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Der Heuaufguss - Referat



1. Einleitung:
In dieser Facharbeit werden zwei Experimente mit zwei unterschiedlich angesetzten Heuaufgüssen gegenübergestellt und verglichen.

Ziel dieser Arbeit ist es, die Unterschiede festzustellen, die sich am Ende der beiden Versuche ergeben haben. Hierzu werden alle 3-4 Tage Proben der unterschiedlichen Wasserschichten der Aufgüsse entnommen und unter dem Mikroskop analysiert.

Zu erwarten ist, dass sich in den beiden Heuaufgüssen unterschiedliche Kleinstlebewesen unterschiedlich schnell entwickeln.

Als erstes werden die beiden Versuche beschrieben und die Versuchsbeobachtung aufgezeichnet. Später werden dann die entnommenen Proben untersucht und die Ergebnisse ebenfalls festgehalten.

Am Ende der Facharbeit werden die Ergebnisse ausgewertet und miteinander verglichen, um die Unterschiede zwischen den beiden Versuchen feststellen zu können.

1.1 Definition des Heuaufgusses:

Der Heuaufguss ist eine, seit dem 17. Jahrhundert, beliebte Methode um an alle möglichen Gattungen von Einzellern heranzukommen und diese zu beobachten bzw. zu erforschen.


2. Versuch



2.1 Benötigte Materialien:
- Ein Gefäß das ca. ein Liter Wasser fasst.
- Zwei Hände voll Heu
- Ca. 500 ml Tümpelwasser
- Ein Stab zum Umrühren


2.2 Versuchsaufbau:

Für diesen Versuch benötigt man zwei Hände voll Heu und ein wasserdichtes Gefäß. Nun übergießt man das vorher zerkleinerte Heu in dem Gefäß mit ca. 500 ml Tümpelwasser!!!
Zwischen dem Gefäßrand und der Wasseroberfläche sollten ca. 5-6 cm frei sein, damit kein Wasser überlaufen kann. Anschließend wird der Inhalt mit einem Stab umgerührt, damit sich das Heu gleichmäßig verteilen kann. Nun wird das Gefäß mit einem Stück Frischhaltefolie bzw. mit einer Glasplatte abgedeckt und an einen Ort gestellt, an dem Raumtemperaturen herrschen ( ca. 20-24 °C ). Den Aufguss lässt man für diesen Versuch 10-12 Tage stehen und beobachtet und untersucht die Entwicklungen einiger Kleinstlebewesen bzw. besondere Auffälligkeiten am Äußeren des Aufgusses.

2.3 Erwartungen an den Versuch: 2

Es werden alle 3-4 Tage Proben entnommen, die dann unter dem Mikroskop untersucht und analysiert werden. Zu erwarten ist:
Es bilden sich nach einigen Tagen Kleinstlebewesen, denen der Heuaufguss als
Lebensgrundlage dient.
Es ist eine rasche Vermehrung dieser Lebewesen zu erkennen.
Es bildet sich die sogenannte Kahmhaut, die vielen Pilzen und Bakterien als
Nahrungsgrundlage dient.

2.4 Versuchsbeobachtungen: (ab dem 11.01.2006)

1.Tag Am ersten Tag nach dem Fertigstellen des Heuaufgusses kann man noch nicht sehr viele Auffälligkeiten feststellen. Lediglich das Wasser hat sich nach ca. 4 Stunden deutlich gelber verfärbt.

3.Tag Die Farbe des Wassers geht in einen Braunton über. Das Heu ist weiter in Richtung Boden abgesackt und es haben sich sehr viele kleine Luftblasen gebildet.
Außerdem kann man deutlich erkennen, dass sich ein leichter Film auf der Oberfläche des Wassers gebildet hat. Der Heuaufguss riecht nun sehr intensiv nach Gras.

4.Tag Der Heuaufguss ist nun deutlich dunkler geworden und das restliche Heu ist auf den Gefäßboden abgesackt. Die Luftblasen haben sich vielfach vermehrt, sodass nun die gesamte Wasseroberfläche mit ihnen bedeckt ist. Die Konsistenz des Aufgusses ist etwas dickflüssiger und es ist ein wenig Wasser verdunstet.

5.Tag Der Geruch des Aufgusses ist intensiver als an den Tagen zuvor. Er riecht nun auch nicht mehr nach Gras, sondern eher nach altem, modrigen Wasser, indem sich Pflanzenreste zersetzt haben. An Farbe und Konsistenz hat sich seit dem 4.Tag nicht viel verändert. Die Luftblasen sind nicht wie zuvor durchsichtig, sondern haben jetzt auch eine leichte gelb-braune Farbe angenommen Es ist noch mehr Wasser verdunstet, was daran liegen könnte, das der Heuaufguss nun auf der Fensterbank über der Heizung steht..

7.Tag Der Geruch hat sich nach der letzten Beobachtung von Tag 5 extrem gesteigert. Es ist nun auch sehr viel Wasser verdunstet und am Rand des Gefäßes haben sich braune Pflanzenreste abgesetzt. Das Wasser ist zu einer braunen stinkigen Brühe geworden, auf der keine Luftblasen mehr schwimmen. Sondern es hat sich ein grau-brauner Film gebildet, auf dem Schimmelsporen zu erkennen sind. Am Rand des Gefäßes zeigt sich eine leicht grünliche Schicht.

8.Tag Das Wasser des Aufgusses ist jetzt so weit verdunstet, dass nur noch ca. ¾ der eigentlichen Menge an Wasser vorhanden ist. Der Schimmel der auf der Wasseroberfläche zu erkennen ist, hat sich noch weiter ausgebreitet und ist nun auf allen rausstehenden Heuhalmen wiederzufinden.

10.Tag Dem Heuaufguss wurde noch etwas Wasser zugegeben, da sonst das Heu nicht mehr vollständig mit Wasser bedeckt wäre. Man kann erkennen, dass sich der Schimmel etwas zurückbildet.

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Der Geruch wird von Tag zu Tag intensiver und es ist zu erkennen, dass das Heu noch mehr in sich zusammenfällt bzw. sich zersetzt. Man kann nicht mehr auf den Boden des Gefäßes blicken, da das Wasser eine fast schwarze Farbe angenommen hat.

11.Tag Die Oberfläche des Aufgusses ist nun frei von Schimmel bzw. von Luftblasen. Es ist deutlich zu erkennen, dass sich das ganze Material, was sich vorher an der Oberfläche befand, auf den Boden abgesetzt hat. Das Wasser ist jetzt bis zu einer Tiefe von 2 cm klar und durchsichtig.

12.Tag Die Tiefe des klaren Wassers beträgt jetzt ca. 3 cm, denn es ist noch mehr Heu in sich zusammen gefallen und ist weiter in Richtung Boden abgesackt.
Der Geruch ist weniger intensiv als an den Tagen zuvor. Dies könnte an dem zugegebenen Wasser am Tag 10 liegen. Der Aufguss ist nun nicht mehr so dickflüssig wie am Anfang des Versuchs.


2.5 Beobachtungen und Entdeckungen beim Mikroskopieren einiger Proben des Heuaufgusses und der einzelnen Wasserschichten.

Diesem Versuch wurden alle 3-4 Tage Proben der verschiedenen Schichten entnommen und unter dem Mikroskop untersucht. Bei den untersuchten Schichten handelt es sich um

1. die Wasseroberfläche
2. die mittlere Wasserschicht
3. die Bodengegend


Tag 1

Untersuchung der Wasseroberfläche:
Bei den Untersuchungen der Wasseroberfläche am ersten Tag können bei einer Vergrößerung von 250 X Pantoffeltierchen ( Paramecien) entdeckt werden die sich nach der Bestimmung als Paramecium aurelia und Paramecium trichium
( ,,Das Leben im Wassertropfen“ S.244 Abb. 1 ) herausstellten. Diese haben sich an manchen Stellen zu etwas größeren Gruppen zusammengefunden.

Untersuchung der mittleren Schicht:
In dieser Schicht werden nur sehr wenige Paramecien gefunden, da hier nicht so viel Lichteinfall herrscht. Andere Einzeller sind in dieser Schicht am ersten Tag nicht zu erkennen.

Untersuchung der Bodengegend:
Am Boden des Gefäß hat sich eine leichte und sehr dünne Schlammschicht abgesetzt, die wahrscheinlich aus dem Tümpelwasser stammt. Bei den Untersuchungen werden Lebewesen festgestellt die keine richtige Form haben.



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Sie sehen aus als wären sie ein Bestandteil des Schlamms, da sie ein schleimiges Aussehen hat.
Nach der Bestimmung dieser Kleinstlebewesen stellt sich heraus, dass es sich hier um das Wechseltierchen Amöbe ( ,,Das Leben im Wassertropfen“ S.219 Abb. 4 ) handelt, welches sich durch die kleinsten Bestandteile des Heus fortbewegt.
Da sich alle Amöben sehr ähnlich sehen, kann nur vermutet werden, dass es sich
hier um den Typ Amoeba proteus handelt, da dieser sehr häufig in faulenden Gewässern bzw. Tümpeln vorkommt.

Tag 4

Untersuchung der Wasseroberfläche:
Es werden nun sehr viele Paramecien beobachtet. Sie haben sich innerhalb von drei Tagen sehr rasch vermehrt. Man kann sehr genau erkennen, dass sich diese Einzeller in der Gegend der Kahmhaut aufhalten und sich unter anderem von Heubestandteilen ernähren, die sich an der Kahmhaut befinden.

Untersuchung der mittleren Schicht:
In dieser Schicht können auch Paramecien beobachtet werden. Es sind immer noch nicht so viele, wie an der Wasseroberfläche. Andere Einzeller sind in dieser Schicht noch nicht zu finden.

Untersuchung der Bodenschicht:
Beim Mikroskopieren der Bodenschicht fällt, wie bei den Untersuchungen der Wasseroberfläche, auf, dass sich hier nun ebenfalls eine hohe Anzahl an Pantoffeltierchen tummelt und sich von den Heubestandteilen ernährt.
Die Anzahl der Amöben hat im Vergleich zu Tag 1 ebenfalls zugenommen.

Tag 8

Untersuchung der Wasseroberfläche
Die Anzahl der Pantoffeltierchen, die in dieser obersten Schicht des Heuaufgusses leben, hat etwas abgenommen. Es sind nicht mehr so viele Tierchen zu erkennen wie am Tag 4. Dies könnte an dem Schimmel liegen, der sich auf der Wasseroberfläche gebildet hat ( siehe Versuchsbeobachtungen. Amöben sind auch jetzt noch nicht in dieser Schicht zu erkennen.

Untersuchung der mittleren Schicht:
In dieser Schicht sind mehr Pantoffeltierchen zu erkennen, als am Tag 4. Außerdem sind in der Schicht jetzt auch vereinzelnd Amöben zu entdecken, die sich durch die kleineren Bestandteile des Heus fortbewegen.
Untersucht man diese Probe bei einer Vergrößerung von 400X noch gründlicher, wird deutlich, dass sich mit der Bildung der grünlichen Schicht am Rand des Gefäßes, ebenfalls stabförmige Einzeller gebildet haben. Diese tragen den Namen Euglena viridis ( ,,Das Leben im Wassertropfen“ S.149 Abb.3 ) Euglena gehört zu der Gattung der Augentierchen. Bei diesen Tierchen ist zu erkennen, dass sie sich alle in Richtung Licht



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bewegen. Der Grund hierfür könnte sein, dass Euglena viel Licht brauchen, um Photosynthese betreiben zu können ( ,,Das Mikroskop in der Schule“ S.110 ff.).

Untersuchung der Bodenschicht:
Bei den Untersuchungen dieser Schicht ist hier die größte Anzahl an Einzellern wiederzufinden.
Es werden beobachtet: Pantoffeltierchen, Euglena und Amöben.
Ebenfalls unter dem Mikroskop erkennbar ist, eine neue Art von Einzellern.
Diese Art hat einen langen Stiel und wird nach oben hin immer breiter. Das obere Ende sieht aus wie eine große ovale Öffnung.
Nach genauerer Bestimmung dieser Tiere stellt sich raus, dass es sich hierbei um die Trompetentierchengattung Stenor coeruleus ( ,,Das Leben im Wassertropfen “ S.255 Abb.2 ) handelt.
Bei genauerem Hinsehen lässt sich feststellen, dass die Tierchen in einem Grün-Blau schimmern. Dies gab ihnen auch den Namen Blaues Trompetentier.
Sie sind in einer sehr hohen Anzahl vorhanden und es ist zu bemerken, das sie sich bei kleineren Erschütterungen zusammenziehen.
Die meisten sind an Pflanzenresten angeheftet, wo sie sich zu kleineren Gruppen zusammengefunden haben.

Tag 12

Untersuchung der Wasseroberfläche:
Es befinden sich nun nur noch sehr wenige Pantoffeltierchen in diese Wasserschicht.
Der Grund hierfür könnte das zugegebene Wasser am Tag 10 sein. Bei dem Wasser handelte es sich um Leitungswasser und dies könnte bewirkt haben, dass diese Tierchen hier jetzt nicht mehr ausreichend Nahrung zum Überleben finden. Das Wasser ist sehr viel reiner, als das Tümpelwasser.

Untersuchung der mittleren Schicht:
Hier sind auch nicht mehr so viele Euglena zu entdecken. Der Grund hierfür könnte ebenfalls das frisch hinzugegebene Leitungswasser sein.
Die Euglena, die aber noch zu erkennen sind, bewegen sich immer noch in Richtung Licht.
Amöben kommen weiterhin nur vereinzelt vor. Die Lebensbedingungen sind in der mittleren Schicht des Aufguss wohl nicht so optimal wie in der Bodenschicht, da sich am Boden alle kleinen Bestandteile und Schlamm abgesetzt haben, die zusammen eine gute Lebensgrundlage für Amöben hergeben.
Es ist sehr deutlich zu sehen, dass die Anzahl der Pantoffeltierchen in dieser Schicht stark zugenommen hat. Diese tummeln sich jetzt überall und können auch an Pflanzenresten entdeckt werden.

Untersuchung der Bodenschicht:
Hier werden jetzt alle schon oben genannten Einzeller beobachtet.
Das Trompetentierchen ist am wenigsten vertreten. Pantoffeltierchen, Amöben und Euglena haben sich hier sehr stark vermehrt.



3. Versuch2 6

3.1 Benötigte Materialien:
- Ein Plastikeimer bzw. ein Plastikgefäß mit einem Fassungsvolumen
von mind. 1Liter.
- Zwei Hände voll Heu
- Ca. 500 ml Leitungswasser
- Ein Stab zum Umrühren

3.2 Versuchsaufbau:

Für diesen zweiten Versuch benötigt man ebenfalls zwei Hände voll Heu und ein wasserdichtes Gefäß. Jetzt übergießt man das vorher zerkleinerte Heu in dem Gefäß mit ca. 500 ml Leitungswasser!
Zwischen dem Gefäßrand und der Wasseroberfläche sollten ca. 5- 6 cm frei sein, damit keine Wasser überlaufen kann. Anschließend wird der Inhalt mit einem Stab umgerührt, damit sich das Heu gleichmäßig verteilen kann. Nun wird das Gefäß mit einem Stück Frischhaltefolie bzw. mit einer Glasplatte abgedeckt und an einen Ort gestellt an dem Raumtemperaturen herrschen ( ca. 20-24 °C ). Den Aufguss lässt man für diesen Versuch genauso lang stehen wie den Ersten ( ca. 10- 12 Tage ) und beobachtet und untersucht die Entwicklungen einiger Kleinstlebewesen bzw. besondere Auffälligkeiten am Äußeren des Aufgusses.
Bei diesem Versuch wurde absichtlich kein Tümpelwasser hinzugegeben, um Unterschiede in den beiden Ergebnissen der Heuaufgüsse feststellen zu können.

3.3 Erwartungen an den Versuch
Bei diesem Versuch werden ebenfalls alle 3-4 Tage Proben entnommen und untersucht. Zu erwarten ist hier:
Die Bildung der einzelnen Lebewesen dauert länger als bei Versuch1.
Es werden nicht so viele verschiedene Arten gefunden wie bei Versuch 1.
Es bildet sich nach einigen Tagen eine Kahmhaut.

3.4 Versuchsbeobachtungen ( ab dem 10.01.2006)

1.Tag An dem Tag nach dem Präparieren des zweiten Heuaufgusses sind noch keine besonderen Auffälligkeiten zu beobachten.

3.Tag. Wie jetzt zu erkennen ist, hat sich die Farbe des Heuaufgusses leicht gelb gefärbt. Die Heuhalme haben nun deutlich mehr Wasser aufgenommen und sind weiter zum Gefäßboden hin abgesackt.

4.Tag Die Farbe des Wassers hat sich im Gegensatz zum Vortag nicht weiter verändert.
Das Heu hat sich nun vollständig mit Wasser vollgesogen und es ist nun alles vollständig mit Wasser bedeckt. Es hat sich weiter
zum Boden hinbewegt.
An der Oberfläche beginnt sich langsam die Kahmhaut zu bilden.

5.Tag Es ist nun deutlich zu erkennen, das die Farbe des Aufgusses in ein Gelb-Braun übergeht.
Die Konsistenz hat sich auch verändert. Sie ist etwas dickflüssiger geworden und das Wasser fängt langsam an einen etwas unangenehmen Geruch zu
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entwickeln, der aber noch nicht sehr intensiv ist. Die Kahmhaut hat sich auch weiter entwickelt und ist dicker geworden. Man kann nun nicht mehr gut durch sie hindurch auf den Gefäßboden gucken.

7.Tag Der Heuaufguss wurde einen Tag lang nicht untersucht um mehr Veränderungen festzustellen. Am Tag 7 ist etwas Wasser verdunstet und der Geruch ist nun intensiver geworden.
Die Farbe geht nun deutlich in einen kräftigeren Braunton über.
An manchen Stellen unterhalb der Wasseroberfläche ( in der Nähe des Heus) hat sich an der Gefäßwand ein schwacher grünlicher Film gebildet. Die Pflanzenreste, die sich noch an der Oberfläche befanden, sind verschwunden. Es könnte daran liegen, dass sie viel Wasser aufgenommen haben und so zu schwer geworden sind und sich nun auf dem Gefäßboden befinden.

8.Tag Es ist jetzt noch mehr Wasser verdunstet, aber das Heu ist dennoch weiterhin vollständig mit Wasser bedeckt.
Soweit zu erkennen ist, haben sich auf der Wasseroberfläche bzw. auf der Kahmhaut Schimmelsporen gebildet. Diese sind aber noch nicht sehr gut entwickelt, es ist lediglich ein leichter Flaum zu sehen.
Der Geruch ist stärker als am Tag zuvor und die Farbe des Wassers ist ebenfalls deutlich dunkler geworden. Diese beiden Veränderungen könnten auf, sich nun stärker zersetzende Pflanzenreste, schließen.

9.Tag Am 9.Tag haben sich die Schimmelsporen so weiterentwickelt, dass nun die gesamte Kahmhaut mit ihnen bedeckt ist. Diese hat nun eine leicht gräuliche Farbe angenommen und der Geruch des gesamten Aufgusses ist nur noch schwer zu ertagen.
Die Farbe des Wassers ist jetzt noch dunkler und der grünliche Film an den Wänden deutlicher zu erkennen.

10.Tag Es schwimmen nun wieder kleine Pflanzenreste im dickflüssigen Wasser umher und das restliche Heu ist sehr stark in sich zusammengefallen.
Die Heuhalme im Wasser haben ihre ursprüngliche Form ganz verloren, da die Zersetzung der Pflanzen nun schon sehr weit fortgeschritten ist.
Dies ist auch an dem immer intensiveren Geruch zu erkennen.
Der Schimmel auf der Oberfläche hat sich etwas zurückgebildet.


11.Tag Der Schimmel ist so gut wie ganz verschwunden.
Die Farbe des Wassers ist so dunkel, dass es fast unmöglich ist auf den Grund des Gefäßes zu sehen und das Wasser selber ist noch etwas dickflüssiger geworden.
Es ist weiterhin ein wenig Wasser verdunstet. Das Heu ist aber immer noch vollständig mit Wasser bedeckt.
An der Kahmhaut haben sich seit dem 9. Tag keine besonderen Auffälligkeiten feststellen können. Ihre Farbe ist immer noch ein Grauton.
Der Grünton an der Gefäßwand ist zu einen kräftigeren Grün geworden und lässt auf Algen schließen.



12.Tag 8
Es ist nun kein Schimmel mehr zu erkennen.
Das Wasser ist an der Oberfläche, unterhalb der Kahmhaut, etwas klarer geworden.
Der Geruch hat sich weiterhin sehr stark entwickelt und ist nun sehr unangenehm.


3.5 Beobachtungen und Entdeckungen beim Mikroskopieren einiger Proben des Heuaufgusses und der einzelnen Wasserschichten.
Diesem Versuch wurden alle 3-4 Tage Proben der verschiedenen Schichten entnommen und unter dem Mikroskop untersucht. Bei den untersuchten Schichten handelt es sich um

1. die Wasseroberfläche
2. die mittlere Wasserschicht
3. die Bodengegend.

Tag 1

Untersuchung der Wasseroberfläche:
Beim Mikroskopieren dieser Wasserschicht wurden keine Kleinstlebewesen entdeckt.

Untersuchung der mittleren Schicht:
Es werden hier auch keine Lebewesen beobachtet.

Untersuchung der Bodengegend:
Wie bei den beiden vorherigen Schichten, konnten auch hier keine Lebewesen unter dem Mikroskop festgestellt werden.

Tag 4

Untersuchung der Wasseroberfläche:
Es werden immer noch keine Arten von Kleinstlebewesen festgestellt. Egal welche Vergrößerungsstufe ( 50X-100X; 200X-400X; 60X-1200X ) verwendet wird.

Untersuchung der mittleren Schicht:
Auch in der mittleren Schicht des Heuaufgusses werden am 4. Tag immer noch keine Lebewesen beobachtet.


Untersuchung der Bodenschicht:
In der letzten Schicht des Heuaufgusses können ebenfalls noch keine Lebewesen beobachtet werden.

Tag 8

Untersuchung der Wasseroberfläche:
Beim Mikroskopieren dieser Wasserschicht können zum ersten Mal bei einer Vergrößerung 200X Einzeller beobachtet werden.

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Es handelt sich hier um eine Gattung der Pantoffeltierchen. Es ist nicht genau zu erkennen ob es sich hier, wie beim Versuch 1, um das Paramecium trichium oder um das Paramecium aurelia handelt. Die Unterschiede sind nicht deutlich festzustellen.
Die Pantoffeltierchen sind nicht so groß wie die bei Versuch 1, haben sich aber ebenfalls an manchen Stellen zu Gruppen zusammengefunden und halten sich in der Nähe von Pflanzenresten auf.

Untersuchung der mittleren Schicht:
Bei einer Vergrößerung von 600X-1200X werden vereinzelt Euglena beobachtet.
Sie sind nur in einer sehr geringen Anzahl wiederzufinden. Dies könnte am Leitungswasser liegen, da dieses nicht so viele Nährstoffe besitzt, wie Tümpelwasser.
Diese Art von Euglena ist länglicher als die im Versuch 1.
Es könnte sich hier um Euglena sanguinea ( ,,Das Leben im Wassertropfen“ S.149 Abb.4 ) handeln, da diese Art auch in sauberen Gewässern vorkommen. Sie unterscheiden sich von Euglena virdis aus dem 1.Versuch darin, dass sie größer und länger sind. Außerdem haben sie eine längere Geißel.

Untersuchung der Bodenschicht:
Hier werden ebenfalls Pantoffeltierchen und Euglena beobachtet.
Im Gegensatz zur mittleren Schicht kommen Euglena hier vermehrt vor.
Sie schwimmen genau wie ihre Artgenossen im ersten Versuch dem Licht entgegen.
Die Pantoffeltierchen in dieser Wasserschicht haben sich, genau wie an der Wasseroberfläche, zu kleineren Gruppen zusammengefunden und sind auf der Such nach Nahrungsteilchen.

Tag 12

Untersuchung der Wasseroberfläche:
Es ist deutlich zu sehen, dass sich die vorhandenen Pantoffeltierchen drastisch vermehrt haben. Es sind nun sehr viel mehr Tiere vorhanden, als am 8.Tag. Es ist auch sehr gut zu erkennen, dass diese größer sind, als bei den Untersuchungen zuvor.

Untersuchung der mittleren Schicht:
Am letzten Tag der Untersuchungen werden auch hier vereinzelt Pantoffeltierchen beobachtet.
Euglena haben sich weiter stark vermehrt.

Untersuchung der Bodenschicht:
Hier werden, auch wie bei den anderen Untersuchungen, Pantoffeltierchen und Euglena beobachtet. Euglena haben sich im Vergleich zur vorherigen Untersuchung am 8. Tag, weiter stark vermehrt, ebenso wie die




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Pantoffeltierchen. Diese halten sich immer noch in kleineren Gruppe in der Nähe von Nahrungsteilchen bzw. von zersetzten Pflanzenresten auf.
Bei einer Vergrößerung von 600X-1200X kann zum ersten Mal, bei diesem Versuch des Heuaufgusses, eine Gattung der Amöben beobachtet werden. Es kann leider nur eine Einzige entdeckt werden, auch bei Untersuchungen mehrerer Bodenschichtproben treten nicht mehr Exemplare auf.
Bei dieser Gattung der Amöbe handelt es sich wahrscheinlich um die Art
Metachaos gratum ( „Das Leben im Wassertropfen“ S.219 Abb.2 ).
Diese Art zeichnet sich besonders durch ihre auffällige Form aus, die einem Blumenkohl ähnelt. Sie kommt häufig in Sümpfen und Teichen vor.
Die Amöbe zieht sich durch die kleinsten Heureste die sich auf dem Boden des Gefäßes befinden.


4. Unterschiede zwischen den beiden Versuchen_______________________

Wenn man die Versuchsbeobachtungen der beiden Heuaufgüsse miteinander vergleicht, werden schon sehr viele Unterschiede deutlich. Der mit Tümpelwasser angefertigte Heuaufguss veränderte viel früher seine Farbe bzw. seine Konsistenz, als der Aufguss mit normalem Leitungswasser. Vermutung: Der Grund hierfür ist, dass sich im Tümpelwasser schon von Anfang an Einzeller bzw. Bakterien befanden die sich im Heuaufguss rasend schnell vermehrten und so das Wasser erheblich veränderten.
Das Leitungswasser dagegen ist reines Wasser und so dauert es länger bis sich hier Lebewesen, bzw. Bakterien bilden können. Es muss erst einmal ein geeigneter Lebensraum geschaffen werden, der aber erst vorhanden ist, wenn das Heu in seiner Zersetzung schon weit fortgeschritten ist.

Bei den Untersuchungen der einzelnen Wasserschichten bestätigt sich die oben aufgeführte Vermutung.
Beim 2.Versuch dauert es mehr als doppelt so lang, bis sich Pantoffeltierchen beobachten lassen, wie beim 1.Versuch.
Überhaupt lassen sich beim Versuch1 mehr Arten an Einzellern feststellen, als bei Versuch2.
Diese treten im Vergleich zu Versuch 2 massenweise auf.
Die Lebensbedingungen sind im Tümpelwasser sehr viel optimaler für Einzeller, als im Leitungswasser. Tümpelwasser enthält für sie lebenswichtige Bestandteile und Nahrungsteilchen.
Bei diesen, für Kleinstlebewesen lebenswichtigen Nahrungsbestandteilen, handelt es sich unter anderem, um zersetzte Pflanzenreste, Algen und verschiedene Arten von Bakterien.


5. Einzeller im Heuaufguss________________________________________

5.1 Das Pantoffeltierchen ( Paramecium )

,, Pantoffeltierchen, zu den Wimperntierchen gehörende Gattung von Einzellern pantoffelähnlicher Gestalt, 0,1-0,3 mm, leben in fauligem Wasser. “
( „Das Neue Lexikon in Farbe“ S.449 )



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Pantoffeltierchen treten im Heuaufguss nach ein paar Tagen auf. Sie sind ganz umgeben von winzig kleinen Wimpern, welche ihnen den Namen Wimperntierchen gaben. Diese Wimpern dienen vor allem der Fortbewegung.
Im Bereich des Mundfeldes befinden sich ebenfalls Wimpern, die dazu dienen die Nahrungsteilchen zum Zellmund zu transportieren.
Pantoffeltierchen vermehren sich unter günstigen Bedingungen rasend schnell durch Zweiteilung.
Im Heuaufguss findet man sie häufig unterhalb der Kahmhaut, da hier reichlich Sauerstoff vorhanden ist und sie sich so von herabsinkenden Bakterien ernähren können.

5.2 Die Amöbe ( Amoeba )

,, Amöben, Einzeller, Fortbewegung durch ständige Formänderung, A.ruhr , durch Amöben hervorgerufene Darmerkrankung. “ ( „Das neue Lexikon in Farbe“ S.23 )

Amöben findet man im Heuaufguss meistens am Grund, zwischen zersetzten Pflanzenteilen. Sie gehören zur Gattung der Wechseltierchen, da sie keine feste Form besitzen. Sie wechseln von einer Sekunde zur anderen ihre Form.
Dies dient zur Fortbewegung.
Amöben sind in der Lage eine länger andauernde Trockenheit zu überlegen indem sie eine schützende Hülle ausscheiden, die das Tier dann umgibt. Hierfür braucht die Amöbe jedoch eine längere Vorbereitungszeit.
Sie ist also nicht im Stande eine plötzlich auftretende Trockenheit zu überleben.

5.3 Euglena

,, Euglena - Algen, Einzellige Grünalgen, Fortbewegung durch propellerartige Bewegung mit Geißel am oberen Ende, Vermehrung durch Längsteilung. “
( „Das neue Lexikon in Farbe“ S.125 )

Euglena - Algen kann man sehr häufig im Sommer entdecken. Z.B. in Tümpeln, die schon eine leicht grünliche Farbe angenommen haben. Diese Grünfärbung erzeugen Euglena. Sie gehören zur Gattung der Augentierchen, denn sie besitzen einen roten Augenfleck am oberen Ende ihres Körpers. Dort befindet sich auch ihre lange Geißel, die als Fortbewegungsmittel dient. Euglena brauchen sehr viel Licht um ihre Photosynthese weiter betreiben zu können.
Im Dunkeln können manche Euglena - Algen schon mal ihre grünliche Färbung verlieren.

5.4 Das Trompetentierchen ( Stenor )

,, Trometentierchen, Strudler, Gattung der Wimperntierchen, Nahrungsaufnah-
me mit Hilfe des Wimpernkranzes, haben meist einen festen Standort an Pflanzenresten. “



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Das Trompetentierchen besitzt eine trichter- bis trompetenförmige Gestalt die aus mehreren knotenartigen Abschnitten zusammengesetzt ist. Sie kommen häufig in Süßwasser vor und werden 1-2mm lang. Die meiste Zeit verbringen sie festangeheftet an Pflanzenresten. Der Zellkörper der Trompetentierchen ist sehr stark veränderbar, so können sie sich zum Beispiel ausstrecken und sind so bis zu viermal größer als im normalen Zustand.


6. Fazit:_________________________________________________________

Die beiden Experimente konnten großen Aufschluss darüber geben, wie man einen Heuaufguss am besten präpariert.
Man konnte sehen, dass nicht so viele Tiere heranwachsen, wenn man ganz gewöhnliches Leitungswasser als Basis für einen Heuaufguss nimmt.
Tümpelwasser eignet sich viel besser, da sich der Aufguss mit Tümpelwasser viel mehr und schneller verändert.
Bei den Untersuchungen wurde deutlich, dass sich im Tümpelwasser schon von vornherein Kleinstlebewesen befanden, die sich dann in einem rasend schnellen Tempo vermehren konnten.
Der Grund hierfür sind die Stoffe die in Tümpelwasser vorhanden sind.
Leitungswasser wird vorher gereinigt und enthält keine Pflanzenreste bzw. Algen mehr, von denen sich die Einzeller ernähren können.
Beim Heuaufguss mit Leitungswasser mussten sich diese erst einmal entwickeln.


Die besten Bedingungen für einen Heuaufguss kommen also zustande, indem man KEIN Leitungswasser nimmt, sondern Wasser aus Bächen oder Tümpeln.
Man sollte den Heuaufguss an einen hellen und warmen Platz stellen, da dies die optimalen Bedingungen sind, unter denen sich die Einzeller sehr wohl fühlen.

Der Heuaufguss ist eine sehr gute Methode um Einzeller zu bekommen, sie zu erforschen, zu untersuchen und ihre Lebensweise genauer zu überprüfen.

Dieses Referat wurde eingesandt vom User: jessileinchen1




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