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Definition und Merkmale von Sekten - Referat



Definition:
- „Sekte“ kommt aus dem lateinischen und bedeutet „Partei“, „Lehre“ oder „(Schul)Richtung“
- damit bezeichnet man eine religiöse, philosophische oder politische Richtung sowie ihre Anhängerschaft
- außerdem ist eine Sekte eine kleinere Glaubensgemeinschaft, die sich von der Mutterreligion abgespalten hat, da sie eine andere religiöse Position hat
- eine Sekte vertritt eine bestimmte Ideologie oder religionsähnliche Grundsätze, die nicht den ethischen Grundwerten der Gesellschaft entsprechen, auf eine meist radikale, einseitige Weise
- seit 1960 hat der Begriff „Sekte“ eine negative Bedeutung
- es gibt mehr als 600 verschiedene Sekten in Deutschland

Merkmale:
1. Eine Führungspersönlichkeit, die man verehrt und deren Aussagen nicht hinterfragt werden dürfen.
2. Regulation/Vorschriften in vielen Lebensbereichen.
3. Jedes Mitglied wird in seinem Verhalten überwacht.
4. Die Gemeinschaft hält sich für die Oberschicht der Gesellschaft.
5. Es herrscht eine Innen-Außen-Spaltung, bei der man die Außenwelt abwertet. Das bisherige Leben wird ebenfalls abgewertet.
6. Die Mitglieder dürfen keine (Liebes)Beziehungen zu Außenstehenden haben.
7. Die Mitglieder investieren viel Zeit in die Gemeinschaft.
8. Die Mitglieder zahlen regelmäßig bestimmte Beträge in die Kasse der Gemeinschaft ein.

Sind die drei folgenden Merkmale in einer Gemeinschaft vorhanden, handelt es sich um eine Sekte. Anhand dieser Punkte lässt sich dies schnell feststellen.
1. Es gibt eine Führung, die niemals kritisiert wird.
2. Regulation/Vorschriften in vielen Lebensbereichen.
3. Die Mitglieder werden streng überwacht und kontrolliert.

Die 3 gefährlichsten Sekten der Welt:

1. Aum (Heute: Aleph)
- eine japanische Sekte
- 1995 verübten fanatische Anhänger einen Nervengasanschlag in der U-Bahn von Tokio. (Tausende Menschen verletzt, 12 Tote)
- Ziel: den dritten Weltkrieg auslösen
- Anführer: der halb blinde Shoko Asahara
- Wurde zu Tode verurteilt, jedoch wurde das Urteil bis heute noch nicht vollstreckt
- Aum benannte sich im Jahr 2000 in „Aleph“ um
- hat zwischen 2.000 und 5.000 Mitglieder
- in der EU gelten sie als Terrorvereinigung

2. Raelianer
- Sektgründer: Rael (Claude Verilhon)
- eine französische Sekte
- beschäftigt sich mit dem Klonen von Menschen
- 60.000 Mitglieder arbeiten mit dem südkoreanischen Klon-Doktor Hwang Woosuk zusammen
- Ziel und Traum von Claude Verilhon: geklonte Babys heranzüchten und die weiblichen als Sexsklaven und die männlichen Klone als Arbeitsroboter einzusetzen.
- Mythos der Sekte: Der Anführer wurde 1973 von einem Ufo entführt

3. Boko Haram
- eine Sekte aus Nord-Nigeria
- seit 2009 hat die Terrorsekte durch zahlreiche Anschläge 6.000 Menschen auf dem Gewissen
- Aktuell war die Sekte für die Entführung von Schülerinnen aus den USA verantwortlich. (44 Mädchen konnten fielen, 200 werden immer noch vermisst)
- der letzte Anschlag riss 200 Menschen in den Tod
- Obama erklärte die Sekte zum Staatsfeind

Der Weg aus der Sekte:

Der freiwillige Austritt:
- Die Sekte versucht zweifelnde Gruppenmitglieder von der Richtigkeit der Mitgliedschaft zu überzeugen.
- Ist es verbal nicht möglich, setzt die Sekte auch Gewalt ein, um den Austritt zu verhindern.
- Das schwierige am Austreten, ist das Wiedereinfinden in der „normalen Welt“.
- Je kürzer die Dauer der Mitgliedschaft, desto einfach ist der Austritt.
- Je stärker man nach Außen vernetzt war, desto höher ist ein erfolgreicher Ausweg.

Über ein Ausschlussverfahren austreten:
- Dem Sektenführer ist es wichtig, dass alle Mitglieder einheitlich sind und die selben Glaubenssätze teilen.
- Wer daran zweifelt oder
sich nicht an die Regeln hält, soll diszipliniert oder ausgeschlossen werden.
- Bei einigen Gemeinschaften ist dieser Weg der häufigste aus einer Sekte.
- Mitglieder dürfen zu den Ausgeschlossenen keinen Kontakt haben, sodass der Ausgetretene keine sozialen Kontakte mehr hat.

Schwerpunkt Zeugen Jehovas

Kurze Übersicht:
- seit dem 19. Jahrhundert bestehend
- ist kirchlich organisiert
- bekannt für: ihre ausgeprägte Missionstätigkeit (z.B. Verteilen von Medien, die in 884 Sprachen vorhanden sind), ihre Ablehnung von Bluttransfusionen, das Nichtbegehen aller religiösen Feiertage, außer des Abendmahls und das Nichtfeiern von Geburtstagen.
- vorheriger Name: Ernste Bibelforscher bzw. Internationale Vereinigung ernster Bibelforscher

Wie viele Zeugen gibt es weltweit?
Gesamtzahl der Zeugen Jehovas weltweit: 8.220.105
Versammlungen/Gemeinden: 118.016
Länder und Territorien: 240

Wie werden die Mitglieder gezählt?
Wenn man jeden Monat im Predigtdienst aktiv ist, also mit anderen Personen über die gute Botschaft aus dem Reich Gottes spricht, zählt man zu den Zeugen Jehovas.

Muss man Geld spenden, um Mitglied zu sein?
Spenden haben keinen Einfluss darauf, ob man zu den Zeugen Jehovas zugehört oder nicht. Durch Spenden erhält man auch keine speziellen Aufgaben innerhalb der Gruppe. Die Gruppe sagt, das jeder Zeuge so viel von seiner Zeit, seiner Energie und seinen Mitteln einsetzt, wie er es möchte. Alles soll auf freiwilliger Basis passieren.

Wie wird man zum Zeugen Jehovas?
1. Schritt: Die Bibel genauer kennenlernen
Es wird kostenloser Bibelunterricht angeboten.

2. Schritt: Das Gelernte umsetzen
Die vorher angeeignete Theorie soll in die Praxis umgesetzt werden.

3. Schritt: Sich taufen lassen
Die Bibel stellt die Taufe mit der Beerdigung gleich. Das bedeutet man beerdigt das frühere Leben und beginnt ein neues. Mit diesem Schritt bekennt man, dass man die vorherigen Schritte gegangen ist.

Die Schritte sollen von Jesus erklärt worden sein und sind in Matthäus 28: 19, 20 verschriftlicht.
Diese Schritte gelten auch für Kinder. Diese sollen aber erst ein bestimmtes Alter erreichen und dann selbst entscheiden, ob sie in dieser Religion leben und aktiv sein wollen. Erst dann dürfen sie sich taufen lassen.

Brechen Zeugen Jehovas den Kontakt zu ehemaligen Mitgliedern ab?
Nein, die Mitglieder gehen auf die ausgetretenen Personen zu und versuchen sie erneut über die Freundschaft zu Gott zu überzeugen.

Handelt es sich aber um eine Person, die mehrmals (!) schwere Fehler begangen hat, wird sie aus der Gruppe ausgeschlossen und der Kontakt zu ihm abgebrochen. So steht es auch in der Bibel: „Schließt also den, der Böses tut, aus eurer Gemeinschaft aus!“

Bei einem Ausschluss innerhalb der Familien, geht diese vor, sodass die Familienmitglieder weiterhin Kontakt zueinander haben dürfen. Außerdem dürfen Ausgeschlossene jederzeit zu Gottesdiensten der Gemeinde kommen.




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