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Betreibt Coca-Cola Kinderarbeit? - Referat



Einleitung
Bei der Erntesaison im Juni 2004 veröffentlichte die Human Rights Watch (HWR)-Organisation einen 143-seitigen Bericht mit dem Titel “Turning a Blind Eye: Hazardous Labour in El Salvador” über die Coca-Cola Company. In diesem Bericht wird Coca-Cola beschuldigt indirekt Zucker für ihre Getränke von Zuckerrohrplantagen aus El Salvador zu beziehen. Durch Recherchen will die HWR-Organisation herausgefunden haben, dass vier der Zuckerrohrplantagen die Coca-Colas Zwischenhändler beliefern Kinderarbeit betreiben. Dies ist eine Verletzung des Gesetzes. Michael Bochenek, Vertreter der Human Rights Watch Kinderrechtsabteilung sagt: “Wenn Coca-Cola wirklich keine Mitschuld an risikoreicher Kinderarbeit haben will, dann muss sich die Firma auch darüber klar werden, dass ihre Verantwortung für die Einhaltung der Menschenrechte nicht bei ihren Direktlieferanten aufhört”.
Die Coca-Cola Company bestreitet jedoch jegliche Verbindung zu Kinderarbeit in El Salvador, da zwischen keiner der genannten Plantagen ein Handelsvertrag mit Coca-Cola besteht. Weiter bemerkt Coca-Cola, dass es nicht in der Zuständigkeit der Firma liegt, die Plantagen zu überprüfen, sondern viel mehr die Qualität der Waren sicherzustellen.

Hauptteil
Die Coca-Cola Company bezieht den Zucker für ihre zuckerhaltigen Erfrischungsgetränke zum größten Teil aus der größten Raffinerie für Zuckerrohr in El Salvador, der ‘Central Izalco’. Diese süßen Erfrischungsgetränke werden anschließend in ganz Zentralamerika verkauft. Der Zucker, welcher das zweitgrößte Exportgut El Salvadors (nach Kaffee) ist, wird nach Aussagen der HRW-Organisation auf vier der größten Plantagen auch von Kinder geerntet. Auf den Philippinen arbeiten Kindern ebenfalls auf Zuckerrohrplantagen. In Süditalien, um die Ortschaft Rosarno, werden Orangen von afrikanischen Immigrationsarbeitern gepflückt.

In El Salvador gibt es viele Zuckerrohrplantagen, jede Plantage wird von anderen Unternehmern geleitet und haben somit andere ethische Vorstellungen, was das Mindestalter, sowie die Länge der Arbeitsdauer und die Bezahlung der Arbeiter/innen betrifft. Auf einer Plantage arbeiten Kinder bereits ab dem Alter von 5 Jahren mit einer Machete. Bei anderen wiederum “helfen” die Kinder und Jugendlichen der Familie, dies ist nicht verboten.
Auf den Philippinen gibt es ebenfalls Plantagen für Zucker von denen die Coca-Cola Company Waren bezieht. Auch dort sind die Arbeitsbedingungen verschieden. Die dortige Situation ist jedoch noch schwerwiegender, da es weniger öffentliche Berichte über die Kinderarbeit auf der Inselgruppe gibt. El Salvador gewann 2004 an Bekanntheit, nachdem die Human Rights Watch-Organisation mit ihrer Reportage “Turning a Blind Eye” darauf aufmerksam machte.

Auf den Philippinen beginnen die Kinder bereits mit 5 Jahren auf den Feldern zu arbeiten. Sie entfernen oftmals Unkraut aus den geordneten Reihen des Zuckerrohrs. Wenn die Kinder älter werden, beginnen sie schwerere Arbeiten auszuführen, wie das Ernten des Zuckerrohrs mit Macheten oder ähnlichen Messern. Dies geschieht oftmals in der glühenden Philippinensonne. Eine weitere Gefahr stellt das Brennen des Zuckerrohrs, welches geschieht um die Blätter von den Blattscheiden zu entfernen. Als Folge bekommen Kinder oft Rauchvergiftungen und verbrennen sich ihre Füße. ”Ein ehemaliger Arbeitsinspektor erklärte die Arbeit mit Zuckerrohr wegen eben dieser Risiken zur gefährlichsten aller landwirtschaftlichen Tätigkeiten.”

In El Salvador arbeiten mehr als 5000 Kinder, die unter 18 Jahren sind, das ist fast ein Drittel aller Plantagenarbeiter. Sie beteiligen sich an riskanten Arbeitssituationen, wie dass Schneiden und Ernten von Zuckerrohrpflanzen. Viele der Kinder handhaben eine 0,5m lange Machete teilweise ab einem Alter von fünf Jahren. Eine weitere Arbeit ist das Pflanzen von Zuckerrohr, was meistens von Frauen und Mädchen ausgeführt wird. Diese Tätigkeit ist weniger gefährlich jedoch auch schwierig und ermüdend. Sie müssen mit Traktoren mithalten, die Furchen in die Erde pflügen.
In einem Interview erzählt eine Mutter von fünf Kindern, dass ihre Kinder 150 Dollar im Monat verdienen, von November bis März. Dieses Geld ist das einzige feste Einkommen der Familie für das Jahr. Die Mutter wünscht sich, dass ihre Kinder einfachere Arbeit machen könnten, aber die Familie das Geld braucht. Ein normaler Arbeiter verdient in El Salvadors Plantagen rund 75 Dollar im Monat, auch dies ist nicht genug um grundlegendste Lebensmittel zu kaufen.
Andere Eltern in El Salvador, die auf anderen Plantagen arbeiten geben an, dass sie ihre Kinder weiterhin arbeiten lassen werden, da man dieses Einkommen zum Überleben benötigt. Ein Kind wird erst ab einem Alter von 10 Jahren bezahlt mit einem Lohn von vier Dollar für einen neunstündigen Arbeitstag. Laut dem Interview teilen jüngere Kinder einen Tagelohn untereinander auf.
Auf den Philippinen bekommt ein 14-jähriger Junge 150 Pesos (ungefähr 3 Euro) für einen siebenstündigen Arbeitstag.

Die Human Rights Watch Organisation führen im Laufe ihrer Recherchen für ihren Bericht “Turning a Blind Eye” viele Interviews mit Kindern auf Zuckerrohrplantagen in El Salvador. Rund 5.000 Kinder die jünger als 18 sind, vollführen die gefährliche und ermüdende Arbeit auf den Plantagen.
Fast alle Kinder gaben an, mit scharfen Gegenständen zu arbeiten und Schnittwunden an Armen und Beinen zu haben.

Ein Beispiel dafür ist ein 14-jähriger Junge namens Jesus Franco. Narben ziehen sich kreuz und quer von seinen Knöcheln bis zu seinen Schenkeln, weitere Narben hat er auf seinen Händen. Durch die langen Arbeitszeiten von sieben bis neun Stunden in der Hitze der Sonne und mit geringem Schutz sind die Kinder oftmals erschöpft. Laut der Aussage der 19-jährigen Rosa Maria hat sie Hautausschläge auf ihren Händen und Armen vom Verteilen eines Düngers mit ihren bloßen Händen. Zudem verpassen die Kinder in der Erntesaison von November bis März fünf Monate ihrer Schulbildung.
Nach Schätzung
einer Lehrerin, die nördlich von El Salvador (Central Izalco) arbeitet, verpassen rund 20% der Schüler während der Erntesaison die Schule. Viele Kinder brechen die Schule mit einem ungefähren Alter von 13 Jahren vollständig ab. Auch Kinder die gerne Bildung erhalten würden, werden zu der gefährlichen Arbeit gedrängt. Ein möglicher Grund dafür ist, dass die Eltern die Kinder abhalten, da sie ihre Unterstützung brauchen. Ein anderer Grund ist die Unmöglichkeit die Schulbildung zu finanzieren.

Das große Problem der Kinderarbeit ist die Lebensart dieser armen Familien. Es genügt nicht, den Eltern mehr Geld zu bezahlen, um die Kinder von der harten Arbeit abzuhalten. Man muss das Verhältnis und ihre Wertvorstellungen ändern. Es gibt nur eine langfristige Lösung, um aus diesem Teufelskreis herauszukommen: Bildung. Mit der Bildung kann der Bildungsstand der Kinder erhöht werden, somit können Kinder besser bezahlte Berufe ausüben.
Die Coca-Cola Company und die Zuckerfabrik Stiftung finanzieren den Bau einer vier Zimmer High-School auf den Philippinen, diese sollte im Mai 2012 eröffnen. Im November 2010 trat die Coca-Cola Company einer Koalition aus lokalen Regierungen, der Internationalen Arbeitsorganisation und Privatunternehmen bei, dieses Projekt war Teil des ‘Little Red Schoolhouse project’. Das Ziel war die Entfernung der Kinder von den Zuckerplantagen mit der Hoffnung Kinderarbeit in der Bukidnon Region, Philippinen, auszurotten. Durch diese Maßnahmen setzte die Philippinische Regierung sich das Ziel die Kinderarbeit bis 2015 um 75% zu reduzieren. In dem Statement, welches die Coca-Cola Company bezüglich den Vorwürfen von der HRW veröffentlichte, betonte ein Pressesprecher, dass das Unternehmen und ihre Direktlieferanten eine Null-Toleranz-Regel für Kinderarbeit haben.

Nach salvadorianischem Gesetz ist das Mindestalter für gefährdende Arbeiten 18 Jahre. Viele Experten bezeichnen die Arbeit auf den Zuckerrohrplantagen als eine der gefährlichsten Arbeiten in der Landwirtschaft. Das Mindestalter für die meisten anderen Arten der Arbeit in El Salvador ist 14 Jahre. Jedoch werden diese wichtigen Regelungen gewöhnlich nicht durchgesetzt. Ein Grund dafür ist, weil Kinder als Helfer eingesetzt werden, deshalb erhalten sie nicht den gleichen Schutz wie Arbeiter/innen. Kinder die ihren Eltern bei den Ernten “helfen” oder illegal auf Plantagen arbeiten müssen oft selbst für ihre medizinischen Behandlungen bezahlen. Auch wenn im Arbeitsgesetzbuch festgelegt ist, dass Arbeitgeber verantwortlich für das Übernehmen der Arztkosten sind.

Es gibt einige Organisationen, die sich gegen Kinderarbeit einsetzen.
Eine Organisation ist die Internationale Arbeitsorganisation (International Labour Organization; ILO), sie schaffte es zwischen 2003 und 2009 siebentausend Kinder von der Erntearbeit zu entfernen. Laut den Daten des Bildungsministerium ist die Zahl von 12.380 Arbeitern in 2004 auf 1600 im Jahr 2009 gesunken.
Obwohl diese Zahl eine Besserung darstellt, drängt die Human Rights Watch-Organisation das Arbeitsministerium noch mehr Vorkehrungen zu treffen, die Kinder wieder in das Schulsystem einzugliedern. Die Organisation forderte die Zuckerfabriken und Coca-Cola außerdem dazu auf internationale Standards in ihre Handelsverträge zu integrieren. Die Konzerne wurden außerdem angehalten wirksame Überwachungssysteme in der gesamten Lieferantenkette einzuführen. So sollen die Arbeitsbedingungen auf den Plantagen und internationale Standards überprüft werden.
Die Organisation ‘Aktiv gegen Kinderarbeit’ ist eine Kampagne des earthlink e.V.. Sie kämpfen gegen die Ausbeutung von Kindern auf der ganzen Welt. Ein Teil ihrer Arbeit besteht darin, Konzerne, die sich gegen Kinderarbeit einsetzen in einer Liste, der Firmenliste, einzutragen. In dieser Liste gibt es Kategorieren, welche Maßnahmen die Firma bezüglich Kinderarbeit vollziehen und ob sie Kinderarbeit unterstützen. Das Ziel ist es Verbrauchern vor Augen zu führen, welche Firmenpolitik namenhafte Firmen wirklich führen.

Schluss
Als die HRW-Organisation Coca-Cola beschuldigte Zucker aus Plantagen, die Kinderarbeit betragen, zu kaufen, wurde das Thema ‘Kinderarbeit’ weltweit angesprochen und sorgte für aufsehen und führte zu Verbesserungen in El Salvador. Auch wenn Coca-Cola direkt keine Kinderarbeit betreibt muss sich das Unternehmen bewusst sein, dass es eine Reichweite hat und damit auch eine Verantwortung Missstände zu verbessern. In der Zukunft sollte so viel wie möglich getan werden, um Kinderarbeit abzuschaffen und den Teufelskreis von fehlender Bildung zu schließen. Wenn eine Firma Zucker verwendet, wo es bekannt ist, dass dieser durch Kinderarbeit produziert wird, kann diese Firma Programme finanziell und durch konkrete technische Hilfe unterstützen. Anstatt nur die richtigen Dinge zu sagen, um sein Image zu bewahren.

Quellenverzeichnis

https://www.hrw.org/news/2004/06/09/el-salvador-child-labor-sugar-plantations
http://www.corpwatch.org/article.php?id=11379
https://edition.cnn.com/2012/05/01/world/asia/philippines-child-labor/index.html
https://www.theguardian.com/sustainable-business/2016/feb/18/italy-oranges-slavery-coca-cola-exploitation
https://www.laborrights.org/in-the-news/el-salvador-scarred-child-labor
https://www.humanrights.ch/de/menschenrechte-themen/tnc/nachrichten/el-salvador-kinderarbeit-zuckerplantagen
http://www.ilo.org/ipec/Informationresources/WCMS_IPEC_PUB_15175 Vgl. Download: Elimination of the worst forms of child labour in sugarcane sector: A different world is possible (El Salvador)
http://www.aktiv-gegen-kinderarbeit.de/firmen/erklarung-zur-firmenliste/
http://www.earthlink.de/unsere-arbeit/kampagnen/aktiv-gegen-kinderarbeit/



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