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Die Utopie - Referat



Der Begriff Utopie stammt von den griechischen Wörtern ou (kein/nicht) und topos (Ort) ab und bedeutet zusammengesetzt also Kein-Ort. Eine Utopie ist das Wunschbild einer fiktiven Gesellschaftsordnung, die nicht an zeitgenössische historisch-kulturelle Rahmenbedingungen gebunden ist. Im alltäglichen Sprachgebrauch ist ‘Utopie’ ein verwendeter Begriff für den Wunschtraum. Bisher handelt es um eine Gesellschaftsordnung, die an noch keinem Ort existiert und nur eine Idee der Zukunft ist.

Thomas More war der erste Autor, welcher im Jahr 1516 eine Utopie verfasste. More bildete den Begriff ‘Utopia’ aus dem griechischen ou-topos, welches er in der deutschen Übersetzung als ‘Kein-Ort’ deklarierte. Im Kontrast dazu bedeutet die sinngemäße Übersetzung ‘ein guter Ort’.

Geschichte der Utopie
Ab Beginn des 19. Jahrhunderts wurden viele utopische Literaturschriften mit den im realen Leben geschehenden Entwicklungen vereint. Diese Modernisierung verändert nun die Sichtweise der Utopie. In der Vergangenheit existierten Utopien in einer fiktiven Welt, in welche man reisen musste. Dies wird beispielsweise in Thomas More´s ‘Utopia’ beschrieben, dort liegt die fiktive Inselgesellschaft Utopia im Atlantischen Ozean. In der modernen Zeit wird die Utopie nun als eine erreichbare Zukunft dargestellt, welche in der Ferne liegt. Das erste Paradebeispiel dafür ist Louis-Sebastien Mercier´s ‘Das Jahr 2440’ aus dem Jahr 1770. Mercier´s hat die moderne Form der Utopie bereits vor dem Aufkommen der modernisierten Sichtweise verfasst. Jedoch war sein Werk ‘Das Jahr 2440’ kein ausschlaggebender Faktor für die Veränderung der utopischen Aspekte.

Mit dem technischen, akademischen, szientifischen und sozialen Fortschritt kam die Erwartung alle Formen der Knappheit und der Suppression zu beenden. Dies ist die sogenannte ‘Wissenschaftlich-technische Utopie’.

Diese Utopien waren ein wichtiger Bestandteil sozialer Fragen zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Viele Utopisten wie zum Beispiel Robert Owen sahen aufgrund der gewollten Beendung der Unterdrückung die Abschaffung des Geldes als Zahlungsmittel und des Privateigentums als notwendig an. Obwohl Karl Marx seine Arbeit im Gegensatz zum ‘utopischen Sozialismus’ als wissenschaftlich sieht. Reden neue Theoretiker, die später von seinem Werk beeinflusst wurden, von einem Festhalten an dem ursprünglichen Utopiebegriff als sinnvoll. Somit ist die Gesellschaftstheorie ‘Utopie’ nicht nur ein Wunschdenken einer unerreichbaren Zukunft, sondern ein in der Zukunft möglicherweise erreichbares Ziel.

Im 20. Jahrhundert wurden viele Literarische Werke am Beispiel der ‘wissenschaftlich-technischen’ Utopie erfunden, die mithilfe von Technik eine perfekte Zukunftsversion darstellen. Ein Beispiel dafür ist die Kombination aus Sciencefiction und Utopie.

Arten der Utopie
Die ‘wissenschaftlich-technische Utopie’ ist eine von verschiedenen Arten der Utopie. Die anderen Formen sind die ‘politische’, ‘gesellschaftliche’ und ‘religiöse’ Utopie.
Die wissenschaftlich-technische Utopie verbessert durch technischen Fortschritt die menschlichen Lebensbedingungen. Somit soll es möglich sein Krankheit, Tod, Hunger und Schmerzen zu manipulieren. In der wissenschaftlich utopisch geschaffenen Welt will man versuchen das Leben und Bewusstsein der Menschen zu analysieren und zu verstehen, um es nachbilden und schriftlich festhalten zu können. Ein bekannter Autor dieser Utopie ist Hilmar Schmundt. Er veröffentlichte Beispiele für diese technisch verbesserte Welt als Utopie. Ein  Beispiel ist die Erlösung der Menschheit von Krankheit, Hunger und Schmerz durch Gentechnik. Es kann aber auch apokalyptische Zerstörungskraft haben, wenn die utopische Technik sich verselbständigt.

Die politische Utopie kennzeichnet die Kritisierung der sozial-ökonomischen Verhältnisse. Aus dieser Kritik soll eine fiktive Alternative unserer Welt entworfen werden können, die utopische Maßstäbe hat. Die Utopie wird von Mythen abgegrenzt, es lässt sich in zwei Richtungen bewegen, eine Möglichkeit wären idealtypisch staatszentrierte Entwürfe. Die andere Seite ist die anarchische Konstruktion. In der allgemeinen Zeit, wo man die politische Utopie kritisiert, geht man auf die Ungerechtigkeit und Unterdrückung ein.

Die gesellschaftliche Utopie, wird aufgeteilt in die sozialistische Utopie und die kommunistische Utopie. Diese Form der Utopie basiert auf der Grundlage, der gerechten Verteilung von Gütern, sowie die Abschaffung des Geldes, sollte dies zur einer Verbesserung der Gesellschaft führen. Die Erwerbsarbeit soll eingeführt werden, sodass jeder nur das beruflich ausübt, worin derjenige sich selbst verwirklichen kann. Man hat somit viel Zeit für die Ausübung der freien Künste und Wissenschaften.

Die religiöse Utopie ist die Vorstellung jeder Religion des Lebens nach dem Tod (Himmel, Walhall, Dschennet, Nirvana). Es ist ein Leben ohne Sorgen und Schmerzen. Es existiert auch der utopische Gedanke, dies auf der Erde zu erschaffen (Garten Eden). Somit besteht der Wunsch nach einer utopischen Existenz schon seit 'dem Anfang von allem’.

Die Sehnsucht nach einer moralvollen Welt wird von Autoren aus mehreren Epochen beschrieben. Es ist unabhängig, wann diese Autoren geboren wurden oder aus welchem Land sie kommen. Sie alle haben die gleiche Motivation durch Analyse der staatlichen Probleme eine Lösung des Problems zu finden, um einen utopischen Staat zu schaffen.
Durch ihre Beobachtungen befassen sie sich in ihren Werken mit Gerechtigkeit und Freiheit. Dies ist jedoch in jeder Hinsicht schwierig, da der Konflikt zwischen dem perfekten Leben des Individuums und des Gesamtwohls der Menschheit nicht kombiniert werden kann. Jedoch hatten auch die Autoren unterschiedliche Ansichten auf gleiche Fragen, was vermutlich aus dem Leben in verschiedenen Epochen hervorgeht. Jean Rousseaus hatte ohne Zweifel den Wunsch, politische Perfektion zu erreichen. Auch wenn er wusste, dass nicht alle Aspekte umsetzbar waren. Thomas Mores Wunsch ist nicht klar zu definieren, somit ist man auf Interpretationen seines Werkes ‘Utopia’ angewiesen.

Gescheiterte Versuche einer Utopie
Die Utopie ist schon lange ein Teil des Denkens von Autoren und ein Wunsch der Menschen. Der Wunsch ist es, dass man in dieser utopischen Welt ein respektvolles und freies Leben führen kann, welches auf dem Grundstein der Gleichheit und Gerechtigkeit steht. Da es ein Wunsch der Menschen ist, der sich durch viele Jahrhunderte erstreckt, gibt es natürlich auch einige Versuche einen utopischen Ort auf der Erde zu erschaffen. Jedoch sind alle gescheitert.

Ein Beispiel aus dem Jahr 1824 ist die amerikanische utopische Gesellschaft namens ‘New Harmony’ (Neue Eintracht). Die Stadt wurde von einem Waliser namens Robert Owen geschaffen. Eine sozialistische Gemeinschaft, in welche größtenteils Verrückte und Intellektuelle kamen. So wurde ‘New Harmony’ ein Ort der Erleuchtung und des Wissens. Alle Güter wurden gleich unter den Leuten verteilt, jedoch produzierten die Verrückten nicht ausreichend Nahrung, sodass der Ort nicht lange stand hielt. Viele Gelehrte verließen ‘New Harmony’. Das Projekt scheiterte schlussendlich im Jahr 1829. Jedoch inspirierte dieses Projekt den damals jungen Karl Marx,
zur sozialistischen Theorie.

Viele Jahre später im Jahr 1928 erschuf Henry Ford eine Stadt im Amazonasregenwald. Die Kolonie befand sich in Brasilien und wurde ‘Fordlandia’ genannt. Er erschuf ‘Fordlandia’, dar seine Automobilfabriken immer neue Lieferungen von Gummi brauchten. Die Bewohner von ‘Fordlandia’ stellten dies immerzu her. Da Ford Alkohol in der Stadt verbat, kam es zu Aufständen und viele Fabriken wurden zerstört. Die Stadt wurde 1934 verlassen.

‘The Shakers’ (Die Schüttler) waren eine religiöse Gruppe im England des 18. Jahrhunderts. In dieser Gesellschaft hatten Frauen soviel Macht wie Männer und niemand sollte Geschlechtsverkehr ausüben. Im Jahre 1920 gab es bereits zwölf dieser Gemeinschaften mit insgesamt 20.000 Personen, die dort lebten. Sie waren in England für ihr eigenartiges Verhalten bekannt, da sie sich während ihrer Gebete schüttelten, so bekamen sie auch ihren Namen. Viele Leute besuchten die Gemeinschaften nur um ihr bizarres Verhalten zu beobachten. Bis heute gibt es diesen Kreis noch immer, jedoch existiert nur noch einer, da durch ihre Abstinenz nicht genügend Kinder gezeugt werden konnten.

Bevor Robert Owen nach Nordamerika ging, um ‘New Harmony’ zu gründen. Erschuf er ein sozialistisches Utopia in Schottland. Es entstand aus einer Baumwollspinnerei. Dort wurden Häuser gebaut und die Bewohner bekamen alles, was sie zum Leben brauchten. Es war ein sehr gutes selbstlaufendes System bis die Baumwollspinnerei geschlossen wurde. Somit verließen die Menschen die Kolonie einfach und sie wurde vergessen. Diese Gemeinschaft hieß ‘New Lanark’.

Ein asiatisches Utopia ist das indische ‘Oroville’ dies ist eine Station für spirituelle Menschen, wo diese in der Theorie einen Platz des Friedens finden können und ein glückliches Leben möglich sein soll. Aber in Wirklichkeit ist es ein Platz der Kinderschänder. So ist der Eindruck, also kann es kein Utopia sein, wenn Menschen dies über einen Ort sagen. Es existieren auch Gerüchte, dass viele Pädophile dort leben und die Einheimischen sie beschützen.

Utopische und Dystopische Literatur
Das Literaturgenre ‘Utopie’ wird nicht oft in Bücher aufgegriffen, da die Dystopie eine bekanntere Form der modernen Pop-Kultur entspricht. Ein bekanntes Beispiel der ‘Utopie’ eines Buches ist jedoch ‘Der Hüter der Erinnerung’ welches 1993 von Lois Lowry geschrieben wurde, dies ist zwar eine Trilogie doch die Folgebände sind ohne Zusammenhang zu der Grundgeschichte geschrieben und befassen sich nicht mehr ausgiebig mit dem Thema der Utopie.
In der dargestellten Gesellschaft sind alles Menschen gleich und werden von der Vergangenheit geschützt, nur der ‘Hüter der Erinnerung’ kennt die ganze Menschheitsgeschichte und wird von der Regierung als Berater verwendet, damit man keine menschlichen Fehler wiederholt und der Welt schadet.

Es gibt jedoch nicht nur utopische Gedanken der Menschen, sondern auch dystopische Gedanken, wenn diese Gedanken aufkommen nennt man dies Dystopie oder Dystopia. Dies ist ein anderes Genre als ‘Utopie’ in der Literaturwelt. In den vergangenen Jahren gab es eine große Popularitätswelle in diesem Genre, welches sich mit dem Leben von Menschen nach dem Ende der Welt, wie sie heute ist, beschäftigt.
Das Thema was in fast jedem dieser Bücher angesprochen wurde ist eine junge weibliche Heldin, die sich gegen das dystopische Regime auflehnt um die Gesellschaft zu verbessern. Ein besonderer Faktor war außerdem das viele Geschichten aus einer Trilogie bestehen. Die bekanntesten Trilogien wurden außerdem, in Kinoadaptionen, auf die große Leinwand gebraucht. Ein sehr populäres Beispiel ist ‘Die Tribute von Panem’ - Reihe geschrieben von Suzanne Collins, die von 2009 bis 2011 erschien.

Was ist eine Dystopie?
Der Begriff Dystopie stammt von den griechischen Wörtern dys (un-/übel-) und topos (Ort) ab und bedeutet zusammengesetzt also üblen Ort. Als Beginn des dystopischen Denkens gilt die Zeit der industriellen Revolution im 19. Jahrhundert. In Fabriken arbeiteten die Arbeiter für die Industriellen (z.B. Alfred Krupp). So entstand ein Abhängigkeitsverhältnis, jedoch gab es im 20. Jahrhundert Revolutionen, wodurch Systeme wie Kommunismus und Sozialismus entwickelt wurden. Durch die Aktualität der damaligen sozialen Schieflache bekam diese Grundlage ein beliebtes Thema für Geschichten.

Laut Definition ist eine Dystopie das Gegenbild einer Utopie. Die Dystopie ist eine fiktionale Erzählung, welche eine negative Zukunft darstellen. Solch eine Zukunft wird von Menschen in eine negative Richtung gelenkt. Dystopien behandeln oft Themen wie Unterdrückung und Unfreiheit, welche/welches oftmals durch den hohen technischen Fortschritt einhergegangen ist. Diese Form wurde zwar von der Menschheit entworfen, ist jedoch noch nie aufgetreten. Ein dystopischer Staat ist oftmals eine totalitäre Einrichtung, dabei ist ein sehr geringer Teil der Bevölkerung oftmals privilegiert, entgegengesetzt dazu wird die Mehrheit unterdrückt. In vielen literarischen Werken gibt es eine Hauptfigur, die dieser Gesellschaftsform widerspricht und sich gegen den Regenten stellt.

Was ist eine Eutopie?
Der Begriff Eutopie stammt von den griechischen Wörtern eu (gut) und topos (Ort) ab und bedeutet zusammengefasst also Ort oder Lage. Es ist ein sinnverwandtes Wort zu ‘Utopie’ und das Gegenteil von ‘Dystopie’. Die Eutopie bedeutet Idealgesellschaft. Während eine Utopie keinen Zustand schildert, den wir in der Realität haben. Die Utopie kann in Untergruppen aufgeteilt werden, eine davon ist die Eutopie, welche von ‘guten Orten’ spricht. Die Utopie ist im Gegensatz zur Eutopie mehrfach stark umstritten, wohin gegen die Eutopie dies nicht hat.

Ein Beispiel für die Eutopie gibt es in ‘Die Sims 3-Into the Future’, dort wird es als ein Ort des Friedens, der Umweltfreundlichkeit und der Selbstverwirklichung, sowie ein aufgeschlossenes Miteinander beschrieben.




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