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Die Amazonen - Referat



Die Amazonen

Wer waren sie?

Die Amazonen sind ein sagenumwobenes Volk von kämpferischen Frauen, mit denen die Griechen bei ihrer Ausbreitung nach Kleinasien in Kontakt gekommen waren. Sie werden in zahlreichen Erzählungen und Sagen (u. a. auch in der Ilias von Homer) erwähnt.

Woher kommt der Name?

Nicht ganz sicher, evtl. aus dem altpersischen Sanskrit: „uma soona“ = Kinder der Uma (Uma ist eine Göttin); Artemis wurde ihnen zugeordnet, im Volk könnte sich „Artemis“ in „Amazon“ verwandelt haben. Dies bedeutet im Griechischen „ohne Brust“, wodurch man eine Erklärung für den unbewiesenen Mythos hat, dass sich die Amazonen die Brust amputiert hätten.

Wie lebten sie?

Schon von jüngster Kindheit an wurden sie einem strengen Trainigsprogramm unterzogen: Schon früh musste ein Mädchen reiten lernen und sich an den Umgang mit Waffen gewöhnen. Vor allem Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit, Geschicklichkeit und Flexibilität waren notwendig, weswegen sie wahrscheinlich dem Typ von heutigen Mehrkämpferinnen oder Distanzreiterinnen entsprechen: kräftig, aber nicht allzu wuchtig, beweglich und schlank. Der Bogen diente als Hauptwaffe und verlangte eine hohe Konzentration. Einigen Legenden zufolge sollen die Amazonen schon ihren Kindern die rechte (nach anderen Überlieferungen auch beide) Brust gesengt haben, damit man den Arm später im Kampf ungehindert nutzen konnte. Diese Legende kann aber durch nichts gestützt werden, da auch in der griechisch-römischen Kunst die Amazonen mit beiden Brüsten dargestellt werden.

Die Amazonen im Trojanischen Krieg

Der Krieg zog sich schon lange hin und es gab auf beiden Seiten zahlreiche Opfer. Die Trojaner standen vor dem Untergang, zumal Trojas stärkster Kämpfer Hektor von Achilles getötet wurde. Dieser wiederum war untröstlich, weil er seinen Freund Patroklus verloren hatte.
Letztendlich saßen die Trojaner hinter ihren Mauern und hofften auf ein Wunder, welches in der Gestalt der Amazonenprinzessin Penthesilea und ihren zwölf Gefährtinnen kam (deren Namen sogar überliefert sind: Clonie, Polemusa, Derinoe, Evandre, Antandre, Bremusa, Hippothoe, Harmothoe, Alcibie, Derimacheia, Antibrote und Thermodosa).
Penthesilea war sehr unglücklich, da sie zuhause auf der Jagd einen Hirsch verfehlte und stattdessen ihre Schwester Hippolyte traf und tötete. Sie hoffte ihr Gewissen durch eine große und kühne Tat beruhigen zu können.
Nach der Ankunft der Amazonen schöpfte Troja Hoffnung und man gab ein Festessen zu deren Ehren. Man erhoffte von ihrer Verstärkung, dass sie die Griechen zurückjagen würden.
Am nächsten Morgen legte Penthesilea ihre Rüstung an: Goldene Beinschienen, einen regenbogenfarbenen Harnisch, ein Schwert in einer Scheide aus Silber und Elfenbein, vor allem der mondförmige Schild wird hervorgehoben. So ritt sie auf das Schlachtfeld zu und die Trojaner folgten ihr in Scharen.
Die Griechen waren sehr überrascht, dass die Trojaner so kurz nach dem Tod ihres Helden erneut angriffen, und rüsteten sich schnell zur Gegenwehr. Doch die Amazonen konnten mit Leichtigkeit die erste Welle niedermähen, doch dann fielen die ersten Amazonen. Doch auch die Griechen erlitten herbe Verluste.
Penthesilea kämpfte wie besessen und war doch hauptsächlich auf der Suche nach dem mächtigsten griechische Kämpfer: Achill. Dieser stand aber mit Ajax am Grabe seines Freundes Patroklus und hatte den Angriff der Trojaner gar nicht bemerkt. Doch schon waren die Griechen in Reichweite der Trojaner und die Schiffe waren so bedroht, dass ihnen Nachschub und Rückzug fast abgeschnitten worden wäre. Erst da hörte Ajax das Getümmel und die beiden Männer legten ihre Rüstung an und stürzten sich in das Gemetzel. Sofort griff Penthesilea Achill an, doch ihre Spreere prallten von Achills Schild einfach ab. Achill schleuderte diesen Speer in Richtung der Amazone. Er durchbohrte ihre Brust und sie starb. Erst als er die Frau tot am Boden sah, bereute er seine Tat, denn viel lieber hätte er die schöne Amazone geheiratet.

Die
Amazonen und die Athener

Fast 500 Jahre nach Troja kam das Volk der Amazonen erneut in Konflikt mit den Athenern.
Der Auslöser dafür ist von Legende zu Legende unterschiedlich, mal mit Herakles als Held, mal mit Theseus.
Theseus (König von Athen) soll Antiope, Schwester von Hippolyte entführt und mit nach Athen genommen haben, um sie zu heiraten. Die Amazonen sinnten auf Rache und drangen in Griechenland ein, plünderten Städte und belagerten Athen, doch die Athener wehrten sich mit allen Mitteln. Bei diesen Kämpfen wurde Antiope getötet, doch Athen gewann, wenn auch nur mit größten Mühen.
Eine weitere Sage berichtet, dass Herakles den Zaubergürtel von Hippolyte erlangen wollte. Hippolyte war einverstanden, ihn auszuhändigen, doch Hera in Menschengestalt streute das Gerücht, dass der Fremde gekommen sei, um die Königin zu entführen, weshalb die Amazonen das Schiff angriffen. Als Herakles sie in Rüstung kommen sah, vermutete er Verrat und tötete Hippolyte und einige andere Amazonen.
Dies sind nur zwei Versionen des Amazonenmythos, mal kämpften Herakles und Thesseus zusammen oder auch alleine, auch die Namen waren nicht festgelegt – mal waren es Hippplyte, mal Andromeda oder Melanippe.

Gab es die Amazonen wirklich?

Ob es die Amazonen gab, ist eine Frage des modernen Menschen. Ein alter Grieche hätte ihre Existenz als selbstverständlich angenommen, auch wenn er sie nie gesehen hat. Selbst als man im Zuge der Kolonisationsbewegungen an die Ufer des Schwarzen Meeres gelangte, wo man die Heimat der schönen Kriegerinnen festlegte, keine Amazonen fand, existierten sie immer noch in den Köpfen der Griechen. Man fand auch schnell eine Erklärung, warum das Volk der kämpferischen Frauen nicht aufzufinden war: Als man die Amazonen einst am Thermodon besiegt hatte, brachten man die gefangenen Kriegerinnen auf Schiffe, und sie nach Griechenland zu bringen. Allerdings überwältigten die Amazonen auf hoher See ihre Bewacher. Da sie in der Seefahrt sehr unerfahren sind, trieben sie nach Norden zum Fluss Tanais (heute Don), wo sie mit den Skyten zusammentrafen, sich vereinigten, und entlang der Wolga nach Osten gingen und zu dem Volk der Sauromaten wurden. Somit war man der Pflicht entbunden, die Existenz der Amazonen nachweisen zu müssen – sie waren einfach zu weit weg. Doch es gibt keine materiellen Hinterlassenschaften und auch dass der Mythos so viele Verwendungen gefunden hat, spricht dafür, dass die Amazonen ein reines Phantasieprodukt sind. Dennoch gibt es viele Gräber von Frauen, denen als Grabbeigabe Waffen oder Rüstungen gegeben wurden. Auch sind häufig die Oberschenkel der Skelette verbogen, was darauf schließen lässt, dass diese Frauen schon von Kindesbeinen an auf Pferden saßen. Aber eindeutige Beweise für die legendären Amazonen gibt es nicht.

Dieses Referat wurde eingesandt vom User: jenstar




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