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Die Physiker - Referat



Friedrich Dürrenmatt schrieb 1961 die Komödie „Die Physiker“, ein Jahr später fand die Uraufführung unter der Leitung von Kurt Horwitz in Zürich statt.

Dürrenmatts Weltbild ist voller Pessimismus, in Zeiten des Kalten Krieges und des Mauerbaus. Die Komödie spielt in einer psychiatrischen Klinik in der damaligen Zeit. Drei Physiker und ihre Ärztin sollen symbolisch für die damalige, irrationale Weltlage stehen und den Einfluss und die damit einhergehende Verantwortung der Wissenschaft auf weltweite Konflikte verdeutlichen. Sprache und Stil in diesem Stück sind geprägt von Täuschung und Doppelsinnigkeit.

Zusammenfassung:

Im Mittelpunkt des Stücks stehen drei Männer, die in dem privaten Sanatorium Les Cerisiers leben:
  • Ernst Heinrich Ernesti – genannt Einstein
  • Herbert Georg Beutler – genannt Newton
  • Johann Wilhelm Möbius – genannt Möbius

Unter dem Vorwand „verrückt“ zu sein, werden nur diese drei Patienten in der Psychiatrie, damals noch als Irrenhaus bezeichnet, behandelt. Hinter den Mauern des idyllisch gelegenen Sanatoriums hat sich allerdings ein Mord zugetragen. Wahrscheinlich wurde die Krankenschwester von dem Patienten „Einstein“ getötet. Schon drei Monate zuvor wurde eine andere Krankenschwester ermordet, verantwortlich dafür ist anscheinend Newton, der aber auf Grund seiner psychischen Erkrankung als unzurechnungsfähig gilt und nicht verhaftet werden kann.

Erster Akt, erste Szene, Gespräch: Inspektor Voß und Oberschwester

Während der Befragung von Oberschwester Dr. h.c. Dr. med. Mathilde von Zahnd erkennt Inspektor Richard Voß schnell, dass Einstein durch die Oberschwester geschützt wird. Sie möchte nicht, dass Einstein als Mörder bezeichnet wird, sondern als Täter. Durch ihren Arzttitel erscheint die Oberschwester aber selbst als zweifelhaft, zumal die Regeln im Sanatorium willkürlich sind. Mathilde von Zahnd scheint über alles zu bestimmen.

Erster Akt, zweite Szene, Gespräch: Inspektor Voß und Newton

Diese Szene ist die Schlüsselszene des Stücks. Inspektor Voß versucht Newton in Anwesenheit der Oberschwester einem zweiten Verhör zu unterziehen, doch Newton beginnt aufzuräumen und interessiert sich nicht für das Gespräch. Newton drückt sein Bedauern über den Mord an Irene Straub aus und Frau von Zahnd weist Newton darauf hin, dass er selbst einen Mord begangen hat. Nun erklärt Newton, er sei eigentlich Einstein, das führt zur allgemeinen Verwirrung. Der Inspektor antwortet nur noch einsilbig, da er vollkommen überfordert und zudem verärgert ist. Das nutzt Newton, um den Inspektor von seiner Genialität zu überzeugen, während Voß zu beweisen versucht, dass Newton eben nicht verrückt ist.

Erster Akt, dritte Szene, Gespräch: Inspektor Voß und Fräulein Mathilde von Zahnd

Voß fordert, die Sicherheitsvorkehrungen zu erhöhen, während er bemüht ist, die Mordumstände zu klären. Die Oberschwester dagegen behauptet, dass sie die Geschehnisse im Sanatorium unter Kontrolle hat. „Für wen sich meine Patienten halten, bestimme ich“ ist der viel zitierte Satz, der als Anspielung auf Göring „wer Jude ist, bestimme ich“ gesehen wird. Der Kontakt mit radioaktiven Stoffen habe Newtons und Einsteins Gehirn geschädigt, meint die Oberschwester. Als Einstein in den Salon stürmt, wird er von ihr wieder ins Bett geschickt. Die Befürchtung des Inspektors, dass Möbius der nächste Mörder sein könnte, teilt sie nicht, da Möbius sich bisher ruhig verhalten hat. Mit dem Wort „bisher“, in dem eine gewisse Vorahnung mitschwingt, wird der Leser quasi zum Mitwisser gemacht.

