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Air (Musikform) - Referat



Was ist „Air“ in der Musik?

Air, auch Ayre, Aria oder Ayr genannt, ist die Bezeichnung für ein Vokal-Lied oder ein Instrumental-Lied. Es sind immer sehr einfache Kompositionen in meistens zwei geteilter Liedform.

Woher stammt Air?

Das Wort „Air“ in diesem Zusammenhang stammt übrigens nicht, wie anzunehmen wäre, aus dem englischen, sondern geht auf das italienische Wort „aria“ zurück. Die Arie, die wir aus Opern kennen, hat hier wohl ihren Ursprung. Es könnte übrigens sein, dass das Wort „Air“ oder auch „Aria“ ihren Wortstamm von „Arion“ bekam, ein begnadeter Sänger und Musiker im 6. Jahrhundert vor Christus. Dies ist aber nur eine Theorie.

Wann entstanden die ersten Air Stücke?

Die ersten Airs für Lauten und Gesang entstanden am königlichen Hof von Elisabeth I. von England gegen Ende des 16. Jahrhunderts und genossen eine hohe Popularität bis ins 17. Jahrhundert hinein.
Es wird angenommen, dass das Air auf der italienischen Monodie, oder aber auf dem Air de cour basiert. Hier handelt es sich um Sologesänge mit Lautenbegleitung, die in der Regel 3 Teile umfasste.
John Dowlands (1563 – 1626) schrieb das erste Liederbuch namens „Songs of Ayres“ ließ dieses drucken und brachte noch weitere 3 Bände hervor. Diese Bücher waren wahre Bestseller zu dieser Zeit und machten die Musik Gattung „Air“ noch populärer. Die bekanntesten Ayres dieser Zeit sind übrigens „in darkness let me dwell“ und „come again“.

Thomas Campion und Philip Rosseter entwickelten die Musikgattung Air weiter und ihr „Book of Ayres“, welches 1601 erschien, enthielt nicht weniger als 100 Ayre/Air Lieder für Gesang und Laute. Es gab noch 4 weitere Auflagen davon.

In den 1620ern kamen zwar nicht mehr viele Bücher mit Ayres/Air Stücken auf den Markt, allerdings war die Popularität ungebrochen. Es wurden viele weitere Stücke geschrieben und auf Bühnen aufgeführt. Die Besonderheit lag laut Campion in der Einfachheit der Stücke, sie waren nicht „überladen“ wie so viele andere Musikwerke dieser Zeit.

Wer bediente sich noch an dieser Musikgattung?

Auch Johann Sebastian Bach bediente sich Jahrzehnte später in seinen Kompositionen dieser beliebten Musikform und baute sie in seinen Werken ein. Das wohl geläufigste Beispiel eines mit „Air“ zu
bezeichnenden Satzes findet sich in Bachs Orchestersuite D-Dur BMV 1068. Nicht alle Instrumente sind im Einsatz, sondern nur die Streicher und der Bass. Trompeten und Oboen schweigen. Hier kommt wieder die Einfachheit zum Vorschein, die „Air“ so unvergleichlich macht. Auch in seiner zweiten und vierten „französischen Suite“ sind Airs enthalten. Bis heute am beliebtesten ist aber die oben genannte Orchestersuite und ist auf sehr vielen Barock Alben enthalten.

Gab es noch andere bekannte Komponisten, die „Air“ in ihren Stücken verwendeten?

Der Geiger August Wilhemj erarbeitete aus Bachs Komposition BMV 1068 eine neue Variante, und zwar wird diese nur mit der G Saite der Violine gespielt. Dieses wurde als „Air on the G String“ bekannt und erfreut sich bis heute sehr großer Beliebtheit, vor allem auch im englischsprachigen Raum.
Georg Friedrich Händel bezeichnete den sechsten Satz der ersten Suite in F-Dur - aus seiner „Wassermusik“ - als Air. Dieses Stück wird auch heute noch sehr gern von Barock Ensembles gespielt.




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