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Die Pläne der Alliierten für Deutschland 1945 - Referat



Am 8. Mai 1945 endete der Zweite Weltkrieg mit der bedingungslosen Kapitulation der deutschen Wehrmacht. Die Souveränität über Deutschland war damit auf die alliierten (=verbündeten) Siegermächte USA, Sowjetunion und Großbritannien übergegangen. Welche Pläne hatten die Alliierten für Deutschland?

Bereitsvor Kriegsende hatten sich die Alliierten darauf verständigt, dass Deutschland nach der Kapitulation unter Beteiligung Frankreichs zunächst in vier Besatzungszonen geteilt und von einem alliierten Kontrollrat regiert werden soll. Für Berlin war die Verwaltung durch eine Kommandantur der vier Mächte vorgesehen.
Vom 17. Juli bis 2. August 1945 kamen die ,,Großen Drei"- der britische Premierminister Churchill (ab 28.7. sein Nachfolger Attlee), der neue amerikanische Präsident Truman sowie der sowjetische Staats- und Parteichef Stalin - in Potsdam erneut zur Beratung zusammen. Im ,,Potsdamer Abkommen" einigten sie sich darauf, Deutschland als wirtschaftliche Einheit zu erhalten. Als weitere ,,politische Grundsätze" der gemeinsamen Besatzungspolitik wurden festgelegt:
- die Demilitarisierung (Abrüstung) Deutschlands. Deutschland sollte nie wieder den Frieden bedrohen können,
- die Entflechtung von Großindustrie und Banken sowie deren Kontrolle durch die Aliierten
- die Entnazifizierung (Entfernung der Nazis aus allen öffentlichen Ämtern sowie deren Bestrafung),
- die Demokratisierung der deutschen Politik, Wirtschaft und Erziehung,
- die Wiedergutmachung (Reparationen) der verursachten Kriegsschäden.
In Potsdam traten aber auch erste Konflikte und Interessengegensätze zwischen den Alliierten zutage. Die Westmächte wollten verhindern, dass der Wiederaufbau der deutschen Wirtschaft wie auch nach dem Ersten Weltkrieg durch zu hohe Reparationsforderungen belastet würde. Die UdSSR, die selber sehr hohe Kriegsschäden zu beklagen hatte, wollte die Höhe der Reparationen davon unabhängig festlegen. Schließlich einigte man sich darauf, dass jede Besatzungsmacht die Reparationen aus ihrer Zone entnehmen solle. Aufgrund ihrer hohen Kriegsverluste wurden der UdSSR zusätzlich 25 Prozent der in den Westzonen demontierten Industrieanlagen zugesprochen.

Auch über die Frage der zukünftigen Ostgrenze Deutschlands entzündete sich in Potsdam eine Auseinandersetzung zwischen den Siegermächten. Bereits im Februar 1945 hatten die Kriegsalliierten einvernehmlich eine Verkleinerung Deutschlands beschlossen. Die im Hitler- Stalin- Pakt von 1939 der UdSSR zugesprochenen polnischen Gebiete sollten bei der UdSSR verbleiben und
Polen dafür durch deutsche Gebiete entschädigt werden. Stalin hatte jedoch von dem durch die Rote Armee besetzten Gebiet ein größeres Territorium an Polen übertragen, als die westlichen Alliierten Polen ursprünglich zugestehen wollten. Schließlich einigte man sich darauf, dass die Oder- Neiße- Grenze ,,bis zur endgültigen Festlegung" durch einen Friedensvertrag mit Deutschland als Westgrenze Polens bzw. Ostgrenze Deutschlands gehen sollte.

Aufgrund der in Potsdam festgelegten Gebietsabtrennung musste die deutsche Bevölkerung die nun polnischen und sowjetischen Gebiete verlassen. Diese Umsiedlung, die laut Potsdamer Abkommen ,,auf eine geregelte und menschliche Weise" durchgeführt werden sollte, fand jedoch oft unter schrecklichen Bedingungen statt. Man schätzt, dass über 2 Millionen Menschen die Masssenvertreibung nicht überlebten. Auch die deutsche Bevölkerung in Ungarn und der Tschechoslowakei musste ihre Heimat verlassen. Insgesamt waren über 11 Millionen Deutsche betroffen.




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