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Die Brüder Boateng - Referat



Gliederung

1. Autor Michael Horeni
2. Handlung des Buches
3. Die Brüder Boateng
4. Die wilden Jungs von Hertha
5. Rassismus

Autor Michael Horeni

Michael Horeni wurde am 27. Februar 1965 in Frankfurt am Main geboren. Er wuchs in einem Journalistenhaushalt auf. Sein Vater selbst schrieb über zwanzig Jahre für die Frankfurter Allgemeine Zeitung (faz). Horeni machte mit knapp 19 Jahren sein Abitur und absolvierte danach ein Volontariat bei der „Abendpost.“ Nach der Absetzung dieses Blattes fuhr er ein Jahr lang um die Welt. Am 1. Oktober 1989 trat er der Sportredaktion der faz bei und absolvierte sein Studium in Politische Wissenschaft, Geschichte und Philosophie. Seit 2008 ist er Sportkorrespondent in Berlin. Er wurde für seine Biographie „Klinsmann“ mit dem Fair-Play-Preis ausgezeichnet. Horeni schreibt nach wie vor für die Frankfurter Allgemeine Zeitung.

Handlung des Buches

Das Buch beschreibt das Leben drei Brüder beziehungsweise Halbbrüder die in zwei verschiedenen Stadtteilen Berlins aufwachsen. Sie haben den selben Vater jedoch ist Jerome, der jüngste, von einer anderen Mutter. Kevin und George wachsen mit ihrer Mutter im Berliner Problem Bezirk Wedding auf. Jerome wird mit seiner Mutter und seinem leiblichen Vater Prince in Berlin Wilmersdorf groß.
Vater Prince Boateng wurde 1953 in Sunyani im Landesinnern von Ghana geboren. Er wuchs zwischen Kaffee und Kakaoplantagen auf, besuchte sechs Jahre lang eine Grundschule, dann das Gymnasium. Alle Prophezeiten im eine große Zukunft an einer Universität in den Vereinigten Staaten oder in Europa. Tatsächlich erhielt er ein Stipendium in Deutschland. Mit 27 Jahren verließ er Ghana. Er war hier schon einmal Vater geworden. Er schwängerte ein Mädchen dass er in seiner Schulzeit kennengelernt hatte. Seinen Sohn nannte er Solomon. Er lebt heute in London, wo er seinen Halbbrüdern Prince und Jerome schon in der Premier Legaue zugesehen hatte. Über Budapest gelangte er letztendlich nach Berlin. Hier lernte Prince Christine, die spätere Mutter seiner zwei Söhne George und Kevin kennen. Sie heiraten und lassen sich wieder scheiden. Mit Nina Boateng zeugt er seinen vierten Sohn, Jerome. Da George kein Sorgerecht für die beiden Söhne von Christine besaß sah er diese nur selten, unterstütze sie aber finanziell.
Als Jugendliche finden Jerome, George und Kevin schnell zusammen. Sie spielen regelmäßig am „Kickplatz an der Panke“ Fußball und entdeckten schnell ihr Talent hierfür. Obwohl Jerome von einer anderen Mutter stammt, verstehen sich alle drei bestens. Sie alle spielen beim Berliner Vorzeigeclub Hertha BSC Berlin und haben großes Talent. Allen voran George. Allerdings spielen in ihrer Jugend auch andere Punkte eine wichtige Rolle.
Gerade für Kevin und George ist es fast schon eine Herausforderung nicht kriminell zu werden. Sie leben in einem der brutalsten „Ecken“ Berlins. Jerome geht es in Wilmersdorf ganz anders. Alle drei werden in ihrer Jugend mit verschiedenen Negativpunkten konfrontiert. Rassismus und Gewalt spielen in Berlin eine große Rolle. Jerome und Kevin spielen im selben Jahrgang und feiern mit dem U17 Jahrgang von Hertha die Deutsche Meisterschaft. Besonders Kevin besticht damals schon durch seine grandiose Balltechnik und seinen Spielwitz. Allerdings fällt er auch häufig auf und neben dem Platz negativ durch sein manchmal schon fast asoziales Verhalten auf. Er tritt, schlägt und beleidigt seine Gegenspieler. Schon damals war er eine schwierige Person. Jerome hingegen ist eher ruhiger. Für George war zu diesem Zeitpunkt schon Endstation bei Hertha. Er ist kriminell geworden, landete später sogar im Gefängnis. So etwas duldet man nicht einmal in der Jugend von Hertha. Jerome schaffte es über die Profimannschaft von Hertha zum Hamburger Sportverein. Von dort aus ging es zu Manchester City. Heute verteidigt er für den Rekordmeister Bayern München. Kevin sein Weg verlief dagegen weniger Reibungslos. Er spielte für Hertha, den BVB, Portsmouth und gelangte nun nach Italien zum Ac Mailand wo er 2011 die Meisterschaft feiern konnte. George züchtet heute Kampfhunde in Berlin.
Im Allgemeinen befasst sich das Buch mit dem Aufwachsen in zwei verschiedenen Stadtteilen, mit der Vernachlässigung in Familie Schule und Fußballverein, vom Aufstieg bis hin zu den großen Stadien in Europa bis hin zu Ausgrenzung.

Die Personen

Jerome Boateng:
Jerome Boateng ist der jüngste der drei Boateng Brüder. Er wurde allerdings von einer anderen Mutter geboren und ist somit nur der Halbbruder von George und Kevin. Vater Prince lebt in seiner Jugend mit ihm und seiner Mutter in Berlin Wilmersdorf. Er fährt allerdings fast täglich nach Wedding um mit seinen Brüdern auf dem Platz an der Panke zu spielen. Als Jugendlicher ist er eher der ruhige, was sich auch in seinem Fußballspiel widerspiegelt. Oft weint er wenn seine Brüder mit ihm unzufrieden sind. Er fällt in seiner Jugendzeit und später auch als Erwachsener deutlich weniger auf als Kevin. Die meisten Freunde der Familie bezeichnen ihn als den introvertierten Kevin. Aufgrund seines großen Talentes spielt er schon in der Jugend bei den älteren mit. Unter anderem an der Seite seines großen Bruders Kevin. 2005 gewinnen beide mit Herta die Deutsche U17 Meisterschaft. Über die Jugendabteilung von Hertha gelangte Jerome zum Hamburger Sportverein. Über Manchester City kam er 2011 zum FC Bayern München wo er auch bis heute spielt.

Kevin Boateng:
Kevin ist der zweite Sohn von Prince. Er erblickte am 6. März 1987 das Licht der Welt. In seiner Jugendzeit wird er oft Verhaltensauffällig. Oft hat er Probleme in der Schule und im Verein. So kam es dass er im Alter von 9 Jahren bei Hertha BSC aufgrund seines damals schon nicht angemessenen Verhalten suspendiert wurde. Aufgrund seines großen Talentes holte ihn die Hertha ein Jahr später aber zurück. In seiner Zeit als Profi fällt Kevin oft durch hartes Einsteigen auf und neben dem Platz auf. In der deutschen Bundesliga wird er schnell als Rüpel oder Schläger abgestempelt. Das Foul an Michael Ballack, den Kapitän der deutschen Nationalmannschaft wird fast zur Staatsaffäre. Über die englische Premier Liga gelangt er nach Italien zum AC Mailand. Er selbst wollte sich schon immer ein ruhigeres Image verschaffen, weg vom
„Ghettoboy“. Seit rund 2 Jahren ist es ruhig um seine Person geworden. Er überzeugt nun mit konstant guten Leistungen.

George Boateng:
George ist der älteste der Brüder. Er wächst wie auch Kevin in Berlin Wedding auf. Ebenso wie Kevin wird auch George schnell verhaltensauffällig. Auch George beginnt bei Hertha seine junge Karriere. Da er als der talentierteste der drei Brüder gilt prophezeitet man ihm eine Karriere in der Bundesliga. Allerdings ist er kriminell und wird so vom Fußball abgelenkt. Da er irgendwann in der Entwicklung stehen bleibt löst Hertha seinen Vertrag auf und George konzentriert sich nun voll auf seine kriminellen Machenschaften. Er kommt unter anderem für 8 Monate in ein Berliner Gefängnis. George galt immer als sehr talentiert allerdings auch als schnell reizbar und aggressiv. Er selbst behauptet von sich dass er nie das Zeug zum Profi gehabt hätte. Er sei viel zu ungeduldig und zu aggressiv um dem Druck Stand zu halten. George hat heute einen schwerbehinderten Sohn und eine kleine Tochter. Seine Familie und er hat den Sprung raus aus dem Ghetto geschafft und wohnt nun auch in Wilmersdorf wo er heute Hunde züchtet.

Die wilden Jungs von Hertha

Im Verlauf des Buches werden oft „Die wilden Jungs von Hertha“ erwähnt. Hierbei handelt es sich um ehemalige Spieler von Hertha BSC die allesamt im selben Jahrgang wie Jerome und Kevin spielten. Ashkan Dejagah, Patrick Ebert und Sejad Salihovic bildeten zusammen mit Kevin die wilden Jungs. Dieser Name wurde ihnen in ihrer ehemaligen Schule gegeben. Sie alle fielen in ihrer Jugend durch ihr teilweise unangemessenes Verhalten in Schule und Fußball auf. Wie auch Kevin war ihre Jugend von ihrem großen Talent geprägt. Und auch wie Kevin sind sie heute alle Fußballprofis in ganz Europa. Sejad geht in Deutschland für 1899 Hoffenheim auf Torejagd, Ashkan steht in London beim FC Fulham unter Vertrag und Patrick spielt bei Real Valladolid in Spanien. Alle hatten in ihrer Jugend mit den Problemen in den sozialen Brennpunkten der Hauptstadt zu kämpfen. Ashkan wurde oft aufgrund seiner „asiatischen“ Herkunft gemobbt. Sejad hatte es schwer die deutsche Sprache zu erlernen und Patrick wuchs alleine mit seiner Mutter in Neukölln, einem der Bezirke mit der höchsten Rate an Jugendkriminalität auf.

Rassismus im Sport und die Probleme der Boatengs

Der Begriff Rassismus ist gleichzusetzen mit dem Wort „Fremdenhass“. Dieser Begriff existiert erst seit Beginn des letzten Jahrhunderts. Fremdenhass gibt es allerdings schon seit dem Bestehen der Menschheit. Rassismus oder Fremdenhass ist in jeder Gesellschaftsschicht und überall auf der Welt vertreten. Man unterscheidet Menschen gar durch Herkunft, Religion, Äußerlichkeiten, politische Ansichten oder durch Interessen. Der Mensch ordnet sich selbst Eigenschaften zu, auch wenn diese nicht immer ganz zutreffen. Dies ist natürlich und auch völlig legitim. Dieses Zuordnen verfällt aber leicht in einen Vergleich von Menschen.
In den 50 Jahren war es in den USA sogar gesetzlich festgeschrieben dass dunkelhäutige Menschen weniger Rechte oder sogar Nachteile in der Gesellschaft hatten. Es gab zum Beispiel in öffentlichen Verkehrsmitteln Sitzplätze, auf denen nur hellhäutige Menschen sitzen durften. Änderung brachte die Bürgerrechtsbewegung. Mit Protesten und Klagen wurde gegen solche Gesetze angekämpft. Schließlich entschied man diesen „Kampf“ für sich. Trotz alledem ist dieses Denken noch in vielen amerikanischen und auch deutschen Köpfen verankert. Genau dieses Problem hatten auch die Brüder Boateng.

Alle drei Brüder hatten in ihrer Jugend und auch heute mit rassistischen Bemerkung oder sogar Übergriffen zu kämpfen. Aufgrund ihrer Hautfarbe wurden sie oft von meist deutschen Staatsbürgern in Berlin angefeindet. Aber auch heute kommt es noch zu solchen Vorfällen. Regelmäßig werden vor allem Jerome und Kevin mit „Affenlauten“ verspottet. Dies ging sogar so weit dass Kevin bei einem Testspiel den Platz verließ und nicht mehr weiter spielen wollte. Ende März hielt Kevin in der UN gar einen Vortrag über Rassismus und seine Probleme. Eine italienische Zeitung schrieb später über den Vorfall: „Es ist dass erste Mal dass ein Spieler aufgrund rassistischer Exzesse ein Spielfeld verlässt. Kevin Prince Boateng hat möglicherweise ein großes Zeichen im Kampf gegen den Rassismus im Sport gesetzt.“ In ein Fernsehinterview im Rahmen des UN Vortrages sagte Boateng: „ Wir müssen etwas tun und gegen das Problem kämpfen. Es ist allerdings sehr wichtig dies nicht im Zorn zu tun, denn dann begeben wir uns auf das schlechte Niveau dieser Leute hinunter. Wir müssen dagegen mit einem Lächeln im Gesicht, mit Humor und einer guten Mine angehen.“ Die Zeitungen bezeichnen ihn später als einen Profi mit einem großen Sozialcharakter.
Auf der ganzen Welt kommt es wöchentlich zu rassistischen Exzessen im Sport. Vor allem in Ostdeutschland, Italien und in der Türkei. Mittlerweile wird dagegen härter angekämpft, Übeltäter werden mit Stadionverboten und Geldstrafen zur Rechenschaft gezogen. Auch Jerome hat in der Bundesliga mit solchen Problemen zu kämpfen. Obwohl in der Nationalmannschaft fast die Hälfte der Spieler seine Wurzeln im Ausland hat, scheint es immer noch deutsche Fußballfans zu geben, die rassistisch denken.

Quellen

http://www.faz.net/redaktion/michael-horeni-11123691.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Kevin-Prince_Boateng
http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A9r%C3%B4me_Boateng
http://de.wikipedia.org/wiki/Ashkan_Dejagah
http://de.wikipedia.org/wiki/Patrick_Ebert
http://de.wikipedia.org/wiki/Sejad_Salihovi%C4%87




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