste überhaupt"13. Und es hat noch einen zusätzlichen ,,positiven Aspekt": eine sinnes- und bewusstseinstäuschende Wirkung ist kaum vorhanden, zumindest, wenn man den Bereich einer Einzeldosis von 50 bis 150mg nicht überschreitet. Zwischen 100mg und 200mg nimmt die halluzinogene Wirkung immer stärker zu.
Am häufigsten wurde in der Literatur, unter anderem von Alexander Shulgin, eine Wirkungsdauer von 4 bis 6 Stunden angegeben.

MDE, MDEA, ,,Eve":



Strukturformel14


Obwohl sich Methylen-Dioxy-Ethyl-Amphetamin (MDE) und MDMA in ihrer Struktur sehr ähnlich sind, gibt es doch Unterschiede in der spezifischen Wirkung:
Die stimulierende und die selbsterfahrende Wirkung ist bei MDE deutlich stärker ausgeprägt als bei MDMA, im Gegensatz zur empathischen Wirkung, die bei dieser Substanz eher schwach ist. Unter den PEA′s hat MDE die schwächste halluzinogene Wirkung.
Von Shulgin wird eine Einzeldosis zwischen 100mg und 200mg angegeben, wobei er selbst angibt, dass 200mg wohl doch ,,eine zu hohe Dosis gewesen sein"15 könnte.
Allgemein gilt, dass die Dosis von MDE etwas höher angesetzt ist als die von MDMA.
Die Wirkungsdauer liegt bei drei bis fünf Stunden.

MBDB, ,,Eden":
Aus den Aufzeichnungen von Alexander Shulgins ist zu schließen, dass
N-Methyl-1-(1,3-benzodioxol-5-yl)-2-butylamin eine ähnlich empathische Wirkung hat wie MDMA. Jedoch kann auch er bestätigen, dass die antriebssteigernde Wirkung vollkommen ausbleibt. Folglich ist reines MBDB eher ungeeignet für Techno-Partys.
Allerdings ist die selbsterfahrungssteigernde Wirkung die derzeit intensivste überhaupt. Eine halluzinogene Wirkung ist in keiner Literatur beschrieben, auch nicht, wenn die Einzeldosis von 180mg bis zu 210mg überschritten wird.
Man geht von einer drei- bis sechsstündigen Wirkungsdauer aus.

MDA:
Strukturformel16


3,4-Methylen-Dioxy-Amphetamin wurde bereits 1910 zum ersten Mal synthetisiert. Anders als MDMA, wurde es nicht als Appetitzügler, sondern als Medikament bei Grauem Star und Husten eingesetzt und dient heute als Ausgangsstoff für Amphetaminderivate.
Von allen PEA′s ist MDA am stärksten sinnes- und bewusstseinstäuschend (,,die halluzinogene Wirkung liegt in etwa zwischen MDMA und LSD"17). Über die entaktogene, also selbsterfahrungssteigernde Wirkung sind jedoch unterschiedliche Meinungen in der Literatur vertreten. Im allgemeinen gilt MDA als weniger entaktogen wirkend als MDMA, Shulgin jedoch berichtet bei gewissen Dosen etwas anderes:
,,(...) und warum meine Art, wie jedermann seine Art, einzigartig ist. Ich sah, dass jede Begegnung oder Ereignis eine Möglichkeit zum Wachsen ist, und eine Gelegenheit für mich, meine Ganzheit zu erkennen, wo ich bin, hier und nun, (...). Ich wurde daran erinnert, den Moment voll aus zu schöpfen und ich fühlte, das zu sehen war ein Anzeichen, dass ich auf der richtigen Fährte war."18
Die kontakt- und harmoniefördernde Wirkung von MDA wird als wesentlich schwächer angegeben als die des MDMA, obwohl ein gesteigertes Mitteilungsbedürfnis zu beobachten ist. MDA gilt in höheren Dosen als äußerst toxisch und übertrifft in diesem Punkt alle bisher genannten Substanzen. Die Wirkungsdauer beträgt vier bis acht Stunden.
Eine Einzeldosis, nach Shulgins Angaben, liegt bei etwa 80mg bis 160mg, wobei Shulgin bei der letzteren Angabe von Muskelzittern und Krämpfen berichtet, welche deutlich vor den positiven Wirkungen dominieren.

2C-B:
Strukturformel19


4-Bromo-2,5-Dimethoxy-Phenethylamin ist , wie aus dem Namen bereits hervorgeht, ein Phenethylamin.
Besondere Vorsicht ist hier gerade bei der Dosierung geboten, denn der Bereich einer Einzeldosis liegt zwischen 12mg und 24mg. Schon eine Dosiserhöhung von wenigen mg kann extreme Wirkungsänderungen hervorrufen. Shulgin spricht von einer ,,steilen Dosis/Wirkungskurve"20. Bei niedriger Dosierung kann man 2C-B als einen ,,milden Sinnesverstärker"21 bezeichnen, der auch leicht halluzinogen wirkt. Jedoch wirkt 2C-B bei einer Dosis über 30 mg sehr stark sinnes- und bewusstseinstäuschend. Auch von einer aphrodisierenden Wirkung ist die Rede, jedoch ist diese größten Teils vom Umfeld abhängig. Die Wirkungsdauer wird mit vier bis acht Stunden angegeben.

DOB:
Strukturformel22


2,5-Dimethoxy-4-Bromamphetamin ist das Amphetamin-Analog zu 2C-B und hat eine wesentlich höhere Wirksamkeit als 2C-B. Eine Dosis von 1 bis 3mg DOB reicht aus, um eine entaktogene Wirkung, die der von MDA sehr nahe kommt, zu erzielen. Die halluzinogene Komponente ist jedoch bis zu 100fach stärker.23
Durch Isotopenversuche konnte man den Weg des DOB im Körper verfolgen und stellte fest, dass DOB sich zuerst in der Lunge anreichert und erst nach einigen Stunden im Gehirn nachweisbar ist. Es wird vermutet, dass eine Umwandlung von DOB in einen dann erst aktiven Stoff in der Lunge erfolgt, welcher schließlich zum Gehirn weitergeleitet wird. Dies würde auch erklären, warum eine relativ lange Zeitverzögerung zwischen der Einnahme von DOB und Einsetzen der Wirkung vorhanden ist und ebenfalls begründen warum sich die Wirkung von DOB von achtzehn bis dreißig Stunden erstreckt.

3.2 Ecstasy-Pillen: Was noch alles drin ist

Unter den im Kapitel 3.1 aufgeführten Stoffen versteht man die zur Herstellung von Ecstasy am häufigsten verwendeten Substanzen.
Jedoch ist gerade bei Ecstasy bekannt, dass die Ausgangsstoffe häufig durch weitere Substanzen, zum Beispiel andere Drogen oder Toxine, wie Rattengift gestreckt, und nicht nur die oben erwähnten Trägerstoffe zu diesem Zweck verwendet werden.
Wer sich eine Ecstasy-Pille für ca. € 10 bis € 15 kauft, weiß nicht was er kauft, wie dieser Pillencheck aus dem Jahr ´98 24 deutlich zeigt:



Diagramm25


Selbst dieser Pillencheck kann eigentlich nicht den Umfang der verwendeten Substanzen festhalten, da die untersuchten Pillen nur einen winzigen Teil der sich im Umlauf befindlichen Pillen darstellt. Trotzdem möchte ich mich in den folgenden Absätzen darauf stützen und auf die aufgelisteten Stoffe kurz eingehen.

