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Armut in Deutschland - Referat



Armut in Deutschland

1. Armutsbegriff

Im Folgenden werde ich eine Berichterstattung über das Thema „Armut in Deutschland“ schreiben. Schon der Titel wirkt sehr Paradox. „Armut“ in einem reichen Land wie Deutschland. Ist das überhaupt möglich? Um dieser Frage genauer nachzugehen sind Statistiken von enormer Bedeutung. In den letzten Jahren stieg die Armut in Deutschland stetig an. Immer mehr Deutsche und in Deutschland lebende Personen sind betroffen von der Armut.

Bevor ich auf die Armut gezielt in Deutschland eingehe, werde ich erst einmal den Armutsbegriff näher definieren. Armut bezeichnet an erster Stelle den Mangel an lebenswichtigen Gütern wie beispielsweise Nahrung, Obdach, Kleidung. Im weiteren Sinne deutet es im Allgemeinen auf Besitzlosigkeit hin. Oft bezieht man diesen Begriff auf soziale Sachverhalte. Unterscheiden tut man gezielt zwischen absoluter und relativer Armut. Absolute Armut ist ein Leben am äußersten Rand der Existenz. Oft müssen Menschen, die von dieser Art des Armuts betroffen sind, um das Überleben kämpfen, da meistens lebenswichtige Grundbedürfnisse nicht vorhanden sind. In Deutschland gibt es kaum noch Menschen, die unter diesen Umständen leben müssen. Doch immer mehr Menschen in Deutschland leben in relativer Armut. Unter relativer Armut versteht man Armut im Vergleich zum jeweiligen sozialen Umfeld eines Menschen. In diesem Zusammenhang ist der Staat in dem man lebt wichtig. Menschen die keine Teilhabe an bestimmten sozialen Aktivitäten als Folge ihres finanziellen Mangels leisten können, sind von relativer Armut betroffen. Im Vergleich zum Wohlstand der jeweiligen Gesellschaft, reicht das Einkommen von diesen Menschen nicht aus um ein zufriedenstellendes Leben zu führen. Als relativ arm gilt hier derjenige, dessen Einkommen weniger als die Hälfte des Durchschnittseinkommens beträgt. Oftmals müssen Kinder aus sozial-unteren Schichten dafür büßen, dass ihre Eltern nicht genügend Einkommen haben. Die ungleiche Verteilung von Chancen, verhindert am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Armut kann sich unterdessen in vielen verschiedenen Bereichen beziehen. Unter anderem in Bildung, Gesundheit und anderen sozialen Aktivitäten etc.
Momentan leben circa sieben Milliarden Menschen auf der Erde. Davon lebt schätzungsweise einer von acht Menschen in Hunger. Die größte Zahl armer Menschen lebt in Asien. Auch in Afrika ist der Anteil der Armen an der Bevölkerung überdurchschnittlich hoch. 2050 werden aufgrund des Klimawandels laut Schätzungen der UNO zusätzlich 24 Millionen Menschen in Armut leben. Heute ist die Armut vor allem in Schwellen- und Entwicklungsländern dominierend, wohingegen Industriestaaten, welche vor allem in Europa vorhanden sind, im Vergleich die Armut in Grenzen halten können. Eine vollkommene Hauptursache für Armut gibt es nicht. Wissenschaftler und Experten heben verschiedene Perspektiven voneinander ab. Die einen Glauben an die Theorie des mangelnden Marktzuganges, welches besagt, dass Produzenten in den Entwicklungsländern die Preise für ihre Produkte nicht selbst bestimmen könnten und gebunden am jeweiligen Staat sind, in dem sie Leben. Andere sind der Überzeugung, dass die ungünstige geographische Lage dazu führt, dass man seinen Wohlstand nicht bereichern kann. Hierbei ist der Faktor Klima von besonderer Bedeutung, da manche arme Länder wie in Zentralafrika zum Beispiel kein Zugang zum offenen Meer haben, was ein Grund für die hohe Armut in diesem Lande ist. Ein weiterer Grund ist die Ressourcentheorie. Wissenschaftler sind bei dieser Theorie der Meinung, dass in armen Länder, die Reich an Ressourcen sind, wie zum Beispiel an Erdöl, von europäischen Ländern oder den Vereinigten Staaten beraubt werden. Mit diesen kostbaren Gütern könnte man mit Leichtigkeit gegen die Armut vorangehen. Auch sehen einige weitere Experten den Bevölkerungswachstum als Grund an, denn je höher die Bevölkerung ist, desto knapper werden die Nahrungsgüter (Vergleich Indien). Menschen, die in Ländern ein Leben führen, in denen sie diskriminiert werden, haben ebenfalls kaum Chancen wohlhabend zu leben, da sie von den jeweiligen Ländern ausgegrenzt werden. Dies ereignete sich zum Beispiel damals, während des Nationalsozialismus, wo Juden nicht mehr sich bereichern durften. Auch heute noch sind Menschen in Ländern wie in der Türkei oder Sri Lanka von dieser Theorie betroffen. So spiegeln die Kurden, welche überwiegend im Osten der Türkei leben, genau wie die Tamilin in Sri Lanka, die höchste Armutsrate im Lande wieder. Neben vielen weiteren Gründen, spielt auch das eigene Individuum eines Menschen eine Rolle für die Armut, auch wenn er in einem gesellschaftlich gesehen wohlhabenden Teil lebt. Folgen der Armut sind neben Hunger, Einschränkung der Lebenserwartung, niedrige Bildungs- und Gesundheitsrate auch Bürgerkriege, wo man um die Güter kämpft.

2. Armut in Deutschland

Nun werde ich den Fokus auf die Armut in Deutschland legen. In Deutschland, einem sehr hoch entwickelten Land, leben rund 81,9 Millionen Menschen. Es gehört zu den reichsten Ländern der Welt und hat ein sehr ausgeprägtes Sozialsystem. Gemessen am nominalen Bruttoinlandsprodukt ist Deutschland die viertgrößte Volkswirtschaft der Welt. Jedoch wächst die Zahl der Armen in Deutschland rasant. Das Armutsrisiko in Deutschland steigt seit Beginn der Statistik aufnahmen andauernd weiter. Immer mehr Kinder und junge Erwachsene in Deutschland halten sich an oder gar unterhalb der Armutsschwelle auf. Die Reichen werden immer reicher, die Ärmeren und der Staat hingegen immer ärmer. Im EU-Vergleich stehen deutsche Arbeitslose besonders schlecht da. Im Osten ist die Gefahr, arm zu werden, nach wie vor größer als im Westen. Menschen mit Migrationshintergrund sind ebenfalls deutlich häufiger von Armut bedroht als die übrige Bevölkerung. Statistiken zeigen, dass es denjenigen, die einmal in Armut geraten sind beziehungsweise bereits länger in Armut leben, immer schwerer fällt aus dieser miserablen Situation herauszukommen. Im Hinblick auf die Mittelschicht, konnte man feststellen, dass die Zahl in den letzten Jahren um mehr als 5 Millionen Menschen gesunken ist. Nur eine "Elite der Gesellschaft" habe in den vergangenen Jahren ihren Wohlstand steigern können. Als Ursache für die weiter wachsende Entwicklung der Armut nennen die Wissenschaftler unter anderem die Zunahme von Haushalten mit Singles und Alleinerziehenden, die Zuwanderung "bildungsferner Personen“ sowie die Senkung des Spitzensteuersatzes. Während noch im Jahre 2008 rund 15,5 Prozent der Bevölkerung als armutsgefährdet galten, stieg die Zahl im Jahre 2010 auf 15,8 Prozent also damit auf insgesamt 12,8 Millionen Menschen. Eine Senkung in den kommenden Jahren kann laut angehenden Prognosen nicht erwartet werden. Der Armutsbericht des Jahres 2012, zu dem ich später näher eingehen werde, zeigt wiederholt, dass in Deutschland trotz Wirtschaftswachstum, Armut vorhanden ist.
Die Bundesregierung veröffentlicht seit 2001 regelmäßig in der Mitte einer Legislaturperiode einen Armuts- und Reichtumsbericht. Sie werden vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales vorbereitet. Bis Dato wurden insgesamt vier Berichte vorgelegt. Unter Armut versteht die Bundesregierung folgendes: „Personen, Familien und Gruppen gelten als arm, die über so geringe (materielle, kulturelle und soziale) Mittel verfügen, dass sie von der Lebensweise ausgeschlossen sind, die in dem Mitgliedsstaat, in dem sie leben, als Minimum annehmbar ist“. Dieser Definition folgen nach einer gemeinsamen Vereinbarung, Staaten des Rates der Europäischen Union. Die wachsende Armut in einem reichen Land wie Deutschland, führt ebenfalls dazu, dass die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinandergeht. Bemerkbar ist es auch, dass mittlerweile auch Menschen mit Arbeit betroffen von Armut sind. Arbeitgeber streichen immer mehr Vollzeitjobs und sparen Geld an, in dem sie immer
mehr 400-Euro Jobber einstellen. Fast jeder vierte Deutsche arbeitet heutzutage für Niedriglohn. In Deutschland lebende Menschen sind oftmals auf einen Zweitjob angewiesen, um ein ausreichendes Grundgehalt zu haben. Während zehn Prozent der Bevölkerung in Deutschland mehr als die Hälfte des Privatvermögens besitzen, haben immer mehr Menschen kein ausreichendes Einkommen. Sozialverbände, Wohlfahrtsverbänden, Gewerkschaften, Gemeinden wie die Arbeiterwohlfahrt (AWO) oder der Caritasverband fordern eine Vermögenssteuer, wie in Frankreich. Es soll zu einer gerechten Umverteilung kommen, in dem auch arme Menschen ein Recht auf ein wohlhabendes Leben haben. Reiche Menschen sollen mehr Steuern zahlen. Die amtierende Bundesregierung unter der CDU/CSU und FDP Koalition stellt sich gegen dieses Vorhaben, denn man hat Angst, dass die Reichen aus dem Land fliehen und sich woanders absetzen, wo die Steuerabgaben geringer sind.
Spätestens der letzte Armuts- und Reichtumsbericht der amtierenden Bundesregierung, dass der Reichtum überaus ungleich verteilt ist. Während die vermögensstärksten zehn Prozent der Haushalte, ihr Reichtum seit Jahren immer weiter steigern konnten, sah es bei der unteren Bevölkerungshälfte anders aus, denn sie besitzt nur ein Prozent des gesamten Nettovermögens. Die "Süddeutschen Zeitung" ("SZ") hob hervor, dass kritische Aussagen oftmals weggelassen wurden. Als das Arbeitsministerium am September des Jahres 2012 einen Entwurf der Regierung zuschickte, wurden viele Sachverhalte geändert. So sagte der Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP), dass der Bericht „nicht der Meinung der Bundesregierung“ entspreche. Die Bundesregierung schilderte lediglich, dass "Die Privatvermögen in Deutschland sind sehr ungleich verteilt." sind. Viel stärker beruhte man sich auf die Erfolge, wie das es laut des Arbeitsministerium immer mehr Vollzeitbeschäftigte gäbe. Die Streichung kritischer Passagen aus dem Entwurf des Armutsberichtes der Bundesregierung auf Initiative der FDP, der Partei die insgeheim auch als Partei der „Reichen“ gilt, löste heftige Debatten aus. Neben der wachsenden Ungleichheit werden auch die sinkende Chancengerechtigkeit kritisiert. Im Kabinett soll der Armutsbericht nach derzeitigen Planungen kurz vor Weihnachten, am 19. Dezember 2012, behandelt werden.

