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Buddhismus - Die Wahrheit von der Ursache des Leidens - Referat



Nachdem er darauf hingewiesen hatte, wie allumfassend das Leiden ist, sprach Buddha dann die unausgesprochene Frage an: „Woher kommt all dieses Elend? Was ist sein Ursprung, seine Ursache?“ Er beantwortete diese Frage mit der Zweiten Edlen Wahrheit: Alles Leiden hat ohne Ausnahme seine Ursache in der begierigen Anhaftung. Anders ausgedrückt: So lange man sich von seinem unersättlichen Begierden nach diesem und jenen an der Nase herumführen lässt, wird man von einer unbefriedigenden Lebenssituation in die nächste gezogen und lernt nie wahren Frieden und wahre Befriedigung kennen.

Was Buddha im Wesentlichen sagt: Wenn man die wahre Quelle seine Probleme finden will, muss man in sein Inneres blicken. Leiden ist keine Bestrafung, die einem von anderen Leuten, den Lebensumständen oder einer übernatürlichen Kraft auferlegt wird. Das Leiden kommt auch nicht grundlos zu einem; Leiden ist kein zufälliges Ereignis in einem sinnleeren Universum, das von den Gesetzen des Zufalls regiert wird (selbst wenn diese Auffassung in Mode gekommen ist). Stattdessen sind das Leiden und die Unzufriedenheit direkt mit den Einstellungen verbunden, die in dem eigenen Herz und Geist erstehen.

Man kann eine Vorstellung von der Beziehung zwischen Anhaftung und Unzufriedenheit bekommen, wenn man sich einige verbreitete Alltagsereignisse vergegenwärtigt. Beispielsweise rennen viele Leute in das nächste Einkaufszentrum, wenn sie sich ruhelos oder unzufrieden fühlen. Sie suchen nach etwas, irgendetwas, das die Empfindungen der Leere in ihrem Inneren füllen könnte. Vielleicht finden sie ein Hemd und denken, wie gut sie darin aussehen würden. Sie fangen an zu fantasieren und stellen sich vor, wie dieses Stück Stoff ihre Selbstachtung stärken, ihre Attraktivität für andere steigern und ihnen vielleicht sogar helfen könnte, den Mann oder die Frau ihrer Träume zu finden und ihrem Leben eine andere Richtung zu geben.

Dieses Beispiel mag übertrieben sein, aber es beschreibt genau das, was das anhaftende Begehren bewirkt. Es übertreibt alles. In der Hoffnung, ein tiefes, inneres Verlangen zu befriedigen, klammern sie sich an ihren Besitz, ihr Aussehen und die Meinungen, die andere Leute von ihnen haben. Aber je mehr sie sich anklammern, desto größer wird ihre Enttäuschung. Warum? Weil sich alles permanent ändert und es nichts gibt, was ihre unrealistischen Erwartungen möglicherweise erfüllen könnte. Vielleicht verlassen sie das Einkaufszentrum mit dem gerade gekauften neuen Kleid oder Anzug, aber tatsächlich haften sie einer Illusion an. Und früher oder später – normalerweise früher – wird die Illusion sie im Stich lassen.


Das Problem liegt also nicht im Kleidungsstück und nicht einmal in der Tatsache, dass man es für attraktiv hält und Spaß daran hat. Das Problem liegt darin, dass man an ihm haftet, sowie in den unrealistischen Erwartungen, die diese Anhaftung erzeugen kann. Der ganze Kummer, den man später erfährt – wenn das Kleid oder der Anzug seine vergängliche Natur zeigt, indem es verschleißt, an Farbe verliert oder unmodern wird -, ist die direkte Folge der Anklammerung.

Als Buddha über das Verlangen oder Anhaften als Ursache des Leidens sprach, dachte er an weit mehr als die Auswirkungen eines leichten Fiebers. Letztlich sprach er darüber, wie alle unerleuchteten Wesen (das heißt alle, die noch nicht vollkommen zur Wirklichkeit erwacht sind) an einem unrealistischen Bild festhalten, das sie sich von sich und ihrem Wesen machen. Hinter dem Gedanken „Ich hoffe, dass ich in dem Hemd attraktiv aussehe“ steht eine viel tiefere Schicht des Anhaftens an ein übermäßig konkretes Bild vom eigenen Selbst. Indem man sich an dieses falsche Bild von seinem Selbst klammert, schafft man es nicht nur Bedingungen für die Enttäuschungen und das Leiden in diesem Leben, sondern verurteilt sich selbst zu einer endlosen Wanderung von einem unbefriedigendem Leben zum nächsten.



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