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68er Bewegung - Referat



In der Bundesrepublik Deutschland verstärkte sich ab Mitte der 1960er Jahre mit der Studentenbewegung, die mit der APO oft synonym gesetzt wird, die bis dahin bedeutendste außerparlamentarische Opposition in Deutschland (die sich selbst im Kürzel APO benannte).
Ihre besonders von den Universitätsstädten ausgehenden Aktivitäten erreichten in den Jahren 1967 und 1968 ihren Höhepunkt. häufig in Bezugnahme auf diese Zeit ihrer Hochphase auch 68er-Bewegung genannt

--> Wichtigste Antriebskräfte/Ursachen der Außerparlamentarischen Opposition waren:
- die Forderung nach einer Reform der Hochschulen,
- Beeinflussung durch die amerikanische Lebensart
- die Schwäche der parlamentarischen Opposition gegenüber der Regierung der Großen Koalition,
- Missstände:
- steigende Inflation,
- zunehmende Arbeitslosenzahlen,
- geteiltes Deutschland,
- Spiegelaffäre,
- Notstandsgesetze (gefährdeten den demokratischen Rechtsstaat)
- Kriegsführung der USA in Vietnam sowie die Bürgerrechtsbewegung in den USA, die gleiche Rechte für die
schwarze Bevölkerung forderte.

Wie kam es dazu?
- Große Koalition machte parlamentarische Opposition unbedeutender
- Kern der APO: ehemalige Studentenorganisation der SPD, der Sozialistische Deutsche Studentenbund (SDS).
- Die SPD hatte sich im Juli 1960 vom SDS getrennt, finanzielle Unterstützung gestrichen
- SDS entwickelte sich zu einer straff organisierten politischen Studentengruppe
- Nimmt die wirtschaftlichen und politischen Problemfelder der sechziger Jahre insgesamt in den Blick, nicht nur ein
Kritikpunkt
- Für Aufmerksamkeit: provokative Verweigerungs- und Protestformen --> go-in, sit-in und teach-in aus USA
- Lehrveranstaltungen und Sitzungen akademischer Gremien wurden "blockiert", "gesprengt" oder zu Protestversammlungen "umfunktioniert".
- Daraus entwickelte sich seit 1965 eine Studentenrevolte, die bald über den akademischen Bereich hinausging und nicht nur die Reform der Universität, sondern auch die Umgestaltung der gesamten Gesellschaft forderte. 

- Wirklich große Ausmaße nach Besuch des Schahs von Persien:
- am 2. Juni 1967 kommt es in Berlin zu Zusammenstößen von Demonstrierenden mit der Polizei, in deren Verlauf der 26jährige Student Benno Ohnesorg von einem Polizeibeamten erschossen wurde
- löst Studentenunruhen in vielen Städten des Bundesgebiets aus. Die Konfrontation zwischen Studentenbewegung und Polizei versetzte Berlin monatelang in eine Art Ausnahmezustand

- Seit Ende 1967 - gegen den Springer-Konzern, in dem Tageszeitungen wie "Die Welt" und "Bild" erschienen.
- Vorwurf: Hetzkampagne gegen
Studenten und "Linke" zu führen, indem sie verfälscht oder verkürzt über die Studentenbewegung berichtete und Wortführer des SDS wie den Berliner Soziologie-Studenten Rudi Dutschke geradezu als Staatsfeinde verteufelte. Mit dem Schlachtruf "Enteignet Springer!" versuchten studentische Gruppen, die Auslieferung von Springer-Zeitungen zu verhindern.  --> Tatsächlich auch Anschlag: Am Gründonnerstag, dem 11. April 1968, von 23jährige Anstreicher Josef Bachmann
- auf Rudi Dutschke, der schwer verletzt wurde (und 1979 den Spätfolgen dieses Anschlags erlag).
- Bachmann erklärte nach seiner Festnahme, er sei durch die Lektüre der "Nationalzeitung" und der "Bild-Zeitung" zu seiner Tat angeregt worden. 

- Das Attentat auf Dutschke löste die schwersten Straßenunruhen in der Geschichte der Bundesrepublik aus

- Bewegung „verlief“ sich aber dann:
- Der SDS spaltete sich nach 1968 auf. Es entstanden verschiedene miteinander konkurrierende linke Zirkel und kleine kommunistische Splitterparteien (K-Gruppen), die in der politischen Landschaft, zumindest auf parlamentarischer Ebene, ohne nennenswerten Einfluss blieben.

- Splittergruppen radikalisieren sich dann --> RAF
- Oder halt nicht --> Die Grünen

- Insgesamt war es weltweit nicht unbedingt die Mehrheit der Studenten (dafür waren auch Schüler und Arbeitnehmer beteiligt), die demonstrierte: gesellschaftlich nur eine Minderheit, die auch zunächst auf Ablehnung bei der älteren Generation traf, die aber einen sozialen und kulturellen Paradigmenwechsel anstieß, der in den 1970ern dann zu einem Teil des Mainstreams wurde (Wertewandel, Mode, Musik, politische Diskurse).




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