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Die Reformierte Kirche - Referat



Die reformierte Kirche Sebastian Wendt

Die reformierten Kirchen, die sich selbst Nach Gottes Wort Reformierte Kirchen nennen, gehen auf Ulrich Zwingli in der deutschsprachigen Eidgenossenschaft und Johannes Calvin in der französischen Schweiz zurück. Reichsrechtliche Anerkennung erhielten sie erst mit dem Westfälischen Frieden 1648.

Der Prediger am Großmünster in Zürich, Zwingli, setzte sich ab 1519 für die Kirchenerneuerung ein. Seine Reformation fand in der Schweiz großen Zuspruch: Auch Bern schloss sich an, die Urkantone blieben jedoch katholisch. Es kam zum Krieg; Zwingli fiel als Soldat in der Schlacht bei Kappel 1531. Sein Nachfolger als Vorsteher der Zürcher Kirche und Reformator wurde Heinrich Bullinger; auf ihn geht sowohl die Confessio Helvetica Prior (Erstes Helvetisches Bekenntnis) von 1536 zurück, die das erste gemeinsame Bekenntnis der reformierten deutschsprachigen Schweiz war, wie auch die Confessio Helvetica Posterior (Zweites helvetisches Bekenntnis), die 1566 als gesamtschweizerisches Bekenntnis gedruckt wurde. Dieses stellt in 30 Artikeln die gesamte Glaubenslehre in systematischer Ordnung dar. Es wurde auch von der Pfalz und den Kirchen von Schottland, Ungarn, Polen und Holland anerkannt. 1549 handelte Bullinger mit Calvin in Zürich den Consensus Tigurinus (Zürcher Konsens) aus.

Johannes Calvin war fast eine Generation jünger als Luther und Zwingli. Durch ein Bekehrungserlebnis (wohl 1533) fühlte er sich berufen, die wahre Religion gegen den Götzendienst der zeitgenössischen Kirche durchzusetzen. 1536 kam er nach Genf und verfasste eine Gemeindeordnung, die aber dem Rat der Stadt zu streng war. Calvin wurde ausgewiesen, später aber wieder zurückgeholt. Im November 1541 wurde die von ihm entworfene Kirchenordnung angenommen. Seine Theologie stellte Calvin in der Institutio religionis christianae (Unterricht in der christlichen Religion) in systematischer Form dar: Der ersten Fassung von 1536 folgten mehrere Bearbeitungen und Weiterführungen. Nach der Herstellung des Zürcher Konsenses mit Heinrich Bullinger 1549 wurde das Genf Calvins zur Metropole der reformierten Kirchen in Westeuropa, die in der zweiten Jahrhunderthälfte in mehreren Ländern zur politischen Herrschaft gelangten. Die reformierten Kirchen brachten zahlreiche Bekenntnisschriften hervor, die jedoch nie als Sammlung kirchenrechtlich verbindlich gemacht wurden, da man es für besser erachtete die Bekenntnisse immer wieder Zeitgerecht neu zu entwerfen. Das zweite helvetische Bekenntnis wurde auch in Frankreich, Schottland, Ungarn und Polen gültig, der Zürcher Konsens ging in das schottische Bekenntnis ein. Die verbreitetste reformierte Bekenntnisschrift in Deutschland wurde der Heidelberger Katechismus von 1563. Die Kirchen der Gemeinden waren aufgrund eines Bildverbotes sehr schlicht. Der
Gottesdienst selber besteht aus 2 Teilen. Dem Psalmgesang und der Predigt. Zusätzlich empfing die Gemeinde beim Abendmahl sitzend oder stehend das gebrochene Brot und den Wein.

Die Theologie der reformierten Kirchen ist mit Calvinismus nicht ganz korrekt beschrieben. Calvin war nicht ihr Urheber, und er hat sie auch in der zweiten Phase nicht allein geprägt: neben Heinrich Bullinger kommt dieses Verdienst zumindest noch Martin Bucer zu. Calvin wurde dann allerdings der große und prägende Systematiker der reformatorischen Kirchenlehre.

In der reformierten Theologie gilt uneingeschränkt allein die Schrift. Die Sakramente sind an das Wort gebunden, sie sind Zeichen der Gnadenverkündigung. 1529 scheiterte das Marburger Religionsgespräch zwischen Luther und Zwingli über das Verständnis des Abendmahls (womit alle Versuche, eine große Allianz der deutschen Protestanten zu schaffen, beendet waren). Zwingli sah den im Abendmahl enthaltene Wein und das Brot als Symbol, zur erinnerung an Jesus, während Luthers Gedanke war wirklich ein Teil von Jesus mit Brot und Wein in sich aufzunehmen. Auch das Verständnis der Kirche bestimmt sich vor allem vom Wort her. Zentral war von Anfang an der Gedanke der Erwählung des Menschen in Jesus Christus, dessen Heil in keiner Weise von seinem guten Willen oder seinem Charakter abhängt. Diesen glauben kann man in der Namensgebung in z.B. England „British Israelitism“ oder bei den Siedlern in Nordamerika „God’s own country“ sehen.

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