Lerntippsammlung Headergrafik
Linie
Abstandshalter

Suchbegriff:

Alfred Andersch - 2.Version - Referat



Ein deutscher Schriftsteller, Herausgeber und Rundfunkredakteur.
Biografie

Alfred Andersch ist am 4. Februar 1914 in München geboren.1928, nach seiner Schulzeit beginnt er eine Lehre als Buchhändler in München. Er tritt in die KPD ein. 1932 wird er Organisationsleiter des Jugendverbandes in Südbayern. Ab 1933 muss er wegen seiner politischen Ansichten eine dreimonatige Haftstrafe im KZ in Dachau absitzen. Danach
ist er in München und Hamburg als Werbegrafiker bis 1940 angestellt. Im Jahre 1940 wird er eingezogen und muss an die Front. In Italien desertiert er schließlich ein Jahr vor Kriegsende, doch er kommt als Kriegsgefangener in die USA. Sein erster Roman "Kirschen der Freiheit", der 1952 herauskommt, schildert dieses Erlebnis.

Er verlässt 1958 zusammen mit seiner zweiten Ehefrau Deutschland, um in der Schweiz zu leben. Aber auch hier bleibt er weiterhin ein aufmerksamer Beobachter der politischen Geschehnisse in Deutschland.
Mit seinem letzten Buch "Der Vater eines Mörders", das seinen Lehrer Himmler, den Vater von Heinrich Himmler, charakterisiert, versucht er die Erlebnisse von damals zu verarbeiten.
Die Erzählung erscheint in seinem Todesjahr 1980.
Alfred Andersch stirbt am 21. Februar 1980 in Berzona in der Schweiz.

Alfred Andersch wird nach dem 2. Weltkrieg schnell zu einem angesehenen Schriftsteller, der jungen Generation. „Der Ruf“, eine Gefangenenzeitung, ist sein erster Erfolg. Im Mittelpunkt seiner Texte stehen meistens Außenseiter und sozial Gescheiterte. Berühmt wird er mit Sansibar oder der letzte Grund.
Viele seiner Erlebnisse, die er in der Kriegszeit sammelt, verarbeitet er in autobiographischen Erzählungen. So sind in „Der Vater eines Mörders“ oder auch „Kirschen der Freiheit“ Einzelheiten aus seinem Leben nachzulesen.

Die wichtigsten Daten seines Lebens, mit Parallelen zu „Der Vater eines Mörders“

4. Februar 1914
Er wird in München geboren.

Seinem Vater der im 1. Weltkrieg Offizier war, wurde die Kriegsauszeichnung das Eiserne Kreuz erster Klasser verliehen. Sein Vater stirbt 1929 an den schweren Kriegsverletzungen.

1920 – 1928
Schulzeit, unter anderem im Wittelsbacher Gymnasium, über die die Erzählung „Der Vater eines Mörders“ berichtet.

1928 - 1930
Er beginnt eine Lehre als Buchhändler in München.

1932
Organisationsleiter des Jugendverbandes der KPD in Südbayern.

1933
Er muss wegen seiner politischen Haltung eine Haftstrafe im KZ in Dachau absitzen.

1939
Erste Schreibversuche

1940
Fronterfahrungen

6. Juni 1944
Desertierung in Italien.

1944 -1945
US-amerikanische Kriegsgefangenschaft, er leistet Beiträge zur Gefangenenzeitung Der Ruf.

1948 -1950
Er gründet und leitet das Abendstudio des Senders in Frankfurt am Main.

1958
Alfred Andersch und seine zweite Frau, die Malerin Gisela Groneur, ziehen in die Schweiz.

1972
Er erhält die Schweizer Staatsbürgerschaft.

1980
"Der Vater eines Mörders“ erscheint.

21.Februar 1980
Er stirbt nach langer Krankheit in der Schweiz.


Oberstudiendirektor Joseph Gebhard Himmler

Ein Mann wie er im Buche steht. Er ist der Vater des späteren SS-Führers Heinrich Himmler.

Die Schüler nennen den Direktor Rex. Dieser Spitzname kommt aus dem Lateinischen und bedeutet König.
Der „alte Himmler“ trägt am Tag der Inspektion, in der Untertertia, einen dünnen hellgrauen Anzug. „Seine Jacke war aufgeknöpft, unter ihr wölbte sich ein weißes Hemd über den Bauch. Er trug eine Brille mit dünnem Goldrand, hinter der blaue Augen scharf beobachteten. Er sah tatsächlich aus wie ein König und nicht wie ein Direktor.“ (Seite 13; 15)
Franz Kien schätzt ihn auf zirka 60 Jahre, da er ja einen Sohn hat, (Heinrich Himmler) der schon in der Politik mitmischt.

Der Oberstudiendirektor wird als nicht harmlos (Seite 15) und später sogar als gefährlich (Seite 18) beschrieben. Schüler „seines“ Gymnasiums haben und sollen Angst vor ihm haben.

Er ist Bayrischer Volkspartei Anhänger, schwarz bis in die Knochen, er findet nichts dabei mit Juden zu verkehren. Deswegen hat sein Sohn, Heinrich Himmler, den Kontakt zu ihm abgebrochen. (Seite 40)

Studienrat Dr. Kandlbinder

Dr. Kandlbinder ist am Witellsbacher Gymnasium Klassenlehrer der Untertertia B.
Untertertia bedeutet, dass er eine 8. Klasse mit Schülern im Alter von zirka 14 Jahren, vor allem in Griechisch, unterrichten muss.
Seiner Klasse erscheint er als langweilig. Kandelbinders Bemühungen, alle seine Schüler gleich zu behandeln, misslingen. Die Klasse kommt dadurch zu der Einschätzung „Der will sich bloß aus allem raushalten“. (Seite 15; Zeile 3 bis 4)
Der junge Klassenlehrer verhält sich gegenüber Vorgesetzten immer korrekt und unterwürfig, gerät aber an diesem Tag mit dem Direktor aneinander.
Beim Eintreten des Rektors erschrickt der Studienrat und wirkt überrascht. (Seite 17)
Während der Kontrolle des Oberstudiendirektors spielt er nur noch eine Randfigur.

Konrektor Enders

Der kleine, stämmige Mathematiklehrer, mit einer Gesichtshaut, die aussieht wie gelb gegerbtes Leder, unterscheidet sich rein äußerlich stark vom Direktor. Aber auch er will Franz fertig machen. Dies wird bei der Rückgabe einer Klassenarbeit deutlich. Franz schneidet besser ab als sonst, dies veranlasst Enders zu dem Kommentar „Da hat der Kien mit Müh und Not auch einmal eine Drei zustandegebracht.“ (Seite 53)

Naturkundelehrer Professor Burckhardt

Der Professor wird nur kurz auf Seite 20 und 59 erwähnt. Er mag Franz, obwohl er auch in seinem Fach nicht der Beste ist.

Werner Schröter

Werner gilt als der Klassenprimus. Er kann hervorragend Griechisch.
Franz wundert es, dass der Klassenlehrer Werner als Ersten überprüft und ihm dann auch noch eine kinderleichte Aufgabe stellt. Schröter wird als „nicht groß, aber auch nicht klein, nicht stämmig , doch fest gebaut, auch sein Gesicht hat etwas Festes, seine glatten langen Haare bedeckten als Halbkreis den oberen Teil seiner Stirn, seine Augenbrauen waren schwarz und dicht, seine Nase setzte breit an, wurde aber nicht dick, sondern saß klar umrissen unter den dunkelblauen Augen, über dem sicheren und graden Mund, den er nur wenig zum Sprechen benützte,“ beschrieben. Franz Kien nennt ihn einen prima Kerl, der nicht im Geringsten den Überlegenen spielt. (Seite 23 -24) Ebenfalls wird er als hilfsbereit und ordentlich geschildert.

Konrad von Greiff

Aus der Sicht von Franz ist er ein Musterschüler. Er beherrscht die Sprache Griechisch sehr gut, doch er ist aufmüpfig, frech und provoziert die Lehrer. Konrad ist relativ groß und schlaksig.
Seinen Eltern gehören zwei Schlösser, dreihundert Hektar Feld und ebenso viel Wald. Mit diesen Besitztümern gibt er mächtig an, denn er ist sehr stolz auf seine adelige Herkunft. Gegenüber seinen Mitschülern jedoch verhält er sich kameradschaftlich.
Er legt sich mit allen Lehrern, selbst mit „Rex“ dem Schulleiter an. (Seite 29 – 37)
Der Oberstudiendirektor lässt sich das nicht gefallen und wirft ihn von „seiner“ Schule.
(Seite 37)

Hugo Aletter

Anlass zur Auseinandersetzung bietet er dem Rektor, mit einem selbst gebastelten Hakenkreuz, das er an seiner Jacke trägt. Hugo trägt es, weil ihm das Zeichen gefällt und seine deutschnationalen Eltern nichts dabei finden. Rex fordert ihn auf es abzunehmen, da es an „seiner“ Schule untersagt ist, politische Abzeichen zu tragen. Er erweist sich als anständigen Kerl, als er den Karl-May-Band unter Franz’ Kiens Bank gegenüber dem Direktor verleugnet.

Schorsch Bernstein

Der Bernstein Schorsch ist ein pfundiger Kerl. Bei ihm merkt man nicht, dass er Jude ist.
Seine Eltern sind genauso deutschnational wie fast alle anderen Eltern.

Ehepaar Poschenrieder

Das Ehepaar Poschenrieder ist mit den Eltern von Franz befreundet. Sie leben in einer vornehmen Wohnung in der Sophienstraße. Franz hat von ihnen seine Geige geschenkt bekommen. Es ist die Geige von dem verstorbenen Sohn des Ehepaares. (Seite 24)

Franz Kien senior

Franz’ Vater war im ersten Weltkrieg „nur“ Reserve – Offizier (Seite 16) und bekommt deshalb keine Pension. Er wurde an der Front dreimal verwundet. (Seite 31) und bekam für seine Leistungen das Eiserne Kreuz erster Klasse. (Seite 41)
Franz Kein senior ist Ludendorff – Anhänger und Antisemit. Er ist Protestant.
Der Vater ist krank, ihm steht eine Amputation des rechten Beines bevor. (Seite 74)


Franz’ älterer Bruder Karl

Karl geht in die 11. Klasse des Wittelsbacher Gymnasiums, auf dem auch Franz ist.
Er ist in den Hauptfächern, besonders in Fremdsprachen genauso schlecht wie Franz.
(Seite 19) Der Bruder durfte, was Franz immer wollte, Klavier spielen lernen. (Seite 24)
Der Direktor will Karl ebenfalls von „seiner“ Schule werfen. (Seite 73)


Der kleine Bruder von Franz

Er wird am Ende der Erzählung in dem Satz auf Seite 77 „ er war acht Jahre jünger als Franz schlief schon in dem Bett, das dem Bett von Franz gegenüber stand“ erwähnt.


Die Mutter von Franz

Die Mutter „war aus der katholischen Kirsche ausgeschlossen worden, weil sie einen Protestanten geheiratet hatte“ (Seite 40). Sie taucht später wieder als Hausfrau und Mutter auf. (Seite 75)

Franz Kien

Franz Kien ist ein vierzehnjähriger Schüler. Er geht auf das Wittelsbacher Gymnasium, in München, in die Untertertia B. Dies entspricht heute einer 8. Klasse.
Er ist relativ groß und eher ruhig. Dadurch gelingt es ihm auch sich durch den Unterricht zu mogeln. (Seite 19)

Der Junge ist intelligent, aber in der Schule sehr faul und er hat keine engen Freunde. (Seite 68)
Doch er unterhält sich in den Pausen oft mit Hugo Aletter über Politik. Dies zeigt, wie reif er schon ist, denn viele in seinem Alter interessieren sich nicht für die Politik.
Anstatt nach der Schule zu lernen, spielt er lieber Völkerball oder ließt Karl May.

