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Desertifikation - Schwerpunkt Sahel - Referat



Desertifikation - Schwerpunkt Sahel
von Christian Rehmer

1. Das Umweltproblem Desertifikation: 11
2. Die Ursachen & Verursacher von Desertifikation: 22



2.1 Klimatische Ursachen: 22
2.2 Anthropogene Ursachen: 33


3. Konsequenzen der Desertifikation: 44
4. Lösungsmöglichkeiten betroffener Gebiete: 55
5. Einschätzung der Entwicklung & Prognosen: 66
6. Literatur- & Quellenverzeichnis: 77



6.1 Literaturverzeichnis: 77
6.2 Sonstige Quellen: 77
6.3 Quellenverzeichnis der Abbildungen: 77


1. Das Umweltproblem Desertifikation:



Der Begriff ,,Desertifikation" ist dem lateinischen ,,desertus facere" (Wüstmachen, Verwüsten) entnommen. Die deutsche Übersetzung ,,Wüstenbildung" wird der anthropogen gemeinten Bedeutung des Wortes nicht gerecht, da der Vorgang des ,,Wüstmachens", also der Eingriff des wirtschaftenden Menschen, zum Ausdruck kommen soll. Das bedeutet jedoch nicht, dass die klimatischen Faktoren in historischer Zeit unberücksichtigt bleiben sollen. Sie werden jedoch nicht dem Begriff ,,Desertifikation" zugerechnet. (Mensching 1990) Er ist folgendermaßen zu verstehen:
Abb. 1

Desertifikation umfasst die Degradation von Böden und Vegetation und führt zu einer kontinuierlichen Verminderung des Weidepotentials und der Ernteerträge. Im Gegensatz zur Dürre ist der Mensch an der Desertifikation ursächlich beteiligt. (,,man-made-desert") (Mensching 1990)

Desertifikation ist Land-Degradation in ariden, semiariden und in trockenen subhumiden Gebieten der Erde als Folge verschiedener Faktoren, einschließlich klimatischer Einflüsse uns anthropogener Eingriffe. (UNCED 1992)

Vor Allem in semiariden und subhumiden urbanisierten Zonen erzielt der Prozess der Desertifikation unter bestimmten Klimabedingungen seine größte Auswirkung. Der schwerwiegende ökologische Degradationsvorgang, der die Landnutzungsressourcen solcher Zonen schädigt bzw. zerstört, umfasst somit einen großen Teil der Umweltzerstörungen in den Tropen und Subtropen rund um den Globus. (Mensching 1990)
Weltweit sind bereits rund zwei Milliarden Hektar Ackerland und Weideflächen unterschiedlich stark degradiert, was ca. 15% entspricht. Neun Millionen Hektar sind irreparabel zerstört und damit endgültig verloren. In den betroffenen Gebieten leben rund eine Milliarde Menschen. 30 Millionen Quadratkilometer sind akut von der Verwüstung bedroht. Die Degradierung führt jährlich zu Einkommensverlusten in Höhe von 42 Milliarden Dollar. (G.O.)
2. Die Ursachen & Verursacher von Desertifikation:

Klimatische und anthropogene Faktoren sind am Prozess der Desertifikation ineinandergreifend beteiligt. Dieser zusammenhängende Wirkungskomplex macht die Verhinderung oder Bekämpfung sehr schwierig.
2.1 Klimatische Ursachen:

In den Klimazonen, in welchen sich die ausgedehntesten Desertifikationsgebiete befinden, spielt die Aridität -sowohl in ihrer Ausprägung (vollarid, semiarid, subhumid) sowie in ihrer jährlich wechselnden Variabilität und Verteilung- eine entscheidende Rolle. Diese wirkt sich gleichermaßen auf die natürliche Pflanzendecke sowie auf die Wachstumsperioden und Produktivität der Kulturpflanzen aus. (Mensching 1990)




Generell bedeutet Aridität für die Pflanzenwelt Wachstumshemmnis bis zum Vertrocknen der Pflanze, besonders von Gräsern und Kräutern. Anthropogene Eingriffe verstärken bzw. verlängern diesen Effekt. Die ,,Aridifizierung" (Zunahme der Aridität) eines Gebietes -bedingt durch natürliche Klimaschwankungen- vergrößert die wüstenhaften Gebiete und lässt somit die natürlichen Grenzen der Wüste -speziell in Savannen und Steppen- vorrücken. Auch Dürreperioden sind nicht das Ergebnis menschlicher Misswirtschaft, sondern natürlichen Ursprungs und normalerweise reversibel. (www.g-o.de) Sie lassen sich aber durch die Folgen des Desertifikation extrem verstärken und auf längere Zeit ausdehnen, so dass es zu Hungersnöten und Völkerwanderung kommen kann bzw. ganze Tierpopulationen diesen Bedingungen erliegen. Längere Dürreperioden wirken sich für den Prozess der Desertifikation vor Allem in einer verringerten bis ganz ausbleibenden Produktivität der Nutzpflanzen aus, so dass die normalen Nahrungsmittel wie Getreide und Hirse von Jahr zu Jahr weniger ertragreich werden. Kommt es bedingt durch die Zerstörung der Vegetation zu größeren Freiflächen mit wenig Pflanzenbewuchs folgt ein Anwachsen der Albedo (Rückstrahlung). Dies hat mikro- und mesoklimatische Veränderungen zur Folge, was bis zur Regenfalldefiziten -und damit der Änderung des Makroklimas- führen kann. (Mensching 1990)
Die Auswertung langjähriger Daten von größeren Klimastationen, vor Allem in Afrika, hat gezeigt, dass schon seit 1930 ein Trend zur weiteren Aridifizierung vorhanden ist. Im Zentrum der semiariden Zonen, welche bereits für landwirtschaftliche Nutzung ausreichende Niederschläge haben, wurde eine Risikozone der Desertifikation geschaffen, welche nicht in den dünnbesiedelten Randbereichen der Wüste, sondern in stark urbanisierten Gebieten zu einer Überbeanspruchung des ökologischen Potentials führt. (Mensching 1990)

2.2 Anthropogene Ursachen:

Die anthropogenen Ursachen beeinflussen die ökologische Balance mit ihrer Regenerationsfähigkeit und haben eine Degradation im Bereich Boden-Wasser-Pflanzenwelt zur Folge, die über die Wirkung von Trockenjahren, Dürren und Variabilität der Niederschläge weit hinausgeht. (Mensching 1990) Sie lassen sich in drei Kategorien der Nutzung untergliedern: Überweidung, Misswirtschaft und Entwaldung (Encarta 99)



A)

Bei der Überweidungwird ein zu großer Viehbestand auf einer zu kleinen Weidefläche gehalten. Dies führt zunächst zu einer Ausbreitung ungenießbarer oder giftiger Unkräuter auf Kosten der erwünschten Weidepflanzen. Langfristig kommt es unter den herrschenden Klimaverhältnissen - die durch Wassermangel gekennzeichnet sind - zu einer Auflockerung und einem Rückgang der Pflanzendecke insgesamt. Die dadurch entstehenden Lücken in der Vegetation vergrößern sich allmählich, sofern der Beweidungsdruck nicht nachlässt, was bis zur völligen Zerstörung der Pflanzendecke führen kann. In der Folge kommt es daher zu immer stärkerer Erosion des unbedeckten Bodens, insbesondere der Materialabtransport durch den Wind, was wiederum einer natürlichen Neuansiedlung von Pflanzen entgegenwirkt, da wichtige Nährstoffe fehlen. (Encarta 99) Ein weiterer Aspekt ist der Bau von tiefen Brunnen um die Viehbestände mit Wasser zu versorgen. Sie haben ein Absinken des Grundwasserspiegels zur Folge, was sich neben dem Weidedruck zusätzlich negativ auf die Vegetation auswirkt. (Mensching 1990)

B) Zu ähnlichen Folgen kann es auch durch mangelhafte, nicht an die lokalen Verhältnisse angepasste oder auf kurzfristigen Gewinn ausgerichtete Bodenbewirtschaftung kommen, was man als Misswirtschaft bezeichnet. Beispiele sind eine Verkürzung der Brachezeiten, die Verwendung mechanischer Anbautechniken, die eine Erosion des Bodens begünstigen, oder die Verwendung mangelhafter Bewässerungstechniken, wodurch eine Bodenversalzung hervorgerufen wird, (Encarta 99) welche sich äußerlich in Salzausblühungen auf den Bewässerungsfeldern zeigen kann. Die Verwendung von zu salzhaltigem Wasser und ein schlechtes Verhältnis zwischen Wasserzufuhr (mit geringem Salzgehalt) und entsprechender Durchspülung der Böden mit Ableitung des durch hohe Verdunstungsraten salzangereichertem Wassers, können die Ursachen sein. Diese Standorte werden meistens als Grünland mit halophiler Vegetation genutzt. (Mensching 1990)


Insgesamt kommt es durch oben genannte Faktoren zu Nährstoffverlusten oder -verlagerungen und ungünstigen Bodenveränderungen, die unter den ariden Klimabedingungen kaum reversibel sind, und die sich ähnlich wie bei einer Überweidung in spärlicherem Bewuchs und damit zunehmender Bodenerosion sowie verminderten Ernteerträgen auswirken. Eine Neubildung von Boden geht vor Allem in Trockengebieten äußerst langsam vonstatten. (Encarta 99)


C) Auch die Entwaldung, zur Gewinnung von landwirtschaftlich nutzbarem Land oder Brenn- und Bauholz, zählt mit zu den Ursachen der Desertifikation. Gerade die Brennholznutzung ist eine der schwerwiegendsten Ursachen für die Desertifikation in den Trockengebieten vieler Entwicklungsländer. In der Sahelzone (südliches Grenzgebiet der Sahara im Übergang zur feuchten Savanne) hat dies zum fast vollständigen Verlust von Bäumen in der Umgebung der Städte geführt. So gibt es in einem Umkreis von 90 km rund um Khartum (Sudan) keine Bäume mehr. Die rasch zunehmende Bevölkerungsdichte und die mangelhafte Effizienz der Holzöfen, die in diesen Gebieten vorherrschen, verstärkt die Brennholzproblematik noch zusätzlich. (Encarta 99)


3. Konsequenzen der Desertifikation:

Die Degradierung und Schädigung von Ökosystemen durch Desertifikation ist graduell und in ihrer Art sehr unterschiedlich. Betroffen sind vor Allem die Pflanzenwelt, der Wasserhaushalt und der Boden. Am Beispiel der Sahelzone sollen die Folgen verdeutlicht werden. Im Sahel gehen seit der großen Dürren von 1972/73 jedes Jahr etwa 1,5 Millionen Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche verloren. (G.O.)



Die Sahelländer Afrikas -einschließlich Äthiopien- gehören zu den am stärksten von Hungerkatastrophen, Ressourcenmangel und Desertifikation gebeutelten Gebieten der Erde. Sie liegen in einer klimatisch-ökologischen Übergangszone und sind durch Savannenstrukturen gekennzeichnet. (Sahel = Savanne) Im Norden wird der Sahel zur Sahara hinzeigend von Dornbuschsavanne
dominiert, welche außerhalb der Dürreperioden von einer geschlossenen Grasdecke gekennzeichnet ist. Im Süden, an der Grenze zum Sudan, findet sich Trockensavanne, die zwischen den Akazienwäldern ebenfalls eine geschlossene Grasnarbe aufweißt und in Bereiche von bis zu 500mm durchschnittlichen Jahresniederschlag reichen kann. Zwischen diesen beiden Bereichen befindet sich der ,,engere Sahel" mit Niederschlägen von 250-500 mm/a. Als Folge der Desertifikation ist eine Verschiebung der ökologisch-klimatischen Grenzen um 100-200 km südwärts bereits 1994 festgestellt worden. (Bollig 1994)
Durch die Klimaperioden im Pleistozän und Holozän entstand im Sahel ein Gürtel von Altdünen. Diese müssten unter heutigen Bedingungen mit Dornbusch-Savannen-Gras-Vegetation bewachsen und somit morphodynamisch fixiert sein. Sie weisen jedoch als Folge der Desertifikation (verursacht vor Allem durch die Rodung von Akazien) einen vegetationslosen Charakter auf und sind folglich wieder mobil. (Bollig 1994) Im Zusammenhang mit den Dürrejahren im Sahel traten folgende Desertifikationskonsequenzen auf:

· Es kam zur Bildung von deutlich sichtbaren ,,wüstenhaften Bedingungen", da die Dornbusch- und Dornbaumsavanne großflächig gerodet wurde.
· Die Grasnarbe der Weidegebiete wurde durch Überweidung entweder gänzlich vernichtet oder in ihrer Vielfalt extrem negativ beeinflusst.
· Die Holzentnahme in urbanisiertem Gebiet sorgte zusammen mit der Vernichtung der Grasnarbe für Zerstörung der Savannenstrukturen.
· Natürliche Erosion wurde durch die Folgen des Ackerbaus (Gräben, Mechanik, Bewässerung) anthropogen verstärkt.
· Fehler bei der Planung von Be- und Entwässerung landwirtschaftlicher Flächen führten beispielsweise in Khashm-el-Girba zu starken Versalzungen.

Vor Allem im Bereich der Altdünen treten diese vier Aspekte stark zu Tage. Es treffen zwei unterschiedliche Nutzungstypen aufeinander. Einerseits eine normadisch-halbnormadische Weidewirtschaft und andererseits einheimische Hirsekulturen. Beide wirken durch die nicht angepasste intensive Nutzung der Böden ökologisch degradierend bis zerstörend und haben eine Reaktivierung der Sandbewegung zur Folge. (Bollig 1994) Die neu entstehenden Sanddünen überlagern andere Standorte, während sie eine nährstoffarme, harte Schicht der Altdüne aufgedeckt zurücklassen. Dies hat eine erhebliche ökologische Degradierung des Standortes für jegliche Nutzung für Tier und Mensch zur Folge. Eine Reaktion auf verminderte Ernteerträge sind größere Anbauflächen (Mensching 1990), die nicht nur eine weitere Wirkung auf das Fortschreiten der Desertifikation haben, sondern auch zu sozial-kulturellen Problemen führen können, die nicht selten mit Waffengewalt ausgetragen werden. (Bollig 1984)

4. Lösungsmöglichkeiten betroffener Gebiete:

Wenn sich das Land in Wüste verwandelt hat, ist es meist schon zu spät, um den Prozess noch umkehren zu können. Um das Land zu retten, muss eine Desertifikation von Beginn an erkannt und bekämpft werden. Daher gilt es Veränderungen der Vegetation, des Wasserhaushaltes, der Bodeneigenschaften oder der Oberflächengestalt zu beobachten und auszuwerten. (G.O.) Der Hauptgesichtspunkt für umweltfreundlichen, konservierenden Umgang mit der Sahelzone muss der Schutz von Boden und Vegetation sein. Jedoch ist zu beachten, dass alle ökologischen oder landwirtschaftlichen Vorschläge sozial-kulturell zu verantworten (Mainguet 1991) sowie wirtschaftlich fair und entwicklungspolitisch verträglich sein müssen

Um die Ausbeutung des Bodens durch Landwirtschaft oder Überweidung zu stoppen, sollen weitere Arbeits- und Einkommensmöglichkeiten geschaffen werden, so z.B. Agroforstwirtschaft (land- und forstwirtschaftliche Mischnutzung), Fischerei und Fischzucht. Die nachhaltige Landnutzung kann durch längere Pachtperioden für die Bauern erreicht werden. So können sie langfristig planen und werden eher in die Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit investieren. Außerdem muss das Landrecht dahingehend geändert werden, dass brachliegendes Land, nicht länger als besitzlos angesehen wird. Ist die Vermarktung von Agrarprodukten gesichert, bietet dies für die Bauern einen weiteren Anreiz die Produktivität des Bodens zu erhalten. (Encarta 99)

Durch bessere Anbautechniken, wie z.B. eine Grasschicht nach der Haupternte, das Anlegen einfacher bewachsener Dämme, Terrassen und Hecken als Erosionsschutz, kann der Bodenverlust vermindert werden. Häufig arbeitet der traditionelle Landbau bereits seit je her mit solchen schonenden Anbaumethoden. Eine Intensivierung der Landwirtschaft in umweltverträglicher Form und nur auf den dafür geeigneten Böden würde den Druck von den marginalen und gefährdeten Gebieten nehmen. (Encarta 99) Daher sollte der landwirtschaftliche Anbau sich auf akkumulierende Mulden und Senken beschränken. (Mainguet 1991)

Gerodete Waldflächen müssen wieder aufgeforstet werden bzw. noch erhaltene Waldstücke müssen aktiv vor Übernutzung durch die Bevölkerung geschützt werden. Durch Wüstenkultivierung könnenneuer Ackerflächen gewonnen werden oder desertifizierte Flächen wieder in fruchtbares Ackerland zurückverwandelt werden. (Encarta 99)



Außerdem sollte ein Schuldenerlass seitens der Industriestaaten den armen Ländern die Möglichkeit geben, das vorhandene Ackerland sinnvoll für die eigenen Bedürfnisse zu nutzen und nicht für den Anbau von Exportware zu verwenden, um so Geld für die Zins- und Tilgungsleistungen zu verdienen. Die Auslandsverschuldung zwingt den Staat zu einer kurzfristigen Politik, die auf Ressourcenschutz keine Rücksicht nimmt. Da viele Länder wie Mali, die Elfenbeinküste oder Kenia aber kaum über mineralische Rohstoffe verfügen und diese Länder auch keine Fertig- oder Halbfertigwaren anbieten können, versuchen sie, ihre Schulden durch die vermehrte Ausfuhr von landwirtschaftlichen Erzeugnissen und/oder Tropenholz zu begleichen. Ein umfangreicher Schuldenerlass könnte diesem Druck entgegenwirken. (G.O.)

Bei all diesen Projekten ist wichtig, dass die Bevölkerung aktiv beteiligt wird. Sie muss von Anfang an in die lokale Landnutzungsplanung einbezogen werden. Ländliche Gemeinden, besonders Frauen, die häufig immer noch ohne Einfluss sind, sollen mehr Kompetenz und Entscheidungsbefugnis bekommen. (Encarta 99) Die Erfahrungen und Überlebensstrategien, die diese Menschen gerade in Dürrezeiten entwickelt haben sollten stets als immens wichtig bei der Projektplanung betrachtet werden. Die Beweidung der Altdünen muss so nachhaltig sein, dass sie stets ausreichend mit natürlicher Vegetation bewachsen sind. Daher sollten die Weidegründe oftmals gewechselt werden, wie in den nomadischen Wirtschaftsweisen verankert. (Mainguet 1991).

5. Einschätzung der Entwicklung & Prognosen:

(persönliche Meinung)

Das Prinzip der Partizipation ist in der 5. Desertifikationskonvention der UNCCD (United Nations Convention to Combat Desertifikation) 2001 in Genf zum ersten Mal verbindlich vereinbart worden. Umweltschutz sollte immer auf der lokalen Ebene vor Ort in Einbeziehung möglichst vieler Teilnehmer beginnen. Dies gilt es sowohl durch die UN, durch NGOs und durch bilaterale Projekte zu fördern und auszubauen. Die Rechte von Bürgerinnen und Bürgern, in die Entscheidungsprozesse über knappe Böden und Wasserressourcen eingebunden zu werden, sind daher von höchster Bedeutung für effektive Schutzmaßnahmen. Das Engagement von kommunalen Gruppen und Verbänden sowie NGOs ist unabdingbar. Sie müssen das Recht erhalten, mitzubestimmen, was mit den Boden- und Wasserressourcen geschieht, die sie für ihr tägliches Leben benötigen. Nur mit einer solchen Mitbestimmung kann nachhaltige Entwicklung gelingen.

Des weiteren sollte, wie bei der Konferenz der UN in Rio de Janeiro 1992 beschlossen, jeder Industriestaat seiner Verpflichtung nachkommen, 0,7% des BIP für Entwicklungshilfe auszugeben. Die meisten wirtschaftstarken Staaten -auch die BRD- sind dieser Verpflichtung bisher nicht nachgekommen. Auch das Thema des Schuldenerlasses sollte unter dem Gesichtspunkt der nachhaltigen Ressourcennutzung eine stärkere Gewichtung bekommen. Die wirtschaftlichen Abhängigkeiten in dieser Welt sind die Wurzeln vieler Probleme, so auch der Desertifikation.

6. Literatur- & Quellenverzeichnis:

6.1 Literaturverzeichnis:

Beaumont, P., Drylands: Environmental Management and Development, Routledge, London, 1989

Bollig, M. & F. Klees (Hrsg.), Überlebensstrategien in Afrika, Heinrich-Barth-Institut, Köln, 1994

Buringh, P., Introduction to the study of soils in tropical and subtropical regions, Centre of Agricultural Publishing and Documentation, Wageningen (Netherlands), 1979

Mainguet, M., Desertification: Natural Background and Human Mismanagement, Springer-Verlag, Berlin-Heidelberg, 1991

Mensching, H., Desertifikation: Ein weltweites Problem der ökologischen Verwüstung in den Trockengebieten der Erde, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt, 1990





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