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Der Völkermord an den Herero und Nama - Referat



Gliederung:
• Hintergrund
• Deutsch-Südwestafrika
• Herero und Nama
• Weitere Entwicklungen
• Der Herero-Aufstand
• Weitere Folgen
• Völkermord - Ja/Nein
• Position der Bundesregierung

Hintergrund:

Schon im 18. Jahrhundert begannen Engländer, Holländer und Franzosen erste Kolonialreiche zu beanspruchen. Im 19. Jahrhundert begann schließlich ein Wettlauf, möglichst viele Kolonien zu besitzen. Sie stärkten den Einfluss der Großmächte und waren neben Rohstoffquellen auch von strategischer Bedeutung. Dieses wird auch als Imperialismus bezeichnet.
Langezeit hatte das neu gegründete Deutsche Reich es versäumt auch Kolonien zu gründen und sich so „einen Platz an der Sonne“ zu sichern. Doch dieses änderte sich unter der Herrschaft von Wilhelm II.
Nun war auch das Deutsche Reich bestrebt, ein Kolonialreich aufzubauen. Sie wollten ihren Einfluss stärken und eine Konkurrenz zu den kolonialen Großmächten wie England darstellen.

Deutsch-Südwestafrika:

Den ersten Grundstein für eine „deutsche Kolonie“ wurde im Frühjahr 1883 gesetzt. Der Tabakgroßhändler Adolf Lüderitz kaufte von einem Häuptling vom Volk der Nama eine ganze Bucht ab. Er bezahlte dafür 200 alte Gewehre und 100 britische Pfund.
Dieser ehemalige Privat erworbene Besitz wurde 1884 zum deutschen Schutzgebiet erklärt. Das deutsche Reich besaß fortan seine erste eigene Kolonie.

Herero und Nama:

Die Herero sind ein ehemaliges Hirtenvolk. Heute zählen zu diesem Volk ca. 120.000 Menschen, die mehrheitlich im heutigen Namibia leben. Sie machen etwa fünf Prozent der namibischen Bevölkerung aus.
Viele Menschen – die diesem Volk angehören – arbeiten auf großen Farmen, teilweise auch als Händler und Handwerker in den Städten.
Die Nama sind ebenfalls ein Volk, welches in Südafrika und Namibia lebt. Sie bezeichnen sich als „Awa-khoen“ (rote Menschen). Diese Bezeichnung geht auf ihre rote Hautfarbe zurück.

Zur Kolonialzeit wurden die Namas von den deutschen Siedlern als „Hottentotten“ bezeichnet. Dieser Begriff hatte eine stark rassistische und diskriminierende Botschaft. Die Siedler waren der Meinung, dass das Volk eine ihnen unterlegende Kultur sei und es ihnen an Fähigkeiten mangeln würde. Die Deutsche betrachteten die eingeborenen Völker als primitive, unterentwickelte Völker. Die Einheimischen wurden von den europäischen Siedlern als Menschen zweiter Klasse behandelt und praktisch entrechtet. Ein Plantagenbesitzer, namens August Boshart sagte einmal:

„Der Neger ist ein blutdürstiges, grausames Raubtier, das nur durch das Auge und die Peitsche des Bändigers in Respekt gehalten werden kann."
(August Boshart , Spiegel Online)

Weitere Entwicklungen:

Immer mehr deutsche Siedler wanderten in die neu gegründete Kolonie ein. Es begann ein Kampf um das fruchtbare Land sowie um Wasserstellen. Die dort lebenden Völker wurden immer weiter in das innere, unfruchtbare Land getrieben. Sie wurden betrogen. Ihre Viehherden verkleinerten sich.
Diese Ursachen waren so unerträglich, dass Aufstände der Hereros die Folge waren.

Der Herero-Aufstand:

Am 12. Januar 1904 begann der Widerstand der Hereros. Die Eingeborenen töteten 123 Deutsche, plünderten Läden und klauten Tiere der deutschen Siedler. Außerdem wurden Zuglinien belagert und zerstört.
Natürlich ließen sich die Deutschen sich diesen Aufstand nicht gefallen. Sie reagierten mit einer brutalen Antwort:
Die 2.000 in der Kolonie stationierten Soldaten der „Schutztruppe“ wurden durch 14.000 Soldaten aus dem deutschen Reich unterstützt. Sie zerschlugen die Aufstände, trieben die Hereros in die Omaheke-Wüste. Die Folge war, dass viele Hereros verdursteten und verhungerten.
Der deutsche General Lother von Trotha kündigte 1904 an, aus Rache alle Hereros zu töten.
Im deutschen Reich gab es jedoch große Empörung über die systematische Tötung aller Eingeborenen. General von Trotha wurde abberufen.
Wilhelm II. ordnete am 11. Dezember 1904 schließlich an, Konzentrationslager zu bauen. Dort mussten die Hereros Zwangsarbeit leisten.
Erst im Frühjahr 1908 wurden die Lager geöffnet.

Weitere Folgen:

Unmittelbare Folgen:
• Durch die versuchte Vernichtung des Volkes sank die Zahl der Hereros von ungefähr 80.000 auf ca. 15.000
Menschen im Jahr 1911. Das Volk und seine Kultur lag im Sterben und benötigte mehrerer Jahre, um sich davon zu erholen. Wie eingangs erwähnt, zählt das Volk heute ca. 120.000 Menschen. Auch das Volk der Nama verlor ca. 10.000 Anhänger.
• 1.500 deutsche Soldaten wurden in dem Kämpfen umgebracht.

Langfristige Folgen:
• Die Hereros und Nama durften nur auf Antrag Kleinvieh besitzen. Sie waren abhängig von der Kolonialverwaltung.
• Die schwarze Bevölkerung, musste einen besonderen Pass bei sich führen.
• Sie waren fast rechtlos. Sie durften kein Land sowie Waffen besitzen.

Mit der Zeit, wurden die Vorschriften „gelockert“. Zum Beispiel durften sie nach einiger Zeit wieder eigene Tier besitzen. Schulen sowie Krankenhäuser wurden bis zum ersten Weltkrieg gebaut.

Völkermord – Ja/Nein?

Diese Frage zu beantworten ist meiner Meinung nach relativ schwierig, da die Ereignisse schon viele Jahre zurückliegen.
Die Vereinten Nationen haben 1948 eine Definition des Völkermords beschlossen. Demnach ist von Völkermord zu sprechen, wenn eine Handlung das Ziel hat:
• das Töten von Angehörigen der Gruppe
• das Zufügen von schweren körperlichen oder seelischen Schäden bei Angehörigen der Gruppe
• die absichtliche Unterwerfung unter Lebensbedingungen, die auf die völlige oder teilweise physische Zerstörung der Gruppe abzielen
• die Anordnung von Maßnahmen zur Geburtenverhinderung
• die zwangsweise Überführung von Kindern der Gruppe in eine andere Gruppe“

Meiner Meinung nach, ist es unbestritten, dass die Soldaten des deutschen Reiches versucht haben, (vorwiegend) die Hereros zu töten.
Jedoch muss man hierbei auch beachten, dass die Hereros mit ihrem Aufstand einen Konflikt ausgelöst haben. Leider sind / waren nie alle Geschehnisse bekannt. Bei Recherchen stößt man so teilweise auf recht unterschiedliche Fakten.
Ich bin abschließend der Meinung, dass es sich nicht um einen Völkermord handelt.

Position der Bundesregierung:

1948 erkannte die Generalversammlung der Vereinten Nationen die Ereignisse um die Niederschlagung des Herero-Aufstands als Völkermord an. ( Siehe Definition oben) Die Bundesregierung verweigert eine entsprechende Anerkennung bis heute.
1995 reiste Helmut Kohl nach Namibia (ehe. Gebiet von Deutsch-Südwestafrika). Er bedauerte die Geschehnisse, wollte aber keine Verantwortung für die Geschehnisse im Kaiserreich übernehmen. Ein Treffen mit Herero-Vertretern lehnte er ab.
Im Jahr 2015 reisten Vertreter der Hereros nach Berlin, um ihrer Forderung, das Kolonialverbrechen als Völkermord zu bezeichnen, Nachdruck zu verleihen.
Seit vielen Jahren, überweist Deutschland einen großen Betrag an Entwicklungshilfen nach Namibia. 740 Millionen Euro wurden in den letzten 20 Jahren an Namibia gezahlt.
Das Bedauern der Ereignisse ist weiterhin groß. Doch bislang wurde der Völkermord nicht eingeräumt. Vielleicht ändert sich dieses in den nächsten Jahren. Auch mit Blick auf die Armenien-Resolution.

QUELLEN:
Buch: „denkmal Geschichte 7/8“
Buch: „Zeitreise 3“
http://www.deutschlandfunk.de/voelkermord-deutschland-verhandelt-ueber-entschaedigung-der.724.de.html?dram:article_id=345814
http://www.voelkermordkonvention.de/voelkermord-eine-definition-9158/
http://www.spiegel.de/einestages/suedwestafrika-der-deutsche-voelkermord-an-den-herero-a-1073974.html
http://www.wasistwas.de/archiv-geschichte-details/der-herero-aufstand.html




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