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EU Osterweiterung - Referat



Die EU-Osterweiterung:

Eine Chance oder eine Gefahr für die Deutschen/ die deutsche Wirtschaft?



Am 1. Mai wurde die EU um 10 neue Mitgliedsstaaten erweitert. Nun stellt sich die Frage, ob uns Deutschen dadurch eine neue Chance, neue Absatzmärkte und Arbeitsmöglichkeiten entstehen oder nicht. Eine weitere Frage ist, ob Firmen ins Ausland, in so genannte Billig-Lohn-Länder, abwandern und so Arbeitsplätze in Deutschland vernichten werden. Die deutschen Medien machen „Panik“. Viele Deutsche befürchten, dass sie durch die Osterweiterung ihren Arbeitsplatz verlieren könnten. Aber sind diese Befürchtungen wirklich berechtigt? Planen große deutsche Firmen wirklich die Auswanderung in Billig-Lohn-Länder? Viele dieser Befürchtungen sind berechtigt, denn viele deutsche Firmen können den extrem niedrigen Löhnen einfach nicht widerstehen, da sie ansonsten im Konkurrenzkampf mit anderen Firmen einfach nicht mehr mithalten könnten/können. Ein Beispiel: Eine Näherin (in einer Firma) verdient in Deutschland rund 900€ pro Monat. In Tschechien hingegen verdient eine Näherin mit gleicher Arbeitszeit(eher mehr) nur ca. 90€ pro Monat. Wenn wir noch weiter nach Osten gehen, nämlich nach Weißrussland, sehen wir noch größere Armut, dort verdient eine Näherin(wieder die gleichen Bedingungen wie in Deutschland) nur 40-60€ pro Monat. Bei diesen Löhnen die bei ca. 10% des deutschen Lohnes liegen, kann man den Firmen nicht verdenken, dass sie abwandern.

Also warum ist die Wirtschaft so sehr für die EU-Osterweiterung?

Diese Frage lässt sich, ohne auf Details einzugehen, leicht beantworten. Der Grund dafür ist die Globalisierung und die dadurch entstehenden Vorteile für die Firmen. Durch die Globalisierung entstehen neue Absatzmärkte und ein größeres Angebot an Arbeitssuchenden. Da nicht nur Preise, sondern auch Löhne nach Angebot und Nachfrage geregelt werden, können die Firmen in Gegenden, in denen eher Armut herrscht, billig produzieren und in den eher reichen Ländern diese Waren teuer verkaufen. Kurz: Die Produktionskosten werden niedrig gehalten, die Verkaufspreise bleiben hoch. Also entsteht ein größerer Gewinn für die Firmen!

Europa ist ein großer Binnenmarkt. Dies wurde durch die Einführung einer gemeinsamen Währung, dem Euro, natürlich noch verstärkt. Und je größer der Markt umso mehr können die Firmen verdienen(Grund: Zölle).

Mindert die Globalisierung die Armut in der Welt

oder verschlimmert sie die Situation?

Diese Frage ist schwer zu beantworten. Natürlich schafft die Globalisierung viele Arbeitsplätze in ärmeren Ländern und gibt dadurch den Menschen die Möglichkeit ein wenig Geld zu verdienen, aber werden die Menschen dort nicht ausgebeutet und ausgenutzt? Dieses Thema können uns nicht einmal unsere Politiker eindeutig beantworten. Ich denke, dass wir um eine Globalisierung nicht herum kommen, da sie zum Fortschritt gehört und den wollen und können wir nicht aufhalten. Zu diesem Thema würde ich gerne eure Meinungen hören. Seid ihr der Meinung, dass die Globalisierung die Armut lindert oder findet ihr, dass die Globalisierung die Armut verschlimmert?

Bringt die EU-Erweiterung auch
Nachteile für die neuen Mitglieder?

Insbesondere auf die so genannten Billig-Lohn-Länder bezogen?

Dazu kann man eigentlich nur sagen, dass es kein Land gibt, dem die EU-Erweiterung nur Vorteile bringt. In den Niedrig-Lohn-Ländern war es bis jetzt so, dass die Löhne zwar extrem niedrig waren, aber auch die Preise sehr viel niedriger waren als z.B. in Deutschland (trotzdem ist die Bevölkerung dort natürlich sehr arm). Nun kommen diese Länder in die EU. Die Firmen freuen sich und auch viele Menschen (mit der Hoffnung auf einen Arbeitsplatz und ein besseres Leben). Aber die Firmen wollen ja nicht billig produzieren um dann in diesen Ländern ihre Ware zu billigen Preisen zu verkaufen, denn das würde keine vollständige Gewinnausschöpfung bedeuten. Also werden die Preise, die vor der EU Erweiterung galten, erhöht. Daran ist ja rein theoretisch nicht auszusetzen, solange die Preise proportional zum Lohn steigen. Aber das machen die meisten Firmen natürlich nicht. Es ist Fakt, dass die Preise an die Standards anderer EU-Länder angepasst werden müssen, aber nur wenn die Erhöhungen sozial verträglich sind. Leider „vergessen“ die Firmen meist die Löhne gleichzeitig oder vor den Preiserhöhungen auch an EU Standards an zu passen. Das Prinzip ist einfach: Erst billig produzieren, in anderen Ländern die Ware teuer verkaufen und die Preise in den ärmeren Gegenden erhöhen. Also zu versuchen die maximale Gewinnausschöpfung zu erzielen. Wenn dann die Bevölkerung (fast) kein Geld mehr hat, dann erhöhen die Firmen vielleicht auch mal die Löhne.

Nun sollte man sich überlegen ob diese Menschen nicht noch viel schlechter dran sind als wir. Und einige Leute sollten vielleicht aufhören sich zu beklagen, dass die EU-Erweiterung für Deutschland schlecht ist und dass die deutschen dadurch zur armen Nation werden.

Copyright Bennit Schmieder



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