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Architektur im Barock (1650-1770) - Referat



In der Zeit zwischen 1650 und 1770 war Barock der vorherrschende Stil in Kunst und Architektur. Von Italien aus verbreitete sich dieser Stil über ganz Europa und in einigen Kolonien der europäischen Länder. Die römischen Bauten des Michelangelo können als Vorreiter der barocken Architektur angesehen werden: Besonders der von ihm entworfene Petersdom erreichte eine Ganzheitlichkeit als Bauwerk. Als der Baustil aufkam, war gerade der Dreißigjährige Krieg (1618 - 1648) durch den Westfälischen Frieden beendet worden. Diese Zeit übte einen maßgeblichen Einfluss auf diese neue Art der Architektur aus, waren doch in den vergangenen dreißig Jahren weite Gebiete des Deutschen Reiches durch Krieg, Armut, Hunger und Pest fast entvölkert. Die Menschen wandten sich vom katholischen Glauben ab und so war besonders die katholische Kirche darauf bedacht, ihre Gläubigen durch Glanz und Prunk zu beeindrucken und auf diese Weise wieder zum katholischen Glauben zurückzuführen. Wer eine der großen Wallfahrtskirchen wie beispielsweise die Basilika Vierzehnheiligen bei Lichtenfels betritt, kann die Wirkungen der barocken Architektur und Malerei immer noch spüren: Dem Gläubigen sollten die Illusionen der Welt sichtbar gemacht werden, auf dass er sich nach dem ewigen Heil des Himmels sehne. Die Malereien in der Kirche erreichte dies mit Hilfe perspektivischer Verkürzungen, welche die Räume weitete und eine Illusion der Tiefe schuf. Die Architekten und Maler des Barock waren Meister darin, die Augen zu täuschen. Die Gewölbe öffnen sich scheinbar zum Himmel und lassen die Innenräume viel größer scheinen, als sie tatsächlich sind.

Während in der Epoche davor, der Renaissance, klare Formen vorherrschten, arbeitet die barocke Architektur mit einer üppigen Formensprache. Die Bauwerke werden zu einer Einheit mit den Plastiken und der Malerei, es entstehen prächtige Kirchen, Klöster und fürstliche Schlösser, die von Parks umgeben sind. Mit dem Schloss von Versailles als Vorbild entstehen überall in Europa barocke Schlösser mit einem besonders betonten Portal und einem zurückspringenden Mitteltrakt. Breite Treppen führen zum Portal, Geländer und Fassaden sind üppig dekoriert. Sowohl bei den Sakralbauten (Kirchen) als auch bei den Profanbauten (Schlössern) sind die einzelnen Geschosse der Fassaden miteinander verklammert, dazu dienen verdoppelte Säulen und Pilaster und eine starke Verkröpfung des Gebälks. Die Fassaden werden dabei geschwungen und ihre Mitte wird durch das Portal oder einen Turm besonders betont, der damit zum Zentrum der gesamten

Anlage wird. Neben den üblichen rechteckigen Fenstern mit oft reichhaltigen Fensterkrönungen werden in der barocken Architektur auch ovale und runde Fenster eingebaut, oft als Lichtfenster über hohen Kirchenwänden. Besonders in den Kirchen sind die Mauern wieder hoch, gilt es doch, Platz für die Bilder, Altäre und Malereien zu schaffen. Rund um die Kapitelle, Fensteröffnungen, an den Säulen und Wänden findet sich plastischer Schmuck, der die Malerei dreidimensional werden lässt. Ein Beispiel dafür ist das Rathaus in Bamberg, bei dem die Trompe'l-Oil-Malereien in plastische Gestaltung übergeht und beispielsweise der Fuß des kleinen Engels in den Raum hineinragt. Die Gebäudeteile werden um einen offenen und repräsentativen Hof gruppiert, die Räume innen sind hoch. Deckengemälde schaffen die Illusion von Unendlichkeit, alles ist auf Eindruck und Repräsentation bedacht. Auch hier führen weite Treppen in das obere Geschoss, das Bauwerk, die Malereien und der plastische Raumschmuck bildet eine gelungene Einheit.

Weitere bedeutende Bauwerke des Barock sind unter anderem:

  • Amalienburg in München
  • Kirche Santa Maria della Salute in Venedig
  • Kapelle Saint'Ivo della Sapienza in Rom (Kirche der Universität)

Dieses Referat wurde eingesandt vom User: silkshine




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