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Die Everglades- ein Internationales Biosphärenreservat in Florida - Referat



Die Everglades- ein Internationales Biosphärenreservat in Florida



Wer nach Florida reist erwartet wohl Meer, weiße Sandstrände, viel, viel Sonne und ein großes Angebot an Unterhaltungsmöglichkeiten in der Heimat der berühmtesten Maus der Welt.
An der 13.000km langen Küste findet man auch genau das, weiße Sandstrände wie Perlen an einer Schnur, Wasservergnügungsparks, Aligatorenfarmen und Naturreservate im Umkreis nahe zu jeder Stadt entlang der Küste.
Hinter dem Küstenstrich aber gibt es noch viel mehr zu entdecken. Im Norden verträumte Landstriche mit alten Herrenhäusern und mit spanischem Moos verhangene Alleen. In Zentralflorida Anbaugebiete für Zitrusfrüchte, Weiden für Rinder und Pferdezucht und natürlich auch das Walt Disney World Ressort in Orlando. Der Süden der Halbinsel wird beherrscht von dem weiten Sumpfgebieten der Everglades, die sich südlich an den Lake Okeechobee anschließen. Im Süden folgt auch die Kette der Florida Keys an, die bei Besuchen wegen vielfältigen Wassersportmöglichkeiten und wegen der Naturschönheiten beliebt sind.

Ich möchte euch heute etwas über die Everglades, die ich in den Osterferien besucht habe, erzählen und euch einen kleinen Eindruck von dieser einmaligen Landschaft vermitteln.
Die Everglades sind sicherlich eines der erstaunlichsten Naturwunder der Erde. Der Name verrät schon viel. Ever- endlos weit und glades- offene Flächen. Sie bilden den Kern der Landschaft. Auf Tausenden von Quadratkilometern herrscht eine Sumpfwildnis, die unzähligen Tier- und Pflanzenarten zur Heimat wurde, die andernorts längst ausgestorben sind.
Fluß aus Gras nannten die Indianer die Sümpfe treffend, denn anders als in normalen Sumfgebieten steht das Wasser hier nicht, sondern es fließt ganz langsam von Nord nach Süd .
So sind die Everglades der breiteste (80km), flachste (ca.15cm) und langsamste Fluß des amerikanischen Kontinents.

Wie ist das nun zu erklären?
Der ganze Süden Floridas setzt sich aus einer Platte porösen Kalksteins zusammen, die sich nur ganz leicht nach Süden, zum Golf von Mexiko hin, neigt. (zwischen Lake Okeechobee und Golf von Mexiko besteht nun ein Höhenunterschied von 5 Metern).
Lake Okeechobee (indianisch: Großes Wasser) bildet den Ausgangspunkt. Es ist die größte Vertiefung in der Kalksteinplatte und mit 1800km2 etwa dreimal so groß wie der Bodensee.
Während der Regenzeit von Mai bis Oktober läuft der See über. Wegen der geringen Neigung der Erdoberfläche, reicht der Druck der Wassermassen nicht aus, ein Flussbett zu graben.
Statt dessen überschwemmte das gesamte Land in der Vergangenheit knöcheltief.
In der Trockenzeit; wenn der Frischwasserzufluß von Norden her fehlt, trocknen die Everglades nach und nach, bis auf einzelne Teiche und Tümpel, die teilweise von den Alligatoren gegraben werden, aus.
Bis 1842 war der Landstrich unberührt und von ein paar Indianergruppen bewohnt. Das ganze Gebiet war ein Ökosystem im perfekten Gleichgewicht. Der Wechsel zwischen Überschwemmung und Dürre hatte wesentlichen Anteil an der Blüte der gesamten Region.
Diese Bedingungen brachten eine Unzahl verschiedener Pflanzen, Land- und Wassertieren hervor, die diesen einzigartigen und besonderen Lebensraum bewohnten.
Das möchte ich ein wenig beispielhafter erklären:
Was passiert auf den großen Grasprärien, die den Kern des Parks bilden?
Wenn der Lake Okeechobee über die Ufer tritt und die Prärien überflutet entsteht der kaum wahrnehmbare Fluß zum Meer ( Wasser fließt 800m pro Tag) Bild 1
Ein Kreislauf beginnt
-junge Triebe des verwelkten Schneidegrases beginnen zu sprießen- an den Wurzeln bilden sich Algen und Plankton- Moskitolarven, Kaulquappen und kleine Fische beginnen die Nahrungskette aufzufüllen- Tiere und Vögel verlassen jetzt ihre Trockenzeitrefugien, um ihre Jungen aufzuziehen.
Beginnt die Trockenzeit, versammeln sich die Tiere an den verbleibenden Sumpflöchern und Teichen um Nahrung zu finden ( auch Balz und Brutzeit)
Ein anderes Bild bietet sich den Besuchern auf den Hammocks- das sind erhöhte Landflächen, die mit tropischen Hartholz bewachsen sind und den Lebensraum für eine Vielzahl heimischer Pflanzen und Tiere bieten. Bild 2
Hier wachsen üppige Schwertfarne, Gumbolimbo, wilder Kaffee und toxisches Giftholz und hier leben z.B. der Floridapanther und der Weißwedelhirsch (frißt Sumpfgras am liebsten)
Auf dem sandigen Boden im südlichen Teil wiederum gedeihen Sumpfzypressen. Auch in ihrem Schutz leben viele seltene Tiere z.B. der bedrohte Seaside Spatz.
Am Küstenstrich, wo sich Süßwasser mit Salzwasser vermischt finden wir wieder ein ganz anderes Bild.
Mangrovenwälder wohin man blickt. Mangroven sind die einzigsten Bäume, die Süßwasser aus Meerwasser filtern können und so an der Küste gedeihen. Im seichten Wasser bilden sich zahlreiche Inseln. Ihre Stützwurzeln sehen wie Beine aus, die im Gezeitenwatt marschieren.
Sie dienen als Brutstätte für viele Meerestiere.
Bei Sonnenuntergang, kann man die rituelle Wanderung hunderter Stelzvögel beobachten, wenn sie den Schutz der Bäume aufsuchen. Bei Ebbe werden Schlammbänke sichtbar, die vielen Meerestieren und Vögeln Nahrung bieten. Stachliger Hummer, rosa Krabbe, Steinkrebs und grauer Schnappbarsch sowie große Reiher, Seidenreiher, Meerespelikan, Fischadler und Waschbären sind hier zu Hause.
Aber die Mangroven sind auch Landbauer, da sich in ihren Wurzeln viele Pflanzenrester ansammeln. Auch schützen sie den Küstenstreifen gegen Wirbelstürme.

