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Der Wasserkreislauf eines Schwimmbads - Referat



1. Der Wasserkreislauf eines Schwimmbads

1.1 Skizze des Wasserkreislaufes

Frischwasser

Becken
Grobfilter Einströmdüsen Umwälzpumpe
Schwallwasserbehälter
(Wasserspeicher) pH
Chlor Filter
+/-

(Lauge/ Säure) Wärmetauscher


Flockungsmittel

1.2 Erläuterung
Ein Mensch hat eine durchschnittliche Wasserverdrängung von 30 Litern. Diese 30 Liter gelangen als Schwallwasser in den Schwallwasserbehälter (Wasserspeicher) sowie auch das Wasser, dass auch bei keiner Nutzung des Beckens, durch die ständige Bewegung des Wassers, in die Überlaufrinne läuft. Im Wasserspeicher wird dem verschmutzten so genannten Rohwasser Frischwasser beigemengt, um den späteren Wasserverlust bei einer Filterrückspülung vorzubeugen.
Anschließend gelangt das Wasser in den Grobfilter, wo gröbere Verschmutzungen wie Haare, Schwimmbrillen, Laub, etc. herausgefiltert werden. Danach durchläuft das Rohwasser eine Pumpe, die das Wasser Richtung Filter befördert.

1.2.1 Flockungsmittel
Vor dem Filter wird dem Wasser Flockungsmittel beigemengt, welches die Keime und Bakterien im Wasser bündelt, so dass etwa Hagelkorn große Klumpen entstehen. Das Flockungsmittel braucht einige Sekunden um zu reagieren, weshalb der Filter
erst 7 – 15 Meter nach dem Flockungsmittel zum Einsatz kommt.

1.2.2 Filter
Im Filter durchläuft das Wasser von oben nach unten verschieden grobkörnige Schichten von Kies und Aktivkohle. Das Prinzip ist von dem Wasserreinigungssystem der Erde abgeschaut. Im Kies bleiben die, vom Flockungsmittel gebundenen Bakterien und Keime hängen. Zudem entzieht die Aktivkohle dem Wasser das schon verbrauchte Chlor im Wasser.
1.2.3 Filterrückspülung
Je nach Nutzung des Schwimmbades ist der Filter schnell bzw. weniger schnell verschmutzt. In dem Falle einer Verschmutzung muss eine Filterrückspülung vorgenommen werden.
Dies kann an dem Druck erkannt werden, der anzeigt wie schnell das Wasser durch den Filter läuft. Ist die Differenz zwischen dem Druck des einlaufenden Rohwassers und dem Druck des Reinwassers größer als 0,5 bar, muss nach der DIN (Deutsches Institut für Normung) eine Filterrückspülung durchgeführt werden. Diese Funktioniert theoretisch genau umgekehrt wie der normale Ablauf. Zuerst wird der Filter ruhig gestellt; kein Rohwasser aus dem Becken gelangt mehr in den Filter. Dann wird Wasser von unten nach oben durch den Filter gedrückt, welches den Dreck löst. Anschließend wird das Dreckwasser durch das Schlammwasserventil in die Kanalisation geleitet. Dem Filter wird eine kurze Ruhephase gegönnt, damit sich das Filtermaterial wieder setzten kann. Dann wird von unten mit dem Spülluftgebläse Luft durch den Filter gedrückt, hierbei reibt sich das Filtermaterial aneinander, wodurch sich der Schmutz besser löst. Anschließend wird noch einmal Wasser von unten durch den Filter gedrückt, sodass die restlichen Schmutzpartikel durch das Ventil in die Kanalisation befördert werden. Nun wird der Filter mit Rohwasser aus dem Becken gefüllt. Das nun durchgelaufene Wasser, wird wieder von oben nach unten durch den Filter geschickt. Es nennt sich Erstfiltrat, dieses wird zur Sicherheit ebenfalls noch einmal in die Kanalisation gelassen, da es durch das noch aufgelockerte Filtermaterial Verschmutzungen aufweisen könnte.


Becken




Chlor
SWB
pH

Filter Wärmetauscher

Pumpe Ventil Schlammwasserventil






/>


Spülluftgebläse Erstfiltrat Kanal


normaler Filterdurchlauf Wasserdurchlauf bei einer Filterrückspülung

Filtermaterial Pumpe Ventil

1.2.4 Chlor
Anschließend wird das Filtratwasser (früher Reinwasser) gechlort. Das Chlor wird als Desinfektionsmittel eingesetzt. Chlor (CI), in normaler Vorkommensweise gasförmig und von gelbgrüner Farbe, wurde 1774 von Carl Willhelm Scheele entdeckt. Es wird in der Gefahrenstoffliste als giftig eingestuft, da Chlor in flüssiger Form stark ätzend auf die Haut wirkt und gasförmig zur Erstickung führt. Schon ein Anteil von 0,5% Chlor in der Luft ist für den Menschen tödlich.






T N C
(giftig) (Umwelt gefährlich) (ätzende Stoffe)

1.2.5 Der pH-Wert
Anschließend wird je nach pH-Wert des Wassers Säure oder Lauge dem Wasser beigesetzt. Der pH-Wert des Wassers zeigt an, wie sauer bzw. basisch das Wasser ist. Auf einer Skala wäre 1 stark sauer, 7 neutral und 15 stark basisch.

pH-Wert Vergleich
1
Sauer (Magensäure)
2 (Zitronensaft)

3 (Apfelsaft)

4 (Wein)

5 (Bier)

6 (Mineralwasser)

7
Neutral (menschlicher Speichel)
8 (Darmsaft)

9 (Seife)

10 (Seife)

11 (Haushalts-Ammoniak)

12 (Bleichmittel)

13 (Beton)

14 (Natronlauge)

15
basisch (Natronlauge)
Unsere Haut ist leicht sauer (pH-Wert 5,5) somit würde ein zu hoher pH-Gehalt im Wasser zur Austrocknung unserer Haut führen. Messelektronen messen den gebundenen Chlorgehalt, den freien Chlorgehalt und den Redox. Der gebundene Chlorgehalt, zeigt das Chlor an, welches schon reagiert hat. Der freie Chlorgehalt zeigt das noch unverbrauchte Chlor im Wasser an. Redox zeigt die Keimtötungsgeschwindigkeit des Chlors. Je nach dem was gebraucht wird mischt eine Maschine dem Wasser automatisch Säure oder Lauge bei. Säure, wenn der
pH-Wert zu hoch ist und Lauge, wenn der pH-Wert zu niedrig ist. Der optimale Wert liegt bei 7,0. Er darf zwischen 6,5 und 7,6 schwanken. Je nach Nutzung des Schwimmbades ist das Wasser stark oder weniger stark verschmutzt.
Um diese Werte zu überprüfen müssen die Fachangestellten für Bäderbetriebe alle 3 Stunden Wasserproben nehmen und kontrollieren, ob die Messungen der Maschine stimmen.
Fazit:
Bei hoher Verschmutzung wird dem Wasser mehr Chlor beigemengt. Enthält das Wasser mehr Chlor steigt der pH-Wert und ein erhöhter pH-Wert reizt die Haut stärker.

1.2.6 Wassereinströmdüsen
Anschließend hat das Wasser Trinkwasserqualität und darf wieder zurück ins Becken. Über die Wassereinströmdüsen wird das Wasser im Becken gleichmäßig verteilt, sodass eine stetige Wasserbewegung gewährleistet ist und somit dass Chlor überall hingelangt. Hierbei gibt es zwei verschiedene Arten der Einströmtechnik, die horizontale und die vertikale.

Horizontale Einströmung Vertikale Einströmung
(Draufsicht) (Draufsicht)


Kombination aus vertikaler und horizontaler Einströmung
(Seitenansicht)






Die Wasserkreisläufe variieren selbstverständlich von Schwimmbad zu Schwimmbad, doch bleibt der Grundaufbau der gleiche.


(858 Wörter)

Dieses Referat wurde eingesandt vom User: Die Anne




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