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Blindenschule - Referat



Fortbildung Blindenschule 13.10.04


- ist für ganz Rheinland-Pfalz tätig ( Landesschule)
- Abgänge: Grundschule, Berufs- und Berufsfachschule

Sehbehinderung:
Visus (Sehschärfe) Prozent Abstand
80-120% 10m
Geringe Sehschädigung 30- 10% 3m
Mittlere Sehschädigung 10- 5% 1m
Hochgradige Sehschädigung 5- 2%
Blindheit weniger als 2%
Gesichtsfeldausfälle kann auch passieren auch wenn eine Sehschärfe
über 2 % ist

Elektronische Hilfsgeräte für z.b. lesen
Hellfeldlupe
Monokular: für ein Auge
Brailleschrift: Blindenschrift
EH- Test: mit Symbolen arbeiten (kindgerecht)

Folgen: Sehbehinderung

- Verhalten und Entwicklung anders
- Ausgrenzung (Gesellschaft, Beruf, Sportaktivitäten)
- Die Integration stößt oft auf Hindernisse

Ursachen:

- Erkrankung (Schwangerschaft, zb. Pockeninfektion)
- Frühgeburt (1000g)
- Komplikationen der Geburt (Sauerstoffmangel)
- Entzündungen, Tumore (Gehirn) oder Trauma nach der Geburt
- Genetische Ursachen

Augenerkrankungen:

angeborene Fehlbildung (gesamte Augen):

* Fehlen der Augenanlange
* zu klein gebautes Auge

angeborene Fehlbildung der Lider:

* Lidlähmung
* Lidkolobom (zb. Austrocknen des Auges)

Fehlbildung der Augenhöhle:

* Tumore- Optikusgliom (kann tödlich sein)

Fehlbildung der Hornhaut:

* Mikrokornea- zu kleine Hornhaut
* Keratokonus- Vorwölbung der Hornhaut

Erkrankungen der vorderen Augenkammer:

* Glaukom- grüner Star

Fehlbildung der mittleren Augenhaut:

* Uveitis- Entzündung im Auge
* Iris- Aderhaut- Netzhautkolobom (Spaltbildung),
man wird geblendet, Iris kann nicht klein gemacht werden

Erkrankung der Augenlinse:

* Cataract- grauer Star, Reduzierung der Wahrnehmung

Erkrankung der Netzhaut:

* Netzhautablösung, Loch im oberen Teil der Netzhaut
* Frühgeborenennetzhauterkrankung
(Retinopathie Praematurorum, RPM)
* Achromatopsie- Komplette Farbenblindheit
* Leber`sche angeborene Blindheit
* Erkrankung der Stäbchen
* Erkrankung der Zapfen

Erkrankungen der Sehnerven:

* Optikusatrophie

Allgemeinerkrankungen- symptome:

* Down- Syndrom
* Rötelembryopathie
* Toxoplasmose
* Alkohol

Augenbeteiligung bei Stoffwechselerkrankung:

* Albinismus- Störung des Aminosäurenstoffwechsels
(blondes Haar, blonde Augenbraun, weiße Haut, blaue Augen)

Sehentwicklung:

0- 1 Lebensmonat: Kopf und Augenwendung zum Licht, Fenster
Horizontale Folgebewegung
2- 3 Lebensmonat: Augenkontakt, Vertikale Folgebewegung, Verbesserte
Aufmerksamkeit für bewegte Objekte
3- 6 Lebensmonat: Betrachtet eigene Hände, Erste Greifversuche, Beobachten
von fallenden Objekten, deutlich verbesserte visuelle
Aufmerksamkeit
7- 10 Lebensmonat: Greift nach Brotbröseln, Interesse an Bilden und teilweise
versteckten Gegenständen
10- 12 Lebensmonat: Orientierung in gewohnter Umgebeung, Versteckenspielen,
Erkennen von Personen durch das Fenster, Erkennen
einfacher Bilder

Verhaltensbesonderheiten:

* Berührungsängste
* Bewegungsängste
* Raumängste
* Angst vor Stille
* Minderwertigkeitsgefühle gegenüber sehenden Kindern
* Unrealistische Selbsteinschätzung
* Ängste vor anderen Personen
* Übertriebene Bindung an eine Bezugsperson

Stereotypen:

* Augenbohren
* im Kreis drehen

Autoagressionen:

* auch beißen, kratzen
* Ausreißen von Haaren

Frühförderung:
Ärzte, Psychologen, Krankengymnasten, Ergotherapeuten, Mobilitätstrainer, Lehrer
für Lebenspraktische Fertigkeiten, Orthopistinnen, Low- Vision Trainer, Augen-
optiker, Kindergärten

Förderung:

Ziele
der visuellen Förderung:

* Sehen muss gelernt sein
- häufig visuelle Stimulation
- Strukturen der Netzhaut verbessern sich

* Durch Lichtangebote Neugierde wecken
-sehen lohnt sich

* Kopfhaltung verbessern

* Verbesserung der Augenmotorik

* Verbesserung der Fixation
-genaues Hinschauen
-genaues Erkennen

* Verbesserung der Augen- Hand- Koordination
- er"greifen" und be"greifen"
-visuelle und taktile Erfassung

* sehen im Nah- und Fernbereich
-Veränderung der Aufmerksamkeit
-das Auge muss sich auf verschiedene Distanzen einstellen

Allgemeine Grundlage:

* Licht, Kontrast, Bewegung
- je farbiger, je kontrastreicher desto besser

* Störender Licheinfall vermeiden
-keine Ablenkung
-keine Blendung

* Je größer der Gegenstand, desto leichter das Erkennen
-durch stimulierte Netzthautbereich größer

*Vergrößerung des Aufmerksamkeitsradius durch gezieltes Anbieten

*sparsame sprachliche Begleitung
-nicht abzulenken
-mit Sprache nicht zu manipulieren

*Abstand zum Kind variiren
- zur Anbahnung des Nah- und Fernsehens

* Kontrastreiche Unterlage
-dunkle Unterlage

* Muster werden gegenüber einfarbigen Flächen bevorzugt
- Beachtung im Alltag

Förderung im Alltag

* Gute Raumbeleuchtung möglichst Tageslicht
-Ausnahme sind blendempfindliche Kinder

* Bekleben von gegenständen mit schwarz- weiß Mustern oder reflektierende
Folie
- Fläschchen, Becher, etc.

* Neonfarbe macht Spielachen attraktiver
-Anmalen von Bauklötzchen

* Kontrastreiche Kleidung

* Farbige oder schwarz- weiße gemusterte Bettwäsche, Liegedecke

* Behängen des Bettes mit auffälligen und immer wieder neuen Gegenständen
-farbige Tücher
-Mobiles
-Lametta
-Lichterkette
-Taschenlampen

* Spielsachen die zum Handeln auffordern
-visuelle anregende, verschiedene Oberflächen
-Spielsachen die sich bewegen
-Anregung möglichst vieler Sinne

Gezielte Förderung:

* Visuelle Stimulation, Neugierde wecken
-Blinklicht im abgedunkelten Raum
-Discokugel im Handlungsradius des Kindes, mit Taschenlampe beleuchtet,
Taschenlampe im Spiegel aufleuchten lassen
-Angebote im Schwarzlicht (weiße Handschuhe)
-Lichterkette an die Wand oder das Bett

* Augenfolgebewegungen, Auge- Hand- Koordination
-Ball zwischen Beine des Kines rollen lassen
-Gegenstände des alltäglichen Lebens bei entsprechenden Gelegenheiten
ordnen lassen
-Murmel oder Ball der kugelbahn soll verfolgt werden
-Spiel im Schwarzlicht:
-Neonluftballon verfolgen oder fangen
-Mit leuchtenden/ beklebten Gegenständen spielen
- Leuchtfolie um die Arme und Fangen spielen
-Eierlauf
-Vorgezeichnetes ausmalen. Umrisse nachfahren
-Auffädelübungen mit Perlen

* Weitere Wahrnehmungsübungen
-Kind spielt Polizist und bekommt ein anderes Kind beschrieben, welches
gesucht wird ( rote Schuhe, blauer Pullover, ect.)
-Spiegelbildspiel: ein Kind macht etwas vor und das andere Kind macht es nach
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Workshop- Grundprinzipien der lebenspraktischen Fähigkeiten

Thema: Frühstückssituation


1. Vorstellung
2. Ist- Zustand- Was kann das Kind?
3. Einteilung in 3 Arbeitsgruppen
Schneiden Einschenken Löffeln
4. 5 min Pause
5. Erfahrungsaustausch, Rückmeldungen
6. Der fast ideale Frühstückstisch für Blinde und Sehbehinderte
7. Hilfsmittel für Mehrfachbehinderte Kinder
8. Fragebogen



Hände meinst zur Faust geschlossen Neugeborene
Lässt bewusst einen Gegenstand los ab 4 Monate
Greifen mit allen 5 Fingernspitzen ab 7 Monate
mit Daumen und Zeigefinger zugreifen, ab 9-10 Monate
z.b Krümmel
Greifen und Loslassen unter Kontrolle ab 12 Monate
Besteck wird im "Quergriff" umfasst bis 2,5 Jahre
Es erfolgt der "Faustgriff" mit aus- bis 3-4 Jahre
gestrecktem Zeigefinger
Das "Erwachsene" Greifen. Der ab 5, 6 Jahre
Unterarm ruht auf dem Tisch

Hilfsmittel:
Teller mit Sprungschanze
bei Teller Bauchseite leichte Erhöhung
Bei Besteck Griffe dick, darf nicht rund sein
Löffelkrümmung für Kind die noch den Faustgriff haben.


Erklärungen:

Zentral- innere
Periphäre- äußere
Zapfen- tagessehen, Farben, Formen
Stäbchen- nachtsehen, Orientierung
Nie fragen: Was kann das Kind nicht?
Immer fragen: Was kann das Kind?
LPF- Lebenspraktischefähigkeiten
wenn das Kind den Stift oben fest hält, dann kann es auf eine Behinderung
hinweisen

Dieses Referat wurde eingesandt vom User: bima




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