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Bergsteigen - Aufstieg in schwindelnde Höhen - Referat



Aufstieg in schwindelnde Höhen
Bearbeitet von: Alisha Steffens

Immer wieder lockt es Menschen auf den höchsten Berg der Welt, den Mount Everest. Für einige sind diese Menschen wahre Helden, für viele andere einfach nur lebensmüde, denn die Gefahren in der Höhe von knapp 9000 Meter sind nicht zu unterschätzen. Warum viele Bergsteiger den Aufstieg dennoch wagen, darüber wissen Lene Gammelgaard, die erste Frau auf dem Mount Everest, und Reinhold Messner zu berichten. Im Vordergrund steht für sie das nicht alltägliche Abenteuer, das sie bis an ihre Belastungsgrenzen treibt. Das Risiko und die damit verbundene Spannung ist sicherlich auch ein entscheidender Faktor.
Die Gesundheitsrisiken, die auf einen Kletterer zukommen, sind immens.
Das Hauptproblem ergibt sich dabei aus der „dünnen Luft“, die in solchen Höhen, wie die des Mount Everest, vorherrscht. Sauerstoff ist überlebenswichtig für den Menschen, da er bei der Zellatmung der wichtigste Energielieferant ist. Bei Sauerstoffmangel kommt es zu Atemnot mit Angstzuständen, Verwirrtheit und Blaufärbung des betroffenen Gewebes.
In höheren Lagen unterscheidet sich die Luft in zwei Faktoren von der auf Meereshöhe. Erstens ist der Luftdruck wesentlich geringer, nämlich 100 kiloPascal auf NN zu nur ca. 35 kiloPascal auf dem Mount Everest. Zweitens ist der Sauerstoff-Partialdruck, der angibt wie groß der Sauerstoffanteil in der Luft ist, um einiges kleiner. Auf Meereshöhe beträgt er 21 kPa, d.h. 21% der Luft ist Sauerstoff, auf dem Mount Everest dagegen nur ca. 5 kPa also knapp ¼ des normalen Sauerstoff-Partialdrucks.
Um den Folgen des Sauerstoffmangels zu entgehen, besteigen die meisten Bergsteiger hohe Gebirge nur mit Sauerstoffflaschen. Dennoch gibt es auch immer wieder welche, die der Herausforderung ohne zusätzlichen Sauerstoff entgegentreten. Wagt man sich ohne Sauerstoff auf hohe Gebirge, hat der Körper mit den bereits genannten Veränderungen der Atemluft schwer zu kämpfen. Der Körper versucht beim Aufstieg durch eine Erhöhung der Atemfrequenz weiterhin genügend Sauerstoff zum Überleben in den Körper zu pumpen. Dadurch, dass die Atmung schneller und kürzer wird, werden die Atemzüge immer flacher, sodass pro Atemzug immer weniger Sauerstoff aufgenommen werden kann. Außerdem kann die Atemfrequenz nicht unbegrenzt erhöht werden, da die Atemmuskulatur nur in einer bestimmten Geschwindigkeit ihre Tätigkeit ausführen kann. Desweiteren steht diesem auch die begrenzte Schnelligkeit der Verarbeitung des Sauerstoffs im Blut entgegen.
Wird Sauerstoff ins Blut aufgenommen ist das Herz dafür zuständig das mit Sauerstoff angereicherte Blut an die Stellen weiterzuleiten, wo der Sauerstoff gebraucht wird. Da sich, je höher man sich über der Meereshöhe befindet, die Atemfrequenz unweigerlich erhöht, muss auch das Herz schneller schlagen um das Blut zu verteilen und somit erhöht sich auch der Ruhepuls. Durch die Tatsache, dass jeder Muskel auf Höhe mit Ausdehnung reagiert, lässt sich aber ab einer bestimmten Höhe wieder ein Rückgang des Belastungspulses feststellen, da das Herz durch die Volumenvergrößerung pro Schlag mehr Blut befördern kann.
Insgesamt wird dennoch mit zunehmender Höhe jede Bewegung anstrengender und kostet immer mehr Kraft. Ein Bergsteiger ist damit viel höheren Belastungen ausgesetzt als ein Mensch auf niedrigeren Ebenen.
Die zweite große Gefahr neben dem Sauerstoffmangel stellt die extreme Kälte dar. Nicht selten kommt es zu Temperaturen um -50°C und starken Winden mit Geschwindigkeiten von bis zu 160km/h auf den Gipfeln der höchsten Berge. So sind die meisten Todesfälle unter Bergsteigern trotz bester Ausrüstung auf Erfrieren zurückzuführen. Bleibt ein Kletterer stehen oder setzt sich hin so setzt ein unkontrolliertes Kältezittern ein, durch das der Körper versucht die Körperwärme zu halten. Nimmt die Temperatur weiter
ab werden die Muskeln steif und das Verhalten des Menschen immer konfuser. Dann hilft nur noch die sofortige Zufuhr von Sauerstoff und wenn möglich einer warmen Zuckerlösung um die Körperfunktionen des unterkühlten Bergsteigers wieder in Gang zu setzen.
Von teilweisen Erfrierungen sind meistens Hände, Füße, Nase und Ohren betroffen. Die erfrorenen Körperteile sind kreideweiß und meist gefühllos. Sie bleiben auch bei wärmeren Temperaturen bleich und kalt. Das Auftauen der Extremitäten in heißem Wasser ist extrem schmerzhaft und das Gewebe schwillt dabei unförmig an. Wird gegen den Prozess des Absterbens nicht unternommen fällt das erfrorene Gewebe von alleine ab oder muss gegebenenfalls amputiert werden.

