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China - Welchen Weg geht das bevölkerungsreichste Land der Erde? - Referat



In China gab es vor einiger Zeit eine wichtige Änderung: Die Ein-Kind-Politik, die in den 1970er Jahren eingeführt wurde, wurde 2015 beendet. Sie wurde aufgrund von einem starken Bevölkerungswachstum und der Überbevölkerung Chinas eingeführt, obwohl sie einige ernst zu nehmende Folgen mit sich brachte. In China ist es beispielsweise Tradition, dass sich erwachsene Kinder um ihre Eltern kümmern. Da ein Kind als Altersvorsorge nicht reichte, waren in China Familien mit weniger als drei Kindern eine Seltenheit. Man musste sich wegen der fehlenden Rente sicher sein können, dass man später versorgt würde. Dies ist auch deutlich an der hohen Wachstumsrate bis zu den 1970ern zu sehen. Von 1970 bis 1975, der Zeit, in der die Ein-Kind-Politik eingeführt wurde, fällt diese deutlich und sinkt bis auf wenige Ausnahmen immer weiter. Auch die Regierung merkte, dass ein Kind für die Landbewohner zur Altersversorgung nicht ausreichte. Sie führte 2007 eine zusätzliche Rente ein. Drastische Folgen sind auch, dass es mittlerweile vor allem in den Städten mehr Männer als Frauen gibt. Dies ist der Fall, weil Männer im Bezug auf die Versorgung später als wertvoller gelten, da traditionellerweise die Frau zu dem Mann und seinen Eltern zieht. Die Eltern kümmern sich um ihre Enkel und werden von Frau und Mann mitversorgt.

Ein weiteres Problem ist die Überalterung der Gesellschaft. Diese Überalterung kann man auch an der Veränderung der Bevölkerungspyramide Chinas erkennen. Diese war 1950 noch pyramidenförmig. Die Wenigsten wurden älter als 80. 2000 war die Pyramide eher glockenförmig, das heißt die meisten Einwohner waren zwischen 10 und 35 Jahre alt und die Prognose für 2050 ist, dass diese zwiebelförmig wird, was bedeutet, dass die Lebenserwartung steigt und die Geburtenrate sinkt. Das Ziel, dass die Bevölkerung schrumpft, wurde zwar erreicht, aber der Altersdurchschnitt liegt bei circa 55 Jahren. Es kommt zu einem Arbeitskräftemangel und dies könnte die enorme Wirtschaftskraft des Landes hemmen.

Die Wichtigkeit Chinas international steigt rapide und auch die Industrie innerhalb des Landes entwickelt sich schnell weiter. Beispielsweise ist die Wachstumsrate des produzierenden Gewerbes circa vier Mal höher als im Durchschnitt auf der Welt. Über 3% neue Arbeitsplätze sind von 2001 bis 2010 in dem Gewerbe entstanden, während im Durchschnitt auf der Welt die Zahl der Arbeitsplätze um 1% gesunken ist. Außerdem betragen die Arbeitskosten 2011 nur 2,80 US-$, was auch die schnelle Vergrößerung der Industrie erklärt. Es lohnt sich für ausländische Firmen ihre Produkte in China herstellen zu lassen, weil die Arbeitskosten so niedrig sind. Diese Produkte beschränken sich nicht mehr nur noch auf Textilien, Schuhe, Sportartikel und Spielzeug, nein, Elektrotechnik und Maschinenbau kommen dazu. Das heißt also, dass nicht nur jede dritte verkaufte Jeans aus China stammt, sondern auch zum Beispiel jedes dritte Handy. Durch die vielen Einwohner, nämlich 1,3 Milliarden Stück, steigt auch die Nachfrage nach solchen Artikel im Inland. Das bedeutet für den globalen Markt, dass China nicht nur im Export sondern auch im Import einen hohen Stellenwert hat. China investiert 84 Mrd. US-$ und ist damit auf dem dritten Platz der Top-Investor-Länder. Als Zielland ist China mit 121 Mrd. US-$ nach den USA auf dem zweiten Platz, was unterstreicht, dass es sich für Investoren lohnt, in China zu investieren.

