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Argentinien - Referat



Argentinien ist der zweitgrößte Staat in Südamerika und grenzt im Nordosten an Brasilien und Uruguay, im Osten an den Atlantischen Ozean, im Westen an Chile, im Norden an Bolivien und Paraguay. Der Landesname ist aus dem lateinischen Argentum (für Silber) abgeleite, denn der Name kennzeichnet, welche Schätze die spanischen Kolonisten glaubten und hofften dort einst zu finden. Argentinien ist das zweitgrößte Land Südamerikas und nimmt den größten Teil des südlichen Südamerikas ein. Zu Argentinien gehört auch ein Teil des Feuerlands, die Falkland-Insel und andere spärliche Inseln im Südatlantik, sowie Teile der Antarktis.



Geografie
Im westlichen Teil des Landes verlaufen die Anden, das sind die längsten Gebirgsketten der Erde. Der Norden Argentiniens ist eine heiße Trockensavanne, der Gran Chaco. Im Nordosten ist das Hügelland der Provinz Misiones. In der Provinz am Dreiländereck (Argentinien/Brasilien/Paraguay) befinden sich die Wasserfälle von Iguazú, eine von den größten der Erde. Südlich von den Wasserfällen, zwischen den Strömen Río Paraná und Río Uruguay, befindet sich das feuchte und sumpfige Mesopotamia. In dieser Gegend liegt auch Buenos Aires. Der größte Teil der Agrarproduktion ist südlich oder westlich von Buenos Aires auf den Pampas. (eine grasbewachsene Ebene). Im zentralen Argentinien, in Mitten der Pampas und den Anden liegen die Gebirgszüge der Sierras Pampeanas. Im Süden liegt Pantagonien, das sehr dünn besiedelt ist, weil es ein sehr raues Klima hat und vom Westwind geprägt wird. Das Gebiet macht etwa ein Viertel des Landes aus.


Die wichtigsten Städte Argentiniens sind Buenos Aires, Córdoba, Mendoza, San Miguel de Tucumán, Rosario.

Buenos Aires ist die Hauptstadt von Argentinien und ist das wirtschaftliche Zentrum. Sie liegt an der Ostküste des Kontinentes am Río de la Plata. ( Ein Mündungstrichter der zwei Flüsse Río Paraná und Río Uruguay in den Atlantik. ) Buenos Aires ist in 47 Stadtteilen untergliedert.

Córdoba ist die zweit größte Stadt in Argentinien. Sie liegt in Zentralargentinien und verfügt über größere Produktionsstätten. Dort ist die älteste und wichtigste Universität beherbergt.

Mendoza ist die Stadt der Sonne und des guten Weines. Der Beiname kommt von dem Klima und des Weinbaus. Sie liegt im Westen.

San Miguel de Tucumán ist die Hauptstadt der kleinsten Provinz Tucumán, die im Nordwesten des Landes liegt. Der Name San Miguel kommt von dem Erzengel Michael, sie ist die Stadt der Unabhängigkeit Argentiniens und wurde durch die Landwirtschaft bedeutsam.

Rosario ist ein bedeutendes Industriezentrum und liegt im Süden der Provinz Santa Fe.


Bodenschätze
Argentinien hat wichtige wirtschaftliche Bodenschätze, wie Erdöl und Erdgas. In kleineren Mengen sind die wertvollen Mineralerze und Gesteine, so etwa Gold, Silber, Kupfer, Blei, Zink, Wolfram, Glimmer und Kalkstein, zu finden.


Flora und Fauna
Durch die sehr unterschiedlichen Klimazonen und den topographischen Regionen variiert die Tierwelt und die Vegetation stark. Zwölf Prozent der Landfläche ist bewaldet.

Flora
Im Norden, in den warmfeuchten und subtropischen Regenwälder gedeihen tropische Pflanzen, unter anderem Rosenhölzer, Quebracho-Bäumen, aus denen Gerbsäure gewonnen wird und Palmen.
Der Gran Chaco verfügt über savannenartige Vegetation. Die Vegetation wird von den Algarrobo-Bämen dominiert.
In der Pampa gibt es ausgedehnte Graslandschaften mit mannigfaltigen Gräsern. Außer dem Eukalyptus, amerikanische Platanen und Akazien gibt es keine Bäume. Eine landschaftliche Bebauung ist in der Pampa gut möglich, denn aufgrund des sehr feinen steinfreien Bodens.
Patagonien gibt es Gräser, Kräuter und Sträucher wie in der Pampa, ist aber an wesentlichen trockeneren Gegebenheiten angepasst, denn es liegt schon im Schatten der Anden. Häufig wird Patagonien als Schafweide genutzt. Durch den steinigen Boden kann man keine Getreide anbauen.
Ausgedehnte Nadelwälder, mit Fichten, Kiefern, Zypressen und anderen Nutzhölzern, findet man in den Vorgebirgen der Anden und auf Feuerland. Dort beträgt die Baumgrenze 3500m.
Kakteen und Dornsträuchern befinden sich in den trockenen, nördlichen Hochlagen der Anden in den ariden Halbwüsten.
Eines der Nationalsymbole ist die Blüte des Ceibos (dt.: Hahnenkammbaum oder Korallenbaum).



Fauna
Äußerst mannigfaltig ist die Tierwelt im tropischen Norden. Dort gibt es verschiedene Affenarten, Jaguare, Pumas, Ozelots, Waschbären, Nasenbären, Tyras (Marder), Ameisenbären, Tapire sowie Pekaris (Nabelschweine), aber auch Reptilien wie Schlangen und Alligatoren. Zur Vogelwelt gehören Kolibris, Flamingos und Papageien.
In der Pampa leben Gürteltiere, Mähnenwölfe, Pampasfüchse, Pampaskatzen, Pampashirsche, Nandus, verschiedene Greifvögel.
In den Anden findet man wilde Lamas, Guanakos, Vikunjas, Andenkondor, sowie Raubtiere wie Bergkatzen, der Puma und der Andenschakal. Flamingos und Zugvögel sind überwiegend in Salzseen angesiedelt.
In Patagonien und Feuerland gibt es weiniger Tierarten unter anderem Pumas, Nandus und Guanakos. Auf Feuerland gibt es zu dem auch noch Kormorane. An der patagonischen Küste befinden sich Magellanpinguine, südamerikanische Seebären und Mähnenrobben.
Orcas, Commerson-Delfine, Südkapern, Seehechte, Sardinien, Makrelen und Dorados leben an den Küstengewässer Argentiniens.

Bevölkerung
Die Bevölkerung Argentiniens beträgt etwa 36,3 Millionen Einwohner, dass entspricht eine Bevölkerungsdichte von 13 Einwohnern/km2.Die meiste Bevölkerung ca. 87% lebt in Städten. Im übrigen Teil des Landes ist es sehr dünn besiedelt, vor allem im trockenen Süden. Mehr als 90% der Bevölkerung stammen von eingewanderten Europäern ab. Der Anteil der Mestizien ( Abkömmlinge europäischehr-indianischer Eltern) ist höher als angenommen.

Religionen
Der größte Teil der Bevölkerung ist römisch-katholischen Glaubens, mehr als 90%. Des Weiteren gibt es noch Juden, Protestanten, Moslems und die Paschamama-Kult, bei dieser Religion haben sich die christlichen Riten mit der Religion der Ureinwohner im Nordwesten, vermischt.

Sprache
Die Landessprache ist Spanisch, aber es gibt noch eine Reihe von Minderheitensprachen, die von den Ureinwohnern gesprochen wird. Die drei wichtigsten davon sind Quichua, Guaraní und Mapudungun. Teilweise werden die Sprachen der englischen und deutschen
Vorfahren noch gesprochen. Es gibt in vielen Städten, unter andrem Buenos Aires, Stadtvierteln wo noch viel Deutsch gesprochen wird.



Geschichte
Der spanische Seefahrer Juan Díaz de Solís entdeckte im Februar 1516 die Flussmündung des Río de la Plata, auf der Suche nach dem südwestlichsten Durchgang zu den Ostindischen Inseln. Er beanspruchte die Region als spanisch. Im Jahre 1535 kolonisierte der spanische Soldat Pedro de Mendoza Argentinien. Im Februar 1536 wurde Buenos Aires von dem Militärgouveneur, des gesamten Kontinents südlich des Río de la Plata, Mendonza gegründet. Kleien Rinderherden, die aus Spanien exportiert wurden, hatten sich in der Pampa ausgebreitet und stabilisierten die Grundlage der Agrarwirtschaft.
Argentinien war ein Teil des Vizekönigreichs Peru. Am 25. Mai 1810 unter dem Eindruck der Farnzösischen Revolution wurde die Unabhängigkeit Argentiniens in Bunes Aires erklärt. Diese hatte nur lokale Wirkung. Nach einem Befreiungskrieg gegen Spanien erlangte Argentinien die Unabhängigkeit am 9. Juli 1816.
Argentinien war zwischen 1816 und 1880 von Diktaturen und Bürgerkriege geprägt.
Von 1880 bis 1912 kamen viele Einwandere, besonders von Italien und Spanien nach Argentinien und siedelten sich in Städten und Kolonien auf dem Land an. Diese Zeit wird in der Politik als Scheindemokratie bezeichnet, denn die Regierung war oligarchisch (mit wenigen eine Herrschaft ausübt) ausgerichtet, mit großem Einfluss der Großgrundbesitzer. Die politischen Rechte wurden der Bevölkerung mit einem ausgeklügeltes Wahlbetrugs-System vorenthalten.
Zwischen 1912 und 1946 war ein Wechsel zwischen Militärdiktatur und Demokratie. In den 1930er Jahren existierte die Demokratie nur auf Papier. Im Jahre 1940 gelang es dem jungen Offizier Juan Domingo Perón an die Macht zu kommen. 1946 wurde er zum Präsidenten gewählt. Zwischen 1955 und 1983 war das Land sehr instabil, da abwechselnd zivile und militärische Regierungen das Land regierten. 1983 wurde das Land wieder demokratisch.

Politik
Argentinien ist seit 1853 eine föderative Bundesrepublik. Der Präsident Néstor Kirchner hat eine sehr starke Stellung. Nach seiner Wahl zum Präsidenten erstellte er eine Reihe von tiefgreifenden Reformen, die die wirtschaftliche Entwicklung erheblich verbesserte und das Ansehen von ihm steigerte sich rasch.

Provinzen
In Argentinien gibt es 23 Provinzen, das sind die Gliederstaaten. Jede Provinz hat eine eigene Provinzverfassung, eine Provinzregierung, die unter der Leitung eines direkt gewählten Gouverneurs ist, und ein Parlament. Alle Provinzen sind in Departamentos (Bezeichnung für politisch-territoriale Einheiten) untergliedert.

Regionen
Ende der 1990er Jahren haben sich die Provinzen zu 6 Regionen zusammen geschlossen, um die Wirtschafts-, Infrastruktur- und Entwicklungspolitik untereinander abzustimmen. Nur Buenos Aires ist eine Ausnahme. Die Regionen sind keine offiziellen Gliederstaaten und haben keine politischen Organe, sonder nur als reine Interessengemeinschaften.

Sechs Regionen:
• Región Centro: Provinzen Córdoba, Entre Ríos und Santa Fe
• Región Cuyo: Provinzen Mendoza, San Juan und San Luis
• Región Noreste Argentino (auch NEA): Provinzen Chaco, Corrientes, Formosa und Misiones
• Región Noroeste Argentino (auch NOA): Provinzen Catamarca, Jujuy, La Rioja, Salta, Santiago del Estero und Tucumán
• Región Patagonia Argentina: Provinzen Chubut, La Pampa, Neuquén, Río Negro, Santa Cruz und Tierra del Fuego


Wirtschaft
In den letzten Jahren wurde die gelenkte Volkswirtschaft Argentiniens privatisiert und dereguliert. Hauptsächlich basiert die Wirtschaft auf Produktion und Verarbeitung traditioneller landwirtschaftlichen Erzeugnissen und Viehzucht. Nach 1950 setzte eine Industrialisierung ein. Davor wurde ausschließlich Agrargüter exportiert. Das wichtigste Gebiet für die Landwirtschaft ist die Pampa, dort werden Weizen und Getreidesorten angebaut. Die ergiebigen Anbauflächen für Früchte, Zuckerrohr und Weintrauben ist das bewässerte Gebiet des Rio Negro.

In den Jahren ab1990 galt Argentinien als ein positives Beispiel für finanzielle Stabilität und erfolgreiche Marktreformen. Dies änderte sich mit der Argentinien-Krise. Der Interimspräsident erklärte den Staatsbankrott.
Mit der Argentinien-Krise (2001/2002) war der Außenhandel stark beeinträchtigt, so dass die Importe seit 1999 zurückgingen (im Zeitraum zwischen 1994 und 1998 gab es keine nennenswerte Inflationsrate).

Durch das Privatisierungsprogramm von Präsident Menem in den 90ziger-Jahren wurden mehrere hunderttausend Argentinier arbeitslos. Seit 1981 hat Argentinien eine hohe Inflationsrate. Das Hauptproblem ist, dass das Bruttoinlandsprodukt zwischen 1998 und 2002 sank und 2004 wurde das Niveau von 1992 wieder erreicht.



Kultur
In der Kultur macht sich die Mischung der verschiedenen europäischen Einwanderer bemerkbar. Jorge Luis Borges ( ein argentinischer Schriftsteller) bezeichnete die Argentinier als „Italiener, die Spanisch sprechen und gern Engländer wären.“

Musik
Die traditionelle Musik besteht aus Gaucho-Volkslieder (Cowboy) und Volkstänzen, Indosmusik (aus den nördlichen Ländern), die europäisch beeinflusst sind und ein wenig von der afrikanischen Musik. Der bekanntest Tanz ist Tango, durch den die argentinische Musik bekannt wurde. Er entstand in Buenos Aires und ist Argentiniens größter Beitrag zur modernen Musik. Der wichtigste Bestandteil des kulturellen Lebens sind Sinfonien und Opern. Aber auch einige traditionelle Musikstile der Popmusik sind wiederbelebt worden. Unter anderem der fröhlich-leichte Tanz des Cuarteto. (die urbane Musik der Stadt Córdoba), sowie einige Stile der Folklore. Dazu kommen noch Musikstücke aus anderen südamerikanischen Teilen, wie die kolumbianische Cumbia.


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