Suchbegriff:

Diabetes mellitus - die Zuckerkrankheit - Referat



Diabetes mellitus - die Zuckerkrankheit

Hintergrund des Diabetes mellitus

Die Bauchspeicheldrüse (das Pankreas)

Die etwa 80 g. schwere und 14 - 18 cm lange Bauchspeicheldrüse liegt langgestreckt an der Hinterwand des Oberbauches. Die Bauchspeicheldrüse besteht aus zwei funktionell vollkommenen verschiedenen Anteilen. Zum einen besteht sie aus dem exkretorischen Teil, dieser sondert Verdauungsenzyme u. a. Amylase, Maltase und Trypsin mit dem Pankreassaft nach außen in den Zwölffingerdarm ab.
Der inkretorische Teil produziert u.a. das Hormon Insulin und gibt dieses nach innen in den Blutkreislauf ab. Insulin entsteht in der Bauchspeicheldrüse in besonderen Drüsenzellen, die in kleinen Gruppen, den Langerhansschen Inseln, angeordnet sind. (Der deutsche Mediziner Paul Langerhans entdeckte 1869 diese Inselzellen in der Bauchspeicheldrüse; Bild S. 264 im Buch). Insulin hat eine große Bedeutung für den Kohlehydratstoffwechsel. (Folie 1)

Der Kohlehydratstoffwechsel

Kohlehydrate z.B. Brot, Kartoffeln, Reis usw. wird im Darm zu einzelnen Traubenzuckerbausteinen ( hier dargestellt als Zuckerwürfel) abgebaut. Traubenzucker wird auch Glukose genannt. In der Leber wird Glukose gespeichert (s. weißer Würfelberg). Wenn es notwendig ist, gibt die Leber Glukose an das Blut ab.
Mit dem Blut gelangt die Glukose zu den Körperzellen. Die Zellen benötigen die Glukose als Energielieferant, um die normalen Stoffwechselvorgänge ablaufen zu lassen.
Aus eigener Kraft kann Glukose in Muskel und Fettzellen nicht hinein. Insulin ist wie ein Schlüssel, der diese Zellen aufschließt, damit Glukose hineingelangen kann. Wie schon gesagt, ist Insulin ein Hormon. Es wird in den Inselzellen der Bauchspeicheldrüse( dem Pankreas ) gebildet ( in Abbildung zwei als Schlüssel dargestellt). Die Inselzellen der Bauchspeicheldrüse messen beim gesunden Menschen den Blutzuckerspiegel.(Abb. 2 als Zeiger mit Fragezeichen dargestellt.) Wenn der Blutzucker zu hoch ansteigt, geben die Inselzellen Insulin ab. Insulin bewirkt in der Leber, das Glukose gespeichert wird. Zusätzlich sorgt das Insulin auch dafür, dass nicht zuviel Glukose aus dem Vorrat in der Leber in das Blut gelangt.
Außerdem wirkt das Insulin an Muskel und Fettzellen: Es ermöglicht, das Glukose aus dem Blut in diese Zellen gelangt.
Auch für den Eiweißstoffwechsel ist Insulin notwendig. Ohne Insulin wird Eiweiß und damit auch Muskulatur vermehrt abgebaut. Wenn viel zu wenig Insulin vorhanden ist wird auch vermehrt verstärkt Fettgewebe abgebaut. Insulin ist folglich dafür verantwortlich, daß Zucker-, Eiweiß und Fettstoffwechsel funktionieren. Jeder gesunde Mensch hat deshalb Tag und Nacht eine kleine Menge Insulin im Blut.

Erkennung und Behandlung

Fallbeispiel S.265 oben

Die Formen des Diabetes mellitus

Es gibt zwei Formen des Diabetes mellitus. (Abb. 3)abdecken

a) Typ I Diabetes (Teil 1)



An Typ I Diabetes erkranken meist schlanke junge Patienten, die sofort Insulin spritzen müssen , weil die Bauchspeicheldrüse viel zu wenig oder gar kein Insulin mehr bildet.
Typ I Diabetes ist selten; man schätzt dass es derzeit in Deutschland ca. 250.000 TypI Diabetiker gibt. Auch im Erwachsenenalter kann Typ I Diabetes auftreten. Die Ursache ist die Zerstörung der insulinbildenden Zellen.


b) Typ II Diabetes (Teil 2)



Typ II Diabetes tritt meist bei übergewichtigen älteren Patienten auf. Sie haben zunächst noch viel körpereigenes Insulin. Wenn sie übergewichtig sind und Gewicht abnehmen können lange Zeit ohne Insulinbehandlung auskommen. In Deutschland gibt es derzeit mehr als 3 Millionen Typ II Diabetiker, die nicht mit Insulin behandelt werden und ca. 800000 Typ II Diabetiker, die Insulin spritzen. Der Verlauf des Typ II Diabetes ist sehr unterschiedlich. Mögliche Ursachen sind genetische Veranlagung, verminderte Insulinsekretion und schlechtere Insulinwirkung.


Der Begriff Diabetes mellitus kommt aus dem Griechischen und bedeutet vermehrte Ausscheidung von zuckerhaltigem Urin. Auf den ich später noch zu sprechen komme.

Blutzucker

Jeder Mensch hat Zucker im Blut. Ein gewisser Blutzuckerspiegel ist nötig, um die Leistungsfähigkeit des Körpers zu erhalten. (Abb. 4) Blutzuckerwerte werden in mg pro dl angegeben. Bei gesunden Menschen liegt der Blutzucker nüchtern zwischen 60 und 110mg/dl. Nach dem Essen kann der Blutzucker bis 140 mg/dl ansteigen. Blutzuckerwerte unter dem normalen Bereich bezeichnet man als Unterzuckerung. Sehr tief abfallende Blutzuckerwerte können zu einer schweren Unterzuckerung mit Bewußtlosigkeit führen.
Bei gesunden Menschen kann es nie zu einer Unterzuckerung kommen, da der Körper dieses von selbst durch Ausschüttung von Insulin bzw. Abgabe von Zucker aus der Leber ins Blut regelt. (Bild S.264, Abb. 1) Erst wenn dieser Mechanismus bei Störung des Blutzuckerhaushaltes durch blutzuckersenkende Medikamente oder Insulingabe außer Kraft gesetzt wird, kann es zur Unterzuckerung kommen.
Blutzucker über dem Normalbereich bezeichnet man als Überzuckerung, als Zuckerkrankheit: Diabetes mellitus.

Beschwerden bei erhöhtem Blutzucker

Bei erhöhtem Blutzucker können folgende Beschwerden auftreten:

1. Man muß unverhältnismäßig oft zur Toilette;
2.
Aufgrund des höheren Wasserverlustes durch häufiges Wasser lassen, hat man viel Durst;
3. Man fühlt sich kraftlos, die Leistungsfähigkeit ist eingeschränkt und
4. Verletzungen heilen langsamer, es kann zu Infektionen kommen.

Wichtig dabei ist, daß nicht alle Symptome auftreten müssen, manche Diabetiker haben keine dieser Beschwerden, bei anderen wiederum tritt nur eins der Symptome auf.

Wie kommt es zu häufigem Harndrang ? (Abb4)

Durch die Nieren führen Blutgefäße. Im Blut befindet sich Blutzucker. Normalerweise ist der Urin immer zuckerfrei. Steigt der Blutzuckerwert aber über einen bestimmten Wert an, versucht der Körper den überflüssigen Zucker auf dem Weg über die Nieren auszuscheiden. Der Grenzwert liegt bei durchschnittlich bei 180 mg/dl und wird auch Nierenschwelle genannt.
Urinzucker kann man mit völlig schmerzlos mit Urinteststreifen messen. (vormachen) Da man mit dem Urinteststreifen nur Werte über 180 mg/dl erfassen kann, muß man als Diabetiker auch seinen Blutzucker regelmäßig mit Blutzuckerteststreifen oder mit einem Blutzuckermeßgerät bestimmen.
Dazu benötigt man einen Tropfen Blut aus der Fingerkuppe, der auf den Teststreifen bzw. auf den Sensor des Blutzuckermeßgerätes gegeben. wird.
Alle Diabetiker führen ein Tagebuch, in dem alle Meßwerte eingetragen werden müssen.

Wie werden erhöhte Blutzuckerwerte gesenkt?