Die Everglades sind auch der einzigste Ort auf der
Welt, wo sowohl Alligatoren als auch Krokodile leben können. Alligatoren, die im Süßwasser leben, graben Löcher in denen sich dann Wasser für die Trockenzeit ansammelt. In diesen Löchern sammeln sich auch Fische, die dann als Nahrungsquelle für Vögel und Alligatoren in der Trockenzeit dienen. Die Mischung aus Pflanzen und Erdreich die die Alligatoren während des Ausgrabens zur Seite schaffen, enthält Nährstoffe für Sämling. Wenn diese wachsen kann man von oben betrachtet die Bauminseln in Ringform sehen.
Krokodile bevorzugen salziges oder Mischwasser und leben daher im Florida Bay.
So greift eins ins andere über. Ich könnte noch 1000de solcher Beispiele aufführen.
Viele verschiedene Ökosysteme bilden gemeinsam den Gesamtlebensraum der Everglades. Doch der Wasserzufluß bestimmt hier das Leben. Nur die leichteste Änderung des Wasserspiegels kann dem Verlust der Nahrungsgebiete der Vögel oder die Überschwemmung von Alligatorennestern bedeuten.
Wie bereits erwähnt, war dies alles zu Beginn des letzten Jahrhunderts völlig intakt.
Auf der ewig Amerikanischen Suche nach bebaubarem Land wurde es von weißen Siedlern als notwendig erachtet das unerforschte Landesinnere zu erforschen.
Militärforscher waren unter den ersten, die zur landwirtschaftlichen Benutzung der Everglades eine Trockenlegung vorschlugen. Bereits um 1920 wurden Kanäle gezogen. Der Lake Okeechobee sogar vollständig eingedämmt. Ein großer Teil der nördlichen Everglades trocknete aus. Dann kamen Farmer, die das Brachland unter den Pflug nahmen. Düngereste und Gifte aus der Schädlingsbekämpfung flossen ungehindert in die Sümpfe Straßen wurden errichtet. Pelztier und Federjagt wurden zur Lieblingsbeschäftigung. Ölsucher folgten.
Der Mensch begann die Everglades zu verändern. Bereits in den 30iger Jahren zeigten sich Schäden im Ökosystem.
Buschbrände in ausgetrockneten Sümpfen verdunkelten den Himmel für Wochen. Der Tierbestand ging drastisch zurück.
Die Zahl der Stelzvögel z.B.dezimierte sich von 300.000 (1900 ) auf 5000 (1980 )
Flamingos verschwanden aus Floridas Gewässern. Ibis, Rheier, Weißkopfadler, Floridapanther, amerikanische Krokodile, grüne Seeschildkröte und viele seltene Pflanzen waren vorm Aussterben bedroht.
Buchstäblich in letzter Minute, auf Betreiben engagierter Naturschützer, handelte die Regierung und schuf 1947 den Everglades Nationalpark, der etwa ein Viertel (6000km2) des ursprünglichen Feuchtgebietes schützt . Doch auch damals war noch wenig bekannt über sein kompliziertes Ökosystem. Es dauerte noch viele Jahre bis die Verantwortlichen einsahen, dass es nicht reicht nur dieses Gebiet zu schützen, denn die Everglades waren vom Frischwasserzufluss abhängig. Deshalb kaufte die Regierung Ländereien zurück und versuchte die Zuflüsse zum See wieder in natürliche Flußbetten zurückzuleiten. Phosphate wurden aus den Abflüssen der Plantagen gefiltert, alte Kanäle wurden wieder eingerissen und die Städte bemühten sich ihren Wasserverbrauch einzuschränken.
Im Rahmen eines der größten Ökosanierungsprojekt, das die USA jemals gestartet haben, dem 1989 vom Präsidenten George Busch unterzeichneten Everglades Expansions Act, versuchte man, die Everglades zu dem zu machen, was sie 100 Jahre vorher waren, ein Puzzle unterschiedlichster Biotope, die so seltenen Tieren und Pflanzen eine Heimat bieten.
Aus allen Teilen der Welt kommen Menschen hierher, um die biologische und ökologische Vielfalt der Everglades zu studieren. Von Parkaufsehern geleitete Aktivitäten informieren die Besucher über verschiedene Lebensräume im Park und ihre Abhängigkeit vom Wasser. Ausschautürme , Holzstege und Pfade mit aufklärender Beschilderung bieten einen nahen Blick auf Fauna und Flora. Buch
Man kann Bootsausflüge in die Mangrovenwälder machen und ein Indianer Museumsdorf besuchen. Wir sind von Miami aus direkt in die Everglades gefahren und haben einige Lehrpfade besucht Bilder und eine Alligatorfarm angesehen.
Bis zu den Mangrovenwäldern sind wir nicht vorgestoßen (zu weit). Alle Besucher der Everglades ob Wissenschaftler oder einfacher Besucher werden auf vielerlei Weise reich belohnt. Das subtropische Paradies beherbergt einen fast unendlich großen biologischen Reichtum, weil ja jeder Zentimeter Unterschied in Höhe des Wasserspiegels unterschiedliche Lebensräume schafft. Wie gut wir sie verwalten, wird von der zukünftigen Generation erzählt werden können. Denn noch heute ist die Zukunft nicht gesichert
1980-90 erhielt Florida 30 % Bevölkerungszuwachs·man benötigt mehr Flächen und mehr Trinkwasser was man ja der Natur entzieht. Auch heute Fließt etwa nur 1/5 der Wassermenge von 1900 in die Everglades. Doch das Umdenken hat begonnen. Die Menschen gehen verantwortungsvoller und behutsamer mit der Natur um. Die Everglades gibt es nur einmal.





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