3. Kinderarmut

Ein besondere Rolle wird im Bereich der Armut, den Kindern zugeordnet. In vielen Gebieten sind Kinder gezwungen auf Grundbedürfnisse zu verzichten. Das Armutsrisiko ist für kinderreiche Familien und Alleinerziehende besonders hoch. Des öfteren können die Kinder nichts dafür, dass ihre Eltern nicht arbeiten. Von Armut betroffene Familien sind widerwillig aufgefordert bei ihren Kindern zu sparen, da die finanzielle Lage es nicht anders voraussetzt. Selbst in der Bildung müssen Kinder in Deutschland beschränken. Die wirtschaftliche Situation ihrer Familie führt zu körperlichen und seelischen Belastungen. In schulischen und beruflichen Perspektiven gibt es schlechtere Aussichten. Im Freundeskreis schämt man sich, in schweren Verhältnissen aufgewachsen zu sein. Sportliche, kulturelle oder soziale Aktivitäten kann man sich immer öfter nicht leisten. Die Teilhabe an einem gemeinschaftlichen Leben wird so unfreiwillig verweigert. Die Kinder sehnen sich nach einem besseren Leben. Problematisches Selbstwertgefühl und vermindertes Selbstbewusstsein sind eines der vielen Folgen von Armut. Jedes siebte Kind in Deutschland ist arm. Das Armutsrisiko von Kindern ist durch ihre soziale Herkunft bestimmt. Familien der höheren sozialen Klassen haben ein sehr geringes Armutsrisiko. Doch was können eigentlich Kinder dafür? Die Bundesregierung versuchte in den vergangenen Jahren die Spielräume der Kinder weiter auszuweiten, jedoch ohne Erfolg. Auch wenn in Bereichen Kinder stärker gefördert werden, bleibt die Armut. Die Tatsache, dass arme Kinder morgens ohne Pausenbrot zur Schule gehen müssen, kann immer noch nicht verhindert werden.

4.Ursachen

Ursachen für die Armut in Deutschland sind einerseits Eindeutig doch andererseits unüberschaubar. Mangel an Arbeit, viel zu geringe Entlohnungen, unzureichende Bildungsmöglichkeiten gehören zu den Hauptgründen. Menschen nicht-deutscher Herkunft, ob Ausländer oder bereits Eingebürgerte, tragen eine doppelte Last. Ihnen wird der Gang in ein Berufsleben weiterhin erschwert. Die deutsche Politik muss stärker gegen die Armut vorgehen.

5. Persönliche Meinung

Persönlich bin ich der Meinung, dass man in Deutschland den Reichtum stärker umverteilen sollte. So ist die Idee der Vermögenssteuer nicht so schlecht. Die Angst das Reiche aus Deutschland fliehen, könnte juristisch beseitigt werden, in dem man gesetzlich festlegt, Steuer-flüchtige zu bestrafen. Außerdem müsse die Regierung versuchen einen Kompromiss mit den Reichen einzugehen. So könnte man den Menschen aus wohlhabenden Schichten davon überzeugen, dass ihr Geld dem deutschen Volke nütze. Diese eingenommenen Steuergelder könnte man besser verteilen. Die Bildung für arme Kinder könnte so durch gestärkt werden. Arbeit müsste sich ebenfalls lohnen. 400 Jobs dürfen nicht das Haupteinkommen für Menschen sein. In Armut lebende Personen müssen stärker gefördert werden. Der Zugang zu einem neuen Berufsumfeld muss erleichtert werden. Gegen Kinderarmut könnte man pädagogische Maßnahmen ergreifen. Zum Beispiel könnten geschulte Pädagogen gezielt Kinder fördern und Perspektiven für die Zukunft bieten. Bildung muss in allen Belangen vorangetrieben werden, denn nur mit einem guten Bildungsabschluss können Kinder aus finanziell schwachen Familien, sich in den Arbeitsmarkt rein integrieren. Vor allem in dieser Zeit, wo es einen Mangel an Lehrer, an qualifizierten Fachkräften Mediziner und ähnlichem gibt, wäre eine Stärkung der Bildung vom Vorteil. Wege für einen kostenlosen Zugang in Bildungseinrichtungen müssen offenen gehalten werde. Die Politik muss daran ansetzen, dass arme Menschen zumindest im sozialen und kulturellen Bereich gleich Chancen haben und dort ihr Leben ausleben können, wie Menschen aus der oberen Schicht. Die ehemals noch starke Mittelschicht muss in Deutschland wieder aufgebaut werden. So könnte ein Wirtschaftsschwung entstehen, welches dem deutschen Volke in Zeiten der Wirtschaftskrise gut tun würde. Abschließend bin ich der Überzeugung, dass die Armutsbekämpfung in Deutschland allen Schichten helfen würde. Klassengesellschaften und die Spaltung zwischen Arm und Reich führen dazu, dass es zu einer Trennung im deutschen Volk kommt. Um dies zu verhindern, muss die Politik die Armut stärker bekämpfen.

































Quellenverzeichnis

http://de.wfp.org/hunger/hunger-statistik

http://de.wikipedia.org/wiki/Armut

http://de.wikipedia.org/wiki/Armutsbericht_der_Bundesregierung

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/armutsbericht-regierung-soll-kritische-passagen-gestrichen-haben-a-869685.html

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/diw-studie-mittelschicht-schrumpft-ungleichheit-nimmt-zu-a-872641.html

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/jeder-sechste-in-deutschland-ist-von-armut-bedroht-a-861803.html

http://www.stern.de/wirtschaft/geld/studie-des-diw-armut-breitet-sich-in-deutschland-rasant-aus-1544252.html

http://www.armut.de/armut-in-deutschland.php

http://www.bpb.de/nachschlagen/zahlen-und-fakten/soziale-situation-in-deutschland/61784/armut

http://www.zeit.de/wirtschaft/2012-09/armuts-und-reichtumsbericht-2012





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