Suchbegriff:

Arbeitslosigkeit in Deutschland - Referat



Gliederung

1. Allgemeine Erklärung des Begriffs „Arbeitslosigkeit“
2. Arten der Arbeitslosigkeit
2.1. Strukturelle Arbeitslosigkeit
2.2. Objekte Arbeitslosigkeit
2.2.1. Konjunkturelle Arbeitslosigkeit
2.2.2. Strukturelle Arbeitslosigkeit
2.2.3. Saisonale Arbeitslosigkeit
2.2.4. Friktionelle Arbeitslosigkeit
2.2.5. Verdeckte/Versteckte Arbeitslosigkeit
2.2.6. Technologische Arbeitslosigkeit
3. Ursachen der Arbeitslosigkeit
3.1. Globalisierung
3.2. Zuwanderung
3.3. Qualifikation
3.4. Lohnkosten
3.5. Schattenwirtschaft
3.6. Automatisierung
3.7. Mangel an staatlicher Unterstützung
4. Quellen

1. Allgemeine Erklärung des Begriffs der Arbeitslosigkeit

Jeder, der arbeiten möchte, aber dennoch keine Arbeit findet, ist arbeitslos. Auch wer bei der Arbeitsstelle entlassen worden ist, ist arbeitslos. Jeder, der in Deutschland arbeitslos ist und zeigen möchte, dass er arbeiten will und bei der Suche Unterstützung benötigt, meldet sich als „arbeitslos“ bei der Agentur für Arbeit. Die Agentur für Arbeit sucht für die Person verschiedene Arbeitsangebote heraus und legt es ihm vor.

Grundsätzlich beschreibt eine Arbeitslosigkeit ein Missverhältnis zwischen den angebotenen oder vorhandenen Arbeitsstellen für Gehalt und der Zahl der Arbeitssuchenden. Das Missverhältnis entsteht dadurch, dass es mehr Arbeitssuchende als angebotene Stellen gibt.

Vor allem der Arbeitslosen-Status ist für die meisten Menschen psychisch sehr belastend. Obwohl sie noch arbeiten wollen und es auch können, finden sie keine Arbeit und gelten häufig in der Gesellschaft als faul und als Schmarotzer, da sie nichts für die Gesellschaft leisten.

Es gibt zwei Unterschiede bei der Arbeitslosigkeit. Dazu zählen der Arbeitslose und der Arbeitssuchende:
Laut der Arbeitsagentur für Arbeit ist eine Person, die älter als 15 und jünger als 65 Jahre ist, arbeitslos, wenn:
- sie 14 Stunden oder weniger in der Woche arbeitet.
- wenn er arbeitsfähig und arbeitswillig ist aber dennoch nichts findet.

Der Unterschied zwischen arbeitslos und arbeitssuchend ist, dass jeder der arbeitssuchend ist, sich noch in einem Beschäftigungsverhältnis befindet. Jeder der arbeitslos ist, ist gleichzeitig aber auch arbeitssuchend.

Das Ziel der Politik ist es, die Arbeitslosenzahlen so gering wie möglich zu halten. Außerdem besteht die Aufgabe eines Sozialstaates darin, dass die Auswirkungen die auf einen Arbeitslosen zukommen, so gering wie möglich gehalten werden. Dadurch wird vermieden, dass der Arbeitslose keine finanzielle Belastung bis zum Erhalt einer neuen Stelle ist hat.

Arbeitslose haben Anspruch auf ein Arbeitslosengeld. Das Arbeitslosengeld ist eine Leistung der Bundesagentur für Arbeit. Jedoch muss jeder Fall einzeln abgewogen werden, ob eine Person Arbeitslosengeld bekommt und wenn ja, wie viel. Dieses Geld soll den Lebensunterhalt der Menschen ohne Arbeit sichern, bis eine zumutbare Arbeit vermittelt werden kann.


2. Arten von Arbeitslosigkeit

Die Ursachen für Arbeitslosigkeit sind sehr vielfältig begründet. Man muss diese zuerst in zwei Arten (Subjektive und Objektive) Arbeitslosigkeit unterteilen.

2.1. Subjektive Arbeitslosigkeit
Darunter versteht man eine Person, die durch ihr eigenes Verschulden in die Arbeitslosigkeit geraten ist. Dies kann beispielsweise wegen einem Verstoß gegen die Firmenregeln, Unzuverlässigkeit oder unehrlichem Verhalten passieren. Dennoch können auch unverschuldete Gründe zum Verlust der Arbeitsstelle führen. Beispielsweise eine längerfristige Erkrankung, die zu einer Erwerbsunfähigkeit führt. Mit Erwerbsunfähigkeit ist gemeint, dass man aufgrund einer Erkrankung nicht mehr fähig ist, seine Arbeit auszuführen.

Die subjektive Arbeitslosigkeit wird auch „unechte Arbeitslosigkeit“ genannt, da bei beiden Fällen einzelne persönliche Gründe mit hineinspielen.

2.2. Objektive Arbeitslosigkeit
Die Objektive Arbeitslosigkeit wird auch „echte Arbeitslosigkeit“ genannt und beschreibt, dass der Arbeitnehmer kein Verschulden an seiner Arbeitslosigkeit hat. Die objektive Arbeitslosigkeit wird in verschiedene Arten unterteilt, in denen erklärt wird, aus welchen Gründen der Arbeitnehmer nichts für seine Arbeitslosigkeit kann.

Im Folgenden möchte ich einen Überblick über die wichtigsten Arten der Arbeitslosigkeit in Deutschland verschaffen.

2.2.1. Konjunkturelle Arbeitslosigkeit
Diese Arbeitslosigkeit entsteht, wenn die Konjunktur schwächer wird. (Konjunktur sind Schwankungen der Volkswirtschaft) Dies passiert dann, wenn die Nachfrage der Verbraucher zurück geht. Eine schwache Konjunktur betrifft alle Wirtschaftsbereiche, wie beispielsweise die Industrie, das Handwerk und die Dienstleistung. Das bedeutet, wenn weniger Nachfrage von den Verbrauchern kommt, können Unternehmen auch weniger Arbeiter einstellen. Deshalb werden die Arbeiter zu dieser Zeit entlassen. Wenn wieder mehr Nachfrage der Verbraucher kommt, werden wieder vermehrt Arbeiter eingestellt. Dieser Rückzug von Nachfrage kann beliebig lang anhalten und daher auch zu einem längerfristigen Problem werden. Dies entsteht, wenn die Wirtschaft erst langsam wieder nachwächst.

Die Konjunktur ist nicht nur abhängig von der Nachfrage der Verbraucher sondern auch von der Witterung oder den internationalen Finanzmärkten.

Hier ein Beispiel, warum die konjunkturelle Arbeitslosigkeit auch von der Witterung abhängig ist: Wenn ein kalter Winter da war, haben die Menschen viel geheizt. Dies hat mehr Geld gekostet, als sie bezahlt haben. Daher müssen sie meist eine hohe Nachzahlung leisten. Wenn sie dieses Geld, das beispielsweise eigentlich für ein Auto gedacht war, für die Heizkosten ausgeben, können sie sich kein neues Auto leisten. Durch dieses Verhalten trifft es den Arbeiter in der Autoherstellung, denn dort fehlen die Kunden, die sonst für den Umsatz sorgen. Da der Autohersteller nun mit mehr Verkäufen gerechnet hat entsteht ein Absatzproblem. Das bedeutet, dass zu viel produziert wurde. Um Kosten einzusparen muss man die Produktion herunterfahren. Dadurch werden Arbeiter eines Betriebs gekündigt.

Die konjunkturelle Arbeitslosigkeit ist eine der größten Gruppen im Bereich der Arbeitslosigkeit, da es nicht absehbar ist, wie sich die Konjunktur verhält und diese immer wieder schwankt.

Eine Lösung zur Minderung der konjunkturellen Arbeitslosigkeit wäre das Kurzarbeitergeld. Dies ist eine Leistung der Agentur für Arbeit. Es wird Arbeitnehmern bei unvermeidbarem, vorübergehendem Arbeitsausfall bezahlt, der durch wirtschaftliche Ursachen passiert ist. Dies stellt eine Möglichkeit da, um die totale Arbeitslosigkeit Einzelner zu vermeiden. Allerdings bekommt man nur Kurzarbeitergeld wenn es nicht nur einen Einzelnen betrifft, sondern mindestens ein Drittel aller Beschäftigen aus einem Unternehmen. Im Normalfall bezieht man dann 6 Monate lang Kurzarbeitergeld. Bevor jemand in Kurzarbeit geht, muss diese Person allerdings bei der Agentur für Arbeit angemeldet sein und es muss eventuell auch vom Betriebsrat des Unternehmens abgesichert werden. Aus dem Internet konnte ich entnehmen, dass das Kurzarbeitergeld für maximal 12 Monate ausgezahlt wird.

Besonders stark nimmt die konjunkturelle Arbeitslosigkeit in wirtschaftlich schlechten Zeiten zu und verstärkt die Krise dadurch noch mehr. Außerdem ist die konjunkturelle Arbeitslosigkeit vom Staat beeinflussbar, indem er die Kaufkraft stärkt und die Bevölkerung wieder mehr ausgeben kann. Diese Kaufkraft kann er in Form von Steuersenkungen erreichen. Dadurch haben die Bürger wieder mehr Geld zur Verfügung und kurbeln die Wirtschaft an.

2.2.2. Strukturelle Arbeitslosigkeit
Strukturelle Arbeitslosigkeit bezeichnet das Phänomen, dass es immer eine gewisse Arbeitslosenquote geben wird. Diese Arbeitslosigkeit liegt vor, wenn sich das Angebot und die Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt dauerhaft grundlegend auseinander entwickeln. Dies passiert durch verschiedene Faktoren. Dazu gehören die Rationalisierung (Beispiel: Fliesbandarbeit), die Verlagerung ins Ausland und der technische Fortschritt.

Ein Beispiel für den technischen Fortschritt ist, dass durch nachhaltige Veränderungen der Nachfrage in einigen Wirtschaftszweigen, wie zum Beispiel der Autoindustrie und durch den Einsatz von neuer Techniken und Technologien Arbeitsplätze abgebaut oder betroffene Unternehmen komplett schließen.
Zum Beispiel wurden nach der Erfindung von Autos weniger Pferde gebraucht, weshalb Hufschmiede vermehrt arbeitslos wurden und Automechaniker gesucht waren. Ein anderes Beispiel hierfür ist, das es zwar offene Stellen gibt, die Arbeitslosen jedoch am falschen Ort wohnen, die falsche Ausbildung oder zu hohe Lohnvorstellungen haben.

Strukturelle Veränderungen brauchen meist einen langen Anpassungs- und Umstellungsprozess der betroffenen Wirtschaftsbereiche.
Diese Art von Arbeitslosigkeit ist meist längerfristig.

2.2.3. Saisonale Arbeitslosigkeit
Die Saisonale Arbeitslosigkeit ist eine Arbeitslosigkeit, die durch die jahreszeitlichen Umstände entsteht. Es kommt durch die Veränderung der Jahreszeit bzw. Witterung in bestimmten Arbeitsbereichen zu einer Produktions- bzw. Dienstleistungspause, da diese Branchen zu bestimmten Jahreszeiten ihre Arbeit nicht ausführen können. Da es keine Arbeit gibt, bzw. keine Arbeit erledigt werden kann, wird zu dieser Zeit kein Gewinn erwirtschaftet.

Diese Art von Arbeitslosigkeit drückt aus, dass ein Unternehmen nur zu einer bestimmten Zeit im Jahr produzieren oder dienstleisten kann.
Ein Beispiel hierfür ist der Skilehrer, er kann nur im Winter arbeiten bzw. dann, wenn Schnee liegt. Auch Straßenbauarbeiter sind beispielsweise betroffen. Sie können aufgrund von Minustemperaturen im Winter nicht ihre Arbeit ordentlich erledigen, bzw. sie können nicht mit Materialien arbeiten, die kälteempfindlich sind.

Die Unternehmen, die nur zu einer bestimmten Saison Profit machen können und kein zweites Standbein neben dem Kerngeschäft haben mit dem sie während ihres Mangels an Arbeit noch weiterhin ihren Unterhalt bestreiten, müssen oft einige Mitarbeiter entlassen.

Es gibt zwei Möglichkeiten zur Überbrückung dieser profitarmen oder -losen Zeit. Entweder ein zweites Standbein, wie oben bereits beschrieben, oder das Unternehmen verdient während der aktiven Saison soviel, dass es die inaktive Saison überbrücken kann, ohne Mitarbeiter bzw. nur wenige zu kündigen. Diese Arbeitslosigkeit entsteht nicht durch ein falsches Verhalten des Arbeitnehmers oder einer schlechten Führung des Arbeitgebers, sondern ausschließlich durch die
fehlende Nachfrage nach dem angebotenen Produkt oder der angebotenen Dienstleistung während einer bestimmten Jahreszeit. Es besteht nicht die Gefahr von Massenarbeitslosigkeit, da diese Art nur in einzelnen Branchen bzw. Jahreszeiten besteht.