Innerhalb des Landes ziehen viele Leute in die großen Küstenstädte, wie man an den Wanderbewegungen sehen kann. Es gibt die Aihui-Tengchong-Linie, die China in zwei Teile teilt. Östlich dieser Linie leben über 85% der Bevölkerung, da die Lebensbedingungen westlich sehr viel schlechter sind. Es gibt keine Jobs, keine wirkliche Zukunft und keine Aussichten auf Besserung. Die Jahrestemperaturamplitude ist sehr hoch, die Temperaturgegensätze sind extrem. Winter sind zu kalt und Sommer sehr warm. An der Küste wird dies von dem Meer ausgeglichen, weshalb die meisten Menschen dort leben wollen. Menschen, die westlich der Linie leben, sagen, dass jeder Leute in der Familie hat, die weggezogen sind. Es gibt praktisch keine großen Städte und die Region bietet sich auch nicht für
die Landwirtschaft an, da die Böden sehr unfruchtbar sind. Es gibt die sogenannten "Vier Farben Chinas", die das Land in vier Teile teilen. "Braun" ist die Trockenregion, bzw. Wüste nordwestlich, "Weiß" ist die Schneeregion im Südwesten. "Gelb", die Region, die für den Getreidebau genutzt wird und "Grün", die Region, die für den Reisanbau günstig ist, sind beide östlich. Das heißt, dass es nicht nur in der Industrie sondern auch in der Landwirtschaft in den Küstenregionen deutlich mehr Arbeitsplätze und somit ein besseres Leben gibt. Die Infrastruktur ist westlich viel schlechter und die Industrialisierung nicht so weit fortgeschritten.

Der Verstädterungsprozess wird vermutlich genauso schnell weitergehen. Man geht davon aus, dass 2020 ungefähr 850 Millionen Menschen in Städten wohnen werden. 2014 waren es 54% der Bevölkerung. Der Plan ist, dass bis 2025 100 neue Städte und bis 2020 97 neue Flughafen entstehen sollen, was in Deutschland schier unmöglich wäre. Wenn man sich 1985 die Rangfolge der weltweit größten Seehäfen anschaut, ist China mit Hongkong auf Platz 3, doch wenn man dies mit den Daten aus 2015 vergleicht, haben andere Seehäfen aus China die meisten aus den anderen Ländern überholt. In den Top 10 wird China unglaubliche 7 Mal genannt.

Auch nicht zu vernachlässigen ist die Meinung der Presse und der Einwohner Deutschlands über China. 37% der Befragten sagten, dass sie bei China vor allem an eine starke Wirtschaftsmacht denken, 57% sagten, dass die Beziehungen zu China im Bezug auf die Wirtschaft sogar wichtiger sind, als die zu den USA, aber 59% fanden, dass diese Wirtschaftsmacht eher gefährlich ist, da die Angst existiert, dass chinesische Firmen den deutschen Firmen Konkurrenz machen und diese sogar verdrängen könnten.
Die Chinesen scheinen mit der schnell fortschreitenden Industrialisierung nicht glücklich zu sein. Auch hohe Bildung in Form von Studienabschlüssen wird oft mit einem Leben ohne Zukunft assoziiert. Man beschwert sich über den Reichtum der Regierung, von der viele Menschen nichts mitbekommen.

Zusammenfassend kann man sagen, dass China anstrebt, eines der wichtigsten Länder für die Industrie international zu werden und dies schon jetzt geschafft hat. Die Regierung möchte, um Arbeitsplätze zu schaffen, die Küste zu einem riesigen Industriegebiet zu machen, was sie mittlerweile schon zu großen Teilen erreicht hat. Damit verstärkt die Regierung aber immer mehr das Ost-West-Gefälle und es wird immer mehr Binnenmigration geben. Die Gehälter werden höher, was man an der Verdreißigfachung des Pro-Kopf-Einkommens seit 1980 sehen kann. Die Entwicklung von Chinas Wirtschaft und Industrie schreitet ungewöhnlich schnell voran und alles wird modernisiert und effizienter gemacht. Die Regierung versucht durch die Aufhebung der Ein-Kind-Politik zu vermeiden, dass der Altersdurchschnitt weiter ansteigt. China ist auf dem Weg, ein wichtiges Industrieland zu werden.




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