Erster Akt, vierte Szene, Besuch von Frau Rose

Möbius erhält Besuch von seiner geschiedenen Frau, die er seit 15 Jahren nicht mehr gesehen hat. Ihr neuer Mann Oskar Rose und ihre drei gemeinsamen Söhne mit Möbius begleiten sie. Als die Söhne ein Blockflötenstück vorspielen, ist Möbius begreiflicherweise überfordert und unterstreicht, mit einem gesungenen Psalm des Königs Salomon auf einem umgedrehten Tisch, seine angebliche Verrücktheit. Der nachfolgende Tobsuchtsanfall, in den er sich steigert, vertreibt seine Familie endgültig. Damit beweist Möbius aber nur, dass er sehr genau weiß, was er tut und auf gar keinen Fall verrückt ist. Sein Hinweis, dass der Mensch sich selbst und die Erde vernichten könnte, könnte sich möglicherweise als traurige Realität erweisen.

Erster Akt, fünfte Szene, Gespräch: Möbius und Schwester Monika

Nun strebt das bisherige Geschehen auf einen Höhepunkt zu, als Schwester Monika Stettler Möbius ihre Liebe gesteht. Sie möchte ihn heiraten und mit ihm das Sanatorium verlassen. Möbius will auf keinen Fall außerhalb des Sanatoriums leben, auch, wenn er ihre Liebe erwidert, weil er eine Entdeckung gemacht hat, die die Existenz der Menschheit bedrohen könnte. Möbius gerät in Panik, da Monika erkannt hat, dass er nicht verrückt ist und es wird klar, dass Möbius der einzige wirkliche Wissenschaftler unter den drei Hauptpersonen ist. Damit passiert das, was in der dritten Szene bereits angedeutet wurde, Möbius erdrosselt die Schwester mit der Gardinenkordel und wird ebenfalls zum Mörder. Dass König Salomon ihm den Auftrag zu dieser Tat gegeben habe, behauptet Möbius später.

Zweiter Akt, erste Szene, Gespräch Inspektor Voß und Mathilde von Zahnd

Als Inspektor Voß wiederum erscheint, um die Verhöre wegen des dritten Mordes zu führen, scheint sich einiges gewandelt zu haben. Die Oberschwester nimmt Möbius nicht mehr in Schutz, eher ist sie überrascht von der Tat und Inspektor Voß hat die absurden Verhältnisse in der Anstalt akzeptiert und kann deshalb die Gespräche besser führen. Eigentlich hätte der dritte Mord zur Aufklärung der ganzen Mordserie führen können, aber Voß bekennt seine Kapitulation. Die Umkehrung der Verhältnisse im Vergleich zum ersten Akt, lässt sich als Dürrenmatts Meinung interpretieren, dass „sich nur durch vordergründige Anpassung an verrückte Verhältnisse Macht erlangen lässt und nicht durch das Ankämpfen gegen diese“.

Zweiter Akt, zweite Szene, Möbius und Fräulein Mathilde von Zahnd

Während des Gesprächs über den Mord an Monika Stettler, in dem Möbius behauptet, dass König Salomon ihn dazu beauftragt hat, glaubt die Oberschwester ihm und stellt damit klar, dass sie selbst verrückt ist. Nun erhofft sich Möbius eine Inhaftierung und damit seine Weltformel schützen zu können, da der Inspektor das Gespräch aufgenommen hat, Voß lehnt aber ab.

Zweiter Akt, dritte Szene, Gespräch zwischen den drei Physikern

Die Auflösung der bisherigen Geschehnisse gipfelt in einem Konflikt zwischen den drei Physikern. Einstein und Newton wollen sich duellieren, da sie Agenten aus dem Ost- bzw. Westblock sind, verzichten aber darauf, als sie feststellen, dass sie sich im Umgang mit Pistolen ebenbürtig sind. Möbius wird für Einstein und Newton uninteressant, da er erklärt, dass er seine wissenschaftliche Entdeckung- die Entdeckung der Weltformel, verbrannt hat. Die Oberschwester hat sich allerdings durch eine Kopie, die sie vorher schon gemacht hat, die wissenschaftlichen Erkenntnisse von Möbius gesichert.

Zweiter Akt, vierte Szene, Schlussmonologe

Die Verwertbarkeit wissenschaftlicher Erkenntnisse und die Verantwortung von Wissenschaftlern für ihre Forschungsergebnisse führt zu einer Diskussion zwischen den beiden Agenten und Möbius. Die beiden Agenten haben zwar unterschiedliche Standpunkte, glauben aber beide, dass sie zwar keine Verantwortung für die Verwertung wissenschaftlicher Ergebnisse haben wollen, aber dass Genies wie Möbius dennoch ihre Ergebnisse der Allgemeinheit zur Verfügung stellen müssten. Nun versucht Möbius, die beiden Agenten zum Bleiben im Sanatorium zu überreden, damit sie nicht als Mörder verurteilt werden können. Mathilde von Zahnd erklärt den Dreien, dass sie bereits Kopien von Möbius Entdeckung gemacht hat. Damit müssen die drei Physiker eingesperrt bleiben und die Oberschwester kann die Ergebnisse als ihre eigenen ausgeben und Kapital daraus schlagen.

Charakterisierung von Johann Wilhelm Möbius

Möbius ist der geniale Wissenschaftler und die Hauptperson in Dürrenmatts Komödie. Seit 15 Jahren lebt er als Patient im Sanatorium. Die Leiterin beschreibt ihn als harmlos, an der Außenwelt kaum noch interessiert und scheint nichts mehr zu begreifen. Gemeinsam mit drei anderen Physikern wohnen sie, jeder im eigenen Zimmer in der Anstalt. Jeder lebt für sich, in seiner eigenen Welt, die Mahlzeiten nehmen sie gemeinsam im Salon ein, starren still vor sich hin, diskutieren manchmal über ihre Wissenschaft, sind aber leicht zu behandeln und ohne Ansprüche.

Der jetzt 40-jährige Möbius ist als Waisenkind aufgewachsen und hat seine spätere Frau
in deren Elternhaus kennengelernt, als er als 15-jähriger Schüler dort ein Zimmer in der Mansarde mietet. Mit 20 Jahren heiratet er Lina, die ihm das Abitur und das Physikstudium finanziell ermöglicht hat und auch die Kosten für das Sanatorium übernimmt. Lina hat sich vor drei Jahren scheiden lassen. Lina und Möbius haben drei gemeinsame Söhne, Adolf-Friedrich, 16 Jahre alt, Wilfried-Kaspar, 15 Jahre alt und Jörg-Lukas, 14 Jahre alt.

Möbius wird als genialer Physiker beschrieben, der kurz vor der Verleihung des Professorentitels seine wissenschaftlichen Erkenntnisse hatte. Die Weltformel und ein System „für alle möglichen Erfindungen“. Beides überaus wertvoll, aber auch gefährlich. Damit er seine Forschungsergebnisse schützen kann, behauptet er, ihm erscheine König Salomon und wird in eine Anstalt eingewiesen. Da er auch seiner Frau gegenüber, diese Behauptung aufrecht hält, scheint es, als er wäre überaus selbstlos. Nachdem sich die ihn betreuende Krankenschwester Monika Stettler in ihn verliebt und nicht an seine Verrücktheit glaubt, sondern ihn dazu überreden will, das Sanatorium mit ihr zu verlassen, sieht sich Möbius gezwungen sie zu töten. Die Gefahr, dass in der Außenwelt jemand von seinen wissenschaftlichen Erkenntnissen erfährt ist ihm zu groß und Mordmotiv genug.

Der Mathematiker August Ferdinand Möbius, nach dem das Möbius-Band benannt wurde, ist wohl das Vorbild für die Figur des Johann Willhelm Möbius in Dürrenmatt Komödie.

Charakterisierung von Einstein alias Ernst Heinrich Ernesti bzw. Joseph Eisler, Ostblock

Ernesti lebt seit zwei Jahren im Sanatorium, ist hager, trägt einen Schnurrbart und hat lange, schneeweiße Haare. Zur Beruhigung spielt er Geige und raucht Pfeife. Wegen seiner Arbeit mit radioaktiven Stoffen sei das Gehirn des Kernphysikers Ernesti unheilbar krank, behauptet die Leiterin des Sanatoriums und er sei deswegen unberechenbar und gemein gefährlich. Später erfährt man, dass Ernesti eigentlich Joseph Eisler heißt und angeblich den sogenannten „Eisler-Effekt“ entdeckt haben will, den es aber gar nicht gibt. Er arbeitet für einen Geheimdienst aus dem Ostblock, vermutlich KGB, und spielt seinen Wahnsinn nur vor, um in die Nähe von Möbius zu kommen. Die Krankenschwester, Irene Straub, die ihn betreut, hat den Schwindel erkannt und wird von ihm ermordet, damit die Fassade gewahrt wird.

Ganz im Sinne seines Auftrags versucht Eisler Möbius zu überreden, das Sanatorium mit ihm zu verlassen und seine Erkenntnisse der Sowjetunion zur Verfügung zu stellen. Dabei kann er selbstverständlich nicht garantieren, dass Möbius wissenschaftliche Entdeckung nur zu friedlichen Zwecken genutzt wird, sondern überträgt diese Verantwortung auf die Politiker, wie es der kommunistische Grundgedanke ist.

Charakterisierung von Newton alias Herbert Georg Beutler bzw. Alec Jasper Kilton

Herbert Georg Beutler wurde vor einem Jahr in das Sanatorium eingeliefert. Er scheint ein Genussmensch zu sein, kennt sich mit gutem Essen aus, holt gerne die Flasche Kognak, die er hinter dem Kamingitter versteckt, auf einen Schluck heraus und er raucht Zigaretten. Da er sich für den berühmten Physiker Sir Isaac Newton hält, kleidet er sich auch entsprechend, mit einem Kostüm aus dem beginnenden 18. Jahrhundert und der passenden Perücke. Inspektor Voß gegenüber behauptet Beutler, dass er gar nicht verrückt sei und auch nicht Newton, sondern der wahre Albert Einstein. Im Gespräch gibt er sich höflich und entspannt, mit kultivierter Sprache und man erkennt sein musikalisches sowie historisches Wissen. Auch er hat seine Krankenschwester, Dorothea Moser, ermordet, nachdem diese herausgefunden hat, dass er nicht verrückt ist. Den Inspektor aber verwirrt er mit Aussagen, wie „Wollen Sie mich nun verhaften, weil ich die Krankenschwester ermordet, oder weil ich die Atombombe ermöglicht habe?“

Auch Herbert Georg Beutler ist allerdings nicht der richtige Name, denn es handelt sich tatsächlich um Alec Jasper Kilton, der die „Entsprechungslehre“ entwickelt haben will, die aber genauso wenig existiert. Als Agent eines westlichen Geheimdienstes, sollte er Möbius ausspionieren und für den Westen gewinnen. Die mögliche Vergabe des Nobelpreises an Möbius soll ihn überzeugen. Beutler ist der Auffassung, dass alle wissenschaftliche Erkenntnisse veröffentlicht werden müssen, egal, wie gefährlich sie sein mögen. Dabei hält er alle Menschen selbst dafür verantwortlich, ob sie diese Erkenntnisse für gute oder schlechte Zwecke nutzen.

Charakterisierung von Fräulein Doktor Mathilde von Zahnd

Fräulein Dr. h.c. Dr. med. Mathilde von Zahnd ist Psychiaterin und die Leiterin und Besitzerin des Sanatoriums „Les Cerisiers“. Um ihren Status als anerkannte Psychiaterin zu bestätigen, erfährt man gleich zu Beginn des Stücks, indem auf den Briefwechsel mit dem Schweizer Psychiater, Carl Gustav Jung, hingewiesen wird.

Mit ihren etwa 55 Jahren, bucklig und unverheiratet, beschreibt sie sich selbst als alte, unfruchtbare Jungfrau. Man sieht sie im weißen Kittel und mit Stethoskop bei ihren Auftritten und sie raucht gerne Zigaretten. Sie entstammt einer alten, einflussreichen Adelsdynastie, deren Mitglieder alle verrückt waren, bei ihr sei das nicht der Fall. Sie gibt sich als freundlicher, verständnisvoller Mensch, als der sie auch nach den Morden, ihre Patienten verteidigt. Da sie aber die Manuskripte von Möbius heimlich kopiert, erkennt man schnell die Machtgier und erfährt auch, dass sie die drei Krankenschwestern absichtlich auf die drei Physiker angesetzt hat, um ihre einzigen Feinde abzuwehren. Am Ende des Stücks erfährt man auch, dass sie die einzige, eigentlich Verrückte ist.

Charakterisierung von Kriminalinspektor Richard Voß

Zu Beginn sieht man Inspektor Voß mit seinen Assistenten, wie sie die übliche Polizeiarbeit bei einem Mord (Krankenschwester Irene Straub) aufnehmen. Allerdings haben sie, für Polizisten unüblich, vorher anscheinend Alkohol getrunken, das kann man auch riechen. Voß war vor drei Monaten schon einmal im Sanatorium, um den Mord an Dorothea Moser aufzunehmen. Er ist immer in Hut und Mantel gekleidet, wird ebenfalls als Genussmensch bezeichnet, möchte sich gleich eine Zigarre anstecken und bittet um einen Schnaps. Das wird ihm von der Leiterin allerdings verwehrt, mit dem Hinweis, dass sie sich in einer Heilanstalt befinden.

Der Inspektor wird als älterer, erfahrener, aber zeitweise überarbeiteter Mann dargestellt. Seine Hilflosigkeit im ersten Akt ist auffällig. Bei seiner Suche nach dem Schuldigen am Tod von Irene Staub, wird ihm aber nur erklärt, dass es keinen Mörder gäbe, nur einen Wahnsinnigen, den man höchstens als Täter bezeichnen kann. Er hat, selbst als Inspektor, keine Möglichkeit gegen die Lebensart dieses Sanatoriums anzukommen, deshalb gibt er bald auf gegen diese Verdrehung der Wirklichkeit anzukommen und reagiert gleichgültig: „Die Gerechtigkeit macht zum ersten Mal Ferien“. Beim zweiten Mord gibt Voß sich gar keine große Mühe mehr, lieber raucht und trinkt er mit den drei Physikern.

Der Inspektor könnte von Dürrenmatt als Beispiel für die Kritik an der Gesellschaft dienen, in dem sie ungerechte Situationen einfach akzeptiert, anstatt sich dagegen zu wehren und lieber die Annehmlichkeiten, wie hier im Stück, mit rauchen und trinken genossen. Hier könnte eine Anspielung auf die Nazizeit gemeint sein.

Häufige Fragen:

  • Von wem stammt „Die Physiker“?

  • Der Schweizer Schriftsteller Friedrich Dürrenmatt „Die Physiker“ hat das Drama, das den Untertitel Komödie trägt, 1961 geschrieben.

  • Wer war Friedrich Dürrenmatt?

  • Der Schweizer Friedrich Reinhold Dürrenmatt (1921 – 1990) war der Sohn eines Dorfpfarrers, sein Großvater war Politiker und Dichter. Neben seiner Schriftstellerei war er immer auch begeisterter Maler und Zeichner. Für seine Werke erhielt er viele Auszeichnungen, unter anderem den Welti-Preis und den Schillerpreis, aber auch die Ehrendoktorwürden an den Universitäten in Philadelphia, Nizza und Jerusalem.

  • Was hat es mit den Namen der drei Physiker auf sich und wie lauten sie?

  • Der einzige echte Physiker: Johann Wilhelm Möbius. Der Agent für den Ostblock: Einstein, alias Ernst Heinrich Ernesti, alias Joseph Eisler. Der Agent für den Westen: Newton, alias Herbert Georg Beutler, alias Alec, Jasper Kilton. Die beiden Agenten versuchen mittels ihrer Decknamen und dem Vortäuschen von Wahnsinn, Möbius zur Herausgabe seiner wissenschaftlichen Erkenntnisse zu überreden.

  • Wie heißt das Sanatorium?

  • Les Cerisiers ist das Sanatorium in dessen Salon das Drama „Die Physiker“ spielt.

  • In welcher Epoche verfasste Dürrenmatt „Die Physiker“?

  • Zu Zeiten des Kalten Kriegs, dem Zünden der Atombomben in Hiroshima und Nagasaki, dem allgemeinen Wettrüsten, dem Koreakrieg, der Kubakrise und dem Mauerbau in Berlin, schrieb Dürrenmatt 1961 sein Stück die Physiker, in einer Periode, geprägt aus Angst vor Konflikten.

  • „Die Physiker“ - Drama oder Komödie?

  • ür Dürrenmatts Werke ist der Begriff Tragikomödie oft sehr passend. „Eine Geschichte ist erst zu Ende, wenn die schlimmstmögliche Wendung eingetreten“ ist. Das Tragische soll aus dem Komischen hervorgebracht werden, der ahnungslose Zuschauer wird quasi überrumpelt. Die Tragik der drei Morde an sich, für die aber kein Täter verantwortlich gemacht werden kann, weil sie alle „verrückt“ sind und ein zum Lachen reizendes Verwirrspiel. Aber, wie der Zufall es will, siegt nicht das Gute, sondern ein Verbrecher, der tatsächlich verrückt ist. Dabei spielt immer der Zufall eine große Rolle. Am Ende bleiben Fragen offen, auf die der Zuschauer selbst Antworten finden muss.





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