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Barock und Vanitas - Referat



Barock und Vanitas-Stillleben

Gliederung:
· Herkunft und Bedeutung des Begriffs „Barock“
· Herkunft und Entwicklung von Vanitas-Stillleben
· Requisiten der Vanitas-Stillleben
· Bedeutung von Vanitas-Symbolen im 18. Jh.
· Quellenangaben

Herkunft und Bedeutung:

- Bezeichnung geht auf 17. Jh. zurück
- abgeleitet vom portugisischen „barroca“ oder vom italienischen „barocco“
(= schiefrund, eigenartig)
- die genaue Etymologie ist unsicher
Etymologie: untersucht die Herkunft, Grundbedeutung und historische Entwicklung der Wörter
- es wird angenommen, dass „barocco“ im Französischen durch Namen des Syllogismus beeinflusst wurde
- mit Namen des Syllogismus wurde in der Renaissance verschnörkeltes Denken und Argumentieren der Scholastik verspottet
->Syllogismus: einfache Form des einfachen Schlusses
->Scholastik: griech. „scholastikós“ - mit der Wissenschaft befasst, zwischen karolingischer Zeit und Renaissance erst an Dom- und Klosterschulen, dann an Universitäten ausgebildete philosophisch-theologische Spekulation
- kam zustande, als das Wort „baroco“ dazu diente, alles Wild-Verworrene, Wunderliche, Unklare und Nutzlose zu kennzeichnen
- die Bezeichnung „Barock“ wurde zunächst abwertend gebraucht
- steht heute für verschnörkelt, absonderlich, überladen und vereinzelt für seltsam-grotesk
- frz. für willkürlich-verzerrt, stark übersteigert, absonderlich übertrieben, lächerlich wirkend
- geistige Grundlage des Barock trotz Verbindung völlig anders als bei Renaissance
- Pessimismus prägt Lebensgefühl, Zeitereignisse (30jähriger Krieg) haben mittel-alterlichen Dualismus (= Zweiheit, Gegensätzlichkeit) zwischen Diesseits und Jenseits wieder belebt
- barockes Streben nach Unendlichkeit à Entdeckung der Infinitesimalrechnung: i.w.S. Teilgebiete der Mathematik, die auf dem Grenzwertbegriff aufbauen
Vanitas-Stillleben:

Herkunft:

- Vanitas ( = Eitelkeit, ist gleichzusetzen mit wertlos, vergänglich) ist besondere Stilform der Stillleben-Malerei im Barock
- Prinzip der Darstellung lebloser Gegenstände, auf die Spitze getrieben durch zusätzliche Sinnbilder der Vergänglichkeit ( z.B. Totenschädel)
- Erlebnis des Todes stand Menschen des 16. Jh. vor Augen
- in allegorischen und moralisierenden Bildern erlebte „Memento mori“ (= Gedenke des Todes) neue bildliche Interpretation
- nach einem Ausspruch König Salomos: „Vergänglichkeit des Vergänglichen, und alles ist vergänglich.“ nennt man diese Stillleben Vanitas-Stillleben

Entwicklung:

- Bildtyp wurde in Flandern (historische Landschaft in den südwestlichen Niederlanden, Nordwestbelgien und Nordfrankreich) im 16. Jh. entwickelt
- erstes Drittel des 17. Jh.~> große Blütezeit in Holland
- Zentren des Bildtypes waren Haarlem und Universitätsstadt Leiden

Requisiten der Vanitas-Stillleben:

- lässt sich in zwei große Gruppen aufteilen
- zum einen Sinnbilder der Vergänglichkeit, also Dinge, denen Zerfall eigen ist und Erscheinungen, die Gedanken an Zerfall wecken (z. B. Totenschädel, Sanduhr, erloschene Kerze, welkende Blumen)
- zum anderen Dinge, deren Wert scheinbar beständig ist (z. B. Bücher, Geld, Kostbarkeiten, Insignien von Macht und Größe, Werke der bildenden Kunst)
- Dinge treten in allen denkbaren Kombinationen auf

Bedeutung der Vanitas-Symbole im 18. Jh.:

- verlieren vordergründige Funktion als religiöse Warnung
- bleiben trotzdem bis in die Kunst der Gegenwart gebräuchlich
- werden als makaberer (= unheimlicher) Reiz verwendet oder ins Gegenteil des Dauerhaften und Lebendigen umgedeutet ~> verlieren Zusammenhang mit Vanitas-Stillleben, Buch oder Brief haben keinen beständigen Wert mehr, sondern werden von Lesern umringt

Quellen:
- www.wikipedia.de
- Brockhaus-Lexikon



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