Lerntippsammlung Headergrafik
Linie
Abstandshalter

Suchbegriff:

Die Tochter von Peter Bichsel - Referat



In der Kurzgeschichte „Die Tochter“ von Peter Bichsel aus dem Jahr 1964 geht es um die Beziehung von namentlich nicht näher gekennzeichneten Eltern zu ihrer erwachsenen Tochter Monika, die in einem Büro in der Stadt arbeitet.
Der Handlungsort dieser Kurzgeschichte ist allein das Esszimmer, in dem die Eltern abends auf ihre Tochter warten. Die Interesse und Vorlieben der Tochter Monika werden ausschließlich aus der Sicht der Eltern dargestellt, deren Gedanken und kurzes Gespräch nur um die Tochter kreisen. Diese Gedanken stellen auch den Inhaltlichen Schwerpunkt des Textes dar.
Ein echtes Miteinander der Eltern ist in diesem Text nicht auszumachen. Sie bewundern ihre Tochter und stellen sich genau vor, wie sie sich verhält (Z.21-27). Die Tochter ist aus der Sicht der Eltern größer gewachsen als sie selbst und hat „die feine Haut der Tante Maria“ (Z.8). Sie ist immer „ein liebes Kind“ (Z.9) gewesen, besitzt einen Plattenspieler und Schallplatten sowie Schminksachen und moderne Möbel. Außerdem raucht sie (Z.12, 18 und 35). Das Essen nimmt sie in der Stadr gewöhnlich in einem Tearoom ein. Sie interessiert sich für Modejournale. Es imponiert den Eltern, dass sie Französisch kann und Stenografie.
Monika wird sich bald in der Stadt ein Zimmer nehmen (Z.28).
Der Text ist deutlich in drein unterschiedlich langen Teilen gegliedert: InZeile 1-9 wird dargestellt, dass die Eltern a, Abendbrottisch warten, die Zeile 9-42 beinhaltet die Gedanken und Gespräche der Eltern, in der Schlusszeile wird in knapper Form mitgeteilt, dass da Warten ein Ende hat: „Ich habe den Zug gehört“ (Z.43).
Der Text ist eine typische Kurzgeschichte, die unmittelbar in das Geschehen einführt und am Schluss fast abrupt abbricht. Die Personen sind einfache Menschen; einzelne Äußerungen (Z.8) und ein kurzer Dialog (Z.33) verdeutlichen diese Einfachheit. Der Dialog wirkt inhaltlich ein wenig zusammenhanglos, weil die Eltern in ihrer Äußerung gar nicht richtig aufeinander Bezug nehmen. Dies zeigt wiederrum, dass die beiden kaum richtig miteinander sprechen.
Bereits die Überschrift macht deutlich, dass die Tochter Monika im Mittelpunnkt der Erzählung steht. Die Eltern reagieren auf das Erwachsenwerden ihrer Tochter, sie halten an der früheren Gewohnheit des gemeinsamen Abendessens fest, um möglicherweise die alten Formen des Familienlebens zu „retten“. Das Verhalten der Eltern ist nicht ganz eindeutig. Sie bewundern die Tochter, ihre Fähigkeiten (Z.39) und die Art, wie sie als „Bürokauffräulein“
in der Stadt lebt: „Sie war dann ein Fräulein, das das in Tearooms lächelnde Zigaretten raucht“ (Z.18). Anderseits haben die Eltern offensichtlich Probleme, sich auf ihr eigenes Leben ohne die Tochter einzustellen, denn sie scheinen sich selbst wenig zu sagen zu haben. Das zeigt das Warten und das zeigt der kurze Dialogteil (Z.33). Die Rollenverteilung scheint in dieser Familie festgelegt zu sein. Monika ist offenbar noch immer das kleine, liebe Kind, die Eltern haben ihre festen Plätze am Tisch, der Platz der Mutter wird mit „Küche“ in Verbindung gebracht.
Offensichtlich vertritt Monika deutlich das Recht auf ihre eigene Privatsphäre, sie will sich demnächst ein Zimmer in der Stadt nehmen und sie gibt auf die Frage der Eltern nur wenig Antworten.
Der Text ist deutlich auf eine frühere Zeit bezogen. So ist zum Beispiel die Rede von einem Hocker aus marokkanischen Leder, der typisch für eine frühere Möbelmode ist, von Lohntüte des Vaters und vom Bürofräulein. Diese Kurzgeschichte ist eine Beziehungsgeschichte. Es geht darin um eine kritische Darstellung der Beziehung zwischen der Tochter und ihren Eltern und um die Beziehung zwischen den Ehepartnern.

Dieses Referat wurde eingesandt vom User: DR4M4QU33N_



Kommentare zum Referat Die Tochter von Peter Bichsel: