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Die Leiden des jungen Werther - Werkaufbau - Referat



-Ein Briefroman, der aus einer Folge von Briefen, die entweder von einer oder mehreren Personen stammen. Die literarische Form der unmittelbaren Selbstaussage qualifiziert den Briefroman zum Mittel einer sehr differenzierten und intimen Seelenschilderung:
→ Die Sprache wird zum unmittelbaren Ausdrucksmittel der aktuellen Stimmungen
Dies erreicht einen Höhepunkt in dem monologischen Briefroman Goethes, denn die Welt wird nur aus Werthers Sicht beschrieben.
-Ist als Briefroman geschrieben, wechselt aber die Perspektive.
-Das letzte Viertel organisiert der fiktive Herausgeber.
-Wesentliche Informationen werden nicht von Erzähler gegeben, sondern als unaufdringliche Erklärungen in die Briefe eingefügt.
-Briefe zu einem Gesamtkunstwerk zusammengefügt
-Der Gliederung in zwei Bücher im Verhältnis 3 zu 4 steht eine steigende und eine fallende Handlung gegenüber.
-Zwar sendet er die Briefe an seinen Freund Wilhelm, aber dessen Antworten werden nicht abgedruckt; in wenigen Fällen kann man sie indirekt erschließen.
-Parallelhandlungen illustrieren die Haupthandlung
-Den „Leiden des jungen Werther“ vorangestellt ist eine knappe Notiz des Herausgebers, in der er mitteilt, dass er Werthers Briefe „mit Fleiß gesammelt“ hat, um sie dem Publikum zu präsentieren. Dann beginnt der eigentliche Briefroman, der sich in 2 Bücher gliedert.
-erstes Buch beschreibt eine immer intensiver werdende Handlung, die über 5 Monate in weitgehend gleichmäßigen Abständen von ihm beschrieben werden.
-zweites Buch zeigt einen getriebenen Werther, der zu genauem Bericht keine Ruhe mehr hat, Briefe mehr zufällig und sporadisch. Schreibt im Gegensatz zum ersten Buch häufig nur einen kurzen Brief im Monat.
-Handlung scheint auf Katastrophe zuzustürzen, statt 5 werden nun bei gleichem Umfang 15 Monate verfolgt.
-Todesmotiv wird planmäßig aufgebaut, wird bereits im Brief vom 13. Mai 1771 angedeutet.
-Parallelhandlung des Bauernburschen verschafft dem Konflikt und der Abfolge der Todesmotive ein retardierendes Moment (trügerische Hoffnung auf die (noch denkbare) Rettung ).

Erster Teil: 4.Mai bis 10.September 1771
→ Flucht und Naturgenuss
4.Mai bis 30.Mai 1771 – Zeitraum: 27 Tage, 10 Briefe
-Werther flüchtet aus der Stadt, das Fluchtmotiv gehört zu den Strukturmerkmalen des Romans, es klingt sofort im ersten Satz des Werkes an „Wie froh bin ich, dass ich weg bin“.
-Die 10 Briefe sind relativ gleichmäßig über 27 Tage verteilt, das deutet darauf hin, dass Werther seelisch ausgeglichen ist.
-Dieser formale Hinweis wird durch den Inhalt der Briefe unterstützt:
→ Werther fühlt sich auf dem Land, in der Natur, ausgesprochen wohl.
→ Höhepunkt des ersten Buches: Werther liebt Lotte
16.Juni bis 26.Juli – Zeitraum: 41 Tage, 17 Briefe
-Es vergehen 16 Tage, in denen Wilhelm keinen Brief von seinem Freund erhält. Doch dann bekommt er am 16. Juni den längsten Brief ihrer Korrespondenz. Das lange Schweigen begründet er, aufgrund des Kennenlernens einer Frau. Er hat sich in Lotte verliebt.
-Die Schreibpause entsteht, weil seine Leidenschaft zu Lotte ihn derart intensiv ergriffen hat, dass ihm Schreiben unmöglich geworden. Diese sinnliche Ergriffenheit äußert sich formal in der unregelmäßigen Abfolge der nächsten Briefe. Einmal vergehen 7 Tage zwischen 2 Briefen, dann kurz hintereinander 2 Briefe.
→ Werthers erste Krise: Albert tritt auf
30.Juli bis 10.September – Zeitraum: 43 Tage, 12 Briefe
-Am 30 Juli tritt Albert auf. Hier wird das Fluchtmotiv wieder aufgenommen, allerdings flüchtet Werther nicht sofort, seine Qual erstreckt sich noch über
6 Wochen bis zu seiner Abreise.
-Er schreibt in diesem Zeitraum 5 Briefe weniger als in den 6 Wochen zuvor. Das deutet auf seine Melancholie und Verzweiflung hin, er besitzt nicht den Elan, mehr als 12 Briefe zu verfassen.
-Das spiegelt sich auch in den Briefabständen wider, sie sind unregelmäßig.
-Schleißlich kommt Werther am 9. September 1771 zu der Einsicht, dass er abreisen muss.

Zweiter Teil: 20.Oktober 1771 bis 23.Dezember
→ Erfahrungen bei Hof:
20.Oktober bis 5.Mai – Zeitraum: 198 Tage, 13 Briefe
-Knapp 6 Wochen nachdem Werther Lotte verlassen hat, schreibt er wieder einen Brief an Wilhelm. Die Schreibpause sind in den folgenden Monaten relativ groß, die längste erstreckt sich über 5 Wochen. Lediglich 13 Briefe verfasst er in über einem halben Jahr.
-Fern von Lotte und involviert in das höfische Treiben, das er verachtet, verliert er viel Kraft.Seine depressive und lustlose Stimmung spiegelt sich in den wenigen Briefen wider.
-Schließlich flüchtet Werther aus der Residenzstadt. Fast vor einem Jahr genau (4.Mai 1771) ist er auch geflüchtet.
→ Kindheitserinnerungen vor Ort und Aufenthalt beim Fürsten
9.Mai bis 18.Juni – Zeitraum: 41 Tage, 5 Briefe
-Werther schreibt nur 5 Briefe – 2 sind sehr kurz – in diesen 6 Wochen, im Jahr zuvor hat er im gleichen Zeitraum, als er die idyllische Natur genoss, 10 Briefe verfasst.
-Er schreibt wenig, weil der Besuch in seiner Heimat und der Zwischenaufenthalt beim Fürsten nur 2 kurze Interemezzi sind, er hat Wichtigeres im Kopf: Lotte wiederzusehen.
→ Untergang
29.Juli bis 23.Dezember – Zeitraum: 149 Tage, 30 Briefe
-Inzwischen sind seit Werthers letztem Brief fast 6 Wochen vergangen. In den knapp 5 folgenden Monaten schreibt Werther unregelmäßig Briefe, mal betragen die Abstände fast 1 Monat, mal schreibt er 2 an einem Tag.
-Seine Verzweiflung, aber auch seine Euphorie spiegeln sich in diesen unterschiedlichen Datierungen wider.

Parallelhandlungen
Geschichte von Hans (S.13)
Tod von Hans (S.65)
Vater von Hans holt ein Erbe ins Haus (S.13)
Vater ist krank und ohne Erbe heimgekehrt (S.65)
Nussbäume als Schirm und Schutz (S.26)
Nussbäume werden gefällt (S.69)
Bauernbursche liebt seine Bäuerin (S.14)
Bauernbursche wird verstoßen (S.66)

BB wird zum Mörder (S.82), Werther versucht ihn zu verteidigen (S.83)
Parallele Symbolik

Pistolen für Reise geliehen (S.38)
Pistolen für letzte Reise geliehen (S.101)
Werther will Mörder schonen (S.83)
Albert will Mörder verurteilen (S.83)



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