Bei Diabetikern mit nur gering erhöhten Zuckerwerten genügt es meist, wenn sie auf die Ernährung achten und Diät halten. ( z. B. Vermeiden von großen Mengen süßer Nahrungsmittel; Vollkornprodukte statt Weißmehl usw.) Genügt dies nicht, greift man zu Medikamenten, die den Blutzucker senken. Zeigen auch diese Medikamente keine oder wenig Wirkung auf den erhöhten Blutzucker, müssen die Patienten das Insulin, welches ihr Körper zu wenig oder gar nicht mehr bildet von außen zuführen. Doch vor der Entdeckung des Insulins war dies nicht möglich.

Die Geschichte des Insulins

Bereits 1889 zeigt Oskar Minkowski, daß es durch Ausschaltung der Bauchspeicheldrüse bei Hunden zu Diabetes kommt. Paul Langerhans beschrieb in seiner Doktorarbeit die später nach ihm benannten Inselzellen. Der kanadische Arzt F. G. Banting entwickelte dann folgende Idee: ,,Unterbinde den Ausführungsgang der Bauchspeicheldrüse bei Hunden. Halte sie am Leben, bis die Drüsenzellen untergegangen sind und gewinne aus den Inselzellen ein Mittel gegen Diabetes. Im Sommer 1921 führte Banting mit seinen Studenten diese Versuche durch und schon im Januar 1922 bekam der erste Diabetiker eine Insulininjektion. Sein Blutzucker sank von 520 mg/dl auf 120 mg/dl. Für diese Entdeckung bekamen die Forscher den Nobelpreis für Medizin. In den letzten Jahrzehnten wurde Insulin aus Schweine- und Rinderbauchspeicheldrüsen hergestellt. Heutzutage wird Insulin in den Labors künstlich hergestellt. Das heute verwendete Insulin ist fast identisch mit dem menschlichen Insulin. Insulin wird mit Hilfe von speziellen Insulininjektionsgeräten in das Fettgewebe unter die Haut gespritzt.

Welche Rolle spielt die Ernährung beim Diabetiker?

Als Diabetiker muß man sehr auf die richtige Ernährung achten. Sie müssen lernen, welche Nahrungsmittel den Blutzucker erhöhen und welche nicht.( Eiweißhaltige und fettreiche Nahrungsmittel erhöhen den Blutzucker nicht; kohlehydrathaltige Nahrungsmittel wohl) Sie müssen gleichmäßig (5xtägl.) kleinere Mengen Kohlehydrate zu sich nehmen um den Blutzuckerspiegel möglichst konstant zu halten. Wenn sie statt dessen 3 x tägl. viel Kohlehydrate zu sich nehmen würden, würde der Zuckerspiegel nach dem Essen sehr stark ansteigen, und danach bei großen Pausen bis zur nächsten Mahlzeit durch Einnahme von Tabletten oder Spritzen von Insulin zu sehr abfallen.

Warum Diabetes behandeln ?

Diabetes schmerzt nicht und wird oft zufällig im Rahmen einer routinemäßigen Blutuntersuchung erkannt. Viele Menschen fühlen sich durch diese Erkrankung nicht beeinträchtigt. Trotzdem ist diese Krankheit nicht zu unterschätzen, da es bei über Jahre erhöhten Blutzuckerwerten zu Folgeschäden an den kleinen Blutgefäßen und den Nerven kommen kann. So kann Diabetes unbehandelt zur Erblindung führen. Die Nerven besonders an den Füßen können so geschädigt werden, das Schmerz- und Temperaturempfinden läßt nach. Es kann zur schlecht heilenden Verletzungen kommen. Infolge jahrelanger vermehrter Urinausscheidung kann die Niere geschädigt werden und Durchblutungsstörungen an den kleinen Gefäßen führen oft zur Amputation der Zehen.



Quelle(n) für dieses Referat: · Buch: Wie behandle ich meinen Diabetes · Buch: Mit Insulin geht es mir besser · Buch: Psychrembel Klinisches Wörterbuch · Lehrbuch für Arzthelferinnen · Arbeitsbuch Anatomie und Psychologie für Krankenschwestern, Krankenpfleger und andere Medizinalberufe · Microsoft Encarta 99 Enzyklopädie



Kommentare zum Referat Diabetes mellitus - die Zuckerkrankheit: