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Die Blechtrommel - 2.Version - Referat





Analysieren und interpretieren Sie folgenden Textauszug: „Ein ganzes leichtgläubiges Volk...“ (S.261) bis „... die immer ticktick macht?“ (S.261)

Der Roman „Die Blechtrommel“ von Günter Grass befasst sich mit der Lebensgeschichte des Oskar Matzerath, welcher beschließt mit 3 Jahren nicht mehr zu wachsen, um den Vorteil seiner geringen Größe in verschiedenen Lebenssituationen ausnutzen zu können. Als Erwachsener schreibt Oskar seine Geschichte nieder, während seines Aufenthaltes in einer Heil- und Pflegeanstalt.
In der Reichskristallnacht kommt Oskar Matzerath mit den Verbrechen der Nationalsozialisten in Berührung, als er, nach einer neuen Trommel sehnend, den Juden Sigismund Markus in seinem Geschäft aufsucht. Oskar erblickt, wie SA-Mitglieder „Judensau“ an die Schaufenster schreiben und den Laden verwüsten. In diesem Moment schleicht er sich unauffällig, dank seiner geringen Größe, an den Anhängern des Naziregimes vorbei und entdeckt den Sigismund Markus tot auf seinem Schreibtisch. Als Oskar sich in beschriebener Situation befindet, stellt er das Volk als leichtgläubig dar, da diese an den Weihnachtsmann glauben. Schon vor Beginn des 2.Weltkrieges wurden, unter Hitlers Führung, Juden verfolgt und getötet. Wie man heute weiß, trug jeder, der von der „Judenvernichtung“ wusste, eine Mitschuld. Die Menschen haben sich zu dieser Zeit nicht vorstellen wollen, was wirklich mit den Juden passiert, die „abgeführt“ wurden. Aus diesem Grund, wird das Wort „leichtgläubig“ hiermit in Zusammenhang gebracht, denn das Volk bestand zum größten Teil aus Mitläufern, die nichts hinterfragten.
Oskar setzt den Weihnachtsmann gleich mit dem Gasmann. Dieser eigentliche Vergleich zeigt einen starken Gegensatz, denn der Weihnachtsmann steht als Symbol für Frieden und das Gute, hingegen der Gasmann, welcher den Tod verkörpert. Hitler könnte auf der einen Seite als Person für den Weihnachtsmann stehen, aber gleichzeitig auch für den Gasmann. In der Zeit vor dem Krieg begeisterte und vor allem manipulierte Adolf Hitler als Redner viele Menschen und gewann, durch weitere Propaganda, ihren Glauben an das Naziregime. Er beeinflusste die Masse so, dass diese seinem Willen unterlegen war und nicht mehr nachdachte. An dieser Stelle lässt sich eine Verbindung zu Oskar aufbauen, denn dieser besitzt genau die gleiche Wirkung auf Menschen, dank seiner Trommelkünste. Die Anhänger des Nationalsozialismus sahen in Hitler eine Person, an die sie glauben und auf die sie sich verlassen konnten, daher verkörpert Hitler hier für sie den Weihnachtsmann. Andererseits wird Hitler als Gasmann bezeichnet, denn er ließ jene töten, die nicht in sein Konzept passten, u.a. Juden, Behinderte und diejenigen, welche seine Vorstellungen nicht übernahmen bzw., die versuchten, sich dagegen aufzulehnen.
Oskar stellt in dem Textauszug den Geruch nach Mandeln und Nüssen fest, obwohl in Wirklichkeit der Gasgeruch zu riechen war. Hier zeigt sich zum ersten Mal, dass Oskar sich selbst zu dem „leichtgläubigen Volk“ zählt, denn Mandeln und Nüsse stehen bekanntlich als Zeichen für Weihnachten. Anfänglich distanziert sich der kleine Matzerath von dem Volk, jedoch mit dem Beginnen der weihnachtlichen Stimmung zeigt sich, dass Oskar nur bis zu einem gewissen Grad die Realität vor Augen behält und selbst er beeinflussbar ist. In dieser Situation
steht er vor allem für Andersdenkende, die dem Naziregime nicht angehören, denn diese können trotz einer gewissen Abwehrhaltung nachgiebig sein.
Mit der Metapher „Advent aufgedreht“ zeigt Oskar wie bemüht das Volk ist, sich um die festlichen Feiertage zu kümmern, obwohl heimlich die „Gashähne aufgedreht“ werden. Daran ist wieder das Verdrängen der eigentlichen Miseren zu sehen. Durch die Weihnachtsstimmung wird die Situation der Menschen jener Zeit überspielt oder soll für den Moment vergessen werden.
Der Nussknacker steht in dem Zusammenhang des Textauszuges als Personifikation, denn dieser Gegenstand soll die Menschen repräsentieren, welche nicht wissen was mit ihnen geschieht, ob sie getötet werden vom „Gasmann“ oder „beschenkt“ vom „Weihnachtsmann“. Durch die Wahl der Wörter und die kurz aufeinander folgenden rhetorischen Mittel (Wiederholung: „Er kommt...“ und rhetorische Fragen) breitet sich eine gewisse Spannung und Angst aus, welche aus der Unwissenheit des Volkes heraus entstehen. Vermehrt tritt im letzteren Teil des Auszuges das Wort „Gas“ auf, zwar in verschiedenen Wortzusammensetzungen, jedoch steht es immer noch im direkten Zusammenhang zum Tod. Oskar beschreibt bei dem Neologismus „Gasuhr“ die tickenden Geräusche, wobei eine Bombe hinter der Bedeutung des Wortes stecken könnte. Hier sieht man, dass der Textauszug mit grausamen Vorstellungen endet.
Die Erzählung der „Blechtrommel“ verläuft nah an der Geschichte der Vorkriegs- bis zur Nachkriegszeit. Diese Nähe kommt dadurch zu Stande, dass Günther Grass seine Hauptperson Oskar, an vielen bedeutenden Orten dieser Zeit erscheinen lässt. Er ist jeweils beteiligt oder betroffen. So stirbt an allen Wendepunkten eine wichtige Person seines Lebens, daneben ist jede Wende im kleinbürgerlichen Leben von ihm, auch ein Wendepunkt in der deutschen Geschichte.
Letztendlich ist zu sagen, dass Grass mit seinem Werk „Die Blechtrommel“, aus der „Danziger Triologie“, verdeutlichen will, was den Juden damals angetan worden ist. Ziel des Romans ist daher, über die Geschichte aufzuklären und davor zu warnen.

Wörter:789

Linda St.
Dieses Referat wurde eingesandt vom User: Lara0401




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