2.2.4. Friktionelle Arbeitslosigkeit
Unter der friktionellen Arbeitslosigkeit, die auch Sucharbeitslosigkeit genannt wird, versteht man eine Form der Arbeitslosigkeit, die in der Zeit entsteht, wenn ein Arbeitnehmer die Arbeitsstelle wechselt. Wenn beispielsweise eine Person ihren Arbeitsplatz wechseln möchte, aber es einen Leerlauf zwischen dem Stellenwechsel gibt. Das bedeutet, wenn jemand im September seine Ausbildung beendet und er erst im Dezember bei seinem neuen Job beginnen kann, besteht eine friktionelle Arbeitslosigkeit.

Die Zeitspanne ist meist allerdings von kurzer Dauer und auch bei einer Vollbeschäftigung in Deutschland nicht vermeidbar. Diese Art von Arbeitslosigkeit hängt allerdings auch viel von der Vermittlung der Agentur für Arbeit ab, daher ist es sinnvoll und effizient, dass ein Arbeitsangebot auf die passende Arbeitsnachfrage schnell zueinander finden. Dies ist das wirkungsvollste Instrument um die friktionelle Arbeitslosigkeit zu verhindern. Das setzt allerdings ein gewisses Engagement des Arbeitssuchenden voraus, da er sich arbeitssuchend melden sollte und sich um den neuen Job bemühen muss.

Des Weiteren hängt die Zeit der friktionellen Arbeitslosigkeit auch von der Eignung der arbeitsuchenden Person ab. Wenn es eine flexible Person ist und bereits ein breites Spektrum an Arbeitserfahrung in verschiedenen Tätigkeitsbereichen sammeln konnte, gibt es meist eine kürzere Phase zwischen den beiden Tätigkeiten.

Auch der aktuelle Arbeitsmarkt bestimmt den Zeitraum zwischen den Phasen. Es kommt immer darauf an, in welcher Branche gerade gesucht wird und in welchem Ausmaß bzw. mit welchen Qualifizierungen und in welchem Standort. Allerdings wird diese von weiteren Faktoren beeinflusst, wie zum Beispiel ob die arbeitsuchende Person selbst gekündigt hat oder ob ihr gekündigt wurde. Dies ist ein großer Unterschied, da bei einer Person, die selbst gekündigt hat, die Wahrscheinlichkeit höher ist, schneller einen neuen Job zu finden. Des weiteren kommt es auch auf den Wohnort an. In Wirtschaftsgebieten ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass man schneller wieder Arbeit findet, als in einer ländlichen Gegend. Daher kann sich jeder, der sich in einem Beschäftigungsverhältnis befindet als arbeitssuchend melden, um Angebote von der Agentur für Arbeit zu erhalten und somit schnellstmöglich und übergangslos den Arbeitsplatz zu wechseln.

Als normales Niveau der friktionellen Arbeitslosigkeit gilt ca. 1 - 2 %. Die Dauer beträgt meist nur wenige Wochen, da viele der Arbeitnehmer, die bewusst ihren Job wechseln wollen, erst dann wechseln, wenn sie bereits eine feste Jobzusage für die Zukunft haben.

2.2.5. Versteckte/Verdeckte Arbeitslosigkeit
Die versteckte oder auch verdeckte Arbeitslosigkeit bezeichnet den Anteil an Arbeitslosen, die nicht in der Statistik der Arbeitslosenquote erfasst sind.

Es gibt zwei Möglichkeiten, von wem die verdeckte Arbeitslosigkeit ausgeht. Entweder sie geht von den Bürgern aus oder von der Agentur für Arbeit.

Verdeckte Arbeitslosigkeit durch die Bürger:
Darunter fallen beispielsweise die Bürger, die sich bei der Bundesagentur für Arbeit nicht als arbeitssuchend melden, wenn
sie bei ihrem Job gekündigt haben, bzw. gekündigt worden sind. Sie sind somit nicht bei der Agentur registriert und gelten daher auch nicht als arbeitslos und arbeitssuchend. Die Bürger, die sich nicht melden, werden „stille Reserve“ genannt. Häufige Gründe dafür sind beispielsweise, dass sie denken, sie hätten keinen Anspruch auf Unterstützungen oder die Vermittlung durch die Agentur als überflüssig ansehen. Außerdem gehören auch häufig Personen dazu, die ihre Stelle innerhalb eines kurzen Zeitraumes, siehe friktionelle Arbeitslosigkeit, wechseln und es nicht als notwendig ansehen diese kurze Arbeitslosigkeit anzugeben, da sie schon eine sichere Arbeitsstelle in Aussicht haben. Auch Frauen die nach ihrem angesetzten Erziehungsurlaub weiterhin zuhause bleiben, um sich um das Kind zu sorgen und sich nicht arbeitslos melden, zählen nicht zur Statistik.

Verdeckte Arbeitslosigkeit durch die Agentur für Arbeit:
Des Weiteren erscheinen Bürger, die sich arbeitslos gemeldet haben und durch anraten der Agentur an einer Fort- oder Weiterbildung teilnehmen zum Zeitraum der Kursteilnahme, nicht in der Arbeitslosenstatistik. Auch weitere Maßnahmen der Agentur für Arbeit, wie Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen oder die Teilnahme an einem 1 € - Job fallen unter die verdeckte Arbeitslosigkeit.

2.2.6. Technologische Arbeitslosigkeit
Diese Form von Arbeitslosigkeit ist eng gekoppelt mit der strukturellen Arbeitslosigkeit, da der technische Fortschritt eine der Ursachen für eine strukturelle Arbeitslosigkeit ist.

Diese Form entsteht, wenn durch technischen Fortschritt Arbeiter entlassen werden. Dies kann beispielsweise durch Autonomie, das heißt, dass immer mehr Maschinen die Aufgaben von Menschen übernehmen, passieren. Warum die Industrie immer mehr Maschinen und Computer in ihren Betrieben möchte, ist offensichtlich. Der Unternehmer will in kürzester Zeit so viel Gewinn wie möglich erwirtschaften. Da Menschen das Leistungsniveau, welches Maschinen leisten, nie abrufen könnten, setzen immer mehr Unternehmen auf leistungsbringende Maschinen. Die Autonominierung bringt mehr Produktion, denn Maschinen sind belastbarer, haben keine sozialen Probleme im Betrieb, verlangen keinen Lohn, brauchen keine Pausen, sind häufig genauer und setzten keine Ansprüche, auf beispielsweise bessere Arbeitszeiten oder bessere Vergütung.

Durch die Einsparung der Kosten und durch schnellere Produktion der Arbeit, werden Maschinen sowie Computer immer interessanter für Unternehmer, da diese langfristig auf ihre Kosten achten müssen, um am internationalen Markt wettbewerbsfähig zu bleiben. Jedoch werden durch diese Einführung auch immer mehr geschultes, qualifiziertes Personal gebraucht, die die komplexen Maschinen bedienen können, dadurch werden immer mehr geringer qualifizierte Personen arbeitslos.

Es kommt hinzu, dass viele deutsche Bürger negativ gegenüber neuen Technologien eingestellt sind. Daher werden diese immer mehr ins Ausland verfrachtet und es entsteht eine größere Arbeitslosigkeit in Deutschland.

Beispiel für die technologische Arbeitslosigkeit: Bei einer Firma werden alle sieben Maschinen von einem Mitarbeiter überwacht. Diese sieben Maschinen laufen jetzt durch ein neues Computersystem, zentral über eine Steuerung, die nur noch von einem Mitarbeiter überwacht wird. Es werden die anderen sechs Mitarbeiter durch den technologischen Fortschritt arbeitslos. Um sich vor dieser Art von Arbeitslosigkeit zu schützen, ist es notwendig sich immer wieder zu qualifizieren und sich aktuelle EDV- Kenntnisse anzueignen.

3. Ursachen

3.1. Globalisierung
Def.: Globalisierung bedeutet, dass ein reger Warenaustausch zwischen verschiedenen Ländern stattfindet. Ein Unternehmen lässt beispielsweise Teile eines Produktes in einem anderen Land herstellen, da dort die Kosten der Rohstoffe und Produktion geringer sind.

Multinationale Großkonzerne wirtschaften durch eine Globalisierung effektiver, zumindest, was das Unternehmen betrifft. Die Bevölkerung ist davon nicht betroffen. Die Steuern, die bezahlt werden müssen, hinterziehen große Firmen legal oft mit raffinierten Methoden, die entsprechende Fachkenntnisse erfordern. Für Selbstständige ist dies aus finanziellen und materiellen Gründen oft nicht möglich. Kleine Unternehmen und Selbstständige haben es heutzutage schwer, ihre Existenz sicher zu stellen. Spätestens wenn große Unternehmen aus Kostengründen im Ausland produzieren und dafür Arbeitsplätze im Inland streichen, entstehen daraus große Probleme. Als Gegenmaßnahme würde eine Erhöhung der Importsteuer bei einer gleichzeitigen Reduzierung der Arbeitskosten entgegenwirken. Das bedeutet, dass ein Unternehmen, welches im Ausland produzieren möchte, eine hohe Steuer zahlen muss (die Importsteuer) und somit die Produktion im eigenen Land attraktiver wird.

3.2. Zuwanderung
1982 kam Helmut Kohl mit dem Versprechen ins Kanzleramt, die Zahl der Ausländer in Deutschland von 4 Millionen auf 2 Millionen zu halbieren. Innerhalb seiner Amtszeit von 16 Jahren wurden jedoch weitere 4 Millionen Arbeitsmigranten nach Deutschland geholt, um weiteren Wirtschaftswachstum zu garantieren.

Immigration wird leider häufig als negativer Einfluss für die Beschäftigung in Deutschland angesehen. Insgesamt ist es jedoch so, dass die Zuwanderung nach Deutschland keinen negativen Einfluss auf den Arbeitsmarkt hat. Migranten schaffen zusätzliche Beschäftigung. Sie übernehmen nämlich Tätigkeiten für deutsche Arbeitnehmer, die nicht zur Verfügung stehen und bieten neue Produkte und Dienstleistungen an.

Demgegenüber steht der überdurchschnittlich hohe Arbeitslosenanteil der ausländischen Mitbürger, der unter anderem auf ihre Zugehörigkeit zu bestimmten Berufsgruppen zurückzuführen ist, welche dem Strukturwandel unterliegen. Ebenso scheitert es oft an mangelnden Kenntnissen der Ausbildung, welche unter anderem auf ein differenziertes Bildungsverständnis, auf mangelnde Informationen und auf Sprachprobleme zurückzuführen sind.

3.3. Qualifikation
Ein Großteil der Arbeitslosen in Deutschland hat heutzutage keine abgeschlossene Berufsausbildung oder hat eine mangelnde Qualifikation. Deutschland hat in einem internationalen Vergleich eine sehr hohe Quote an ungelernten Arbeitslosen. Diese beträgt rund 13 Prozent. Diese hohe Quote an ungelernten Arbeitslosen betrifft, im Gegensatz zu den anderen Ländern, eher die ältere Generation. Die Quote der geringqualifizierten Arbeitslosen unter 25 Jahren, liegt deutlich niedriger als etwa in den USA, Neuseeland oder Schweden. Dies ist ein Hinweis auf das generell höhere Qualifitkationsniveau in Deutschland.

Trotzdem ist es so, dass die Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland auch in einem hohen Umfang die qualifizierten jungen Menschen betrifft. Dies sind Zeichen für Probleme in der Jugendbeschäftigung und ein mangelndes Angebot von höherwertigen Ausbildungsplätzen.

Besonders betroffen von der Arbeitslosigkeit in Deutschland, sind die ausländischen Jugendlichen. Hier ist alarmierend, dass fast 80 Prozent der arbeitslosen ausländischen Jugendlichen keine abgeschlossene Berufsausbildung hat. Dies ist auf die nur bedingt marktgerechte Qualifikation zurückzuführen. Diese Qualifiikationsdefizite sind zurückzuführen auf ein anderes Bildungs- und Rollenverständnis, welche ihnen in ihrer Erziehung vermittelt wurden. Davon sind vor allem junge Frauen betroffen. Zurückzuführen ist dies nicht maßgeblich auf die Nationalität der Jugendlichen, oder expliziert, der Frauen, sondern auf kulturelle und religiöse Gründe. Beispielsweise muss eine türkische Frau sich oft unterdrücken lassen und verpasst somit Gelegenheiten, die ihre Zukunft besser gestalten würden, wie selbstständig Arbeit suchen oder sich eine qualifizierte Ausbildung suchen.

Besonders dramatisch ist die hohe Zahl der arbeitslosen Ungelernten in Ostdeutschland. 1995 lag der Durchschnitt bei fast 45 Prozent. Im Gegensatz dazu, ist die Arbeitslosigkeit der höherqualifizierten Universitätsabsolventen im Bereich der natürlichen Arbeitslosigkeit. Demnach ist eine der Hauptursachen von Arbeitslosigkeit, ein geringes Qualifikationsniveau. Dies ist ein Beweis dafür, dass eine adäquate Ausbildung für den Beschäftigungserfolg von Nöten ist. Zu berücksichtigen hierbei ist, dass der Qualifizierbarkeit auch Grenzen gesetzt sind.

Ebenso kann die Arbeitslosigkeit aber auch aus zu langen Bildungszeiten resultieren. Dadurch kommen die Absolventen zu spät auf den Arbeitsmarkt. Ebenso wird noch zu wenig Wert auf eine breiter einsetzbare Qualifikation gelegt. Damit schränkt sich die Einsetzbarkeit des Arbeitssuchenden von vorneherein ein.

3.4. Lohnkosten
Wenn Unternehmen es sich nicht leisten können, Arbeiter einzustellen, redet man von einer lohnkostenabhängigen Arbeitslosigkeit. Jedes Unternehmen hat Arbeitskosten für die Angestellten. Diese Kosten liegen weit über dem Nettolohn der Arbeiter und machen einen großen Anteil der Unkosten eines Unternehmens aus. Das bedeutet, dass jeder Angestellte dem Arbeitgeber das Doppelte des Nettolohnes kostet. So haben die Löhne und Lohnnebenkosten für ein Unternehmen einen maßgeblichen Einfluss auf die Wettbewerbsfähigkeit, die Investitionsentscheidungen und auf die Nachfrage nach Arbeitskräften. Steigende Arbeitskosten führen somit zu einer erhöhten Arbeitslosigkeit, was der Bevölkerung aber nicht auffällt, da die Einkommenssteuer für die Arbeitnehmer seit 1989 sinkt. Wenn man sich beispielsweise ein Dienstleistungsunternehmen vorstellt, dass fünf Leute beschäftigt und diese fünf Leute machen regelmäßig ein paar Überstunden, dann wäre die Überlegung, eine sechste Person einzustellen, durchaus sinnvoll. Der Vorteil der fünf Leute ist, dass man diese kennt. Man belässt es also lieber bei dieser Zahl, weil man dann nicht noch mehr Lohnkosten zahlen muss. Es werden lieber die Überstunden gezahlt, wodurch das Personal ein höheres Gehalt bezieht. Stellen die immer wieder zu leistenden Überstunden kein Problem dar, dann ist dies eine Lösung für das Unternehmen und das Personal, aber natürlich ein Problem für den Arbeitsmarkt, weil so mehr Leute beschäftigt werden könnten.

Außerdem schließt sich der Kreis nun bezüglich der hohen Arbeitslosenquote von Geringqualifizierten. Da die Kosten eines Angestellten für die Arbeitgeber so hoch sind, wird auf Neueinstellungen von Geringqualifizierten oft verzichtet. Die hohen Lohnnebenkosten haben somit auch einen unmittelbaren Einfluss auf die Attraktivität der Schwarzarbeit.

3.5. Schattenwirtschaft
8 Millionen Deutsche arbeiten schwarz. Dies betrifft vor allem die Bereiche der Baustellen und des Einzelhandels. Deutschlands Schattenwirtschaft ist somit die größte in Europa.

Für die Schattenwirtschaft in Deutschland gibt es viele unterschiedliche Ursachen. Zu diesen Ursachen zählen die geringe Flexibilität, der zu hoch empfundene Lohn und die zu hohen Lohnnebenkosten, sowie Steuern, z. B. die hohen Sozialversicherungsbeiträge, und die rückläufige Auftrags- und Arbeitsmoral. Ebenso gehört aber auch eine unterentwickelte Kundenorientierung der Unternehmen dazu. Der volkswirtschaftliche Schaden, der durch die Schwarzarbeit entsteht ist immens. Es entstehen jährlich Schäden in dreistelliger Milliardenhöhe.

3.6. Automatisierung
Deutschland gehört mit der Schweiz und Österreich zu den best automatisierten Ländern weltweit. Kaum irgendwo wird so viel Arbeit von Maschinen und Computern übernommen. Es wird die These vertreten, dass der technische Fortschritt ein struktureller Grund für die Massenarbeitslosigkeit sei, da der Bedarf nach menschlichen Arbeitskräften drastisch gesunken ist und auch weiter sinkt. Nun stellt sich die Frage, wer von der großindustriellen Wirtschaft profitiert, welche als Resultat des Fortschritts zur Massenarbeitlosigkeit beiträgt.