Eine weitere häufig auftretende Erkrankung von Bergsteigern ist die so genannte Höhenkrankheit, die durch zu schnelles Vordringen in große Höhen hervorgerufen wird. Sie äußert sich durch Kopfschmerzen, Appetitverlust, Übelkeit, Erbrechen, Müdigkeit, Atemnot, Schwindel, Ohrensausen, Schlafschwierigkeiten, verminderte Wasser- und Salzausscheidung, sowie durch Ödeme. Die Höhenkrankheit verschwindet in der Regel innerhalb von 24 bis 48 Stunden, wenn sich der Körper an den geringen Sauerstoffdruck gewöhnt hat.
Bei den durch die Höhenkrankheit ausgelösten Ödemen unterscheidet man im Wesentlichen zwischen dem Höhen-Lungenödem und dem Höhen-Hirnödem. Bei fortgeschrittenem Lungen- oder Hirnödem kann innerhalb weniger Stunden der Tod eintreten.
Bei beiden Ödemen liegen ähnliche Mechanismen zugrunde: Bei Sauerstoffmangel verändert sich der Durchmesser verschiedener Blutgefäße, wodurch sich der Blutdruck erhöht. Die Wände der Blutgefäße werden langsam durchlässig und somit kann Flüssigkeit ins Gewebe gelangen.
Beim Höhen-Lungenödem ist durch diese Flüssigkeit im Lungengewebe kein wirkungsvoller Sauerstoffaustausch mehr möglich. Symptome sind dann plötzlicher Leistungsabfall, Husten mit von Blut durchsetztem Schleim, Erbrechen und Fieber.
Durch die erweiterten Blutgefäße, die zum Gehirn führen, treten beim Höhen-Hirnödem häufig Symptome wie schwerste Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen, Schwindelzustände, Halluzinationen, Lichtscheu, Unansprechbarkeit, Bewusstseinsstörungen, und Koma auf.
Die beste Therapie für beide Krankheiten ist der sofortige Abstieg. Außerdem kann zur Stabilisierung des Patienten noch ein so genannter Garnow-Bag eingesetzt werden, der einen bis zu doppelt so großen Luftdruck simulieren kann, sodass die veränderten Gefäße wieder in ihre Normalgestalt zurückkehren können und sich das Ödem zurückbilden kann.

Insgesamt kann man sagen, dass das bergsteigen sicherlich eine der reizvollsten Extremsportarten ist, dennoch sollte man sich über ihre nicht unerheblichen Gesundheitsrisiken im Klaren sein. Desweiteren ist eine intensive Vorbereitung von Nöten, wobei man trotzdem nie weiß wie sein Körper letztendlich auf die immense Belastung reagieren wird.


Dieses Referat wurde eingesandt vom User: greenia



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