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Das Kleine-Welt-Spiel - Referat



Kleine-Welt-Spiele:


1. Grundsätzliche Überlegungen:
• Im Spiel kann das K. eine eigene Welt erschaffen, womit es dem Druck der Realität entgeht.
• Durch die Spielform des Kleine- Welt- Spieles können Kinder aktuelle Themen aufgreifen und kreativ ausspielen.
• Auch ohne Motivation bauen K. Miniaturwelten auf. Diese werden liebevoll ausgestattet, immer wieder erweitert und über eine längere Zeit... bespielt.
• Das K. kann die Wirklichkeit so verdrehen, dass sie seinen Vorstellungen und Wünschen entspricht.
• Das Spiel ermöglicht eine andere Perspektive- Distanz zur gespielten Spielsituation. Diese veränderte Sicht ermöglicht dem K. mehr Ordnung und Dynamik.


2. Raumbedingungen:
• Damit die K. zusammen ungestört sprechen und spielen können, braucht das Kl. Weltspiel eine ruhige Zone- kein Durchgangsbereich.
• Die Spielfläche muss in Relation der Spieldinge stehen, kann daher auch klein sein. Ein weiterer Grund ist, dass die Spielszene hauptsächlich in einzel- oder Partnerbeschäftigung entsteht.
• Ein fixer Platz hat sich bewährt für die Aufbewahrung der kl. Spieldinge und weil dem Kind die Kleine- Welt-Gestaltung für längere Zeit erhalten bleiben soll, damit das K. sie verändern und ergänzen kann.
• Zu beachten ist eine intime Spielatmosphäre die zum Partnerspiel und Einzelbeschäftigung animiert.

a. Einrichtungsmöglichkeiten :
- Eigener Spieltisch
- Offene Regale
- Mit Fachbrettern verbaute Nischen
- K. bevorzugen abgegrenzte Spielflächen, oder suchen selbst Möglichkeiten Abgrenzungen zu schaffen

b. Möglichkeiten der Begrenzung:
- Regale
- Puppenhaus- Puppenstuben
- Tischparavents aus Holz oder Karton
- Schachtel- oder Kistendeckel
- Tragbare Tabletts
- Begrenzungen aus Wellpappe, Holzleisten und Wäscheklammern
- Sandspieltisch

Wenn kleine Welten länger bespielt werden können, lassen sich die K. auf Weltgestaltungen ein, und entwickeln sie weiter. Es gibt Verbindungen zu den Werk- und Konstruktionsbereichen, da oft Gegenstände, für die später Miniaturwelt gebaut werden. Es ist nicht wirklich nötig, dass das Kleine- Welt- Spiel direkt im Gruppenraum befindet. Fragen: Wo sonst? Büro, Nebenraum, Bilderbuchbereich, Nische im Gang.



3. Ausstattung:
• Kleine, schön gestaltete Spielgegenstände aus dem Fachhandel, von der Kgpäd., Eltern oder K.
• Zusätzlich Motivation sind Veränderungen (Accessoires) und von den K. selbst hergestellte Spielgegenstände (= hohe Wertschätzung).
• Zur Nachgestaltung von Umweltthemen, Bilderbuch, Fernsehgeschichten, Biblische Erzählungen und Märchen sowie Erfahrungen ist genügend Material notwendig.

a. Anregungen zur Ausstattung:
- Puppenhaus mit Miniaturmobiliar und detailreicher Ausstattung
- Puppen aus verschiedenen Materialien ( Kegelpuppen, Biegepuppen, Kunststoffpuppen)
- Verschiedene Tiere und Tierfamilien
- Umweltgegenstände sowie verschiedene Fortbewegungsmittel

Die K. werden besonders herausgefordert wenn die Materialien detailreich sind. Verschiedene Ausstattungsmittel können gleichzeitig verwendet werden und bereichern die szenische Gestaltung.


b. Aufbewahrung der Spieldinge:
- Man soll die Spieldinge in offenen Regalen aufbewahren. - Welchen Sinn hat das?= hoher Aufforderungscharakter
- Ein sortiertes, strukturiertes Angebot der Materialien verhindert das zu viel Material vorhanden ist.
- Das nicht verwendete Material sollte in beschriftete Behälter griffbereit außerhalb des GR aufbewahrt werden. Das zeitweilige Nichtvorhandensein von Spielgegenständen erhöht deren Reiz. Warum?



4. Methodisch-Didaktische Überlegungen:
• Durch den großen, materiellen Freiraum, erzeugt es im K. eine gedankliche, gefühlsbetonte Auseinandersetzung mit der sachlichen und sozialen Umwelt
• Kleine- Welt- Spiele geben Aufschluss über die Individuallage, mitmenschliche Beziehungen und über Erlebnisse aus der natürlich- sachlichen Umwelt des K.
• Ausspielen von Situationen ist die Vorraussetzung für eine ausgeglichene Gefühlslage- nur bei wohlwollender Atmosphäre, wo das K. selbstvergessen spielen kann
• Zum aufarbeiten von Konflikten und abreagieren von Affekten, muss erlaubt sein: z.B.: aggressive Szenen darzustellen, Schimpfwörter zu gebrauchen, oder eigene Bauwerke zu zerstören.
• Wegen des Aufwandes, sollte das Bauwerk hohe Wertschätzung erfahren, da es die Persönlichkeit fördert. Z.B.:

- Über die Welt die das K. gestaltet hat sprechen
- Kleine Details beachten
- Werke stehen lassen, so lange es noch an Bedeutung hat
- Szene photographieren



5. Bildungs- und Erziehungsziele:
• Festigen und kreatives Bearbeiten von Umwelterlebnissen
• Neue Dynamik einer Situation wahrnehmen
• Verschiedene Perspektiven zu einer Situation einnehmen
• Fantasievolle Gestaltung von Spielszenen
• Ausdauer beim realisieren einer Spielidee
• Freude am Umgestalten und Ausgestalten
• Ausdruck von Gefühlen und Empfindungen mit und ohne Sprache
• Realisierung von Wünschen und Vorstellungen im Spiel
• Sprachliche Begleitung von Handlungen
• Förderung der Dialogfähigkeit
• Geduld und Sorgfalt im Umgang mit kleinen Dingen ( motorische Geschicklichkeit)




Dieses Referat wurde eingesandt vom User: venice_322



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