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Der Quallensee von Palau - Referat



Glibberige Masse - Der Quallensee von Palau


Ob Krebs oder Aids – gegen viele furchtbare Krankheiten könnten die Meere gleich einer riesigen Apotheke Heilmittel bereithalten. Im Mittelpunkt der Forschung der „American Reef Foundation“ steht eine besondere Quallenart in einem ungewöhnlichen Ökosystem: Der „Jellyfish Lake“ auf einer Insel im Südseeparadies Palau beherbergt die so genannten Mastigias-Quallen. Millionen Exemplare leben hier in einer Welt fast ohne natürliche Feinde – weshalb ihnen im Gegensatz zu ihren Verwandten in den Ozeanen die Fangarme mit den giftigen Nesselkapseln abhanden gekommen sind.


Eine Welt für sich

Rund 700 Kilometer östlich der Philippinen liegen die „Rock Islands“ von Palau. In diesem Südseeparadieses sind mehr als 50 Salzwasserseen entstanden. In einem der Binnengewässer, das vor 18.000 Jahren vom Meer abgetrennt wurde, tummeln sich Millionen Quallen einer Art, die es nur hier gibt: die Mastigias.


Verzicht auf giftige Tentakel

Im Gegensatz zu ihren Verwandten in den Ozeanen haben die Quallen des Salzsees einen entscheidenden Vorteil – zumindest für die Wissenschaftler der „American Reef Foundation“, welche hier tauchen und die Lebewesen erforschen: Da die Mastigias im so genannten Jellyfish-Lake fast keine natürlichen Feinde fürchten müssen, können sie auf giftige Tentakel verzichten.


Mit Schusswaffen auf der Jagd

Die meisten anderswo lebenden Quallen dagegen verfügen über die hochwirksamen Waffen – und setzen sie nicht nur zur Verteidigung, sondern auch für die Jagd ein. Zu diesem Zweck ist die Oberfläche der Fangarme mit hunderten kompliziert gebauten Zellen besetzt: den so genannten Nesselzellen. Bei der Berührung mit einem Gegner oder einem Opfer schießen diese winzige Harpunen in die Haut ihrer Opfer – mit einer Geschwindigkeit, die sonst nur Pistolen-Kugeln erreichen. Sogar die Panzer von Krebstieren durchschlagen die Geschosse mühelos.


Auch für den Menschen tödlich

Einige Quallenarten sind so giftig, dass sie selbst einen Menschen töten können – zum Beispiel die „Portugiesische Galeere“. Ihre tödlichen Tentakel werden bis zu fünf Meter lang. Zu den gefährlichsten Quallen überhaupt zählt die australische Seewespe. Ihr Gift tötet einen Menschen innerhalb weniger Minuten. In Australien sterben sogar mehr Menschen durch das Gift der Seewespe als durch Schlangenbisse.


Uralte Meeresbewohner

Seit mehr als 670 Millionen Jahren bevölkern Quallen die Meere. Und zählen damit zu den ältesten Lebewesen der Welt. Die gallertartigen Organismen bestehen zu 98 aus Wasser – nicht umsonst scheinen die Tiere geradezu durch das feuchte Element zu schweben. Indem
sie ihre Schirme rhythmisch zusammenziehen und Wasser nach hinten ausstoßen, bewegen sich Quallen vorwärts. Wissenschaftler sprechen dabei vom so genannten Rückstoßprinzip.


Leben vom Licht der Sonne

Manche Quallenarten werden nur wenige Millimeter groß, andere entwickeln Schirme mit bis zu zwei Metern Durchmesser. Als Nahrung können kleine Fische dienen – oder einfach das Licht der Sonne. Die Mastigias im Quallensee von Palau gehören zu dieser Gruppe. Jedes der Tiere beherbergt Millionen winzig kleiner Algen in seinem Gewebe. Diese wandeln das Sonnenlicht in Nährstoffe um. Der Prozess läuft wie die Photosynthese bei Grünpflanzen ab.


Einzigartige Fortpflanzungsstrategie

Zur Zeit leben mehrere Millionen Quallen im Jellyfish-Lake. Wobei es vor einigen Jahren einmal nur noch wenige hundert waren. Das Klimaphänomen El-Niño hatte das Wasser des Sees erwärmt, so dass fast die gesamte Quallenpopulation starb. Doch innerhalb kurzer Zeit nahm die Zahl der Tiere wieder enorm zu – dank einer einzigartigen Fortpflanzungsstrategie: Einmal im Jahr produzieren die weiblichen Quallen Millionen von Eiern. Diese entwickeln sich innerhalb des Muttertieres zu Larven. Sind sie groß genug, schwimmen sie davon, suchen sich einen freien Platz am Boden des Gewässers und setzen sich fest. Innerhalb von einigen Monaten entwickeln sich die Larven zu so genannten Polypen. Aus diesen werden schließlich neue Quallen geboren.


Apotheke Ozean

Gerade in den letzten Jahren haben Wissenschaftler die Apotheke Ozean entdeckt. Denn einige Lebewesen aus den Tiefen der Meere enthalten Wirkstoffe, die als Arzneimittel eingesetzt werden könnten. Vielleicht auch die geheimnisvollen Mastigias-Quallen.

Quelle(n) für dieses Referat: http://www.weltderwunder.de/wdw/Tiere/Tierarten/Quallen/



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