Er kann Menschen gut einschätzen und denkt viel nach.
Franz weiß selbst, dass er in vielen Fächern wie in Deutsch, Geschichte, Geographie und Naturkunde besser sein kann. (Seite 58 bis 59)

In dieser Erzählung ist er die Hauptperson, da
man all seine Gedanken und Gefühle innerhalb der Griechischstunde erfährt. Der Schüler wird in der Stunde, als dritter, durch den Oberstudiendirektor Himmler geprüft. Er erbringt nur eine mangelhafte Leistung, denn er verabscheut die Fächer Griechisch und Mathematik. Der Direktor verweist ihn darauf von der Schule und droht ihm an, seinen Bruder Karl ebenfalls von der Schule zu werfen.
Franz ist darüber im ersten Moment froh, aber nach einer Weile macht er sich Sorgen, wie er das seinem kranken Vater beibringen soll.

Die Erzählung spielt an einem Maitag, zur Zeit der Weimarer Republik in den 20er Jahren. Genauer gesagt im Jahr 1928. (Seite 85)
Es wird über den Verlauf einer Griechischstunde am Wittelsbacher Gymnasium in München berichtet. Dort werden unverhofft drei Schüler, vom Direktor, auf ihren Leistungsstand hin geprüft.
Nachdem die Stunde angefangen hat, kommt der Schulleiter Oberstudiendirektor Himmler in die Untertertia B, eine achte Klasse. Durch ihn wird der normale Unterricht des jungen Klassenlehrers Kandlbinder unterbrochen.
Ort der Geschehnisse ist ein zeittypisch eingerichtetes Klassenzimmer mit Bänken und Pulten sowie einem Podest auf dem das Lehrerpult und die Tafel stehen.

Zur Begrüßung des Rektors erheben sich alle Schüler. Der Klassenlehrer ist genauso überrascht, über die Inspektion der Klasse, wie die Jungen. (Seite 14)
Kandlbinder soll mit seinem Unterricht fortfahren, weshalb er nun den Primus, Werner Schröter, an die Tafel ruft. Dieser bekommt eine einfache Aufgabe gestellt. Rektor Himmler, „Rex“ genannt, hält sich bis dahin im Hintergrund, übernimmt aber nach dieser Leistungskontrolle die Stunde.

Auf „Rex“ Aufforderung hin, holt der Klassenlehrer einen anderen Schüler an die Tafel.
Es ist Konrad von Greiff, der ebenfalls gut in Griechisch ist. Dieser ist jedoch sehr aufmüpfig und provoziert den Direktor. Konrad gibt wieder einmal mit seiner adeligen Abstammung an. Er reizt damit den Oberstudiendirektor so sehr, dass dieser ihn von der Schule verweist.

Nach diesem Streit entdeckt der Schulleiter ein selbst gebasteltes Hackenkreuz auf der Jacke von Hugo Aletter, dem Tischnachbarn von Franz Kien. Hugo muss es entfernen, da der Rektor an „seiner“ Schule keine politischen Abzeichen wünscht.

„Rex“ sucht sich nun selbst einen weiteren Prüfling aus.
Seine Wahl fällt auf Franz Kien. Dieser weiß nicht wie ihm geschieht. Denn er kann kaum mehr in Griechisch als die Überschriften, der bislang behandelten Themen. (Seite 19) Franz steht hilflos an der Tafel. (Seite 50) Er schafft die ihm gestellten Aufgaben nur mühsam mit Hilfe des Rektors. Dessen Urteil ist schnell gefallen. „Du wirst die Obertertia (die neunte Klasse) nicht erreichen“. (Seite 55) Franz denkt nun, er ist erlöst und kann sich wieder setzen, doch die Prüfung geht weiter. Nachdem Rex noch vor der ganzen Klasse erwähnt, dass so schlechten Schülern, wie ihm und seinem Bruder Karl, keine Schulgeldbefreiung zusteht (Seite 72), hat Franz sein Urteil über den alten Himmler gefällt. Er tituliert ihn als einen gemeinen Hund. (Seite 71) Der Direktor hat Franz noch nicht genug gedemütigt und gibt nun seine endgültige Entlassung bekannt. (Seite 73)
Zu guter letzt kündigt er auch noch den Rauswurf seines Bruders Karl an. (Seite 73)

Die Erzählung endet bei der Familie Kien Zuhause. Vater, Mutter und die zwei ältesten Söhne denken zusammen über die Familie Himmler nach, während der jüngste Sohn schon schläft.

Ab Seite 81 finden die Leser ein kleines Nachwort von Alfred Andersch.


Zur Entstehung des Werkes

Alfred Andersch fängt 1979, kurz nach dem Tod seines Freundes Arno Schmidt, der ebenfalls Schriftsteller war, mit seinem Werk „Der Vater eines Mörders“ an.
Der Auslöser für ihn, dieses Werk zu schreiben, ist seine eigene Schulzeit am Wittelsbacher Gymnasium. Er erzählt in der Rolle des autobiographischen Autors die Geschichte. Die Person Franz Kien ist eigentlich Alfred Andersch. Dieser wird an jenem schicksalhaften Tag durch Oberstudiendirektor Himmler, dem Vater des späteren SS-Führers Heinrich Himmler, in Griechisch geprüft.
Auf Grund seiner schlechten Leistungen wird er der Schule verwiesen.
Dieses Erlebnis hat ihn sein ganzes Leben lang begleitet. Er hat sich jedoch erst kurz vor seinem Tod entschieden, diesen Tag mit Hilfe des Schreibens zu vergessen.
Er hat sich seinen damaligen Wunsch, Schriftsteller zu werden, verwirklicht.
Die Erzählung „Der Vater eines Mörders“ hat Alfred Andersch kurz vor seinem Tod fertig gestellt. Es wird erst 1980 nach seinem Ableben veröffentlicht.


„Der Vater eines Mörders“ ist in die Literaturepoche der Postmoderne einzuordnen. Die Postmoderne wird von vielen Schriftstellen in den 80er Jahren verwendet. Sie orientiert sich an der traditionellen Erzählweise. Es wird einfach, ohne Schnörkel und mit wenigen Emotionen erzählt. So wurde zum Beispiel auch der Erfolgsroman „Das Parfum“ von Patrick Süskind geschrieben. Alfred Andersch benutzt in „Der Vater eines Mörders“ diese Form, um den Lesern zu schildern, wie gefühllos die Schulen und der Unterricht zu dieser Zeit sind.


„Der Vater eines Mörders“ ist eine Erzählung. Alfred Andersch hat diese Perspektive gewählt, um seine Geschichte dem Leser besonders nahe zu bringen.
Er hat sich diese Gattung ausgesucht, um all seine Gedanken und Gefühle in dem Buch verarbeiten zu können.
Kein Leser weiß jedoch von Anfang an, dass der Autor sich hinter der Person des Franz Kien versteckt. Erst im Nachwort an die Leser wird klar, dass Alfred Andersch dies alles, an diesem Gymnasium in Bayern erlebt und nie verarbeitet hat.

Im Hinblick auf das Thema Krieg

Alfred Andersch verarbeitet in dem Buch „Der Vater eines Mörders“ Erlebnisse aus seiner Kindheit. Sein Vater war im ersten Weltkrieg Reserveoffizier. Er starb an seinen schweren Kriegsverletzungen 1929. Andersch ging auf das Wittelsbacher Gymnasium, an dem der Vater des späteren SS- Führers Heinrich Himmler, Oberstudiendirektor war. Er wurde von dem „alten“ Himmler in Griechisch geprüft und auf Grund seiner schlechten Leistungen der Schule verwiesen.

Nach seiner Schulzeit schloss sich Alfred Andersch, der KPD an. Er musste für seine politische Haltung drei Monate in KZ Haft nach Dachau. Während des zweiten Weltkriegs, musste er mehrere Male an der Front dienen, bis er 1944, ein Jahr vor Kriegsende in Italien floh. Er geriet in US-amerikanische Kriegsgefangenschaft.

In der Widmung an Arno Schmidt auf Seite 3 wird klar, dass es sich um ein autobiographisches Werk handelt.
Alfred Andersch schreibt im Nachwort „Warum zum Teufel halte ich mir dann eine Maske vors Gesicht, diesen Kien, einen Namen, nichts weiter? Eine Antwort darauf weiß ich nicht.“
Alfred Andersch hat alles in dieser Stunde genauso erlebt wie Franz Kien. Er wählte diese Art der Erzählung um die Erlebnisse besser zu verarbeiten und ohne Hemmungen schreiben zu können.

