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Das Leben in den Schützengräben - Referat



Die Soldaten des 1. Weltkrieges lebten in sogenannten Schützengräben, also gegrabenen Höhlen und Schlupfwinkeln, in die sie gerade einmal reinpassten. Die Lebensumstände waren schrecklich und immer wieder kam es zu Zusammenbrüchen von Soldaten, die neben den Auswirkungen des Krieges auch unter der großen Hitze des Sommers bzw. der enormen Kälte des Winters und anstrengenden Gewaltmärschen litten. Tagsüber war es aufgrund der gegnerischen Scharfschützen und Beobachter sehr gefährlich, weshalb die meiste Arbeit in den Gräbern während der Nacht geschah. Die Dunkelheit schützte Nachschubeinheiten, Soldaten, die Gräber ausbauten und jene, die den Gegner auskundschafteten und versuchten bevorstehende Angriffe zu erkennen. Die Nächte wurden auch ausgenutzt, um Gefangene festzunehmen und die gegnerische Seite auszuplündern.

Aufgrund der schweren seelischen und physischen Belastungen kam es immer häufiger zu Desertionsversuchen und der Verweigerung von Offiziersbefehlen, teilweise wurden Offiziere sogar von den eigenen Soldaten ermordet. Panikreaktionen führten zu ungeplanten Rückzügen. Um die Belastung der Soldaten zu reduzieren wurde darauf geachtet, dass die Einheiten direkt an der Front rasch abgelöst wurden. Die Truppen waren in drei Divisionen eingeteilt, von denen jeweils zwei einem Abschnitt der Front zugewiesen wurden und die dritte Division sich in hinteren Linien erholen konnte. So verbrachten die Soldaten die wenigste Zeit im Frontgraben, die meiste Zeit im Unterstützungsgraben und die restliche Zeit verteilt im Reservegraben oder in Pflegestellen, Krankenhäusern und ähnlichem. Auch im Unterstützungsgraben, also dem Teil hinter der Frontlinie, wurde Tag und Nacht gearbeitet. Es wurden Laufgräben, Verbindungsgräben und Stellungen gegraben.

Je nachdem welcher Einheit ein Soldat zugewiesen wurde, musst er verschiedene Arbeiten ausführen. Nachschubeinheiten sorgten für den Transport von Waffen, Verpflegung, Trinkwasser, Nahrung, und auch Holz bzw. Verstärkungsmaterial für die Gräben, welche die "Schipper"-Trupps für das Errichten von Auffanggräben oder Befestigungsanlagen und die Verstärkung der Verteidigungssysteme verwendeten. Um sich zwischen der Front, den Unterstützungs- und den Reservegräben zu bewegen, verwendete man enge Verbindungsgräben, die vor allem nachts genutzt wurden. Gefallene Soldaten wurden während den Feuerpausen eingesammelt, mit Kalk bestreut um vor Seuchen zu schützen und wenn die Zeit reichte begraben. Unzählige Soldaten sahen den Tod ihrer Kameraden mit eigenen Augen oder mussten sich die Lager mit Leichen teilen, da etliche Tote einfach in die Schützengräben geworfen wurden.
Leichen zu begraben war sehr risikoreich und könnte noch mehr Leichen mit sich bringen. Die verwesenden Leichen an der Front verbreiteten einen schrecklichen Gestank.

In den Kriegstruppen herrschte eine strenge Hierarchie in Form von Abgrenzung der Offiziere, Unteroffizieren und normale Soldaten. Vorgesetzte schikanierten und misshandelten ihre Truppen nicht selten. Sie erteilten sinnlose Befehle und herabwürdigende Strafen, so durften z.B. in der deutschen Armee aufgrund mangelnder Arrestzellen verurteilte Soldaten an Wagenräder oder Bäume gefesselt werden. Lebensmittel wurden ungerecht verteilt und die Bevorzugung der Offiziere sorgte unter den Soldaten für Aufruhr. Befehlsverweigerungen, ungenehmigte Entfernung von der Division, Desertionen und Überläufe zum Feind wurden immer häufiger. Straftäter dieser Art wurden vor Gericht gestellt und teilweise zur Hinrichtung oder Zwangsarbeit verurteilt.

Die unzähligen Bombenangriffe, denen die Soldaten ausgeliefert waren, führten zu Traumata und auch die durchgehende Anspannung verursachte stressbedingte psychische Erkrankungen bei den Männern. Viele ließen sich absichtlich von den Gegnern festnehmen, weil sie sich in den Gefangenenlagern des Gegners bessere Lebensumstände als in den Schützengräbern erhofften.





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