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Öl als politische Waffe - Referat



Was ist Öl? Öl ist ein fossiler Energieträger, der Mobilität und weltweite Warenströme garantiert. Öl ist die Grundsubstanz, ohne die eine moderne Wirtschaftswelt nicht existieren kann. Es ist Grundbestandteil der meisten Kunststoffe, es sorgt für Elektrizität und Wärme.
Dies ließe grundsätzlich den Schluss zu, dass derjenige, der über Öl verfügt, das Weltgeschehen beeinflussen, ja sogar manipulieren kann.
Die größten Ölvorkommen befinden sich in der Golfregion, den sogenannten Golfstaaten. Sie verfügen über 60% aller Ölvorräte und beherrschen damit den Weltmarkt. Allein Saudi-Arabien, Iran und Irak verfügen über 43% der weltweiten Ölreserven. Zusammen mit Bahrain, Katar, Kuwait und weiteren Golfstaaten sind sie Mitglieder der OPEC, der Organisation erdölexportierender Länder. Diese Staaten sind alle nicht nur westlich sondern insbesondere USA orientiert. Dies hat nicht nur politische Gründe, sondern liegt auch daran, dass die großen amerikanischen Ölgesellschaften den Weltmarkt beherrschen. Damit stimmt die Aussage, dass derjenige, der über Öl verfügt, das Weltgeschehen beeinflusst. Zwar bezahlen die Ölgesellschaften zwischenzeitlich für die Förderrechte mehr als nur eine formelle Steuer, sie sind aber unterstützt von der selbsternannten größten Wirtschaftsmacht, der USA, nach wie vor die Preistreiber. Ausgangspunkt dafür sind die Bedürfnisse der eigenen Wirtschaft oder politische Bedürfnisse, die oft populärer sind, als nur kapitalistische Ziele.
In den 50iger und 60iger Jahren war es für die USA, die im Einzelfall von dem einen oder anderen westlichen Verbündeten unterstützt wurden, noch relativ einfach, Regierungen der erdölfördernden Staaten, die stärkeren Einfluss auf ihren Bodenschatz forderten, zu sabotieren oder zu stürzen, so z.B. 1953 im Iran, 63 im Irak oder 65 in Indonesien. Die USA waren zu diesen Zeitpunkt in der westlichen Hemisphäre unangefochten die erste politische und wirtschaftliche Macht. Kritik wurde nur sehr zögerlich laut.
Ende der 60iger Jahre erzwangen die ölproduzierenden Staaten die Verstaatlichung der Ölfelder, was die USA jedoch verschmerzen konnten, da ihre großen Ölgesellschaften die Kontrolle über die Raffinierung und Verteilung behielten.
Die größte Macht innerhalb der OPEC, zugleich das Land mit den größten Erdölvorkommen und der größten Fördermenge, ist Saudi-Arabien. Dieses Land ist von der politischen Unterstützung der USA abhängig und trifft deshalb keine marktbeeinflussende Entscheidung ohne Rücksprache mit US Wirtschaftsplanern. Diese sind letztlich Sprachrohr der Regierung. Wohl nirgendwo sonst ist die politische und wirtschaftliche Macht so eng verknüpft wie in den USA und wohl nirgendwo sonst wird dies so sehr von der Bevölkerung toleriert wie in den USA.
Selbst wenn die USA eine Erhöhung der Gewinne der „Ölstaaten“ tolerieren, profitieren sie letztlich davon, denn diese Staaten bringen diese Gewinne in die USA zurück, in dem sie sie bei amerikanischen Banken anlegen und den Aktienmarkt beleben. Auch so haben die USA wieder einen Vorteil davon. Die aus diesen Geldern erzielten Gewinne wiederum können dann dazu genutzt werden, aufzurüsten und gegebenenfalls wirtschaftlich nicht manipulierbare Erzeuger durch kriegerische Mittel gefügig zu machen oder wie es offiziell heißt: stärker zu disziplinieren. Dies wurde immer dann bedeutsam, wenn ein ölproduzierendes Land auch strategische Bedeutung hatte. So z.B. bis in die 70iger Jahre der Iran. Mit dem Sturz des Schah entfiel auch die Aufpasserrolle seines Militärs, das sich durch großes Menschenpotential auszeichnete und deshalb
als Kanonenfutter gut geeignet war. Unter dem Slogan „die Region schützen und befriedet erhalten zu wollen“, stationierten die USA eigene Truppen am Golf. Nicht nur der Sturz des Schah sondern auch der Sturz anderer von den USA protegierter Regime bedingten stets höhere Militärausgaben, die mit den sogenannten Petrodollars finanziert wurden. In den 80iger und Anfang der 90iger Jahre trieben die Wirtschaftsmächte kleinere und wirtschaftlich schwächere Ölproduzenten wie Mexiko, Venezuela oder Algerien über Verschuldungspolitik in den wirtschaftlichen Bankrott und somit in die Hände derer, die auf das Öl angewiesen sind. Die Öffnung neuer Märkte, wie z.B. der UdSSR, die über die größte Ölindustrie verfügt und die Tatsache, dass Staaten wie Japan oder China den USA den Titel als stärkste Wirtschaftsmacht der Welt streitig machen, macht es für die USA immer schwieriger, den Markt durch finanzielle Manipulationen zu kontrollieren.
So werden nicht nur bewusst Kriege in Kauf genommen wie in den 90iger Jahren, als sie den Krieg Irak/Kuwait gar nicht erst mit diplomatischen Mitteln zu verhindern suchten, sich dann aber anschickten, die Kuwaitis zu unterstützen, um eine Vormachtstellung des Irak unter Saddam Hussein zu unterbinden. Auch Saddam war einst ein treuer Vasall Amerikas, der aber im letzten von den USA angezettelten Krieg entmachtet wurde. Den offiziellen Kriegsgrund, nämlich den Gebrauch von Massenvernichtungswaffen zu verhindern, hat es nie gegeben. Grund war einmal mehr das Öl, wobei dies Mal nicht lediglich wirtschaftliche Interessen ausschlaggebend waren, sondern die Angst, die Ölmilliarden würden den sogenannten Terrornetzwerken wie Al Quida zugute kommen, obwohl eine Unterstützung dieser Organisation durch Saddam Hussein bis heute nicht belegt ist. Belegt hat dieser Krieg aber einmal mehr, dass die Parole „kein Blut für Öl“ heute unrealistischer ist als je zuvor. Wer weiß, was passiert, wenn die Länder der ehemaligen UdSSR mit ihren großen Erdölvorkommen entscheidend den Markt beeinflussen und die propagierte Bruderschaft zwischen Amerika und Russland auf die Probe gestellt wird.





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