Der Autor Alfred Andersch gibt in „Der Vater eines Mörders“ Einblicke in die politischen Haltungen zur Zeit der Weimarer Republik.
Manche waren Bayrische Volkspartei Anhänger, wie der „alte“ Himmler. Er wird als schwarz bis auf die Knochen (Seite 40), der nichts gegen Juden hat beschrieben.
Andere sind Ludendorff-Anhänger und Antisemitist, so wie Franz Kiens Vater.
Der „junge“ Himmler war Hitler Anhänger. Er hat den Kontakt, wegen dessen politischer Haltung, zu seinem Vater abgebrochen.

Alfred Andersch spielt mit dem Titel „Der Vater eines Mörders“ auf die beiden Männer der Familie Himmler an. Er fragt sich, wie es dazu kommen konnte, dass der Sohn eines Schulleiters zu einem Massenmörder werden konnte.
Heinrich Himmler, späterer SS-Führer und Massenmörder, wuchs in einer Familie auf, die sehr viel Wert auf Humanismus legte. All das was den Humanismus ausmacht, die Menschenwürde, die Freiheit und die Gleichheit, scheint dieser Massenmörder vergessen zu haben.

Man erfährt in „Der Vater eines Mörders“, sehr viel über die Kindheit von Alfred Andersch.
Er war einer der wenigen, die stark genug waren, sich nicht den Nazis anzuschließen.
Man findet in der Erzählung viele Parallelen zur Diktatur unter Hitler. So steht die Klassengemeinschaft für das Volk, das sich nicht gewehrt hat. Der Direktor hat die Führerrolle. Die beiden Schüler Konrad von Greiff und Franz Kien sind die Einzigen die Mut beweisen, als sie sich gegen den „Führer“ stellen.

Alfred Andersch kann sich nie erklären, weshalb Heinrich Himmler, der Sohn seines ehemaligen Direktors, zum Massenmörder wird. In „Der Vater eines Mörders“ wird das Verhältnis zwischen dem „alten“ und dem „jungen“ Himmler eindrucksvoll beschrieben.
Heinrich Himmler wird, wie so viele, zum Hitler Anhänger und beendete den Kontakt zu seinem Vater, da dieser nichts gegen Juden hat und bayrische Volkparteianhänger ist.
Seine Humanistische und strenge Erziehung, konnte nicht verhindern, dass Heinrich Himmler zum Massenmörder, Verräter und vielem mehr wird.


Das Buch soll den Lesern die Zeit zwischen dem ersten und dem zweiten Weltkrieg näher bringen.


Man erfährt wie verschiedene Familien zu dieser Zeit leben. Manche sind sehr reich. Andere sind so arm, dass sie noch nicht einmal das Schulgeld ihrer Söhne bezahlen können. Wieder andere zeigten Schwäche und schließen sich Hitler an.
Es gab viel zu wenige, die Stärke zeigten und sich den Nazis nicht anschlossen.
Vielleicht hätte man so den 2. Weltkrieg und Millionen Morde an Juden verhindern können.


Die Erzählung zeigt auf, wie schlimm die Weltkriege waren und wie schwer sie wieder zu verarbeiten sind.


Alfred Andersch will die Menschheit warnen, damit so etwas nicht wieder passiert.

Ich finde das Buch „Der Vater eines Mörders“ von Alfred Andersch informativ.
Man erfährt sehr viel, wie es in der Zeit zwischen dem ersten und dem zweiten Weltkrieg war.
Es ist die wirkliche Geschichte von Alfred Andersch. Deshalb finde ich es reizvoll zu lesen, wie es passieren konnte, dass er von der Schule verwiesen wurde.
Bevor ich das Buch gelesen hatte wusste ich nicht, dass Alfred Andersch Kontakt mit den Himmlers hatte.
Ich verstehe genauso wenig wie er, wie Heinrich Himmler zu einem Massenmörder werden konnte.

Man kann das Buch gut lesen, doch es ist nicht spannend genug geschrieben, damit man es freiwillig noch einmal ließt. „Das Parfum“ von Patrick Süskind wurde in der gleichen Epoche, der Postmoderne, geschrieben. Dieses Buch ließt man mehrere Male, weil es einfach spannend ist.
Dieses Referat wurde eingesandt vom User: HappyCat



Kommentare zum Referat Alfred Andersch - 2.Version: