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Der Liberalismus und die Revolutionen von 1848/49 - Referat



Liberale Forderungen

Der Liberalismus ist durch verschiedene Forderungen geprägt. Diese bestehen aus dem Verlangen von Grundrechten, einer Verfassung, der Gewaltenteilung, einer gewählten Volksvertretung und einem Rechtsstaat. Ein Rechtsstaat ist ein Staat in dem die verfassungsmäßigen Gewalten rechtlich gebunden sind, dass heißt, sie sind in ihrem Handel durch das Recht begrenzt. Somit wird die Freiheit des Einzelnen gesichert. Zu den geforderten Grundrechten gehören Meinungs-, Rede- und Pressefreiheit. Außerdem wollten die Liberalen auch eine Vereins- und Versammlungsfreiheit und Schutz vor beliebigen Verhaftungen. Sie traten auch für die Trennung von Staat und Kirche ein, da ihrer Meinung nach Religion Privatsache war. Für die Liberalen hatte das Eigentum eine große Bedeutung, da es die Basis des materiellen und sozialen Wohles bildet.
Die Liberalen gehörten alle dem Bürgertum an und forderten Gleichberechtigung gegenüber dem Adel. Als die Arbeiterschaft allerdings auch Gleichberechtigung anstrebte war das Bürgertum dagegen.

Nach den Niederschlägen der Revolution von 1848/49 wollten die herrschenden Kräfte und das Bürgertum zusammenarbeiten. Um 1860 schlossen dann Großbritannien, Frankreich, und Preußen Freihandelsverträge ab. Das bedeutet, dass Zölle gesenkt oder aufgehoben wurden und rechtliche Barrieren im Bereich Wirtschaft fielen. Dadurch hatte das Bank- und Aktienwesen und auch das Verkehrswesen, vor allem Eisenbahnen, einen Aufschwung. Zusätzlich begannen sich liberale Parteien zu formieren und Österreich hatte in den Sechzigerjahren eine liberale Ära. Die Partei wollte in der Wirtschaft und Gesellschaft so wenige Eingriffe des Staates wie nur möglich, denn sie meinten, dass die Gleichheit vor dem Gesetz den Einzelnen schützt. Die Arbeiterschaft verlangte aber gesetzliche Maßnahmen des Staates zum Schutz der sozial Schwachen. Somit entwickelte sich auch die Arbeiterschaft zu einer politischen Partei. Als dann auch noch 1873 die Wirtschaftskonjunktur einbrach begann die Gründerkrise.

Die Revolutionen von 1848/49

Nach 1815 setzte in Europa die Zeit der Restauration ein, doch man konnte nicht zu den alten Verhältnissen zurückkehren. Vor allem in Frankreich war das Bürgertum gegen das Aufrechterhalten des Absolutismus. Im Juli 1830 kam es dann in Paris zu einer Revolution und König Karl X. dankte ab. Das Parlament wählte Louise-Philippe als neuen König (=Bürgerkönig). Dieses Ereignis löste in ganz Europa eine Welle liberaler Proteste aus.

Die Revolutionen in den Jahren 1848/49 erschütterten die politische und gesellschaftliche Ordnung viel mehr als andere Aufstände seit dem Wiener Kongress. Sie wurden durch soziale, nationale und liberale Faktoren geprägt, aber es waren nicht immer alle in allen Ländern wichtig. Zum Beispiel spielte der nationale Faktor in Frankreich nicht so eine große Rolle wie in Italien, den deutschen Staaten und dem Vielvölkerstaat der Habsburger. In Frankreich war dafür die soziale Frage dominant. Deswegen begannen 1848 neue Revolutionen für das allgemeine Wahlrecht und soziale Besserstellungen. Die Revolution wurde von jenen getragen „die von der Arbeit ihrer Hände lebten“. Diese waren ungefähr zwei Drittel der Pariser Bevölkerung und hatten große Probleme mit den unsicheren Lebensbedingungen. Als dann der König abdankte war Frankreich kurzzeitig eine Republik. Dabei tauchten Gegensätze auf, nämlich wollte die Bürgerschaft das allgemeine Wahlrecht nur für Männer, aber hatte Angst vor einer sozialistischen Umgestaltung. Als es dann in Paris erneut zu Aufständen kam wurden diese brutal niedergeschlagen.

/> Die Revolutionen in Österreich

Als in Wien am 13. März 1848 das Militär auf Demonstranten schoss, begannen auch in Österreich Aufstände. Noch an diesem Tag trat Staatskanzler Metternich zurück und einen Tag später, also am 14. März, wurde die Zensur aufgehoben und Kaiser Ferdinand I. versprach eine Verfassung. Er ernannte außerdem eine neue Regierung, in der aber keiner der Revolutionäre war. Gleichzeitig gab es in den Vororten Wiens neue soziale Aufstände, Maschinen in Fabriken wurden zerstört, da sie ihrer Meinung nach die Ursache für ihr Leid waren. Auch ein Steueramt wurde niedergebrannt und Bäckerei, Geschäfte und Wirtshäuser ausgeraubt. Die Regierung veröffentlichte Ende April dann eine Verfassung, in der es nur ein Wahlrecht für wohlhabende Schichten gibt. Als es dann im Mai zu neuen Aufständen kam, verließ der Kaiser den Hof und die Regierungsgewalt befand sich in einer Krise. Am 22. Juli 1848 wurde dann der erste gewählte Reichstag eröffnet. Auf Antrag des Abgeordneten Hans Kudlich wurde dann die Bauernbefreiung durchgeführt, bei derlei Grunduntertänigkeit aufgehoben wurde. Somit hielten sich die Bauern bei den Revolutionen zurück. Auch die liberalen nahmen nicht mehr Teil, da sie bereits Vertreter in der Regierung hatten. Jedoch waren die radikalen Gruppen nicht zufrieden und auch gewisse soziale Fragen waren nicht geklärt. So begann die Wiener Oktoberrevolution, die allerdings vom Militär niedergeschlagen wurde.

Der Völkerfrühling

Im Frühjahr 1848 tauchte das Wort Völkerfrühling während mehreren Revolutionen im habsburgischen Vielvölkerstaat auf. In den italienischen Gebieten war das Ziel sich vom Staat zu trennen, doch die Armee unter Radetzky siegte. Die tschechische Nationalbewegung wollte eine eigene Verfassung für Böhmen. Doch nicht einmal der Kongress in Prag führte zu einem Ergebnis. Deswegen kam es zum „Prager Pfingstaufstand“ der aber auch vom Militär niedergeschlagen wurde. Der Ungarn Lajos Kossuth forderte eine eigene ungarische Regierung. Ferdinand I. lies dies unter Druck zu. In Ungarn begann sich der Konflikt gegen Kroatien zu verschlimmern. Als kroatische Truppen in Ungarn eindrangen erklärte Ferdinand I. Die Regierung für abgesetzt und löste das Parlament auf.




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