Amphetamin:
Wie man sieht spielt besonders Amphetamin, unter dem Szenenamen Speed oder Pep bekannt, eine größere Rolle, da fast ein viertel der Pillen Speed enthielten.
Strukturformel26


Von der Struktur ist Amphetamin natürlich seinen Derivaten sehr ähnlich. Auch viele Wirkungen sind annähernd zu vergleichen, wie zum Beispiel die antriebssteigernde
Wirkung.
Amphetamin zählt zu den sogenannten indirekt wirkenden Sympathomimetika. Das bedeutet, dass Amphetamin im Vergleich zu direkt wirkenden Sympathomimetika nicht nur Noradrenalin und Adrenalin freisetzt, sondern zusätzlich dessen Wiederaufnahme hemmt. Die Folge ist eine Aktivierung des sympathischen Nervensystems:
Anstieg der Herzfrequenz, gesteigerte Durchblutung der Muskeln, gehemmte Tätigkeit von Verdauungs- und Geschlechtsorganen.

Methamphetamin:
Strukturformel27


Wie auch das Amphetamin, zählt Methamphetamin zu den indirekt wirkenden Sympathomimetika. Im Prinzip handelt es sich um die gleiche Wirkungsweise, jedoch wirkt Methamphetamin über einen längeren Zeitraum und die psychostimulierende Komponente ist stärker ausgeprägt als bei Amphetamin.
Methamphetamin kam im zweiten Weltkrieg bei deutschen Frontsoldaten zum Einsatz, damals unter dem Handelsnamen Pervitin® und ist in Thailand seit einigen Jahren unter dem Namen Yaba der Verkaufsschlager unter den Drogen, da eine ungewohnt hoher Qualität vorliegt: fast 100% reines Methamphetamin.
In Europa ist Yaba, oder auch Crystal Speed jedoch bis jetzt nur in der Schweiz und Holland in größeren Mengen sichergestellt worden. Hier besteht besonders die Gefahr der Überdosierung, wenn Yaba unwissentlich für Speed oder Ecstasy gehalten wird.

Atropin:
Atropin kommt in vielen der sogenannten Nachtschattengewächse vor - die bekannteste unter ihnen ist die Tollkirsche - und ist eine legale Droge.
Atropin zählt zu den Parasympatholytika, das heißt es hemmt kompetitiv die Erregungsübertragung an parasympathischen Synapsen und wirkt somit antriebssteigernd.
In der Medizin kommt es unter anderem als ,,klassisches Antiparkinsonmittel"28 zum Einsatz.
Für Rauschzustände als Droge eingenommen, sind jedoch die Nebenwirkungen deutlicher ausgeprägt als die zu erwartenden positiven Wirkungen, wie schwächste Halluzinationen.

Coffein:
Allgemein bekannt, vertreibt Coffein Müdigkeitserscheinungen, wirkt aber auch leichten Kopfschmerzen entgegen. In höherer Dosierung, ca. acht Tassen Kaffee und mehr, wirkt es sogar euphorisierend, jedoch können Herzrasen und Nervosität als Nebenwirkung auftreten.
Auch Entzugserscheinungen wie Kopfschmerzen, Nervosität, Konzentrationsstörungen und Reizbarkeit können bei Menschen die mehr als acht Tassen täglich konsumieren auftreten.29

Eine Substanz, die nicht in dem Pillencheck von ´98 erscheint, jedoch aktuell für Aufregung und etliche Pillenwarnungen sorgt, möchte ich zusätzlich ansprechen:
PMA:
Strukturformel30


Ein wichtiger Aspekt ist die preisgünstigere und einfachere Herstellung von PMA gegenüber den sonst in Ecstasy verwendeten Phenethylaminen. Dies sorgte eigentlich erst dafür, dass Paramethoxyamphetamin für die Streckung von Pillen oder zur Produktion fast reiner PMA-Pillen verwendet wurde.
Bei einer kleinen Dosis, was ca. 0,6mg/kg Körpergewicht entspricht31, ist das Rauscherlebnis gegenüber dem von Alkohol ähnlich. Erst spät, im Vergleich zu Ecstasy, setzen die Wirkungen, rascher Anstieg der Körpertemperatur und des Blutdrucks, ein. Hinzu kommt die Wahrnehmung von halluzinogen-ähnlichen Nachbildern und anomale Körperempfindungen, wie zum Beispiel Kribbeln oder Pelzigsein der Haut, Einschlafen der Glieder und ähnliche Effekte.32
Doch genau diese geringe Dosisspanne und die verzögert eintretende Wirkung, ebenso wie eine geringere psychische Komponente machen PMA so gefährlich:
Der Konsument erwartet das Einsetzen der Wirkung früher und stärker, nimmt an, dass die Dosis zu niedrig war und schluckt weitere Pillen. Es kommt zur Überdosierung.
Die Einnahme mehrerer Konsumeinheiten, die für Ecstasy gehalten werden ist der Grund für den so oft tödlichen Ausgang von PMA.
Europaweit stehen mehrere Pillen mit ausführlicher Beschreibung auf den Pillenwarnungslisten, von ihnen enthalten die meisten PMA. Hier nur einige Beispiele:



- ! Mitsubishi, beige - ! Mitsubishi, rot gesprenkelt
- ! Elefant, ohne Farbangabe - E, weiß
- Superman, beige oder blau - Stern, beige gesprenkelt
- Nike, schmutzig-weiß - Herz, weiß 33


3.3 Die allgemeine Wirkung von Ecstasy-Pillen

Bei der Vielfalt an Substanzen die in Ecstasy-Pillen verarbeitet werden, ist es natürlich nicht möglich Aussagen über die spezifische Wirkung von Ecstasy zu machen und ich möchte ausdrücklich darauf hinweisen, dass alle von mir aufgezählten Wirkungen als Verallgemeinerung für die große Masse der Pillen zu verstehen sind.
Grundsätzlich kann man die Wirkung von Ecstasy in zwei Bereiche unterteilen, nämlich die Wirkung auf den Körper und die Wirkung auf die Psyche.

Wirkung auf den Körper:
Etwa 20 bis 60 Minuten nach der Einnahme beginnt Ecstasy seine Wirkung zu entfalten.
Schwitzen, ebenso wie leichte Übelkeit und Schwindel, Gliedersteifheit, geweitete Pupillen und ein trockener Mund können die Hauptwirkungen von Ecstasy einleiten. In seltenen Fällen wird auch von Jucken und Herzrasen berichtet.
Die Anfangserscheinungen werden durchschnittlich schnell von dem sogenannten Hauptrausch abgelöst, die anregende Wirkung setzt ein: Energie durchströmt den Körper, die Müdigkeit verschwindet schnell und das Berührungsempfinden wird, bei gleichzeitiger Abnahme des Schmerzempfindens, Hunger- und Durstgefühls, gesteigert. Mit anderen Worten: die Warnsignale des Körpers werden durch Ecstasy ausgeschaltet.
Auf die hierdurch entstehenden Risiken möchte ich jedoch in einem eigenen Kapitel eingehen.

Wirkungen auf die Psyche:
Ecstasy wird oft als ,,heartopener" bezeichnet: durch die gesteigerte Kommunikationsfähigkeit finden Konsumenten leicht Kontakt. Sie verspüren eine starke Verbundenheit zu ihrem Gegenüber, Aggressionen werden abgebaut, die Person ist vollkommen entspannt und verspürt enorme Glücksgefühle - im nächsten Kapitel werde ich auf das Zustandekommen dieses Glücksgefühls genauer eingehen. Je nach Zusammensetzung wird auch von akustischen und optischen Halluzinationen berichtet.
Bei der Wirkung auf die Psyche ist besondere Vorsicht geboten, denn was viele nicht wissen:
Ecstasy ist ein Gefühlsverstärker. Das bedeutet, dass die Wirkung von Ecstasy stark von der inneren Einstellung und Erwartungen der Person selbst und dessen Stimmungslage abhängig ist.
Besonders anschaulich ist diese gefühlsverstärkende Wirkung von Helmut Kuntz festgehalten worden:
,,An Rave-Parties sieht man jedenfalls nicht nur in strahlende Augen, sondern auch in stumpfe, entsetzte, traurige oder hoffnungslose Einsamkeit signalisierende Augen. Man trifft auf absolut geborgene, glückliche Menschen ebenso wie auf absolut verlorene Gestalten, die nicht mehr wissen, wer und was und wie sie sind."34

3.4 Der Wirkungsmechanismus

3.4.1 Serotonin - das Glückshormon
Der Neurotransmitter, welcher bei Einnahme von Ecstasy hauptsächlich beeinflusst wird, ist das Serotonin. Gebildet wird es aus der essentiellen Aminosäure Tryptophan, die der menschliche Körper jedoch nicht selbst synthetisieren kann, sondern durch Nahrungsaufnahme anreichern muss. Obst und Gemüse enthalten Tryptophan, davon scheinen unter anderem Tomaten, Walnüsse, Auberginen, Kiwis, Melonen, Erdbeeren, Himbeeren, Ananas, Bananen und Sesam einen besonders hohen Anteil der Aminosäure zu enthalten.
Serotonin kommt auch in Darm, Magen und Thrombozyten vor, jedoch möchte ich nur auf die für den Wirkungsmechanismus von MDMA wichtigen Bereich, das Zentrale Nerven System eingehen.
Da Serotonin in größeren Konzentrationen in den zentralen Synapsen im Hypothalamus vorhanden ist, steuert es unter anderem Nahrungsaufnahme, Wach-Schlaf-Rhythmus, Schmerzempfinden, Körpertemperatur, Sexualtrieb, Erinnerungs- und Lernvermögen und den Gemütszustand, der besonders bei MDMA-Einwirkung eine wichtige Rolle spielt.
Kann man Serotonin jedoch tatsächlich als Glückshormon bezeichnen? - Ja!
Der Mensch hat durchschnittlich 10mg Serotonin in seinem Körper verteilt35, 0,5g/d Tryptophan sollte man täglich zu sich nehmen um den empfohlenen Bedarf zu decken. Sinkt der Serotoninspiegel, sinkt auch unsere Stimmung, während unser Appetit größer wird: der Körper will den zu niedrigen Wert ausgleichen. Wird der Serotoninmangel nicht bald ausgeglichen, ist dies für das Gehirn ein Stresszustand. Die Folgen sind Depressionen und Angstzustände, die zu Zwangsneurosen führen können. Es wurde auch ein Zusammenhang zwischen einem geringen Serotoninspiegel und Migräne, ebenso einem gesteigertem Schmerzempfinden festgestellt.

3.4.2 Eingriff in den Serotoninhaushalt durch Ecstasy
Ich möchte darauf hinweisen, dass ich mich ausschließlich auf MDMA und dessen Wirkungsmechanismus beziehe. Andere, beigemischte Substanzen, wirken auch auf andere Neurotransmitter, wie zum Beispiel Amphetamin, das Einfluss auf den Noradrenalin- und Dopaminhaushalt hat.

Unter normalen Bedingungen löst ein eingehender Reiz an einer zentralen Synapse die Ausschüttung von Serotonin, das in sogenannten synaptischen Bläschen gespeichert ist, aus dem Endknöpfchen in den synaptischen Spalt aus. Serotonin bindet an den spezifischen Rezeptoren, die auf der subsynaptischen Membran sitzen, gibt so den Reiz an die Nachbarzelle weiter und löst sich nach kurzer Zeit ab, um wieder in das Endknöpfchen aufgenommen und in den synaptischen Bläschen gespeichert zu werden.

normaler Zustand


Unter Ecstasy-Einwirkung wird ohne jeglichen Reiz Serotonin in größerem Umfang ausgeschüttet. Zusätzlich blockiert MDMA eine neuronale Wiederaufnahme von Serotonin und somit die Speicherung in synaptischen Bläschen. Die Folge ist eine stark erhöhte Serotoninkonzentration im synaptischen Spalt. Dies zieht wiederum eine ,,Dauerbesetzung" der Rezeptoren nach sich und somit eine Art Reizüberflutung.
mit Ecstasy

Die spürbaren Veränderungen für den Menschen sind Glücksgefühle, Entspannung, seelische Ausgeglichenheit, Appetitlosigkeit, Blutdruckanstieg, Euphorie, vermindertes Schlafbedürfnis, gesteigerte Leistungsfähigkeit und gesteigertes Selbstbewusstsein.

3.4.4 Abbau von MDMA und Nachweisbarkeit
Nachdem ein kleiner Teil über den Blutkreislauf das Gehirn erreicht hat, werden rund zwei Drittel des konsumierten MDMAs unverändert über die Niere ausgeschieden, weitere 7% werden zu dem besser nachweisbaren MDA metabolisiert. Das restliche im Körper verbleibende MDMA wird enzymatisch in der Leber abgebaut und schließlich als Säure im Urin ausgeschieden. Alle sechs Stunden wird diese Menge ungefähr halbiert.36
Nachweisbar ist Ecstasy im Urin, 1 bis 4 Tage, im Blut, ca. einen Tag und in den Haaren, für mehrere Monate.37

4. Gefahren, die von Ecstasy ausgehen

4.1 Akute Risiken

Die Risiken beim Ecstasy-Konsum liegen auf der Hand:
Ecstasy macht im hohen Grad psychisch, jedoch nicht körperlich abhängig. Allerdings können die psychischen Faktoren wie Depressionen der Person ein Gefühl der physischen Abhängigkeit vermitteln.
Man kann nie genau wissen, was für Stoffe zur Produktion der Pillen verwendet wurden. Die Dauer und Intensität des Rausches können nicht abgeschätzt werden. Falls Substanzen mit höherem Wirkungsspektrum mitverarbeitet wurden, kann es leicht zu Überdosierungen kommen.
Dies kann fatale Folgen haben, denn bei einer Überdosierung sind starker Blutdruckanstieg, Herzrasen sowie Herzrhythmusstörungen, gesteigerte, schwerere Atmung und extremer Anstieg der Körpertemperatur die Folge. Ab einer Körpertemperatur von 40° C können Gehirnzellen beeinträchtigt werden, der Konsument kann das Bewusstsein verlieren und in ein Koma fallen. Erreicht die Körpertemperatur 42° C und höhere Werte, werden innere Organe geschädigt.38 Auch innere Blutungen von Magen, Gehirn, Dick- und Dünndarm können durch die langanhaltende, stark erhöhte Körpertemperatur auftreten. Wieder ist die Folge Koma und nach sechs bis vierundzwanzig Stunden, Tod durch Organversagen.
Doch auch bei normaler Dosierung besteht die Gefahr der stark ansteigenden Körpertemperatur. Da weder Durst- noch Hungergefühl vorhanden sind, trinken viele Konsumenten zu wenig und der Körper leidet unter Flüssigkeitsmangel, womit wiederum ein direkter Körpertemperaturanstieg verbunden ist.
Durch stundenlanges Tanzen und Unterdrückung der Ermüdungserscheinungen ist der Körper oft so geschwächt, dass die Person kollabiert.
Auch die gesteigerte Atmung, Puls- und Herzfrequenz, sowie für einen gesunden Menschen harmlose Medikamente, die auch zum Strecken der Pillen verwendet werden, können zum Beispiel für Asthmatiker, Personen mit Herz-Kreislauf-Krankheiten, Nieren- und Leberproblemen, Epilepsie und Diabetes schwerwiegende Folgen haben.
Durch die größere Menge an Stoffwechselabbauprodukten können Niere und Leber in ihrer Funktion beeinträchtigt und sogar geschädigt werden. Nicht selten wird, gerade in Zusammenhang mit Mischkonsum von Ecstasy und Alkohol, von Nieren und Leberversagen berichtet.
Bei Mischkonsum sind je nach Pillenzusammensetzung und zusätzlich konsumierter Droge die Wirkungen stark von einander abweichend. Grundsätzlich gilt, dass durch den Mischkonsum die positiven Wirkungen, wenn überhaupt, nur leicht gesteigert werden, jedoch die Nebenwirkungen erheblich zunehmen. Eine besonders gefährliche Kombination scheint auch die von Ecstasy und Atropin zu sein, da das Parasympatholytikum die Fähigkeit des Körpers zu schwitzen einschränkt.39
Da die Wirkung von Ecstasy auch von der eigenen Psyche abhängt, wird nicht selten von Horrortrips berichtet, welche mit Angstattacken und Wahnvorstellungen einhergehen.
Die selbsterfahrende, seelenöffnende Komponente, weswegen MDMA in der Psychiatrie von vielen geschätzt wurde, wird einigen Konsumenten heute zum Verhängnis. Durch Ecstasy können sogenannte ,,latent vorhandene Psychosen"40 aufgedeckt werden. Das bedeutet, dass verdrängte Erfahrungen aus dem Unterbewusstsein durch Ecstasy wieder ins Bewusstsein geholt werden können. Die betroffene Person ist jedoch nicht unbedingt dafür bereit oder gar darauf vorbereitet. Dies kann zu schweren psychischen Problemen führen wie zum Beispiel Paranoia.
Was von vielen unterschätzt wird, ist die noch lange nach dem Rausch eingeschränkte Fahrtauglichkeit, was sowohl für den Betroffenen selbst, als auch für andere Personen eine Gefahr darstellt.
Eine Studie aus Amerika stellte fest, dass die Rate von Todgeburten bei Ecstasy konsumierenden Schwangeren sechs mal höher ist, als bei Nichtkonsumenten.41

4.2 Nebenwirkungen

Zwei bis drei Tage lang nach dem Konsum von Ecstasy kann es zum sogenannten ,,Psychokater" oder ,,Katerstimmung" kommen. Die Symptome sind zum Beispiel weiterhin anhaltende Appetitlosigkeit, Müdigkeit und Erschöpfung, Durchschlafstörungen, mangelnde Konzentration, depressive Stimmung und mangelnde Motivation.
Bei regelmäßigem Konsum können Kopfschmerzen, Ein- und Durchschlafstörungen, Nervosität und Unruhe, Gereiztheit und anhaltende Gefühlsschwankungen, Konzentrationsstörungen und bei Frauen Zyklusprobleme auftreten.42
Bei häufigem Gebrauch entwickelt sich schnell eine sogenannte Tachyphylaxie, was nichts anderes bedeutet, als dass sich der Körper rasch an Ecstasy gewöhnt und dessen Wirkung stark nachlässt. Zusätzlich wird bei Ecstasy eine Verstärkung der Nebenwirkungen beobachtet.

4.3 Langzeitfolgen

Viele Studien lassen darauf schließen, dass Ecstasy bleibende Schäden beim Menschen hinterlässt, jedoch ist dies bis heute noch nicht eindeutig erwiesen.
Bereits in mehreren Studien wurde eine Schädigung des Lang- und besonders des Kurzzeitgedächtnisses festgestellt. Hier scheint nicht der Konsum über einen längeren Zeitraum, sondern die im Endeffekt genommene Gesamtmenge an Ecstasy ausschlaggebend zu sein.
Von psychotische Störungen wie Halluzinationen, Wahnvorstellungen und sogenannte Personenverkennung, bei der Personen verwechselt werden, sind Dauerkonsumenten stärker betroffen als Gelegenheits- oder Probierkonsumenten.
Auch mangelnde Konzentration und Schlafstörungen treten häufig nach längerem Ecstasy Konsum auf.
Besonders erschreckend waren mehrere Studien über die Verkümmerung und vollkommene Zerstörung der serotonergen Neuronen im Gehirn, als Folge der Serotonin-Überflutung. Es wird vermutet, dass auch HHMA, ein Abbauprodukt des Ecstasy hierfür verantwortlich ist. Die Schäden an den Nervenzellen sind bleibend. Es werden zwar teilweise die Neuronen neugebildet, jedoch sind diese unvollständig und stark verändert, so dass sie nur eingeschränkt funktionsfähig sind.
Hinzu kommt noch eine Verringerung der Serotoninrezeptoren auf der subsynaptischen Membran durch die nach dem Rausch über mehrere Tage andauernde, stark abgefallene Serotoninkonzentration.
Die Folge ist dauerhafter Serotoninmangel, was zu depressiver Stimmung und Depressionen führt.
Auch parkinson-ähnliche Symptome, wie Bewegungsstörungen, sind den Wissenschaftlern aufgefallen. Diese seien auf die Degeneration der dopaminergen Neuronen zurück zu führen.
In vielen Fällen traten, gerade bei Dauerkonsumenten Identitäts- und Verhaltensstörungen auf.

5. Abschließende Statistik

Die Polizeidirektion Fürstenfeldbruck umfasst die Landkreise Dachau, Starnberg, Fürstenfeldbruck und Landsberg.


Die Statistik für 2001 Insgesamt teilte mir Herr Haber netter Weise bereits vor der allgemeinen Veröffentlichung am 01.02.2002 mit. Aus diesem Grund habe ich auch keine Information über den Verlauf im jeweiligen Landkreis in diesem Jahr.
Im Jahr 2001 wurden bei der Polizeidirektion Fürstenfeldbruck in 38 Fällen Ecstasy, in 8 Amphetamine und in 563 Cannabisprodukte sichergestellt.
Der Trend ist zwar weiterhin ein Anstieg der Sicherstellung von Ecstasy, im Gegensatz zu beispielsweise LSD, jedoch werden weiterhin am häufigsten Cannabisprodukte in den vier Landkreisen sichergestellt.
Die Aufklärungsquote bei Rauschgiftkriminalität ist im Vergleich zur Quote anderer Delikte (um die 50 -60%) extrem hoch. Man spricht von sogenannten Kontrolldelikten, da es sich bei den Personen, bei denen die Rauschmittel sichergestellt werden meist um die Täter selbst handelt. Die Aufklärungsquote lag im Jahr 2001 bei 98,1%.
Allein im Landkreis Fürstenfeldbruck, hierzu zählen die Polizeiinspektion Fürstenfeldbruck selbst, die Polizeiinspektion Germering, Gröbenzell und Olching, wurde in 9 Fällen 52 Konsumeinheiten Ecstasy sichergestellt.
In den 1041 Fällen von Rauschmittelkriminalität im Jahr 2000 konnten 879 Tatverdächtige ermittelt werden. Von ihnen waren 209 oder 23,8% Jugendliche, also im Alter von 14 und 18 Jahren und 14 noch Kinder. Jeder zehnte Tatverdächtige der wegen eines Verstoßes gegen das BtMG angezeigt wurde war ein Ausländer.
In den vier zur Polizeidirektion Fürstenfeldbruck gehörenden Landkreisen starben im Jahr 2000 acht Männer und drei Frauen an den Folgen von Drogenkonsum; 34043 Drogentote gab es in Bayern, knapp über 200044 in ganz Deutschland.

6. Kommentar

Abschließend möchte ich mich besonders bei Herrn Haber von der Polizeiinspektion Fürstenfeldbruck bedanken. Er hatte sich sehr bemüht, die Einzelstatistiken der jeweiligen Jahre bei der Kriminalpolizei anzufordern und sich, trotz derzeitigem Stress, viel Zeit für meine Fragen genommen. Besonders hoch rechne ich ihm die vollständige Statistik für das Jahr 2001 an, so konnte ich mein Diagramm vollständig in die Facharbeit einbringen.
Ich möchte am Ende meiner Facharbeit nochmals besonders auf die Gefahr, des scheinbar endlosen Spektrums der in Ecstasy enthaltenen Substanzen aufmerksam machen.
Ich selbst kenne Personen, die bereits öfters Ecstasy konsumiert haben und die meisten sagen selbst, sie hätten ,,bis jetzt Glück gehabt" keine ,bad pills′ erwischt zu haben. Immerhin gibt es Menschen, welche nach einmaligem Konsum psychisch am Ende sind oder an den Nebenwirkungen sterben.

Ecstasy wird oft in seiner Wirkung unterschätzt und keiner weiß welchen Preis man Jahre später für einige Stunden Spaß zahlen muss.



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