Ein Beispiel für die Automatisierung:
In den meisten Städten in Deutschland stehen nun sogenannte Post-Packstationen. Deutschlandweit wurden mehr als 600 von diesen vermerkt. Durch diese Packstationen muss man nicht mehr zur Post gehen. Man kann dort sein Päckchen mit einer Frankierung versehen und es dann in die Station schieben. Dort wird es am darauffolgenden Tag von der Post abgeholt und an den Empfänger zugestellt. Dadurch sinkt die Zahl der Beschäftigten, welche am Postschalter stehen und die Kunden betreut. Dieses Bespiel verdeutlicht, dass immer mehr Aufgaben, die von geschultem Personal übernommen werden sollten nun von schnell und praktisch arbeitenden Computern und Maschinen übernommen werden.

Der Wettbewerb zwingt die Unternehmen, den Rationalisierungswettlauf immer weiter fortzuführen. Das Ergebnis daraus ist, dass immer mehr Menschen produktionstechnisch überflüssig werden. Dies kommt auch in Bürojobs und bei Dienstleistungen vor.

3.7. Mangel an staatlicher Unterstützung
Viele Schüler, Studenten und auch Mütter müssen sich, aufgrund mangelnder staatlicher Versorgung, nebenbei einen Job suchen. Je stärker die Nachfrage nach Arbeitsplätzen ist, desto aussichtsloser ist es, als Arbeitsloser eine Arbeit zu finden. Früher genügte es, wenn der Mann der Versorger der Familie war. Heutzutage sind auch viele Frauen dazu gezwungen, mitzuverdienen. Die wenigsten Familien in Deutschland können von einem Durchscnittsgehalt eines Alleinverdieners leben. Daher führte die Bundesrepublik Deutschland 2007 das Elterngeld ein, um die Familien, die wegen ihrer Kinder zuhause bleiben, zu fördern. Dies ist eine Unterstützung für die Eltern, die wegen der Betreuung eines nicht arbeiten gehen oder nur teilzeit arbeiten gehen. Dieses Geld soll eine Lebensgrundlage und Unterstützung für die Eltern sein. Es wird höchstens 14 Monate gezahlt.

Im Gegenzug entscheiden sich immer mehr Frauen für eine Karriere anstatt für Familie. Familien, die mehr als zwei Kinder haben, gelten in der heutigen Zeit oftmals als asozial, vermutlich auch, weil sich eine ausreichende Finanzierung einer Familie als schwierig herausstellt und man deshalb dem gesellschaftlichen Standard nicht standhalten kann. Damit meine ich, dass die Kinder nicht immer die neusten Kleidung haben, sondern vielleicht die Kleidung von ihren älteren Geschwistern tragen oder das Spielzeug der Geschwister benutzt wird.

Quellen


http://de.wikipedia.org/wiki/Arbeitslosigkeit
http://equapio.com/de/wirtschaft/arbeitslosigkeit/
http://www.css-menü.de/schmachtonline/vwl/pdf/arten-der-arbeitslosigkeit.pdf
http://www.arbeitslosigkeit.com/
http://www.iza.org/en/webcontent/publications/reports/report_pdfs/iza_report_01.pdf
http://de.wikipedia.org/wiki/Arbeitslosigkeit#Technischer_Fortschritt
http://www.bandbreitenmodell.de/hauptursachen_arbeitslosigkeit
http://www.bpb.de/politik/innenpolitik/arbeitsmarktpolitik/54892/arten-der-arbeitslosigkeit
http://handelsfachwirt.files.wordpress.com/2011/11/img662.jpg
http://www.hanisauland.de/lexikon/a/arbeitslosigkeit.html
http://www.gluehwuermchen-herzbeben.eu/archiv/was-ist-arbeitslos
http://doku.iab.de/grauepap/2005/Promberger_2005_GeschichteAlo.pdf
http://www.focus.de/politik/deutschland/tid-13924/konjunkturpakete-mit-vollen-taschen_aid_388072.html
http://www.zurecht.de/ratgeber/kurzarbeit/kurzarbeitergeld/
http://www.cogbyte.de/project/Ursachen-der-Arbeitslosigkeit.1060.0.html
http://www.arbeitsagentur.de/web/content/DE/index.htm
http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Schwarzarbeit.html
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/groesste-schattenwirtschaft-europas-deutschland-arbeitet-schwarz-1.1695472
http://www.wirtschafts-abc.com/index.php?id=vw-lohnkosten-arbeitslosigkeit





Kommentare zum Referat Arbeitslosigkeit in Deutschland: