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Der Kopftuchstreit - Referat



Das Kopftuch

Es gibt sowohl Kopftücher für Männer als auch für Frauen, doch es wird hier immer von Frauenkopftüchern die Rede sein.

Das Kopftuch war in den 70er und 80er Jahren schwer im Trend, in rosa oder anderen glänzenden Farben und meist prachtvoll bestickt. Heute ist es allerdings fast gänzlich verdrängt durch Mützen und Hüte, es wird nur noch aus religiösen und traditionellen Gründen getragen. Ich will darauf im Folgenden weiter eingehen:

Muslimische Frauen tragen den Tschadohr (persisch) oder Hidschab (arabisch) als Teil der Glaubenspraxis. Sie beziehen sich damit auf den Koran, Sure 24:31 indem es heißt, die Frauen sollen ihre Reize- soweit nicht normal sichtbar- vor Männern mit denen sie nicht verwandt oder verheiratet sind verbergen, ihr Gewand über die Brust ziehen.
Doch nicht alle Muslime interpretieren diese Stelle als Pflicht ein Kopftuch zu tragen. Die Mehrheit bezieht sich jedoch auf eine Stelle, bei der Ibn Abbas (Wegbegleiter Mohammeds) als normal sichtbar Gesicht und Hände nennt. Ein kleiner Teil der Muslime lehrt aber, sich ganz zu verhüllen.
Das Kopftuchgebot soll die Würde muslimischer Frauen schützen und zum gegenseitigen respektvollen Umgang zwischen Männern und Frauen auffordern.



Auch orthodoxe Judenfrauen und Hindus tragen ein Kopftuch.
Im heutigen Christentum ist es Teil der Ordenskleidung von Ordensschwestern (in der Kirche tragen sie einen Habit, so wie die christlich-orthodoxen Frauen) und konservative Christinnen tragen es im Gottesdienst. Bis vor 100 Jahren war es auch z.B. in der evangelischen Kirche üblich ein Kopftuch zu tragen, und heute noch bei Papstaudienzen.

In exklusiven Brüdergemeinschaften, apostolischen Pfingstgemeinden und in Gemeinden der baptischen Aussiedler der ehemaligen Sowjetunion wird das Kopftuch von Frauen getragen, sie beziehen sich auf den 1.Korinther 11,5 in dem es heißt: „Ein Weib aber, das da betet oder weissagt mit unbedecktem Haupt, die schändet ihrem Haupt.“

Das Kopftuch hatte schon immer praktische Gründe, es diente aber auch zur Abgrenzung zwischen Gesellschaftsschichten und zur Darstellung der Lebenssituation. Momentan wird es von vielen als politisches Symbol interpretiert, was letztendlich auch zur Eskalation der Lage führte.






Der Streit

Ich zitiere: „Der Kopftuchstreit bezieht sich auf die Frage, ob das Tragen einer Kopfbedeckung als Symbol einer besonderen Auslegung des Islam in bestimmten Bereichen der Öffentlichkeit, insbesondere bei Bediensteten des Staates und in staatlichen Ausbildungseinrichtungen rechtlich gestattet ist oder untersagt werden soll.“ (Darf eine islamische Lehrerin an einer Schule mit Kopftuch unterrichten, ja oder nein)

Das ist ein starker Konflikt, den es geht hier einerseits um die Religionsfreiheit der Bürger und andererseits um die religiöse Neutralitätspflicht des Staates.

Doch der Koran nennt nicht einmal wörtlich „Kopftuch“. Muslime, die ein Kopftuch tragen, betonen „diese Frömmigkeitsgeste stellt kein Symbol unseres Glaubens dar, auch keine politische Haltung."

Doch das Kopftuch ist eindeutig religiös motiviert und von der Religions- und Glaubensfreiheit geschützt und ein Verbot für muslimische Lehrerinnen kein Kopftuch zu tragen findet keine gesetzliche Grundlage, dieses Verbot kann aber vom Landesgesetz geschaffen werden.

Die Frauenbeauftragte des Zentralrates der Muslime in Deutschland, Weiß, nennt den Art. 17 (1) der Landesverfassung, den auch das Bundesverfassungsgericht als Begründung für ein Urteil einer Beschwerde nichtchristlicher Eltern von 1975 aufführte, in welchem es heißt: „In allen Schulen waltet der Geist der Duldsamkeit und der sozialen Ethik.“, also auch die Toleranz
für Andersdenkende. Und mit diesem Geist der Duldsamkeit kann auch eine deutsche Lehrerin muslimischen Glaubens mit Kopftuch unterrichten. Das Bundesverfassungsgericht meinte damals auch: „Die Glaubens- und Bekenntnisfreiheit umfasst indessen nicht nur die (innere) Freiheit zu glauben, sondern auch die äußere Freiheit, den Glauben in der Öffentlichkeit zu manifestieren, zu bekennen und zu verbreiten. [...]“

Eltern von muslimischen Kinder haben nichts gegen unseren Religionsunterricht, sie hätten nur auch gerne islamischen dazu, regen sich auch nicht über Kreuze auf, nicht über unsere Feiertage und Bräuche,.

Muslime bekennen sich zu unserem Grundgesetz, und sind keine besseren oder schlechteren Staatsbürger Deutschlands als wir!

Muslimische Lehrerinnen mit Kopftuch zeigen dadurch ihr Selbstbewusstsein. Auch sie wissen um die Ungleichberechtigung in unserer Welt, sie haben und sie werden das ihren Schülerinnen lehren, Vertrauen in die eigene Fähigkeiten zu entwickeln und Ziele zu setzen und zu erreichen, und sie werden keine Unterschied zwischen Schülern mit grünen Rastas und Tatoos oder eben Schülerinnen mit Kopftuch machen, und sie so akzeptieren wie sie sind, dass sie sich geborgen fühlen, wie eben sie selbst sich geborgen und akzeptiert bei uns fühlen. Sie werden keine schlechteren Lehrerinnen sein! Studien haben ergeben, dass Ausländer es im deutschen Schulsystem sehr schwer haben aufgrund Rassismus etc. und wenn sie es zum Abitur und Studium schaffen, sollten ihnen dann nicht noch mehr Steine in den Weg gelegt werden aufgrund ihrer selbst gewählten Kleidung!



Der Vergleich mit anderen Staaten

Bundesländer:

Kopftuchverbote haben bisher:
- Berlin
- Baden-Württemberg
- Niedersachsen
- Saarland
- Hessen
- Bayern


Kopftuchverbot planen:
- Nordrheinwestfalen
- Bremen

Kein Kopftuchverbot haben:
- Rheinland-Pfalz
- Hamburg
- Schleswig-Holstein
- Mecklenburg-Vorpommern
- Brandenburg
- Thüringen
- Sachsen-Anhalt
- Sachsen

In Berlin ist das Gesetz am schärfsten: verboten sind alle sichtbaren religiösen Symbole. Das ist zwar ziemlich krass, aber ich denken auch, es sollte entweder ganz oder gar nicht, also entweder alle Religionen oder gar keine. Wobei mir ohne Religion und Religionsunterricht in der Schule etwas fehlen würde.

Länder:

Unser Nachbarland Österreich:
Der Islam ist dort mit anderen Religionen gleichgestellt, es gibt keinen Kopftuchstreit und auch kein solches Verbot, die Österreicher sehen das alles sehr gelassen und tolerant.

Türkei:
Das überraschende ist, dass es in der Türkei auch ein Kopftuchverbot gibt! Es ist dort für staatliche und öffentliche Bedienstete (und Schülerinnen!) strengstens verboten ein Kopftuch zu tragen. Es greift die bürgerlichen Freiheitsrechte an und lässt öffentliche Unordnung entstehen.

Die katholische Kirche:

Kardinal Lehmann denkt genauso wie ich =), er weiß das Kopftuch als religiöses Symbol zu schätzen. Aber er vertritt eine eher liberale (duldsame) Haltung im Bezug auf den Kopftuchstreit.









Quellen

http://www.katholisch.de/2627_8525.htm
http://www.katholisch.de/2627_8521.htm
http://www.katholisch.de/2627_8529.htm
http://islam.de/?site=articles&archive=newsnational&article_number=1845
http://de.wikipedia.org/wiki/Kopftuch
http://de.wikipedia.org/wiki/Kopftuchstreit

Dieses Referat wurde eingesandt vom User: speedygonzales2



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